Archiv der Kategorie: Tierschutz

Tierschutz ist ein explosives Thema und führt zu handfesten Streitigkeiten. Dabei gibt es die Initiative „Tierschutz“ noch gar nicht so lange. Vor tausenden von Jahren waren Tiere „nur“ nützlich, Beute oder Gefahr, denn wir waren noch nicht am Ende der Nahrungskette. Heute ist der intelligente Zweibeiner am Ende dieser Kette und hat sich auf der Erde überraschend schnell ausgebreitet. Damit wurden die meisten Arten zurückgedrängt oder vernichtet. Noch erstaunlicher ist aber, dass diese schädliche Veränderung (unseres Umfeldes) nur wenige Menschen interessiert -trotz dem Wissen, dass dies langfristig zu einem unserer größten Probleme führen wird. Handelt so ein angebliches„Erfolgsmodell“ der Evolution? …ich glaube, da müssen wir noch sehr viel lernen.

KI kontra Menschen

Hoffentlich hatten ALLE schöne Feiertage und einen super Start in das NEUE Jahr.
Gleich zu Beginn ein sehr heikles Thema:  KI-Künstliche Intelligenz.  

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Freundschaft zwischen KI & Mensch? Dumme Frage.

Ich hoffe, jeder kann mit der Bezeichnung KI etwas anfangen. Falls jemand der Meinung ist, dass dies nur nützliche Programme sind – um Alltag und Arbeit leichter zu machen, dann seid ihr auf dem Holzweg – dem digitalen Holzweg.

Das ist doch alles nur Fantasie und Sciencefiction – leider nicht.

Selbst die Warnungen von KI-Experten sowie Dr. Roman Yampolsky und Ray Kurzweil verpufften ungehört. KI-Spezialist Kurzweil geht in seiner Prognose sogar deutlich weiter. Er ist der Überzeugung, dass die KI schon in den kommenden 10 Jahren zur Superintelligenz aufsteigen wird.

Die Zeitung –Der Telegraf- hat kürzlich folgende NEWS veröffentlicht: 2035 wird die KI so weit sein, dass sie mit eigenem Bewusstsein arbeitet und selbst entwickelte Ziele durchsetzen kann. Auch der neu KI-Führerschein ist nur ein Versuch, den schlauen Zweibeinern etwas verständlich zu machen, was nicht verständlich ist.
Erkläre einem von Geburt an blinden Menschen die Farbe Blau.

KI

In der KI-Welt existieren kein Richtig oder Falsch – nur Effizienz.

Ich habe der KI folgende Frage gestellt:

 Ist KI für den Menschen gefährlich?

Antwort:
Ja, künstliche Intelligenz birgt verschiedene Risiken. Die Gefahren reichen von gesellschaftlichen und ethischen Problemen bis hin zu existenziellen Risiken.  
Es besteht die Gefahr, dass eine menschenüberlegene KI eigene Wege entwickelt, die mit den menschlichen Zielen in Konflikt geraten.

Sachlich, nüchtern, direkt.

Experten betonen, dass es entscheidend ist, verantwortungsvoll mit KI umzugehen und Sicherheitsblanken zu entwickeln. Es gibt aber noch keinen Lösungsansatz, wie eine superintelligente KI kontrolliert werden könnte. Zur Verständigung: Aus einer hoch entwickelten KI entsteht eine Superintelligente KI mit selbstständigen Entscheidungen, die nichtmehr zu stoppen sind.

Berichte wie im -Der Telegraf– kann, man kritisch betrachten, doch Fakt ist, wie schon oft erlebt, Realitäten und potenzielle Gefahren werden entweder aufgebauscht, klein geredet oder bewusst ignoriert.

Selbst erfahrene KI-Wissenschaftler stehen sich uneins gegenüber. Die eine Seite hält alles für kontrollierbar, die anderen sagen – wir sind bereits auf dem Weg. Ab einem Scheitelpunkt können wir nicht mehr sagen, wie schnell die KI lernt.

Einzelne Wissenschaftler kamen sogar auf den grandiosen Gedanken, die sich selbst optimierende Superintelligente KI, mit einer KI zu kontrollieren.
Kurz darüber nachdenken…

www.schaf-land.de Lucy der Film

Denken wir an den Film Lucy. Zum Schluss wechselt Lucy in die digitale Welt.
Auf die Frage – wo bist Du – antwortet sie: Ich bin überall. Genau so wäre es mit der Superintelligenten KI.

OK – nur ein Film-ein toller Film, aber ist die Superintelligente KI wirklich unmöglich – wenn sich noch nicht mal Wissenschaftler, die täglich daran arbeiten, darüber einig sind, wie die KI-Entwicklung ausgehen wird?

Ich habe die KI gefragt:

Ist die zukünftige Superintelligente KI kontrollierbar?

Antwort:

Nein, nicht mit den aktuellen Möglichkeiten.

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Spiel mit dem Feuer,
wobei Feuer ein harmloser Vergleich ist.

Was ist KI:
Künstliche Intelligenz wird so erstellt, dass sie Aufgaben erledigt, für die normalerweise menschliches Handeln erforderlich ist. Ursprünglich sollte die KI den Menschen in vielen Bereichen nur unterstützen oder in Teilen ersetzen, doch bei der aktuellen Entwicklung ist schon in naher Zukunft der Sprung zur Superintelligenz denkbar.

Superintelligenz, dass ist die Rote-Linie.


22.01.2026 Erlebnisbericht / Busse-Schafe-30km-Kopfschuß
WOW, was für ein Tag. Ereignisreich, anstrengend, erfreulich, aber auch erschreckend. Fangen wir beim erfreulichen an. Busfahrten, umsteigen, laufen, top Arbeit an den Schafen, im Dunkeln sehr lange nach Hause gehen. Mein Hund May war an diesem Tag eine einzige große Freude. Danke Hans-Jürgen Werbke, für diesen großartigen Hund.

May /Border Collie http://www.schaf-land.de

Dr. Peter Wölkchen Teil IV – Die Wiederkehr

Die wieder erwachte Stein-Katze sprang im hohen Bogen durch das geschlossene Fenster im Institut und Dr. Wölkchen, samt seiner Belegschaft, schauten stumm mit aufgerissenen Augen dem unerklärlichen Wesen – dem Stein hinterher. Das Etwas war verschwunden, doch das Fenster nicht zerbrochen. Im Untersuchungsraum war es still. Keiner wagte sich zu bewegen.

