Neue Show

Nach Auftrittspause und Test-Veranstaltungen, gab es einige Überarbeitungen.
Schaf-Land konnte für das 2.Programm Schottlands-Helden Vanessa gewinnen. Wir freuen uns auf Shows bei Ihnen, denn schon das Training machte Spaß.      

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Vanessa hat TV-Erfahrung und ist sehr wandelbar. Sie spricht in der Show nicht nur englisch, sondern auch mit schottischem Slang – was der Moderator übersetzt.

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Die neue 2. Show wird kurzfristig auf Schaf-Land.de veröffentlicht.
In Schottland habe ich auch zum 1.Mal die Weisheit gehört: Angst ist nur eine Lüge.
Das passt zu den Schotten.
Viel Spaß damit.

Feiern, Schnee und Hochwasser

Das Weihnachtsfest ist besinnlich und Silvester turbulent, doch dieses Jahr haben sie alle Register der Unterhaltung gezogen. Über Nacht zauberte jemand 40cm Schnee vor meine Hütte – wow und auf dem späteren Weg nach Nienburg hätte ich ein Boot brauchen können – wilde Mischung.

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Weihnachtlicher Schnee

Vor dem 24.12. machte ich mich 500km südlich auf den Weg – zu meiner Familie. Am Haus steht eine kleine Blockhütte, die ich mit den Hunden beschlagnahmte. Strom, Licht und Heizung, alles bestens. Meine tapferen Laufenten hatte ich auch dabei – natürlich im Garten. Zu Weihnachten ging es in die Kirche und anschließend gab es grandioses Essen – begleitet von leckerem Rotwein. Dabei habe ich was über Wein-Stein gelernt.  Wein trinken bildet.

Eine großartige Zeit, aber ich musste/wollte ja auch bald wieder zu meinen schottischen Damen zurück – zu meinen Schafen. Ein befreundeter Bauer kümmert sich immer um die Mädels.
Nach einem Besuch bei meiner Tante Ursula oder korrekt – Professor Ursula Schaarschmidt, ging es dann auch wieder Richtung Nienburg. Die Nachrichten verkündeten bereits unheilvolles. Natürlich kontaktierte ich viele Nienburger Wasser-Bewohner, um mir ein Bild vom Umfeld bei den Tieren zu machen. Das Ergebnis: Bei den schottischen Damen ist alles ok, nur meine Enten-Wiese, inkl. Enten-Haus standen brutal unter Wasser. Oh, dachte ich, das muss ich mir ansehen und tatsächlich, die Enten-Wiese war ein großer See. Wegen der Wasser-Massen wurde mir geraten, ich solle doch von Schafen auf Enten umsatteln.  

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Hochwasser / Straßensperren

Schon auf der Fahrt schossen mir viele Fragen durch den Kopf:
Die Wasser-Enten-Wiese beurteilen, Enten unterbringen, Schafe kontrolliere- wie geht es den schottischen Damen, das zweite Show-Programm organisieren, mit Vanessa besprechen und die Frage – komme ich mit dem Auto überhaupt auf den Hof?
Die Grusel-Show Hochwasser ist gestartet.

OK, dass kriege ich auch hinhabe ja sonst nix auf dem Zettel.

An nichts Böses denkend, fahre ich morgens, von zu Hause, Richtung Nienburg, doch plötzlich ein ganz anderer Gedanke: Nein, nicht nach Nienburg. Das viele H2O hat mich etwas verwirrt. Meine letzte Begegnung, mit Maga Wasser-Massen, war auf Usedom oder Ceylon. Heute ist Ceylon nach Nienburg gekommen, nur mit den Temperaturen haben sie sich vertan. Viel Regen ist nix Schlechtes, nur wen die H2O-Massen ganze Straßen und riesige Landstriche okkupieren, wird es ärgerlich. Wobei ärgerlich – es nicht so ganz trifft, …    Ein Riesen-Mist und Stress für ALLE.   Tier und Mensch

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Zufahrt Nienburg

Da kommt man schon mal auf andere Gedanken. …da muss ich jetzt doch nicht unbedingt hin.
Das es so schlimm im Großraum Nienburg ist, habe ich nicht vermutet. Vor allem, da ich vor wenigen Stunden /zu Weihnachten, noch mit Schnee-Überfall zu kämpfen hatte. Meine Vorfreude, auf Entenhausen war, bei dem Anblick, schnell verflogen und das Wasser stieg weiter.

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Entenhausen lebt-

Die sieben indischen Herren waren schnell untergebracht. An meiner Behausung wurde gerade ein Anbau gewerkelt, doch im Moment stand alles still. Genau dieser Anbau wurde die Vorrübergehende Bleibe. Nicht ideal, aber groß und schnell gefunden.

Der Rat, ich solle doch besser auf Enten umsatteln ist gar nicht so dumm. Schaue ich aus meinem Fenster, blicke ich auf Entenhausen und die Wasser-Massen erobern weitere Gebiete. Sie greifen unermüdlich an. Was war an den ereignisreichen Feiertagen das größere Übel?  Schnee-Berge, oder Wasser-Massen? Der wässrige Überfall hat deutlich größeren Schaden angerichtet.
Die Angriffs-Wellen sind übermächtig und nicht zu stoppen.

Ich halte tapfer die Stellung und leiste Widerstand.

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Nienburg -Eigentlich wächst hier Getreide

Wölfe

Anfang des 19. Jahrhunderts /um 1800 gab es in Europa, inkl. Russland, 200 Menschen-Opfer – durch Wölfe /pro Jahr. War man damals im Wald allein unterwegs und hatte sich im undurchdringlichen Gestrüpp verlaufen, ging es bei nahender Dunkelheit nicht um Kälte, Angst oder Hunger – sondern um das nackte Überleben. Schon gegen ein kleines Rudel hat niemand eine Chance. Ab dem Jahr 1900 endete langsam das Wolfs-Problem. Mit großem Aufwand wurden die schlauen GrauenJäger aus Zentral-Europa vertrieben und in unbewohnte Regionen verdrängt. Nicht aus purer Jagdlust, sondern aus Sicherheitsgründen.

