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Der Wolf auf dem 20 Euroschein

Wir schreiben das Jahr 2030. Es ist Mittwochmorgen und am Kalender erscheint Februar der 13. Mein Wecker hat mich wieder 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Missmutig schiebe ich das Rollo zur Seite und hoffe auf gutes Wetter. Pech gehabt, nasskalt und eine üble Mischung aus feinem Regen und Schnee wartet auf mich. Ich brenne eine Kerze an und bringe für meinen Wach-Mach-Kaffee den Gaskocher in Gang, denn seit den neuen Umweltgesetzen wird der Strom nur noch zu festgesetzten Zeiten freigegeben. Na ja, man gewöhnt sich daran. Während ich das heiße Startgetränk einnehme, überlege ich, wie mein Hund Otto heute Morgen sein Geschäft verrichten könnte.

In den letzten 10 Jahren hat sich so viel getan, dass man gar nicht mehr hinterher kommt oder gar versteht. Die  Grün Grüne Regierung hat wirklich alles auf den Kopf gestellt. Eigentlich fing doch alles so harmlos an, aber seit dem Die Grünen und die NABU Partei regieren, ist nicht nur der Wolf auf dem 20 Euroschein abgebildet, sondern auch eine neue Gesetzgebung in Kraft getreten. Ich muss ja zugeben, dass ich vieles davon mitgetragen habe, aber dass wir in Deutschland nun über 3000 Wölfe zählen und sogar die Tierzüchter aus Russland ihre vom Abschuss bedrohten Graumäntel zu uns bringen, sprengt ja nun langsam doch unsere Möglichkeiten.

Ich wohne in Kassel, in einem drei Familienhaus, im zweiten Stock und muss jeden Tag überlegen, wo ich mit Otto hingehe, damit er sein Geschäft erledigen kann. Seit Isegrim nach dem EU Gesetz nun auch von unserer Regierung eine zusätzliche Sonderschutzklasse bekommen hat, vermehren sich meine grauen Haare fast stündlich. Die über 3000 schlauen Vierbeiner haben vor einigen Jahren erkannt, dass es in den Städten nicht nur wärmer ist und von den Zweibeinern keine Gefahr droht, sondern auch viele Essensreste angeboten werden. Zudem laufen ihnen die Snacks fast ins Maul.

 Der Wolf auf dem 20 Euroschein /Wölfe wohnen in der Stadt

Der Wolf auf dem 20 Euroschein /Wölfe wohnen in der Stadt

Katzen gibt es schon lange nicht mehr und sobald mein Hund nicht direkt neben mir auf dem Fußweg bleibt, geht er in das Eigentum der zahlreichen Stadt- Wolfsfamilien über. Alle Spielplätze wurden abgesperrt, die Parks geschlossen, Polizisten dürfen Wölfe nicht verletzen und nachts sind die Straßen Menschen leer. Etwas nachdenklicher werde ich aber bei den NEWS aus Brandenburg. Da wurden in einer Kleinstadt die ersten Braunbären gesichtet. Wenn man aber diese Neuankömmlinge ganz neutral betrachtet und die Wölfe alle in der Stadt sind, wäre doch auf dem Land wieder Platz. In der Stadt leben alle friedlich Tür an Tür mit dem Wolf und auf dem Land in harmonischer Nachbarschaft mit dem Bär. Ein Traum würde wahr. Da gäbe es noch ein Tier, das mir besonders am Herzen liegt und tatsächlich vom Aussterben bedroht ist, das Nashorn. Rücken wir alle zusammen und schränken uns etwas ein, dann wäre doch an der Elbe zwischen Dresden und Hamburg Platz. Die Schifffahrt müsste zwar umgeleitet werden, was aber kein Problem sein sollte. Dann hätten wir stolze Wölfe in der Stadt, glückliche Bären auf dem Land und wunderschöne Nilpferde in der Elbe.

Was machen wir aber, wenn die sibirischen Tierschutz Kollegen um Asyl für ihre Tiger bitten?

Ein wirklich großer Erfolg ist auch, da es keine Weidetiere mehr gibt, dass die Weideflächen in riesige Wälder umgewandelt werden konnten, das ist toll. Was tierische Nahrungsmittel betrifft, so importieren wir sie ganz einfach aus Russland oder Afrika. Von dort bekommen wir ALLES zu super billigen Preisen und müssen uns beim Einkauf nicht einschränken.

Meine Tasse ist leer, doch für Otto habe ich heute Morgen noch immer keine Lösung gefunden. Ich werde wohl wieder in den Hunde-Sicherheitsbereich gehen müssen und für 20 Euro eine neue Wochenkarte kaufen.

Na ja, man gewöhnt sich daran, aber irgendwie
habe ich mir das anders vorgestellt.