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Forschungslabor

Der Doktor fasste sich als Erster wieder, schüttelte den Kopf, rieb sich die Augen, packte seine Aktentasche, seine Jake und ging wortlos aus dem Labor. Die Mitarbeiter rührten sich noch immer nicht, schauten aber den flüchtenden Labor-Chef hinterher. Dr. Wölkchen war immer auf gute Umgangsformen bedacht, doch jetzt stampfte er stur und eilig an jedem Kollegen im Institut vorbei. Niemanden würdigte er einen Blick, nichts schenkte er Beachtung. In seinem Kopf tobten Tausend Gedanken und nur wegen dieser blöden Katze, wo soll dieser ganze Wahnsinn noch hinführen – dachte er. Alle Türen sprangen von selbst auf, dem er aber keine Beachtung schenkte. Auch die Seitentür zum Parkplatz öffnete sich wie von Geisterhand, aber er hatte nur Augen für sein wartendes geliebtes, treues Auto.
Einsteigen-starten-Gas. Ganz zum Gegenteil seiner sonstigen Gewohnheiten, trat er das Pedal bis zum Anschlag durch und raste Richtung Wachposten. Noch weit vor dem Schlagbaum öffnete es sein Fenster und brüllte: Hey Nichtsnutz, sofort den Schlagbaum auf, aber plötzlich.

Der Wachposten war erstaunt, so einen schroffen Umgangston kannte er nicht und tat was ihm befohlen wurde, es war ja Dr. Wölkchen Leiter der Forschungsabteilung. Sein Wagen brauste schnell vorbei. Verwundert schaute er dem Auto hinterher, ging in die Kontrollstation und schrieb einen Vermerk:  Uhrzeit-Dr. Wölkchen- Ausfahrt- Kennzeichen, eilige Ausfahrt.
Das alte, liebgewordene Auto wurde jetzt nicht geschont, obwohl der Motor noch kalt war. Auf die Straße und Vollgas.

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Unheil zog heran

Während ihm die eigenartigen Vorgänge aus dem Labor durch den Kopf rauschten, brach eine große dunkle Wolke über ihn herein. Undurchdringlich und auf irgendeine Weise Angst einflößend. Er stoppte den Wagen und stieg aus um das dunkle Etwas besser betrachten zu können. Dr. Peter Wölkchen hatte sowas noch nie gesehen. Die grauenvolle Dunkelheit waren Millionen Vögel. Ihm lief es eiskalt den Rücken herunter. Noch während er das Unheil betrachtete, hörte er hinter sich ein grelles Quietschen. Im gleichen Moment Aufprall und im 6 m entfernten Straßengraben bewusstlos liegen blieb.

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Peter Wölkchen lief nun durch hohes Gras, der Wind beugte die Zweige, Wolken hingen tief und in der Ferne flüsterten Tausende Stimmen. Er war barfuß, hatte eine Hose aus groben Soff und ein weites weißes Hemd an. Seine Beine sollten schneller gehen, doch sie bewegten sich nur in Zeitlupe.

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 Das Ziel war eine 30m hoch gewachsene Eiche, die auf wundersame Weise angeleuchtet schien. Er mühte sich weiter durch das hohe Gras in Zeitlupentempo, hörte weiter diese Stimmen, welche sich jetzt wie Klagen anhörten. Der Baum war noch weit, aber Schritt für Schritt ging es voran. Nach unendlich langer Zeit stand er am Fuße des Baumes. Wie versteinert betrachtete er die Eiche und stand bewegungslos vor ihr. Alles drehte sich, ihm wurde schwarz vor Augen, dass es sich in das hohe Gras legen musste. Die Erde war warm und weich. Ein Stampfen und Dröhnen reisen seine Augen auf. Heimdall stand in seiner ganzen Pracht vor ihm. Wölkchen, du bist weder Tod noch am Leben. Asgard hast du nicht genutzt nun will dich Fenri haben. Ich schaue in dein Herz, du bist kein übler Kerl – trotz vieler Ecken und Kanten. Du Menschlein bist hier in der Zwischenwelt und nur ein Durchreisender, aber ich sehe neben dem Übel auch GUTES in Dir. Lebe in der Zwischenwelt. Tu Buse und wandle dich so schreitest du bald durch Asgard, sonst dienst du Fenri.

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Die Zwischenwelt war kein übler Ort. Ein Zauberland für den kurzen Aufenthalt, doch was kommt danach? Gedankenversunken und barfuß lief er weiter. Bin ich Tod, ist das ein Traum? Egal, hätte es schlimmer treffen können. Hier bleibe ich. Heimdall`s Worte explodierten in seinem Kopf, das ist die Zwischenwelt. Wenn Buse und Wandlung unendlich dauern, könnte ich vielleicht bleiben. Der Gedanke hatte sich noch nicht verzogen, da stampfte der Wächter von Fenri Meros laut tosend heran. Die Wolken verdunkelten sich und das eben noch weiche Gras sah verbrannt aus.

Kleines Menschlein du wirst dich nie ändern, deine Seele gehört bald mir.

Wölkchen durchfuhr ein Schreckens-Blitz. Mit Meros wollte er nichts zu tun haben. Der übergenaue Doktor zermarterte sein Oberstübchen, ich brauche eine Bleibe und muss mein Leben ändern. Wo auch immer ich hier bin, ob Tod, im Irrenhaus oder in der Zwischenwelt, Heimdall kommt wieder. Vielleicht ist er aber auch nur das Sicherheitspersonal dieser Anstalt. Egal
So vergingen Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Peter Wölkchen sorgte sich um seine bescheidene selbst gebaute Hütte, um Beete, Blumen, Bäume.

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Sein Leben war einfach.
Heimdall beobachtete jeden seiner Schritte und befand es für gut.

Der Wolf auf dem 20 Euroschein

Wir schreiben das Jahr 2030. Es ist Mittwochmorgen und am Kalender erscheint Februar der 13. Mein Wecker hat mich wieder 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Missmutig schiebe ich das Rollo zur Seite und hoffe auf gutes Wetter. Pech gehabt, nasskalt und eine üble Mischung aus feinem Regen und Schnee wartet auf mich. Ich brenne eine Kerze an und bringe für meinen Wach-Mach-Kaffee den Gaskocher in Gang, denn seit den neuen Umweltgesetzen wird der Strom nur noch zu festgesetzten Zeiten freigegeben. Na ja, man gewöhnt sich daran. Während ich das heiße Startgetränk einnehme, überlege ich, wie mein Hund Otto heute Morgen sein Geschäft verrichten könnte.