Wölfe http://www.schaf-land.de

Wölfe sind intelligente und sehr soziale Tiere – zumindest was den Umgang im eigenen Rudel angeht. Sie haben grandiose Jagt-Strategien, scheinen sich bei der Hetze in der Gruppe abzusprechen und gehen dabei sehr planvoll vor – fast militärisch. Sie sind bewundernswert, so wie Tausend andere Tiere – wenn da nicht ein gewisser Haken wäre.

Das grandiose Hauptargument der Wolf begeisterten Befürworter –.80% kommen aus der Stadt -lautet: Früher ging es doch auch. Überraschung: Ihr lieben City-Bewohner, trotz dass die Weidetier-Wächter früher sogar bewaffnet waren und mit Kugeln ihre Pferde, Kühe und Schafe verteidigten, sind die Übergriffe und Risse, der grauen Jäger, so zahlreich geworden, dass sie aus einigen Regionen vertrieben werden mussten – ganz zu schweigen von den Gefahren für Männlein, Weiblein und deren Zwerge auf dem Land. Das ist keine Erfindung von Landwirten oder Schäfern, sondern tatsächliche brutale Geschichte. Die Weidetiere waren damals ihre Existenzgrundlage.
Bei uns sind es inzwischen Edeka, Rewe oder Aldi. Abends wird dann am Esstisch die Jagdbeute an den Clan verteilt. Da aber die meisten einfach nur im Supermarkt auf die Pirsch gehen, um Beute zu erlegen, spielt die artgerechte Weidehaltung heute eher eine Nebenrolle.

Bei der groß angelegten Umfrage einer namenhaften Supermarktkette wurden Kunden nach ihrer Wichtigkeit zum Thema Tierwohl befragt. 90% hielten es für sehr wichtig und würden auch ihr Kaufverhalten danach richten – doch die Statistik sagt: 80% der Kunden achten nur auf den Preis, wobei die Verpackung oft genauso viel wie das Produkt kostet.

Einerseits kann ich es verstehen, denn die Zeiten sind hart, die Preise so hoch wie nie und viele kämpfen täglich darum, alle Rechnungen noch bezahlen zu können. Andererseits gilt: zu behaupten das Wohl der Tiere stünde bei ihnen an 1.Stelle, ist pure Heuchelei, oder Wunschdenken fern ab jeglicher Realität.

Eigentlich geht es gar nicht um den Canis Lupus, sondern um die Vernichtung der artgerechten Weidehaltung. Vorweg: Es gibt keinen wirkungsvollen, legalen Weg, die Weidetiere vor Wölfen beim Weidegang zu schützen. Was früher mit dem Gewehr und Blei versucht wurde, müsste heute mit wolfsicheren Barrieren bewerkstelligt werden. Wolfssicher muss so aussehen: (Darüber gibt es in Zoos und Raubtier-Gehegen strengste Gesetze – um die Bevölkerung nicht zu gefährden)  

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Welcher Landwirt oder Weidetier-Halter will und kann das umsetzen. Damit die Landschaft zupflastern und verschandeln? Da ist der zu betonierende Untergabe-Schutz noch gar nicht erwähnt.

Herdenschutzhunde sind bei Pferden, Rindern und Schafen auch nur eingeschränkt einsetzbar, zudem mit enormen Kosten, Aufwand und weiteren Gefahren verbunden.

Wir sind einer der dicht besiedelten Regionen der Erde und haben dennoch die größte Wolf-Dichte der Welt. Es ist super, dass viele Menschen sich für die Natur und der darin lebenden Tiere interessieren. Ernsthafte neue Schätzungen gehen von 2.500-3.200 Wölfe in Deutschland aus. Genaue Zahlen hat es nie gegeben und sind wohl auch nicht angestrebt. Zum Vergleich: Im menschenleeren Yellowstone, darf, bei strengster Kontrolle, die Anzahl von 100 Wölfen nicht überschritten werden, Schweden hat bereits 2022 die Wolfspopulation auf 270 begrenzt und die schlauen Schweizer haben eine generelle – präventive Abschussgenehmigung erteilt.

Laut offizieller Angaben gibt es in Germany 184 Rudel, 47 Paare und eine undefinierbare Anzahl einzelner umherstreifender Wölfe. Ein Rudel hat in der Regel 6-12 Tiere. So kann man, bei eher zu niedrigen Angaben, die etwaige Population überschlagen. Um das Ganze noch zu toppen hat aktuell das Oberlandesgericht Münster in einem ausgewiesenen Wolfsgebiet den Herdenschutzhund, wegen Lärm, in der Nacht, Mittags-Ruhe und an Feiertagen verboten.  Das ist kein Scherz.
Der Herdenschutzhund ist kein Allheilmittel, aber in großer Anzahl, bei einigen Situationen nützlich.

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Der moderne Wolf soll auch auf seine Work-Live-Balance achten. Vorbei sind die Zeiten in denen Wölfe nachts oder gar Sonn- und Feiertagen ihre Beute hetzen. Die Wölfe von heute möchte doch auch mal chillen, ein Hobby suchen oder ausschlafen. Einige der grauen Jäger liebäugeln sogar mit der Vier-Tage-Woche – bei vollem Rissausgleich.

 Trotz Humor sei eine ernsthafte Frage erlaubt: Im Gesetzbuch/Artikel 17 steht das Recht auf Eigentum – ist das noch gültig? Auch wenn Pferde, Rinder, Schafe und andere Weidetiere sensible, fühlende Wesen sind, so zählen sie doch als Eigentum. Wird Eigentum noch geschützt?

Wer sich intensiv für die grauen Jäger einsetzt, der sollte auch alle Schriften und Gesetze der EU zu Rewilding-Europe kennen. Die Wolfpopulation steigt und steigt und steigt, bis alle Weidetiere in Mastanlagen verschwunden sind und zum abschließenden Höhepunkt kommt auch noch der Bär – mit gleichem Aufwand und Schutzklasse, nur dass dieser von Zweibeinern nichtmehr zu stoppen ist. Auch Bärchen wird sein neues Revier behaupten. Steigt die Zahl an Groß-Prädatoren weiter, sind die Folgen absehbar und logisch. Das hatten wir schon mal, nur dass es jetzt bewusst herbeigeführt wird.

