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Dr. Peter Wölkchen Teil I – Der Perfektionist

Dr. Peter Wölkchen ist 61 Jahre, hat Biologie und Mathematik studiert. Er sagte einmal, Zahlen machen ihn glücklich. Dr. Wölkchen trägt graue Anzüge und war noch nie unpünktlich an seiner Arbeitsstelle. Alle Menschen ohne Anzug hält er für Kommunisten und seinen Postboten traut er ebenfalls nicht über den Weg, er wolle ihn nur ausspionieren – bestimmt arbeitet er heimlich für die Russen. Jeder Morgen beginnt nach einem genau durchstrukturierten Ablauf. 06:00 Uhr aufstehen, 06:05 Uhr Bad, 06:15 Uhr Kaffee anstellen und 06:23 Uhr zwei, mit Käse belegte, Scheiben Toast essen. Die Kaffeemaschine benötigt exakt 6 Minuten, so dass 06:34 Uhr das Frühstück beendet werden kann.

Danach widmete sich Dr. Wölkchen der wichtigsten Tätigkeit am Morgen, dem Ankleiden. Sein Motto: Bist du nicht korrekt gekleidet, dann gehe besser nicht aus dem Haus. Seine Vorstellungen von korrekter Kleidung bestehen aus schwarzen Schuhen, schwarzen Socken, aus einem grauen Anzug mit weißem Hemd und eine immer absolut präzise gestellte Uhr. Da er etwas Schwung in sein Leben bringen wollte, lies er seit zwei Tagen die Krawatte weg und kam sich dabei etwas verwegen vor. 06:50 Uhr war es wieder vollbaracht, die Kleider saßen perfekt. Er schaute auf die Uhr, 06:53 Uhr, seine Stirn runzelte sich, er war 2 Minute in Verzug. Das muss beim nochmaligen Binden der Schnürsenkel passiert sein, aber schließlich waren die Schleifchen nicht gleichmäßig.

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Der Tag konnte beginnen. Mit der Aktentasche unter dem linken Arm und dem Schlüssel in der rechten Hand trat er voller Weltvertrauen vor die Tür. Die Sonne blinzelte ihn ein wenig entgegen und wies ihm den Weg zu seinem Auto. Es war kein gewöhnliches Auto, sondern ein Mercedes, der ihn bereits seit 28 Jahren zuverlässig transportierte. Veränderungen seien nicht gut, hat er schon oft gesagt, sie bringen Unruhe. Seine EX- Frau muss wohl anderer Meinung gewesen sein, denn vor 14 Jahren reichte sie die Scheidung ein. Seitdem lebte Dr. Peter Wölkchen allein, mit seinem Mercedes und den 2 ½ Zimmerpflanzen. Er drehte den Zündschlüssel und sein Liebling schnurrte wie ein Kätzchen. Dass die Stoßdämpfer völlig außer Kontrolle waren und der Wagen bei jedem Schlagloch wie ein Wasserbett wippte, bemerkte er natürlich nicht, denn sein Auto war perfekt und eine Reparatur würde nur Unruhe in seinen Tagesablauf bringen. Die alte ehrwürdige Karosse hatte wie jeden Tag um diese Zeit das gleiche Ziel, dass Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Er war zwar kein Chemiker, aber ein Künstler mit Zahlen und da ging es um gewaltig viele Zahlen. Zum Beispiel wurden die ältesten Lebensspuren auf der Erde auf: vor 3,8 Milliarden Jahre datiert, die ersten vielzelligen Meerestiere auf: vor 700 Millionen Jahren, die ersten Landpflanzen auf: vor 436 Millionen Jahren, die ersten Reptilien auf: vor 290 Millionen Jahren und die ersten sogenannten Vormenschen konnten: vor 5 Millionen Jahren eingeordnet werden.

…und der moderne Mensch erst seit lächerlichen 35 Tausend Jahren.

Genau das war seine Arbeit, mit Zahlen jonglieren, ins Verhältnis setzen, beurteilen und erneut berechnen. Das war die Welt von Dr. Peter Wölkchen. Das Leben selbst hinter diesen Zahlen interessierte ihn so viel wie die Watt-Zahl der Glühbirne in seinem Kühlschrank. Die er, nebenbei bemerk, gleich nach dem Kauf entfernt hatte, denn nach seiner Ansicht, braucht man im Kühlmöbel kein Licht. Exakt um 07:13 Uhr hielt er vor dem Geschäft des „Schlachter Sanftmut“ an. „Guten Morgen Herr Doktor, hier wie immer ihre frisch belegten zwei Brötchen, für das zweite Frühstück, gut gewürztes Mett aus frischer Schlachtung.“, sagte dieser. Mit einem wohlwollenden Nicken nahm er sein zweites Frühstück entgegen, drehte sich wortlos um und verließ in eiligen Schritten das Fleisch-Haus.