In den letzten 10 Jahren hat sich so viel getan, dass man gar nicht mehr hinterher kommt oder gar versteht. Die  Grün Grüne Regierung hat wirklich alles auf den Kopf gestellt. Eigentlich fing doch alles so harmlos an, aber seit dem Die Grünen und die NABU Partei regieren, ist nicht nur der Wolf auf dem 20 Euroschein abgebildet, sondern auch eine neue Gesetzgebung in Kraft getreten. Ich muss ja zugeben, dass ich vieles davon mitgetragen habe, aber dass wir in Deutschland nun über 3000 Wölfe zählen und sogar die Tierzüchter aus Russland ihre vom Abschuss bedrohten Graumäntel zu uns bringen, sprengt ja nun langsam doch unsere Möglichkeiten.

Ich wohne in Kassel, in einem drei Familienhaus, im zweiten Stock und muss jeden Tag überlegen, wo ich mit Otto hingehe, damit er sein Geschäft erledigen kann. Seit Isegrim nach dem EU Gesetz nun auch von unserer Regierung eine zusätzliche Sonderschutzklasse bekommen hat, vermehren sich meine grauen Haare fast stündlich. Die über 3000 schlauen Vierbeiner haben vor einigen Jahren erkannt, dass es in den Städten nicht nur wärmer ist und von den Zweibeinern keine Gefahr droht, sondern auch viele Essensreste angeboten werden. Zudem laufen ihnen die Snacks fast ins Maul.

 Der Wolf auf dem 20 Euroschein /Wölfe wohnen in der Stadt

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Katzen gibt es schon lange nicht mehr und sobald mein Hund nicht direkt neben mir auf dem Fußweg bleibt, geht er in das Eigentum der zahlreichen Stadt- Wolfsfamilien über. Alle Spielplätze wurden abgesperrt, die Parks geschlossen, Polizisten dürfen Wölfe nicht verletzen und nachts sind die Straßen Menschen leer. Etwas nachdenklicher werde ich aber bei den NEWS aus Brandenburg. Da wurden in einer Kleinstadt die ersten Braunbären gesichtet. Wenn man aber diese Neuankömmlinge ganz neutral betrachtet und die Wölfe alle in der Stadt sind, wäre doch auf dem Land wieder Platz. In der Stadt leben alle friedlich Tür an Tür mit dem Wolf und auf dem Land in harmonischer Nachbarschaft mit dem Bär. Ein Traum würde wahr. Da gäbe es noch ein Tier, das mir besonders am Herzen liegt und tatsächlich vom Aussterben bedroht ist, das Nashorn. Rücken wir alle zusammen und schränken uns etwas ein, dann wäre doch an der Elbe zwischen Dresden und Hamburg Platz. Die Schifffahrt müsste zwar umgeleitet werden, was aber kein Problem sein sollte. Dann hätten wir stolze Wölfe in der Stadt, glückliche Bären auf dem Land und wunderschöne Nilpferde in der Elbe.

Was machen wir aber, wenn die sibirischen Tierschutz Kollegen um Asyl für ihre Tiger bitten?

Ein wirklich großer Erfolg ist auch, da es keine Weidetiere mehr gibt, dass die Weideflächen in riesige Wälder umgewandelt werden konnten, das ist toll. Was tierische Nahrungsmittel betrifft, so importieren wir sie ganz einfach aus Russland oder Afrika. Von dort bekommen wir ALLES zu super billigen Preisen und müssen uns beim Einkauf nicht einschränken.

Meine Tasse ist leer, doch für Otto habe ich heute Morgen noch immer keine Lösung gefunden. Ich werde wohl wieder in den Hunde-Sicherheitsbereich gehen müssen und für 20 Euro eine neue Wochenkarte kaufen.

Na ja, man gewöhnt sich daran, aber irgendwie
habe ich mir das anders vorgestellt.

Der Doktor und das liebe Vieh

Es war einmal  ein Doktor, der sein ganzes Leben dem Lieben Vieh gewidmet hatte. Wenn er morgens erwachte, blinzelten bereits die Sonnenstrahlen in sein Schlafzimmer und verkündeten: Guten Morgen Liebe Doktor, heute wird wieder ein wunderbarer Tag. Seine vierbeinigen Patienten standen auf saftigen Weiden, hatten kaum Beschwerden und wenn jemand aus der Gemeinde einen Rat brauchte, war er stets zur Stelle. Doktor Schön lebte mit seiner hübschen Frau in einem traumhaften Fachwerkhaus, das sie mit viel Liebe restauriert hatten und jeder Tag war eine Freude voller Sonnenschein.

Der Doktor saß gerade mit seiner Frau am Frühstückstisch, als plötzlich das Telefon klingelte.

Guten Morgen, hier Doktor Schön. Rosa war am Telefon. Herr Doktor, Herr Doktor sagte sie ganz aufgeregt, ich glaube meine Katze humpelt etwas. Aber Rosa, wie konnte das nur passieren? Ich weißes auch nicht. Heute Morgen habe ich es bemerkt und sie sofort angerufen. Lieber Herr Doktor, bitte helfen sie meiner Katze, ich mache mir solche Sorgen. Liebe Rosa, ich beeile mich, lade alles Notwendige in mein Auto und mache mich sofort auf den Weg. Danke lieber Doktor, ich bin ja so verzweifelt. Keine Sorge Rosa, das schaffen wir schon.

Nachdem Doktor Schön seinen blitzblanken, neuen Wagen beladen hatte, verabschiedete er sich noch von seiner Frau, die ihm mit Liebe belegte Brote mit auf dem Weg gab. Dann machte er sich auf zu seinem Notfall. Die Sonne stand schon hoch, das Wetter war traumhaft und im Radio lief gerade: What a Wonderful World.

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Plötzlich sah er am Straßenrand einen toten Igel liegen. Doktor Schön machte eine Notbremsung und setzte mit seinem Wagen eilig zurück. Der Igel sah aus wie Rudolph vom Sonnenhof. Marlis, Anna und Paul haben schon zweimal in der Praxis angerufen, da Rudolf seit zwei Tagen nicht mehr zu seinem Futterteller gekommen ist. Doktor schön stieg aus. Es war tatsächlich Rudolph. Ach wie schrecklich, nun konnte er nur noch versuchen, diese Nachricht auf dem Sonnenhof mit größter Vorsicht zu verkünden. Doktor Schön öffnete in seinem Auto eine kunstvoll gefertigte Kiste, die mit weichem blauem Stoff ausgelegt war und legte Rudolph vorsichtig hinein.