Wölfe http://www.schaf-land.de

Auf Grund unserer Vergangenheit haben wir eine ganz besondere Verbindung zu Tieren. Unser Umfeld hat sich zwar verändert, aber die Geschichte steckt in uns, besser gesagt die alten Gene. Streiften früher Bären, Löwen oder Wölfe um das Lager, wurde zur Jagd gerufen – um Gefahren abzuwenden. Heute haben die Häuptlinge es verboten, diesen Gefahren wirkungsvoll entgegenzutreten.

OK, Artenvielfalt – Gutes Argument. Aber pro Tag sterben auf der Welt ca.120 Arten für immer aus (zaghaft gerechnet) und wir ändern Gesetze und verpulvern viele Millionen, um ein Tier zu bevorzugen, das noch nie vom Aussterben bedroht war oder gar auf der Roten Liste steht. Das kostet viel Zeit, Kraft und Geld. Immer wieder die Frage Warum? …das erkunde jeder selbst.
Nachhaltige Energiegewinnung ist wichtig und die Massentierhaltung ist auch ein dringliches Thema – aber wenn wir unseren Bauernstand vernichten und die Tiere in Mastanlagen stecken, entsteht kein positiver Gedanke – im Gegenteil, größter Unmut auf die Verantwortlichen.

Bauern werden beschimpft, Weide-Tier-Halter verachtet und die Verantwortlichen schauen nur zu, denn ihr Plan geht auf.  Ergebnis und Zukunftsaussichten:  Mega-Ställe, die schon gebaut sind. Das ist kein Stadt-Teil, sondern eine MEGA-Mastanlage.

Es ist so wunderbar, z.B. Schafe beim friedlichen Grasen auf der Weide zu beobachten. Kleine Kälber in ihrem Übermut zu sehen oder entspannt mit dem Pferd einem Waldweg entlangzugehen. Das ist wahre Tierliebe und Naturverbundenheit.

Eine fleißige Frau

Immer wenn ich zu den Schafen fahre, führt mein Weg an einer kleinen Plantage vorbei. Hier sehe ich so gut wie immer eine, ältere Dame in den Furchen schuften. Sie ist nichtmehr so gut zu Fuß, doch ihr Tagwerk muss geschafft werden. Also fährt sie täglich, mit dem Traktor, zu ihrer Anbaufläche, wo fast das ganze Jahr frisches gesundes allerlei gedeiht.

http://www.schaf-land.de Eine fleißige Frau

Ingrid, eine fleißige Frau.

Was sind wir doch für Waschlappen geworden. Haben wir Husten – werfen wir Pillen ein, Schmerzt der Rücken – gehen wir zum Arzt und kann man den Arm nur unter Schmerzen bewegen – machen wir krank. Willkommen in der schönen neuen Welt.
Heute konnte ich es nicht lassen, diese fleißige Dame anzusprechen. Die Arbeit an den Schafen war erledigt und ihr Traktor fuhr mal wieder vor mir. Also folgte ich der bewundernswerten Frau und als sie anhielt, sprach ich die Dame an. Die Bezeichnung Dame würde ihr bestimmt nicht gefallen, aber es soll auch ein Zeichen meiner Hochachtung sein.
Sie sei Rentnerin, aber davon kann man ja nicht leben – sagte Ingrid und baut ihre
Bio-Lebensmittel selbst an.   …und wir regen uns auf, wenn im Supermarkt mal was nicht korrekt sortiert oder ausgezeichnet ist.
Sind wir alle etwas fehlgeleitet und im Laufe des Lebens irgendwo falsch abgebogen?

Vollgestopft mit Tatendrang und Sympathie

Unsere Unterhaltung war wunderbar und Ingrid berichtetet auch davon, dass sie meine Schaf-Arbeit schon lange mit Begeisterung beobachtet. OK, meine Arbeit macht Spaß und ist auch kein Zuckerschlecken, doch was diese Frau leistet, dagegen verblasst mein Tun. Sie war herzlich, offen und machte einen Grund-Ehrlichen Eindruck.

Ich dachte schon, dass ich nicht so recht in die heutige hektische Welt passe, aber diese Frau lebt in einem ganz anderen Universum und ist uns allen ein Vorbild. Ich war beeindruckt.

Porree Tag

Ingrid möchte heute Porree ernten. Ich fragte: Was sie macht, dass alles so gesund und frisch aussieht? Ingrid: Keine Hilfsmittel und keine Chemie, ich kümmere mich einfach immer gut darum.
Eine fleißige Frau – dachte ich.

Wird etwas geerntet, kommt gleich das nächste nach

Sie betonte mehrmals, wie oft ich doch bei den Schafen sei und alles tue, etwas Scham stieg bei mir hoch.  Ihr Lachen und ihre Zufriedenheit waren ansteckend es war eine Freude sich mit ihr über den Alltag in der Landwirtschaft zu unterhalten. Da schoss mir ein Bild durch den Kopf, wie früher Korn-Felder gemäht wurden. In einer Kette aufgestellt, die Sensen geschärft und Felder bis zum Horizont
– unglaublich. 

Ingrid erinnert mich daran, wie tapfer, hart und fleißig wir sein können.

Umtreiben-Einblicke in meinen Alltag

Neben wochenlangem Regen, knappen Grünflächen und der akuten Wolf-Problematik, habe ich bei dem ganzen Desaster noch Glück, denn meine attraktiven, schottischen Damen wandeln auf drei Photovoltaik-Anlagen.