Dieser Tag meinte es wieder gut mit ihm, denn alles war perfekt. Die Zeit stimmte, das Auto schnurrte, die Kleidung war unübertroffen und wieder stand eine zeitliche Punktlandung im Institut bevor. Andere konnten ihre Uhr nach ihm stellen. Er war der Fels in der sonst so bröckelnden Brandung der Zuverlässigkeit. Wie im Traum glitt er elfengleich mit seinem Auto über den Boden und dachte bereits an all die wundervollen Zahlen: 570 Millionen Jahre, 436 Millionen Jahre, 250 Millionen Jahre, 65 Millionen Jahre. Alles erforschte Angaben zu globalem Massenaussterben auf der Erde.

Er machte ein zufriedenes Gesicht, denn Dr. Wölkchen wusste ganz genau, wie dieser Tag beginnen, verlaufen und enden würde. 07:45 Uhr passierte er den Pförtner, dieser schaute auf seine Uhr und nickte ihm wohlwollen zu. 07:48 Uhr stellte er seinen geliebten Gefährten (seinen Mercedes), ab. 07:50 Uhr betrat er das Eingangstor zu seinem Institut und Punkt 07:55 Uhr steckte Dr. Peter Wölkchen seine Stempelkarte in die Uhr. Sie machte ein ächzendes Geräusch und die Arbeit konnte beginnen. All das sah er bereits deutlich vor sich. Denn es war das exakte Drehbuch für jeden Tag, im Leben des Doktor Wölkchen. Nur noch wenige Straßen und Kreuzungen, dann begrüßen mich wieder meine geliebten Zahlen., dachte er. Was gehen mich die Grichlinge und sonderbaren Spezies dahinter an, sie verderben nur meine Statistiken. Während er auf eine Kreuzung zufuhr, kroch ein leises Summen in seine Ohren, was sich immer tiefer bohrte und bis in seine mit Zahlen gefüllten inneren Windungen vordrang. Aus dem Summen wurde ein Rauschen und aus dem Rauschen ein Geflüster. Peter Wölkchen fuhr rechts ran.

Was um Himmels Willen ist in meinem Kopf los?
Werde ich jetzt verrückt?
Genies soll das öfters ereilen.
Bin ich ein Genie?“ 
Er dachte kurz nach, …natürlich bin ich ein Genie.

Die Stimmen wurden immer lauter, aber irgendwie hörten sie sich komisch und nicht menschlich an.
Er schüttelte mit aller Wucht den Kopf, schlug mit seiner Hand gegen die Stirn und wollte diesen Alptraum irgendwie abschütteln. Aber das Ergebnis war, es wurde immer lauter, immer greller und immer besitzergreifender. Nein, nein, nein hörte er immer wieder und herzzerreißend erbärmliche Schreie.
Ich bin ein Genie und werde jetzt verrückt“, sagt er zu seinem Auto. „Was zum Teufel ist da los? Mein Kopf explodiert. Arme und Beine fingen an zu schmerzen. Blut rann ihm plötzlich aus Nase, Ohren und Mund. Was ist hier los? Langsam setzte sein hochgerühmtes logisches Denken aus. Blut, Schmerzen und diverse andere Flüssigkeiten übernahmen die Regie. Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen und ein unerträglicher Schmerz bohrte sich durch seine Arme. Er hatte das Gefühl, als ob sich eine Kettensäge durch seine Innereien bohrte. Verschwommen, wie in einem Wahn, sah er, wie sein Blut in ein Auffangbecken floss und da von einem schmierigen Kerl mit gelben Gummistiefeln und einer Zigarette im Mundwinke umgerührt wurde. Die Zigarette sollte vermutlich die unzähligen Fliegen verscheuchen und den mörderischen Gestank überdecken.

Ich bin nicht nur verrückt geworden, ich bin in der Hölle.

Nein mein Sohn, du bist nicht in der Hölle, aber auch nicht im Himmel- noch nicht. Peter Wölkchen starrte mir weit aufgerissenen Augen auf einen Mann, der mit seinem leuchtend weißen Gewand vor ihm stand und mit tiefer, aber liebevoller Stimme zu ihm sprach. „Mein Sohn, ich heiße dich willkommen, nun beginnen deine Prüfungen. Möge das Licht mit dir sein.“

Moment, Moment, was soll das alles, ist das ein Scherz? Wenn ja, werde ich euch verklagen und ins Gefängnis bringen. Ich muss pünktlich im Institut sein.