Wer tut denn sowas? Aus unserem Tal kann das niemand gewesen sein – dachte Doktor Schön. Polizei Oberinspektor Mopps sollte sich dieser Angelegenheit annehmen und wenn nötig in jedem unserer Hotels Nachforschungen anstellen. Doch jetzt musste er eiligst zu Rosa, denn es könnte sein, dass ihre Katze humpelt. Gesagt getan und weiter ging die Reise auf den nach frischem Grün duftenden Landstraßen.  Die Sonne lachte durch die Zweige und verbreitete ein wohliges Gefühl, so dass er das schreckliche Erlebnis am Straßenrand für einen Augenblick vergessen konnte. Als der Doktor vor dem prächtigen Landhaus ankam, stand Rosa schon davor und hielt nach dem Retter Ausschau. Endlich sind sie da Herr Doktor, ich habe meine Katze ganz genau beobachtet und es schon wieder gesehen, sie humpelt. Rosa, mach dir keine Sorgen, ich habe ALLES für eine umfassende Behandlung dabei, so dass wir Carlo ganz bestimmt helfen können.

Wie gut, dass wir sie haben, Herr Doktor Schön.

Der Retter in der Not entlud sein Auto und richtete in Rosas Kaminzimmer ein komplettes Behandlungszimmer ein. Nach einer halben Stunde war es dann soweit, die Rettung von Carlo konnte

beginnen. Doch bevor es an die harte Arbeit ging, reichte Rosa zur Stärkung eine Tasse Tee. Doktor Schön konnte noch etwas verschnaufen, um dann frisch gestärkt seine Behandlung zu beginnen. Nach unendlichen 40 Minuten war es dann soweit, das Bein von Carlo war fixiert. Rosa war überglücklich, dass es Doktor Schön wieder geschafft hatte, ein Tier zu retten.

Wie kann ich Ihnen nur danken, Herr Doktor?

Sie machen mich und meinen Kater Carlo überglücklich. Aber liebe Rosa, das ist mein Beruf und ganz nebenbei angemerkt, macht es auch mich glücklich, wenn ich helfen kann. Carlo braucht jetzt absolute Ruhe. Kein wildes Herumspringen, kein Ausgang und zur Unterstützung lasse ich Ihnen diese Medikamente hier. Das wird schon wieder, sagte Doktor Schön und fing an, seine Gerätschaften wieder abzubauen. So, alles war verstaut, Kater Carlo gerettet und Rosa überglücklich   – wieder ein erfolgreicher Tag.

Noch bevor er aber in sein Auto einsteigen konnte, kam Rosa mit eiligen Schritten zu ihm. Herr Doktor, wussten sie schon, dass der Brendel Hof verkauft wurde?! Schon vor einer ganzen Weile. Na ja,  er stand ja auch schon lange leer. Wer hat ihn gekauft? Ein Unternehmer aus Nord-Deutschland, der dort wohl eine große Nummer in der Tier-Mast ist.

Bei uns eine Großmastanlage?

Ich dachte diese Anlagen gibt es bei uns gar nicht mehr. Das glaube ich erst wenn ich sie sehe. Unvorstellbar! Und überhaupt, wieso weiß ich noch nichts davon? Nein, das kann nicht sein! Ganz  aufgeregt und ohne weitere Verabschiedung sprang Doktor Schön in seinen frisch geputzten Wagen und trat das Gaspedal voll durch, denn so einer unglaublichen Neuigkeit wollte er sofort auf den Grund gehen.

Nei, nein und nochmals nein, das kann nicht sein!

Sein geliebtes Weißwasser-Tal hat dunkle Flecken bekommen und auf dem Weg zur vermeintlichen neuen Mastanlage vielen ihm zum ersten Mal auch Hinweisschilder zu diesem Störenfried auf. Schon als er zum Brendel Hof einbog, konnte er zahllose LKWs sehen. Ihm stockte der Atem, um Himmelswillen, was ist denn hier los?

Er machte eine Vollbremsung, warf die Tür auf, sprang aus dem Auto und rannte zum ersten Tor. Doch als er auch das aufstieß, sah er etwas, das er nie erwartet hätte. Keine Mast-Hähnchen-Anlage oder unzählige Schweine-Boxen, sondern viel Schlimmeres  -eine illegale Schlachtanlage. Doktor Schön brach innerlich zusammen und ging wie unter Betäubung in die Hallen hinein. Ein unfassbar großer Abgrund tat sich vor ihm auf, es stank fürchterlich und von dem was er erkennen konnte, war dieser Abgrund unfassbar groß.

Doktor Schön spürte, wie Übelkeit und Würgereiz in ihm hoch krochen. Er ging weiter und stand plötzlich in einer dunkelroten glitschigen Masse, die fest an seinen Schuhen haften blieb. Sofort wolle er sie panisch abschütteln, doch was er auch versuchte, das dunkle Etwas hatte sich bereits tief hinein gefressen. Plötzlich rutschte er auf der schleimigen Masse aus und landete mit seinem Gesicht in dem klebrigen Sud.

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Doktor Schön wurde übel und noch vor dem Aufstehen musste er sich übergeben. Nun war er ein Teil dieser Hölle, besudelt mit Blut, Schleim und Erbrochenem.

Nur mühsam kam er wieder auf die Beine, doch er hatte nicht nur kurzzeitig die Orientierung verloren, sondern empfand vor allem Ekel vor sich selbst. Doktor Schön wankte weiter. In der nächsten Halle lagen Berge von Pferden, die anscheinend weiterverarbeitet werden sollten. Doktor schön musste wieder erbrechen, aber es kamen nur noch grüne Magenreste. Um Himmels willen, wo bin ich nur hingeraten, ist das hier vielleicht tatsächlich der Vorhof zur Hölle?  Er ging weiter. Schon von weitem sah er Berge von Köpfen, Schaf-Köpfen. Plötzlich fing sich alles um ihn herum an zu drehen und aus dem Berg mit Köpfen strahlte ein Licht.

Doktor Schön, Doktor Schön, um Gottes willen Doktor Schön, was ist mit ihnen… ? Wachen sie doch wieder auf. Rosa schlug den Doktor verzweifelt rechts und links auf die Wangen. Nichts passierte. Und noch einmal, nur diesmal schlug sie viel fester. Doktor Schön kam wieder langsam zu sich und saß noch immer in seinem Auto vor Rosas Haus. Rosas schreckliche Neuigkeit hatte ihn überfordert.

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Der Doktor und das liebe Vieh im Weißwasser-Thal, eine selbst gewählte Fantasiewelt, in die auch wir gerne flüchten, weil die Wirklichkeit sonst unser unbeschwertes, selbst erdachtes Paradies stört.

Achtung Lebende Tiere – Was für eine Heuchelei.

Es ist 8.30 Uhr am Sonntagmorgen. Ich habe heute etwas länger geschlafen als sonst, aber nun bin ich auf dem Weg zu meinen Schafen. Die Hunde, hinten im Auto, sind voller Tatendrang und ich gehe im Kopf schon mal den Plan für den Tag durch. Im Radio läuft gerade ein Titel von Michael Jackson, als vor mir ein großer Lastzug auftaucht. Ich komme näher und erkenne einen Schriftzug:

Achtung, lebende Tiere.