Scottish Blackface http://www.schaf-land.de

Scottish Blackface Foto vor der Schur

Der nette Jagdpächter, der Region, meinte: Wenige Kilometer von deinen Schafen haben Wölfe ein Tier gerissen. Das hebt nicht gerade die Stimmung, obwohl die drei PV-Anlagen gut gesichert sind. Nicht zu 100% Wolf-sicher, aber der schnelle Happen im Vorbeigehen, ist nicht möglich.
Solche Umtreib-Arbeiten mache ich immer zu dritt – mit den zwei fleißigen Kolleginnen. Meinen beiden Border Collies.  Abby sichert Fluchtwege ab, ich plage mich mit den Netzen herum und May schiebt an. …los geht`s. Mit meinem Auto habe ich, wie immer, die zu überquerende Straße gesperrt

…und ein freundlicher, wartender Autofahrer meinte:  Nur keine Eile.

Vor dem Netze stecken, muss ein schmaler Gang gemäht werden, damit der Strom in den Netzen bleibt und sich nicht auf und davon ins Gras macht. Der frisch Instand gesetzte Rasenmäher erledigt brav seine Arbeit. Da ich aber immer ohne Fangkorb mähe, kann es schon mal sein, dass er einen schlechten Tag hat und einen Stein nach mir wirft. Genau diesen miesen Tag hatte er und sein Ärger, oder besser gesagt sein Stein traf mich am Bein. Volltreffer – das Blut lief in den Stiefel.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ist zwar schmerzhaft, aber Garnichts.

Stein-Geschoß – Streit mit dem Rasenmäher http://www.schaf-land.de

Stein-Geschoß – Streit mit dem Rasenmäher

Manche Bewegungen bereiten mir zwar noch Ärger, aber was muss das muss. Die Damen brauchen frisches Grün – das sollen sie haben. Kürzlich sagte eine gute Freundin (ehemalige Schafzüchterin) zu mir: Du solltest vielleicht alle Deine Tiere abschaffen, dann hättest du weniger Arbeit und Probleme. Sie kennt natürlich meine nicht einfache Situation, nach dem Unfall. Es hört sich auch logisch an, aber warum sollte ich dann auf Erden wandeln? Tiere sind mein Leben. Gut gemeinter Rat, aber für mich nicht machbar.
Zurück zum umtreiben. Der Autofahrer schaut interessiert zu, die Damen flitzen los und die Hunde sichern das Geschehen ab. Super, alles hat gut funktioniert. Die Schotten stürzen sich sofort auf das neue Grün und die Vierbeinigen Mitarbeiter warten gespannt auf ihre nächste Aufgabe. Der heutige Sonntag war ausnahmsweise ohne Regen. Das Gras wächst Rekordverdächtig und nun muss ich nur noch die Tränke wiederbeleben.

Scottish Blackface http://www.schaf-land.de

Abby und May bei der Arbeit

Was machen eigentlich Zweibeiner an einem Sonntag, die keine Tiere haben?
Kaffee trinken, Eis essen gehen, oder auf dem Rasen liegen und in die Sonne blinzeln? Es sei ihnen gegönnt, aber es ist nicht mein Leben. Jeder sollte tun, was er meint,
tun zu müssen.
Bin ich deshalb eigenartig? Vielleicht, aber ich bin ich und wem meine Lebensart nicht gefällt, sollte wegschauen. Tiere sind wichtig und gehören zu mir.

Scottish Blackface http://www.schaf-land.de

Scottish Blackface   Foto vor der Schur.

Vielleicht habe ich manchmal eigenwillige Ideen, aber wenn die Damen neues Grün brauchen, sind mir Schmerzen und Gebrechen völlig egal. Hört sich für Außenstehende vielleicht merkwürdig an, aber genauso ist es. Sonntages: Die Mädels umtreiben und den Damen frisches Grün geben, genau das macht mir Freude.

Die Tränke funktioniert, die Damen zupfen begeistert am saftigen Grün
– mein Job ist erledigt. Ein toller Tag.

Viel Spaß auf der neuen Fläche.

Ist Sprache Evolution?

Wie reden Tiere miteinander? Haben sie eine Sprache? Welche Rolle spielen Bewegungen, Gerüche und Farben?

In Disneys Film Zoomania (2016) laufen Tiere auf Zweibeinen, tragen Kleidung, fahren Zug, arbeiten und sprechen unsere Sprache. Typisch Hollywood und selbstverständlich Unsinn. Natürlich kommunizieren die 4, 6 oder 8Beiner miteinander. Aber was macht die Sprache, von uns Zweibeinern, so besonders? Sind wir schlauer   …das bezweifle ich manchmal

Die meisten Tiersprachen basieren auf Stimmungsdemonstration oder Absicht.  Eine Katze schnurrt, wenn ihr etwas gefällt, zischt, wenn sie ärgerlich wird, und der Kater macht laute Geräusche, wenn er sich in der Nähe eines paarungswilligen Weibchens befindet.

Irgendwie tun wir Menschen das doch auch.

Rabe http://www.schaf-land.de

Ist Sprache Intelligenz? -Vielleicht. Die Strategie einer Rasse zu überleben – das ist in der Evolution Intelligenz. Darwins Evolutionstheorie besagt: Das sich Lebewesen an ihre sich verändernde Umwelt anpassen. Lebewesen, die sich schlechter anpassen, sterben aus. Oh, da haben wir wohl schlechte Karten. Zu Darwins These gibt es einen ganzen Berg an Gegenargumenten, aber darum geht es hier nicht. Sprache ist vermutlich auch ein Zeichen von Entwicklung – die Zweibeiner konnten sich damit besser austauschen. Was ist die neuste Frisur, wo hat der Nachbar sein neues Weibchen her oder, so ganz nebenbei, wo Jagd man am besten. Sprache ist also ein deutliches Zeichen von Weiterentwicklung, aber noch lange kein Anzeichen dafür, dass sich diese Spezies langfristig durchsetzt – überlebt. Auch die Tiere tauschen sich über andere aus. Die Raben merken sich zum Beispiel Gesichter, die zu ihnen freundlich waren und tauschen sich auch darüber aus. Wie? Forscher in Wien haben sich in die Welt der Rabenlaute ein-gelauscht und konnten mehr als 30 Lauttypen entschlüsseln.

