Busse-Schafe-30km-Kopfschuß

WOW, was für ein Tag. Ereignisreich, anstrengend, erfreulich, aber auch erschreckend. Fangen wir beim erfreulichen an. Busfahrten, umsteigen, laufen, top Arbeit an den Schafen, im Dunkeln lange nach Hause gehen. Mein Hund May war an diesem Tag eine einzige große Freude. Danke Hans-Jürgen Werbke, für diesen großartigen Hund.

May Border Collie http://www.schaf-land.de

May, die Treue.

Doch jener Tag bestand aus 1000 weiteren Fassetten.

Abends davor rief mich der Bauer (Heu-Verantwortlicher) nach seinem Kontrollgang an: Hallo Peter, mit einem deiner Schafe stimmt was nicht. Da mein Auto wegen einer Havarie nicht einsatzfähig ist, musste ich und Hund am nächsten Morgen mit dem Bus zu meinen Schafen fahren, mit 1x umsteigen. Erkannt – getan. Dumm nur, dass die Haltestelle der 2. Kutsche 6 km von meinen schottischen Damen entfernt war.
Also – Rest laufen.

http://www.schaf-land.de Scottish Blackface Schafe

Scottish Blackface

Nach 6 km bei den Schafen, kam May zum Einsatz. Auf 5 ha alle Damen zusammentreiben und die ganze Truppe in einen Pferch manövrieren. Sie erledigte ihren Job super – obwohl die schottischen Damen Widerworte gaben. Zwei lahmten, was sicher das Problem war – untersuchen, Klauen schneiden, spritzen (gegen Schmerzen, vor allem entzündungshemmend). Heu-Raufe und H2O Kontrolle, alles bestens.

Für Außerirdische: H2O – auch Wasser genannt. 1 Wassermolekül besteht aus
2 Wasserstoff-Atomen und 1 Sauerstoff-Atom. H2O ist ein irdisches Geheimnis.

Zurück zu den Damen.
Nun stellte sich die Frage: Wie weiter? Busse fahren nicht mehr!
Laufen:   ja – nein – vielleicht.

Der Zeitmesser schreit 15 Uhr, wir müssen laufen- schlappe 23 km. Glücksgefühl stellte sich nicht ein, doch der lange Weg spornte an. Nach erholsamen 16 Kilometern kreuzte eine Bäckerei meinen Weg. Ich untrainierter, fauler Zweibeiner brauche dringlichst einen Kaffee – Energie für meine Lauf-Maschine. May durfte auch mit rein, so nahm ich mit dem schwarzen Dopingmittel Platz. Ein kräftig wirkender Trucker-Fahrer setzte sich neben uns, das Ergebnis war ein spannendes Gespräch.

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Auf zum Einsatzort

Der nette Typ/ Steffen brachte mich zum Staunen. LKW fährt er noch nicht lange, vorher war er Teil der bewaffneten Truppe und in 2 Kriegen– in Worten- zwei Kriegseinsätzen. Verdammt, dachte ich, das ist der zweite Kriegsteilnehmer, den ich kennenlerne.

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Einsatz im Nirvana

Nicht so wie der erste, berichtete Steffen sehr offen darüber. Er meinte, schon wenn man mit Waffe im Flugzeug zum Zielort sitzt, veränderst du dich. Die Erlebnisse am Einsatzort wirst du nie wieder los – falls du lebend rauskommst. An dieser Stelle könnte ich von Dingen berichten, die sie erzählten, welche niemand glauben würde.
Realität und Wunsch-Theorie, zwei Welten.

Er hat größten Respekt vor der US-Armee. Mit neuster Technik schlagen sie alles kurz und klein, bevor sie stürmen. Sein zweiter Respekt gilt der russischen Armee. Gegen die möchte ich auch nicht kämpfen, sagte er, das ist ein ganz anderes Vorgehen, auch mit Technik die einem Schauer bescheren.

Ich kann dazu nichts sagen, er hatte Front-Erfahrung – ich nicht.

Scharfschütze im Einsatz

Nun sprach ich von meiner ersten Begegnung mit seinem EX-Kollegen. Er war Scharfschütze im Kriegseinsatz und ging mit seinen Erlebnissen nicht so offen um, was ihn bis heute belastet. Bewaffnete Jugendliche die er zum Schutz der eigenen Truppe – wie er sagte neutralisieren musste. Das Wort Kopfschuss wurde von ihm nicht verwendet, meinte aber, dass es nur einen sicheren Treffer gibt, um die Gefahr auszuschalten. In meinem Oberstübchen blinkte immer und immer wieder der Begriff Kopfschuss auf. Diese Abschüsse hat er in seinem Kalender markiert, da sie seine Alpträume und Wahnvorstellungen ausmachen – bis heute.

Zwei sehr spannende aber auch erschreckende Gesprächspartner.

Zwischenzeitlich hatte sich die Sonne vom Tag verabschiedet, aber wir mussten uns noch 8-Km in völliger Dunkelheit voran tasten. Plötzlich schoss mir der grandiose Gedanke einer kleinen Abkürzung durch den Kopf. Gedacht getan – Eine Wiese im dunkeln sollte nicht das Problem sein. Ahnungslos hielt ich zuversichtlich die Richtung und war Guter Hoffnung. Seltsam fand ich nur, dass nach einiger Zeit die Wiese sehr weich und meine Stiefel immer schwerer wurden. Nach einem Dunkel-Test kam mir die Erleuchtung, meine Abkürzung ist in eine Ackerfläche übergegangen – leichter Regen gestaltete die Situation noch spannender. Das Uhrvertrauen meines Hundes in mich, lies sie alles mitmachen – das war super. Nach dieser wirren Wanderung und dem widerspenstigen Matsch-Gegner, trafen wir zu Hause ein.
Wasser für den Hund, Grappa für mich.

Was für ein Tag – wow.

http://www.schaf-land.de Am Morgen lachte mich das Desaster frech an
Schuhe noch voller Matsch und die Erinnerung an einen seltsamen Tag.

Neuer Beitrag 12.02.2026 Wölfe in Deutschland

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