Ich lebe auf dem Land und solche Transporter habe ich schon oft gesehen, aber heute Morgen durchfährt mich dabei ein Schock und ein Gedanke trifft mich wie ein Blitz: „Wie mögen sich die Tiere wohl  fühlen?“ Dann kommt mir sofort ein zweiter Gedanke und ich stelle mir die Frage:  „Was ist denn heute anders?“ An diesem Sonntagmorgen irritieren mich meine eigenen Fragen. In meinem Kopf muss über Nacht ein Schalter umgelegt worden sein, denn die zur Schlachtung transportierten Tiere bereiten mir fast Schmerzen. Ich habe das Gefühl, als könne ich ihre Verzweiflung spüren.

„Verzweifelte Tiere“? Das würde ja bedeuten, dass diese vierbeinigen Tiergefährten viel mehr wahrnehmen und erfassen, als ich mir jemals gedacht habe. Ehrlich gesagt, kann ich die Gedanken und Gefühle für mich in diesem Moment nicht einordnen. Natürlich bin ich sehr naturverbunden und selbstverständlich spielen Tiere in meinem Leben eine sehr große Rolle, aber ein so überwältigendes Gefühl beim Anblick eines Tiertransporters?! Ich bin verwirrt.

Tiertransporter zum Schlachthof - Nach der Massentierhaltung fast eine „Erlösung“

Tiertransporter zum Schlachthof – Nach der Massentierhaltung fast eine „Erlösung“

Fast wie ein Blitz durchzucken mich Bilder von üblen Massentierhaltungen und diese Bilder machen diesen Moment nicht leichter. Ist es tatsächlich möglich, dass viele Menschen dieses Elend nicht im Geringsten kümmert? Hat ein Großteil der Bevölkerung ihre ethischen Werte für Euros verkauft? Lassen sie für Geld wirklich alles zu? Vermutlich lautet die Antwort: „Ja.“

Eine kleine Hoffnung bleibt, damit die Menschheit und die Menschlichkeit nicht völlig im Erfolgs- und Gewinnmaximierungswahn untergehen. Wir müssen unsere Hoffnung in die Träumer und die Idealisten setzen, die uns Rettung bringen können. Sie können das Licht am Ende des Tunnels sein, denn was bleibt schon übrig, wenn bei einem Gewinnmaximierer der Gewinn ausbleibt? Nichts! Den Idealisten bleibt alles, oder sagen wir lieber fast alles. Egal, ob Schafzüchter, wie ich es einer bin, der seine komplette Freizeit investiert, um eine kleine Herde von 120 Scottish Blackface zu halten, oder Jung-Landwirte, die Freiland -Schweine züchten.

Der Lastzug  „Achtung, lebende Tiere“  – er fährt noch immer vor mir.

Soll ich das Fahrzeug stoppen und die Tiere befreien? Ich bin mir sicher, dass das nicht einer meiner besten Einfälle wäre, aber was kann ich sonst tun? Dass wir alle kein Fleisch mehr essen, wäre z. B. eine logische Konsequenz, um Tierleid zu verhindern.

Hilft aber den zu transportierenden Tieren leider nicht wirklich.

Eine von vielen Möglichkeiten, die gar nicht so schwierig ist, wäre: Konsequente, artgerechte Freilandhaltung, bei der es Freude macht, dass treiben zu beobachten.

Konsequente, artgerechte Freilandhaltung   www.Schaf-Land.de

Konsequente, artgerechte Freilandhaltung www.Schaf-Land.de

Einige kennen solche Bilder gar nicht mehr.

Konsequente, artgerechte Freilandhaltung

Konsequente, artgerechte Freilandhaltung

Als ich vor den Weiden der Freiland-Schweine stand, kam in mir ein Glücksgefühl auf, denn so ausgelassen wirkende Schweine hatte ich bis dahin noch nie gesehen. Natürlich wird das Fleisch bei einer solchen Haltung teurer. Aber was wäre bei steigender Bevölkerungszahl sonst die Alternative?
Vermutlich noch intensivere „Fleisch-Fabriken“ und das möchte ich nicht.

Achtung, lebende Tiere – Was für eine Heuchelei.

Tiertransporter zum Schlachthof - Nach der Massentierhaltung fast eine „Erlösung“

Tiertransporter zum Schlachthof – Nach der Massentierhaltung fast eine „Erlösung“

 

Schein oder Sein

Wir leben in einer schnellen, hektischen Welt, in der alles jetzt und sofort passieren muss. Dabei schauen wir auch gern mal NICHT hinter die Kulissen, sondern begnügen uns mit dem Schein.

Ein Beispiel: Fragen wir uns ernsthaft, wie es möglich ist, dass uns die bunte Werbung T-Shirts für 3,99 € verspricht? Nur drei Sekunden Gehirn-Aktivität und wir würden bei der Beantwortung dieser Frage in eine mittelschwere Krise stürzen. Da leben wir lieber weiterhin in unserer Schein-Welt. Wir leben in ihr, weil sie doch so wunderbar bequem und einfach ist.

Gruselige Scherzverpackung. Spiele-Wurst

Gruselige Scherzverpackung. Spiele-Wurst

Gruselige Scherzverpackung. Spiele-Wurst

Ich frage mich auch, weshalb es kaum jemanden interessiert, dass hinter den hübschen Bildchen auf der abgepackten Wurst für 79 Cent millionenfaches Elend steckt. Wollen wir diese schrecklichen Bilder aus den Tierfabriken überhaupt sehen? Nein, denn mit einem netten Bildchen auf der Verpackung schmeckt die Wurst besser und lässt sich auch besser verkaufen.

Kürzlich fragte mich jemand:  „Bist du ein Grüner?“ Als ob die Grünen das Tierwohl für sich gepachtet hätten. Und nein, ich bin parteilos. Nur mal nebenbei angemerkt: Hätten die Grünen einen guten Job gemacht, wären wir heute nicht Weltmeister in der Massentierhaltung. Meine Einstellung, die zugegeben nicht immer mit dem aktuellen Zeitgeist konform geht,  habe ich meinem gesunden Menschenverstand zu verdanken.

Kürzlich bestätigte sich beim Besuch einer gut funktionierenden Thüringer Groß-Schäferei, dass respektvoller Umgang mit Tieren keine Theorie sein muss. Selbst die Hundezwinger gefielen mir, obwohl ich kein Anhänger von Außenzwingern bin. In diesem Unternehmen herrschte nicht der Schein oder eine Wunsch-Welt vor, sondern ein respektvoller Pragmatismus, gepaart mit Erfahrung und Begeisterung. Wunderbar.