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Scottish Blackface

Auch bei Schafen gibt es einen Austausch und zwischen den Rassen sogar große Unterschiede. Sie sind nicht die Überflieger der Evolution. Ihr Austausch funktioniert meist über Nonverbale Kommunikation -von einfachen Ruf-Lauten mal abgesehen. Sie passen sich im Notfall auch schlechten Lebensbedingungen an und trotzen Widrigkeiten erstaunlich gut

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Border Collie

Unsere Border Collies spielen in der Sprach-Kategorie eine besondere Rolle. Ihre Genetik ist eher darauf ausgelegt, unsere Kommandos-unsere Wünsche zu erfüllen und wenn nötig auch selbstständig zu agieren. Untereinander geht es meist um Rangordnung und Futterneid. Der Border Collie arbeitet sehr viel mit Auge und körperlichem Ausdruck. Das gilt für die Arbeit am Vieh, als auch im eigenen Rudel. Diese Rakete wird nicht umsonst als einer der intelligentesten Hunde bezeichnet. Wobei eine Besonderheit in seinen Genen verankert ist. Frei übersetzt heißt es in etwa:
Ich will alles für Dich tun. (mit -für Dich- ist der Hundeführer gemeint)

Kommen wir nun zu weiteren Wunder-Kindern. Über das Innenleben der Primaten gehen die Meinungen der Wissenschaftler weit auseinander.

Von: Können nichts – Bis: Können fast alles.

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Affen

Sie sind nicht nur außergewöhnlich intelligent, sondern kommunizieren auch mit einer eigenen Zeichensprache. Diese Sprache ist so speziell, dass sie von Gruppe zu Gruppe sogar unterschiedlich sein kann. Einige Affen können unglaubliche, bis zu tausend Gebärden anwenden. Sätze wie der Mensch formen sie natürlich nicht – aber sie kreieren beispielsweise neue Wörter-neue Bedeutungen. So kombinierte die Gorilla-Dame Koko in den USA die Gebärden für weiß und Tiger, um ein Zebra zu beschreiben: weißes Tier mit Streifen. Unglaublich!

Man kann all diese wilden Strategen bewundern, aber der nächste Kandidat ist herausragend. Eine Spezies als herausragend zu bezeichnen, ist schon außergewöhnlich.
Der Hai. Er ist das älteste hochentwickelte Tier der Erde. Haie schwammen schon
100 Millionen Jahre vor den ersten Dinosaurier durch die Ur-Ozeane. Ein echtes Erfolgsprodukt der Evolution. Ihre Kommunikation fand und findet hauptsächlich über die Schwimmbewegung statt. Sie nutzen die Körpersprache. Es ist z.B. von großer Bedeutung, in welchem Winkel zwei erwachsene Tiere aufeinander zuschwimmen. Wer ausweicht unterwirft sich.
Auch hier hat Hollywood dazu beigetragen (Film: Der Weiße Hai) diese faszinierenden Tiere in Verruf zu bringen. Der Schweizer Haiexperte Dr. Erich Ritter betont: Es gibt keinen einzigen Fall, in dem ein Mensch von einem Hai gefressen wurde. Es waren lediglich Angriffe aus Neugier, was oft den Verlust von Arm oder Bein verursachte.   Neugier mal anders.

Hai http://www.schaf-land.de

Hai 

Sie sind ein Meisterstück der Evolution und so perfekt, an ihre Umwelt angepasst, wie kein anderes Lebewesen auf unserer blauen Kugel. Der Hai ist ein Paradebeispiel, dass die Sprache nicht über die Durchsetzung einer Spezies entscheidet. Ernsthafte Berechnungen haben ergeben, dass die Menschheit in 17.000 Jahren nichtmehr auf Erden wandeln wird. Über diesen Zeitpunkt gehen aber die Meinungen der Fachleute weit auseinander. Zum Beispiel hat der Wissenschaftler John Richard Gott (sein Name ist tatsächlich so) in einer statistischen Berechnung, auch festgestellt, dass der Mensch wie wir ihn kennen, in spätestens in 7 Millionen Jahren ausgestorben sein wird. Nicht wegen einem globalen Atom-Krieg oder Meteor-Einschlag, sondern weil wir Dumpfbacken uns zu langsam weiterentwickeln, um eine bessere Anpassung zu erlangen.

Der Hai zieht dann vermutlich noch immer seine Runden. Victor – Sieger, siegreich

Professor Claudius Gros, sieht unsere Evolution etwas differenzierter. Als Spezies werden wir kaum noch Veränderungen einer Evolution durchlaufen, sondern uns in spätestens 10.000 Jahren mit Maschinen verbinden und teilweise zu KI gesteuerten Cyborgs werden – was neue Abhängigkeiten schafft. Die KI macht dann über uns Dumpfbacken ihre eigenen Witze: Einfach in eine volle Metzgerei gehen und laut rufen: Chef, die toten Tiere von der Autobahn sind da, Hintereingang wie immer?

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KI

In einigen Tausend Jahren, wird die KI übermächtig sein – was können wir dagegen tun?
Statt WhatsApp, E-Mails und Computer könnten wir mehr miteinander reden, uns austauschen, oder auch mal wieder Briefe schreiben.
Was waren das für schöne Zeiten, als wir einfach so dahinlebten. Uns schmutzig machten, richtige und falsche Entscheidungen trafen und unser Schicksal selbst bestimmen konnten.  Carpe diem – Nutze den Tag

Zeit

Manchmal glaube ich, nicht mehr so recht in diese Zeit zu passen. Obwohl ich eine Menge von Marketing, Effizienz und Verkauf verstehe, schätze ich aber jetzt umso mehr, Nachhaltigkeit, gute Gespräche und den Schafen beim Fressen zu zusehen.

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Sind das Fantastereien? Wunschbilder eines Sonderlings?

Vielleicht… Mir wurde schon immer nachgesagt, dass ich in meiner eigenen Welt lebe. Baut sich nicht jeder sein eigenes, kleines Universum?! Bei manchen läuft jeder Tag genau gleich ab, wenn er oder sie das so mag – ok, aber bei anderen ist der Alltag mit Turbulenzen gespickt. Die zweite Variante gibt es in: beherrschbar oder im freien Fall. Ich bewege mich eher in Richtung Turbulenzen. Wobei die beherrschbare Variante mit Kreativität und Fantasie gewürzt wird. Nicht gerade der leichteste Weg, aber spannend und immer vollgepackt mit Energie.

Wir leben in einer schnellen Leistungsgesellschaft. Manch einer sagt: Das lasse ich gar nicht an mich ran. Können wir das, wenn wir in Old Germany wohnen?

Bekommen die meisten Zweibeiner nicht ein komisches Gefühl oder sogar ein schlechtes Gewissen, wenn sie 3 Tage nix tun?! Nur essen, trinken und faul in die Sonne schauen? Davon mal abgesehen, dass diese Art zu leben, nicht meine Vorstellung ist – aber in früheren Zeiten, hörte man auf zu arbeiten, wenn für einige Tage genug da war. Das war zwar stellenweise brutal hart, aber auch eine ganz andere Lebenseinstellung, als wir heute eingepflanzt bekommen. Deshalb sind die Alten, in unserer schnellen Leistungsgesellschaft, nicht mehr so hoch angesehen – obwohl sie lebenslang schon viel vollbracht haben.

In den letzten Jahren habe ich nicht alles richtig gemacht oder falsch entschieden und darüber ärger ich mich oder übe Kritik an mir selbst. Eine sehr geschätzte Freundin, Vanessa aus Dortmund, hat zu meinen Selbst-Vorwürfen eine ganz andere Einstellung. Mach Dir keine Vorwürfe, das waren Moment-Entscheidungen. Bereits einen Tag später oder gar heute, würdest Du ganz anders handeln. All diese Ereignisse haben dich zu dem gebracht, was du heute bist. Eine besondere Sichtweise, über die man nachdenken sollte.

Stundenlang die Tiere beobachten, passt einfach nicht in unsere Zeit, zumindest kommt es mir so vor.
Vielleicht lebe ich in meiner eigenen Welt (warum auch nicht), denn das Größte ist für mich noch immer, mit einem trockenen Rotwein, relaxt die Tiere zu beobachten. Meine EX- Freundin fand es immer komisch, dass ich so oft viel Zeit bei meinen Tieren verbrachte, aber es war pure Schwerelosigkeit und Freude ohne Zeit. In solchen Momenten schien die Uhr still zu stehen.

Border Collie May bei der Arbeit http://www.schaf-land.de

Ich will es aber nicht nur in bunten Farben schildern oder gar romantisieren, es ist auch harte Arbeit. Heute, sich Zeit für seine vierbeinigen Racker zu nehmen, findet in unserer Leistungswelt keine Beachtung oder gar Würdigung. Genau deshalb hörte ich schon öfter den Spruch: Du lebst in deiner eigenen Welt. Deshalb bin ich aber nicht weltfremd.
Ich lebe bewusst in dieser Zeit, auch wenn mir vieles in ihr nicht gefällt – lebenslang sitzt uns der Teufel im Nacken, um nach viel Geld zu jagen. Natürlich kann Geld beruhigen und es vermittelt den Anschein von Sicherheit, aber es bringt weder Glück noch Lebensfreude. Viele suchen sogar bei der Partner-Wahl eher nach Sicherheit. Lebensfreude entwickelt sich aber aus Liebe, Reibungsflächen und Erlebnissen. Nicht zu vergessen das gewisse Band, dass aus Leidenschaft und gemeinsamen Interessen geknüpft wird. Hört sich vernünftig an, aber auch ich habe viele Jahre gebraucht, um diese einfachen Dinge zu entdecken.

Geld ist für einige zur neuen Religion geworden http://www.schaf-land.de

Reise, Reise Lebensreise – jeder reist auf seine Weise.

Vielleicht passe ich wirklich nicht in diese Zeit. Da schießt mir plötzlich die berechtigte Frage durch den Kopf: Was ist Zeit? Zeit ist eigentlich nur die Abfolge von Ereignissen oder besser gesagt, die Einheit zwischen Ereignissen. Die Idee, den Tag in feste Teile einzuordnen, kommt aus dem alten Ägypten.   Vor über 2.000 Jahren. Ca 150 vor Christus schlug Hipparchos vor, den Tag in 24 gleiche Segmente zu teilen, was aber erst im 14.Jahrhundert, mit den mechanischen Uhren, fest eingeführt wurde und die Babylonier präzisierten die damaligen Berechnungen auf 12 feste Einheiten.

Sonnenuhr http://www.schaf-land.de

Damals / Sonnenuhr

Seitdem hetzen uns Stunden, Minuten und Sekunden. Besser gesagt, lassen wir unser Leben von der Anzeige auf dem kleinen gehässigen Ding- namens Uhr- bestimmen.

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Dieses großartige Foto fasziniert mich immer wieder. Zeitlose, harte Arbeit.
Der Gegenentwurf zu unserem täglichen, ganz normalem Wahnsinn.

Unwetter

Als begeisterter Schafhalter mag ich Regen, weil das Gras schön wächst, doch auch Sonnenschein – (wenn einem nicht Regen in Hals und Stiefel läuft) finde ich großartig. Aber die Freude ist schon groß, wenn meine Weiden saftig grün sind und die schottischen Damen zufrieden daran zupfen.

Für meine zwei Mitarbeiter wird es allerdings schwieriger, wenn das Grüne Futter Kniehoch steht, so dass ich beim Dirigieren kaum meine Hunde sehen kann. Da hilf keine Naturverbundenheit und Tierliebe, sondern nur praktische Dinge, wie zum Beispiel ein erhöhter Standort. Eine kleine Drohne mit Cam – direkt auf mein Handy wäre auch hilfreich, aber Unsinn, ich habe Hunde – das ist das
echte Leben.

http://www.schaf-land.de Gutes schottisches Wetter

Gutes schottisches Wetter

Der Wind nimmt zu, die dunklen Wolken drohen bedenklich und der beginnende Regen tröpfelnd voller Tatandrang auf den Hut. Meine Damen sehen es gelassen. Von dieser Gelassenheit könnten auch wir Zweibeiner uns etwas abschneidenGeduld und Gelassenheit wurde bei uns nicht gerade im Überfluss verteilt. In unserem Alltag spielen oft die Worte schnell, flexibel und effizient eine große Rolle. Beinhalten diese drei Worte lebenswertes Leben?