Auch wenn unsere selbstgebastelte Schein-Welt bequem zu sein erscheint, in den 200.000 Jahren Menschheitsgeschichte hat sie noch nie funktioniert.

 

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Meine täglichen Erlebnisse rauschen wie ein Schnellzug in voller Fahrt an mir vorbei und ich komme gar nicht dazu, all das Erlebte festzuhalten. Das Erleben, das Machen und das Aktiv sein sind ja aber auch nur eine Seite meines Lebens, worum es mir noch geht, nämlich das Schreiben, ist eine ganz andere.

Eigentlich sollte mein Erstlingswerk „Tiergefährten“ bereits im Sommer auf dem Markt sein, aber bei der Abschlussbesprechung in Berlin flogen mir nicht nur die Kritikpunkte meines Lektors um die Ohren, sondern auch die von einer guten Freundin, die der schreibenden Kunst mächtig ist. Das Schreiben und Veröffentlichen eines Buches hatte ich mir bis dahin ganz anders vorgestellt.

Bucherscheinung 2017 - Tiergefährten -

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Aber da jede Krise auch ein produktiver Prozess ist, sollte ich froh sein, dass ich so kompetente Freunde an meiner Seite habe. Deshalb ist des vermeintlich fertige Buch nun wieder für eine neue Überarbeitung freigegeben. Nein, ich bin nicht deprimiert, vielleicht ein bisschen enttäuscht. Mit meinem Erstlingswerk male ich mir natürlich keine Chancen auf den Pulitzer Preis aus, der mir sowieso egal ist, aber ich möchte unbedingt, dass der Schnellzug meines Lebens einen Moment anhält, Ihr eine Strecke mit mir reisen könnt und ich Euch dabei meine Geschichten über die Tiere und Mutter Natur lebendig und fesselnd erzählen kann.

Mutter Natur? Mit diesem Namen sollte ich mich auch mal näher beschäftigen..

Auch wenn ich dachte, wir hätten alle Arbeiten abgeschlossen, haben sich nun alle Beteiligten wieder in die Arbeit gestürzt und aus dem Sommer-Buch wird wohl eher ein Herbst-Buch 2017.

Ganz mit den Worten des genialen Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende“. Ihr dürft also weiter gespannt sein und ich informiere Euch über Neuigkeiten.

 

Herzliche Grüße aus dem schönen Nienburg
H.P.Schaarschmidt

 

Ich glaube, ich bin verrückt geworden oder einfach nur ein Tierfreund?

Auch wenn jetzt einige zustimmend nicken (zumindest zum 1.Teil meiner Überschrift), so möchte ich dem Rest kurz von meinen Gefühlen berichten. Alle Tierfreunde wissen, wie sehr einem diese kleinen Biester ans Herz wachsen können. Meine Tiere haben nicht nur einen festen Platz in meinem Leben, sondern gehören mit zur Familie. Aus beruflichen Gründen habe ich für meine Lieblinge im Moment relativ wenig Zeit und irgendwie fehlt das. Was aber machen, wenn man den 120 Schafen und den Hunden die Mäuler zu stopfen hat? Meine Hunde und ich gingen an einem späten Nachmittag zu den Schafen und kontrollierten alle drei Standorte. Als wir auf der letzten Weide, auf der eine meiner drei Photovoltaikanlagen steht, angekommen waren, tollten wir herum und verbrachten dort etwas freie Zeit, denn bei den Damen war alles in Ordnung. In diesem Moment war ich sehr glücklich und meine Hunde genossen es auch.

Abby & May    www.schaf-land.de    H.P.Schaarschmidt

Abby & May www.schaf-land.de H.P.Schaarschmidt

Plötzlich schoss es mir wie ein Blitz durch den Kopf: Irgendwann werden sich unsere Wege schmerzlich trennen. Ich fühlte einen Schmerz, den ich mir niemals so überwältigend vorgestellt hatte. Bin ich jetzt verrückt geworden? Vermenschliche ich meine Tiere? Ich bin der Meinung, dass ich alles für meine vierbeinigen Gefährten tue, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wieso kann mich ein Trennungsschmerz überwältigen, den es noch gar nicht geben kann?

Vielleicht bin ich ja verrückt geworden.

Das führte mich aber sofort zu der Frage: „Was bedeutet der unfachmännische Begriff  „verrückt“?“
Bedeutet es vielleicht auch, in seiner eigenen Welt zu leben und eine ganz eigene Sicht auf die Dinge da draußen zu haben? Eine interessante Frage. Wir Tierfreunde werden von manchen Zweibeinern hin und wieder sehr kritisch betrachtet und ich bin mir sicher, dass einige uns zumindest für seltsam halten. Ich hingegen halte es für mehr als nur eigenartig, wenn man, als extremes Gegenbeispiel, Tiere generell ablehnt oder die störende Katze des Nachbarn fangen will, um sie in der Regentonne zu ertränken.

Wer ist da nun wirklich verrückt?

Diejenigen, die sich mit Tieren und dem Kreislauf der Natur eng verbunden fühlen, oder die anderen, die Tiere als lästiges Beiwerk betrachten? Fragen über Fragen. Das sind Themen, die uns mehr prägen als wir im Allgemeinen annehmen und es sagt zudem auch eine ganze Menge über unsere Persönlichkeit aus. Natürlich ist es auch falsch, 20 Katzen in einer Wohnung zu halten und der Meinung zu sein, das sei Tierliebe. Oder seine 6 Hunde jede Nacht im Bett schlafen zu lassen.  Diese Beispiele zeigen eine extrem andere Einstellung zu Tieren, sind aber ebenso „verrückt“. Warum? Weil dies weder gut ist für Tiere, noch eine artgerechte Haltung unserer vierbeinigen Mitbewohner darstellt.

Ein von mir sehr geschätzter Border Collie-Züchter und Ausbilder verbrachte vor einigen Jahren seinen Urlaub in England und besuchte natürlich auch viele Veranstaltungen, Verkaufs-Events von Border Collies und Trials. Einer der vorgeführten Junghunde zeigte sich an diesem Tag nicht von seiner besten Seite. Der Ausbilder aber sah mehr in ihm. Er kontaktierte den Besitzer, verhandelte und nahm diesen Hund als neuen Kollegen mit nach Deutschland. In den kommenden Jahren schenkte er ihm Zuwendung, artgerechte Ausbildung und ein gutes Zuhause. Die zwei wuchsen zusammen und machten in der Ausbildung große Fortschritte. Das wurde nach einer langen Trainingszeit mit dem Titel „Deutscher Meister“ ausgezeichnet. Die beiden hatten es doch tatsächlich geschafft, das beste Team Deutschlands zu werden. Toll!