Natürlich muss man bei einigen Dingen schnell, flexibel und effizient sein, aber die richtige Mischung ist wichtig. Geduld und Gelassenheit kommen meist zu kurz. Sie sind aber unser Energie-Speicher, unser Treibstoff für den inneren Motor. Als ehemaliger Vertriebsleiter war ich teilweise sieben Tage für meinen Job unterwegs. Der Verdienst war sehr gut, aber… wo war der Individualismus?

Einige werden mich für eigenartig halten, um nicht verrückt zu sagen, aber mir gefallen meine Hunde richtig gut, wenn sie dreckig aussehen – ebenso wie richtige Arbeitshunde. Wenn sie mal ackern mussten, bin ich mächtig stolz auf sie. Aber eigentlich geht es ja immer um die Schafe und meine zwei treuen Kollegen helfen mir nur – weil sie einige Dinge besser können als ich.
2021-2022 habe ich das Training vernachlässigt. Viele Shows, Unfall und REHA sollen dafür eine Entschuldigung sein, aber sie können nur exakt arbeiten, wenn ich ihnen vorher die richtige Anleitung gegeben habe. Sie sind willig und machen auch ihren Job, aber man merkt es schon, dass die präzise Umsetzung fehlt. Es gibt viele schlaue Hund, nur der Arbeitshund Border Collie hat ein ganz bestimmtes Gen, das frei übersetzt heißt: Ich will alles für dich tun.

H.P.Schaarschmidt http://www.schaf-land.de

H.P.Schaarschmidt

Wieder zurück zu meinen Schafen: Der Regen wird immer heftiger, die üblen Wolken machen ihre Drohungen war, Blitze zucken, die Sicht wird wegen dem starken Regen bedenklich, aber mein Gummimantel hält dicht. Ist das jetzt die berühmte Schäfer-Romantik? Das gibt es wohl nur im TV, das wirkliche Leben eines Schäfers (mit 1000 Seelen im Schlepptau) ist brutal hart.

http://www.schaf-land.de Kerstin Doppelstein

Schäferin Kerstin Doppelstein

WAS treibt einen Schäfer an, dass zu tut, was er tut? Die Liebe zu den Tieren und die Liebe zur Natur mit dem Potential, Härte aushalten zu können. Eine befreundete Schäferin, Kerstin Doppelstein, studierte Biologin, hat nach ihrem Studium überlegt, 1000 Schafe zu kaufen und Schäferin zu werden. Kerstin hat jahrelang keinen Wein getrunken, da ein Anruf der Polizei kommen könnte: Ihre Schafe sind ausgebrochen.

http://www.schaf-land.de Unwetter

Bedrohliche Wolken

Im strömenden Regen bereite ich die neue Weide vor, die Hunde warten ungeduldig: Wann geht’s endlich los?! Die Damen zupfen im Regen das spärliche Grün der alten Weide und wirken noch immer überraschend gechillt. Ich sperre mit Warnblinker am Auto die zu überquerende Straße, und nun kann es losgehen. Ich vorweg, Abby an der Seite und May hinterher. Alles funktioniert super. An der neuen Fläche angekommen, werden meine schottischen Damen schneller. Ein großartiges Menü ruft – nicht vom Griechen, sondern frisches Gras aus Old Germany.   -Lecker-

Das Unwetter zieht rücksichtslos sein Programm durch. Wind, Regen, Blitze und Grollen, sollte es aber den schottischen Damen ungemütlich werden, können sie sich unterstellen – wobei gerade dieses Wetter, an ihre Heimat, an Schottland erinnert.

Rückblicke

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der nur in Vergangenem wühlt, aber nach so einem einschneidenden Ereignis – sei es erlaubt. Die gute Seele in der Spezial-Klinik/Psychologin empfand es als Glücksfall, für meine Heilung, dass ich so gar nichts – einfach null- vom Unfall weiß.

Unfall-Auto – noch auf der Autobahn H.P.Schaarschmidt http://www.schaf-land.de

Bei diesem Bild, von meinem Unfall-Auto, wurde ich immer gefragt: Bist du da rausgeschleudert worden? Antwort: Nein, leider nicht – da saß ich drin und wurde aufwendig rausgeschnitten.
Kleine Beule am Auto

In der Klinik habe ich zwei Ärzte gehört, wie sie über diesen Unfall sprachen und keiner der beiden so recht verstanden hat, wie ich da lebend rausgekommen bin. Auch ein guter Freund aus Nienburg ist der Meinung: Du hast noch keine „Flügel“, weil du noch was Wichtiges zu erledigen hast. OK, vielleicht….
Bei dem Chaos hat sich meine Schwester Heike rührend um alles gekümmert. Da ich im Nirvana unterwegs war, musste sie dann auch, den Ärzten gegenüber, als Entscheiderin hilfreich sein. Zum Beispiel hätte die Frage kommen können: Beatmungs-Maschine aus?   ja – nein – vielleicht. DANKE Heike

Was hatte aber das ganze Desaster für Auswirkungen und Folgen?

Zunächst habe ich insgesamt eine fünfstellige Zahl versenkt, meine heutige EX-Freundin wohnt jetzt bei einem anderen Mann, meine Show-Kollegin hat sich von mir getrennt, das liebe Geld schreit um Hilfe und muss erst wieder „Vertrauen aufbauen“.

Hoffentlich erfahre ich noch, was ich Wichtiges erledigen soll!  

Als mich die netten Helfer von der Autobahn gekratzt haben, hat mir irgendjemand die Geldbörse entwendet. Das darin befindliche Geld war eigentlich für meine damalige Kollegin bestimmt, was nun einen anderen Zweck erfüllt.