Kurz nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit nahm  das Leben dieses Traum-Teams eine überraschende Wendung. Der Vierbeiner erkrankte Krebs. Eine Tumorerkrankung von der Sorte, die schnell, effektiv und bösartig vorgeht …und meistens gewinnt. Da der Zweibeiner Tierarzt war, wusste er nach zahlreichen Untersuchungen, was auf seinen vierbeinigen Kollegen und auf ihn selbst zukommen würde. Er musste seinen Gefährten einschläfern.  Was mag in einen wirklichen Tierfreund vorgehen, wenn er seinen talentiertesten Begleiter selbst einschläfern muss? Diese Ereignisse müssen ihn schwer erschüttert haben. Unvorstellbar.

Können Nicht-Tierfreunde solch tiefe Erschütterungen verstehen? Ich glaube nicht. Deren Bemerkung wäre wahrscheinlich: „Es war doch nur ein Hund.“ Hunde und viele andere Tiere sind intelligente, sensible Wesen, die unseren Respekt verdienen und keine Verachtung als „niedrige Wesen“.

h.p.schaarschmidt

Der kleine Haus-Tiger / Foto Steffen Reute

Derjenige, der Nachbars Katzen ertränkt, brüstete sich noch, dass man sie, wenn sie zu zappeln aufgehört haben, noch weitere dreißig Sekunden unter Wasser halten muss, damit sie auch wirklich tot sind. Auch das sind unsere Mitmenschen: grausam, rücksichtslos und dumm.

Falls wir Tierfreunde also mal wieder einmal als seltsam oder gar verrückt bezeichnet werden, so können wir allen Kritikern entgegentreten und unsere Einstellung voller Stolz verkünden: Die Natur ist kein Streichelzoo, aber wir sind ein Teil des Kreislaufs und voller Respekt vor jeglichem Leben. Meine Freundin ist auch eine echte Tierfreundin, deshalb muss ich mit ihr auch noch mal über Spinnen reden…

Bin ich also verrückt, dass ich mehr als nur erschrocken bin, wenn ich an die bevorstehende Trennung von meinen vierbeinigen Freunden denke?

NEIN, denn sie sind ein Teil meines Lebens und das gut so.

 

Der Geisterhund

Man sagt „er ist bösartig und tötet jeden“. Einige behaupten sogar „er habe übernatürliche Kräfte“. Niemand hat ihn so richtig aus der Nähe gesehen, nur ein Landwirt, zwei Kinder und drei Radwanderer, die sich verfahren hatten. Ein großer schwarzer Hund, der in den riesigen Sandabbaugebieten und Kiesgruben umherstreift. Am Tag kann man ihn nicht sehen, oder nur ganz selten, aber in der Dunkelheit gehören alle Kiesgruben ihm. Denn niemand traut sich zu später Stunde zwischen die Sandberge. In der Nachtschicht schallen quietschende Förderbänder weit über die Ebene und verbreiten eine fast schon mystische Atmosphäre.

Der Geisterhund Ⓒ Steffen Reuter

Der Geisterhund Ⓒ Steffen Reuter

Der „Geisterhund“ – eine einsame „Bestie“

Soweit die „Legende oder besser gesagt der „Volksmund“. Nun ist dies aber keine Erzählung aus Grimms Märchen, tatsächlich vor drei Jahren, ca. 10 Kilometer von mir in den Stolzenauer Kiesgruben passiert. Arbeiter wollten ihn fangen, Jäger erschießen und besorgte Tierschützer adoptieren – doch keiner hatte „Glück“, denn er war einfach zu schlau. Dieser Pfiffikus kannte sich in dem großen Abraumgebiet aus und kam anscheinend gut zurecht. Er war so menschenscheu, dass man vermuten könnte, dieser „arme“ Hund hat wohl schlecht Erfahrungen gemacht.
Soviel zu dem „bösartigen“ Geisterhund.
War dieser Hund wirklich ein „Aussätziger“, den man nur bedauern konnte? Ich für meinen Teil, vermute, er hatte die schönste Zeit seines Lebens – von gelegentlichen Futterengpässen mal abgesehen. Nur eine Hündin hätte sein Leben noch bereichern können. Dieser „vogelfreie“ Vierbeiner war für kurze Zeit ein nicht fassbarer Teil der Natur und das machte uns Menschen Angst. Wir Zweibeiner konnten ihn noch nicht einmal sehen. Denn er mied unsere Nähe wie der Schneemann das Feuer. (…ich weiß, der Vergleich „hinkt“ etwas)
Genauso entstehen Geschichten und Märchen. Aus einem vermutlich entlaufenen Vierbeiner wird „Der Geisterhund“ und aus unerklärlichen Todesfällen ein “Geisterhaus“. So sind wir eben, Angst vor dem Unbekannten und bei eigenen „Erklärungen“ sehr erfindungsreich. Manche sehen sogar um Mitternacht 30 weiße Schafe, wow „gruselig“. Waren das auch „Geister Schafe“? Falls also auch ihr weiße „Geister Schafe“ seht, wendet euch vertrauensvoll an mich, denn es waren bestimmt meine Scottish Blackface auf Entdecker Tour.
Eine Freundin aus Dortmund, die sich im Tierschutz engagiert, hatte schon den wunderlichen Gedanken: „wir fahren in die Sandgruben, locken den Hund mit Futter an, fangen ihn ein und ich nehme ihn mit nach Hause“. Über diesen Vorschlag könnt ihr sehr gern nachdenken und ich bin auf eure Antworten gespannt.

Ist dieser Vorschlag nun GUT oder SCHLECHT?

Es gibt aber auch „Geisterhunde“ eines ganz anderen Schlages. Hunde die so ausgemergelt aussehen – fast „gruselig“. Vor zwei Wochen fuhr ich auf einer Bundesstraße in Landesbergen Richtung Nienburg und mitten im Ort stockte der Verkehr. Ein ziemlich großer Hund lief ziellos über die Straße. Blieb stehen, bewegte sich und machte einen leicht verwirrten Eindruck. Alle Autofahrer hielten Abstand, fuhren langsam vorbei oder hielten an, auch die 40 tonner Lkw`s. Ein Verkehrs Chaos. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bist dieser Vierbeiner unter die Räder kommt. „Eigentlich“ hatte ich in 10 Minuten einen Termin, aber kann man da einfach weiterfahren? ich in diesem Fall nicht. So fuhr ich also rechts raus, stellte mein Auto ab und machte mich ans Werk. Meine erste Aktion, die komplette Bundesstraße zum Stillstand zu bringen. Das ging ja leicht und das für mich als Zivilist, ohne Kelle und Uniform. Als nächstes nahm ich den Hund in Augenschein, ob er aggressiv ist und in welchen Zustand sich dieser verwirrte Kammrad befindet. Es stand eine ausgemergelte Hündin vor mir, die nicht nur einen leicht verwirrten Eindruck machte, sondern auch ein Gesäuge hatte, dass fast bis auf die Erde hing. Ein Paradebeispiel für Missbrauch als „Gebermaschine“.
Ein erschreckendes Bild, auch das war ein „Geisterhund“, denn er war nur noch ein „Schatten“.

Nachdem ich diese bedauernswerte Kreatur von der Straße gebracht hatte, rief ich die Polizei. Die netten uniformierten Polizisten schüttelten auch nur den Kopf, aber nun erhielt das Ganze was Offizielles. Sie stellen sich doch tatsächlich mit Blaulicht an den Straßenrand und fahndeten nach dem Halter. Zu meiner Überraschung kannten sie den „Züchter“, denn seine Hundehaltung (er hatte noch zwei weitere) war bereits mehrfach aufgefallen.

Das „zu Hause“ der Hunde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das „zu Hause“ der Hunde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das „zu Hause“ der Hunde, ein „Müll-Haus“

Die Gesetzeshüter übernahmen die Verkehrsregelung, sicherten den Hund und warteten auf eine Antwort zum Halter aus ihrer Leitstelle. Bei der Verabschiedung fragte ich: „was wird aus diesem „Geisterhund“? er sieht ja gruselig aus“. „Wir schreiben einen Bericht, der Halter bekommt vielleicht eine Anzeige und es geht eine Meldung an die zuständige Behörde“. Das ist mir eindeutig zu wenig. Aber das ist nicht die Schuld der zwei freundlichen Beamten, sondern der entsetzlich laschen Gesetzeslage.

Doch bleibt die Frage: Was ist damals aus dem „Geisterhund“ in den Sandgruben geworden?
Niemand hat ihn jemals wieder gesehen.

Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein unter Tränen

Das macht mich so richtig sauer und geht alle Schafhalter an. Ganz besonders geht es aber auch stellvertretend allen Berufsschäfern an den „Kragen“. Wenn schon solche hoch qualifizierten und umtriebigen Schäfereien sterben, ist es für die letzten verbliebenen Betriebe auch nur noch eine Frage der Zeit.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Gestern erhielt ich eine E-Mail, mit der ganzen Wahrheit über die Arbeit und dem Desaster der von mir so sehr geschätzten Schäfermeisterin und studiertem Biologin Kerstin Doppelstein: Vor drei Tagen sprach Kerstin vor Hunderten von Zuhörern an einem ganz besonderen Ort in Großenhain, wo sie selbst zur Schäfermeisterin ausgebildet wurde  – ihrem Traumberuf. Neben Kollegen saßen auch hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und der Staatssekretär im Publikum. Als sie am Rednerpult das Wort ergriff, war es beängstigend still und nachdem die gestandene Schäfermeisterin ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, begann ein tosender Beifall. Das war vor vier Tagen.

Begonnen hat Kerstin Doppelstein mit 28 Tieren und 1,5 Hektar. Sie baute ihren Betrieb in den vergangenen Jahren auf über 600 Muttertieren und  300 Hektar Landschaftspflege aus. Als ich das letzte mal mit ihr gearbeitet habe, hatten wir über 1.000 Tiere zu betreuen und die Arbeit schien kein Ende zu nehmen. Obwohl sie häufig nur vier Stunden schläft, ständig arbeitet, zehrten einige zusätzliche Probleme ganz besonders an ihrer Substanz. So ist ihr unverständlich, weshalb eine EU-Förderrichtlinie zu Weideland und Dauergrün so ausgelegt wird, dass sie die dazugehörige Betriebsprämie nur für einen Teil ihrer Flächen erhält. Obwohl sie alle auf die gleiche Art und Weise mit Schafen beweidet.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Zu all dem nehmen die Behörden zu viel Rücksicht auf Beschwerden von Personen, die alles habe, nur leider kein Schaf-Wissen. Etliche irrwitzige Gespräche mit dem  verantwortlichen Amt haben deshalb schon Unmengen an Zeit verschlungen. Zum Beispiel klang das so: „Frau Doppelstein, ein aufmerksamer Bürger ist der Meinung, er kann spüren, dass es Ihren Schafen nicht gut geht. Er erkennt es daran, dass sie so traurig gucken. Ich halte davon auch nicht viel, aber wir müssen dem nachgehen. Könnten Sie bitte irgendetwas tun, damit Ihre Schafe fröhlicher gucken?“

Wortwörtlich und tatsächlich genau so passiert.

Was sich wie ein Witz anhört, behindere die Arbeit immer massiver. 2013 erhielt Kerstin den Umweltpreis für ihr Projekt „Hutewald am Cospudener See“. Durch den Einsatz ihrer Bio-„Rasenmäher“ – darunter 20 Yaks – entsteht auf früherem Tagebaugebiet eine Landschaft, in der bereits wieder der Kuckuck oder der sehr seltene Wendehals ihren Nachwuchs aufziehen.

Weitere „aufmerksamer Bürger“ haben beim Landwirtschaftsministerium angezeigt, dass für 300 Coburger Fuchsschafe, die den letzten Winter nahe des BMW-Werks verbringen sollten, ein Witterungsschutz fehle. Die Behörden-Maschine setzte sich in Gang. Eine Kontrolle vor Ort ergab: Nichts zu bemängeln, alles in Ordnung. Dennoch wurde der Schäferin geraten, bei der nächsten Anzeige mit den Tieren besser in einen Stall zu wechseln. Kerstin wollte die Herde daher vorsichtshalber auf Weideflächen im Stöhnaer Becken umsetzen. Dort verlangte das zuständige Amt des Landkreises einen ganzjährigen Witterungsschutz. Dabei würde der Bau solcher Anlagen in dem Naturschutzgebiet, wo Kraniche brüten, vom Umweltamt niemals erlaubt. Und wäre nach ihrer Überzeugung auch für die Tiere nicht gut.

Soviel zum Thema Unterstützung und realitätsferner Auflagen.

Diese fast film-reifen Erlebnisse mit den Behörden brachten irgendwann selbst eine Kerstin Doppelstein an ihre Grenzen und macht mich so richtig sauer, denn wenn eine „hart gesottene „ Schäfermeisterin vor Hunderten Zuhörern in Tränen ausbricht, ist das nicht hinzunehmen.

Wenn ihr Kerstin Doppelstein unterstützen möchtet, so sendet bitte ein Mail an die Stadtverwaltung Leipzig und bekundet eure Unterstützung für die letzte Leipziger Schäfermeisterin, Kerstin Doppelstein.