Ich hatte viele Monate Zeit, über mein Leben nachzudenken – mit überschaubarer Bilanz. In diesem ganzen Wiederkehr-Prozess habe ich aber einige großartige und kreative Ideen entwickelt, womit ich bereits begonnen habe, sie umzusetzen. Dabei entwickelt man aber den etwas verrückten Ansporn, es viel besser als vorher zu mache. Bin ich ehrlich, so freue ich mich riesig darauf.

Einige Knochen waren zwar übel gebrochen, aber mein Kopf ist (zum Unverständnis der Ärzte) heil geblieben. Dieses unglaubliches „Ereignis“ ist bereits 1 Jahr her, die Physiotherapeuten haben noch immer an mir zu werkeln, aber ich kann mich wieder selbst um meine Tiere kümmern. Das ist großartig.

Abby H.P.Schaarschmidt http://www.schaf-land.de

Abby

Liebe Freunde kümmerten sich auch um meine Schafherde. In dieser Zeit wurde die Schafanzahl reduziert, was ich nun mit einem Neuen Bock wieder ändern möchte. Nächstes Jahr wird es wundervolle Lämmer geben. Ich freu mich riesig darauf und der Bock oder besser gesagt, ein Böckchen von Wolfgang, erfüllt mir diesen Wunsch. Es gibt also in Zukunft wieder einen Kerl in meiner Herde.

Der Schäfer-Spruch: Der Bock ist die halbe Herde, hat schon seine Berechtigung.

Durch meine zahlreichen Shows bin ich zwar als Künstler eingetragen, doch durch die kleine Beule am Auto ist mir bewusst geworden, dass man/ich eine andere Basis brauche. Ein vernünftiger Job muss her, der meine Basis-Kosten deckt.

Über das Thema Rückblicke könnte ich 300 Seiten schreiben, aber es geht um das Heute und Morgen und nicht um das Gestern. Auch wenn es gelegentlich dunkle Tage gab, so heißt doch die Devise: weitermachen – genau das tue ich.

Freundin Erle und H.P.Schaarschmidt http://www.schaf-land.de

Erle und Klein Peter

Überraschende Einsichten

Wo fange ich an? Am besten bei dem, was ich heute erlebt habe.
Heute ist Samstag: Schönes Wetter und ich habe wieder allein, mit viel Arbeit und Mühen die Schafe umgestellt. Schafe einsammeln, in den Pferch stellen, Zäune stecken, Strom wieder (auf der neuen Weide) gegen Untergraben in Gang setzen, Leck-Schalen schleppen, Straße sperren und mit meinen zwei vierbeinigen Kollegen Abby & May die Damen umtreiben – es hat gut funktioniert.

http://www.schaf-land.de Border Collie
http://www.schaf-land.de Scottish Blackface

Nachdem ich nochmal alles abgegangen bin, habe ich in der Tränke frisches Wasser aufgefüllt. Großartig das ich mich wieder um meine Tiere kümmern kann. Die Künstler in weiß haben mich in der Klinik super zusammengebastelt, nur einige ganz private Erlebnisse hallen noch nach.
Am Abend habe ich mit meinen zwei fantastischen vierbeinigen Kollegen einen langen Spaziergang gemacht, so dass auch für sie nicht nur harte Arbeit auf dem Zettel stand.

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Bei diesem langen „Rundgang“ kam ich ins Grübeln. Die Sonne ging langsam unter und die „Stimmung“ war besonders – besonders schön.

Mit nicht unerheblichen Hindernissen bin ich nun da, wo ich nach meinem schweren Unfall hinwollte. Mit Job und Wohnung wieder bei meinen Tieren. Zudem trainiere ich mit dem neuen Team eine spektakuläre Show für Schaf-Land.de

http://www.schaf-land.de h.p.schaarschmidt

Alles gut, alles schön, doch was ist wirklich wichtig?! Beim abendlichen Rundgang schossen mir viele Gedanken durch den Kopf.  
Natürlich kamen mir auch die Worte, einer von mir sehr geschätzten Freundin, in den Sinn: Nach diesem Unfall bist du wie Phönix aus der Asche erschienen – und da stehst du wieder. Ihr Ausdruck waren zwar fantasievoll, aber auch dramatisch, für meine Begriffe etwas zu dramatisch. Der Phönix galt in der Antike als Wundervogel. Am Ende seines langen Lebens legte er in seinem Nest Feuer und starb. Aus der Asche wuchs ein neuer Phönix heran – so wurde er zum Symbol der Wiedergeburt.

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Das Leben hat viele Ecken und Kanten – jeder Tag ist eine Wundertüte. Meine Zaubermittel heißen: Kreativität und Arbeit mit den Tieren. Diese Arbeit ist manchmal hart, aber sie bringt auch Glück und Zufriedenheit.
Wenn sich die schottischen Damen auf das frische Gras Stürzen, erfüllt es mich mit Freude.
Die Freude, dass sie gut versorgt sind. Weidetier-Halter haben ihre ganz eigenen Glücksmomente und Besonderheiten. Wir lieben die Natur, die Tiere und freuen uns darüber die zufriedenen Schafe beim Fressen. Wer dies nie kennengelernt hat, wird es schwer verstehen. Die bewollten Damen strahlen so eine Ruhe aus, dass wir, in unserer hektischen Welt, ein großes Stück von dieser Gelassenheit abschneiden sollten.

Meine unermüdlichen Helfer sind immer mit dabei. Abby und May können viele Dinge die ich entweder zu langsam, oder gar nicht kann. Diese treuen Seelen sind meine Rückendeckung, meine Garantie, dass mit den Damen alles funktioniert. Großartig, dass sie mir mit all ihren Kräften helfen.
Danke euch zwei.

http://www.schaf-land.de May Border Collie

Besinnen wir uns auf das Wesentliche, auf den Kern – dann triften wir, wie von selbst, in die richtige Richtung.
Die Sonne ging unter und ein Tag mit überraschenden Einsichten
begrüßte die Nacht.

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