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Ich bin Heimdall, ich bin der Wächter und kontrolliere den Zugang zu unserem Reich. Ja mich gibt es wirklich, ihr habt nur nicht mehr an uns geglaubt. Wir sind eine sehr alte Zivilisation und kümmern uns um euch. Ihr seid wie kleine dumme Kinder und habt, bei unserem Erscheinen, Götter zu uns gesagt. Ich bereite dich nun auf deine Prüfungen vor. Du hattest einen Autounfall und bist mit einem Schweine-Transporter zusammengestoßen. Hunderte Schweine mussten auf der Straße notgeschlachtet werden und du lagst mittendrin. Entweder du hast ein gefälliges Leben geführt und kommst in das Reich Asgard, von Euch Menschen Himmel genannt, oder in die Höhlen des Fenri, ihr sagt Hölle dazu. Ich zeige dir nur den Weg, den Weg in deine Ewigkeit. Gehen musst du allein.

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Nein, nein, nein, das kann nicht sein. Ich muss pünktlich auf Arbeit erscheinen. Ich bin noch nie zu spät gekommen. Lass also diesen Unsinn und zeig mir gefälligst den Ausgang, schimpfte er. Lieber Peter Wölkchen, hier sind alle freundlich und wollen dich nur vorbereiten., bekam er als Antwort. Alle freundlich? sagte Wölkchen verächtlich. „Wirklich alle nur freundlich? Die alle sind bestimmt nur genau so dämlich wie du.

„Du wirst deine Lage schon noch begreifen.“

„Hier gibt es nur einen einzigen Weg und genau diesen wirst du, wie jeder Mensch auf der Erde am Ende gehen. Euer Tod ist nicht das Ende, sondern den Anfang einer sehr langen Reise. Entweder endet er für immer und ewig in den Höhlen von Fenri oder, wenn ihr rein seid, im Reich Asgard. Das entscheiden aber nicht wir. Auf dieser Reise gibt es unzählig Stationen und an jeder Station wartet ein Tier auf euch. Ein Tier das irgendwann im Leben euren Weg gekreuzt hat. Ameisen, Spinnen, Hunde, Katzen, Schafe, Rinder, Pferde, Vögel. Alle wirst du wiedertreffen und an jeder einzelnen Station entscheidet eines dieser Tiere, ob du weiterdarfst oder nicht. Warst du schlecht zu ihm, verweigert es dir die Weiterreise und du gehst sofort in die Höhlen des Fenri, wenn ja, bist du wieder einen kleinen Schritt weiter und dem Reich Asgard etwas näher, bis zur nächsten Station. Deine Reise dauert viele Jahre und dabei wirst Du hunderten Tieren wiederbegegnen. Sei demütig und bescheiden.

Die Tiere richten über deine Ewigkeit.“

Ich rufe die Polizei und bringe euch Spinner alle hinter Schloss und Riegel. Ich bin Dr. Peter Wölkchen, ein angesehener Wissenschaftler. Ich weiß nicht wo ihr ausgebrochen seid und welches Lösegeld ihr verlangen wollt aber eure dämlichen Tiere sind mir ebenso egal wie euer Asgard.

Mein Sohn, ich sehe du hast einen schweren Weg vor dir, aber unendlich viel Zeit,
über dein Verhalten nachzudenken.

Meine Arbeit ist getan, deine Reise kann beginnen.“

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Seine Reise dauerte nicht viele Jahre, sondern nur wenige Tage, denn schon an der ersten Station war das Wiedersehen ein Desaster. Dr. Peter Wölkchen traf auf jene Katze, die er angefahren vor seinem Haus gefunden und dann in den Mülleimer geworfen hatte. Seine Reise war zu ENDE, denn die Katze ließ ihn nicht vorbei. Wie von Geisterhand bewegte er sich plötzlich auf einen tiefen Schlund zu, seinem neuen Zuhause.

Behandle deine Tiere so, dass du im nächsten Leben ohne Probleme
mit vertauschten Rollen klarkommen würdest.Zitat von Pascal Lachmeier

08/15-nix besonderes

Es gibt viele Sprichwörter, zum Beispiel:  0815nix besonderes.  
Wie Hunde-Sprüche, bei denen es auch reale Ursprünge gibt, die uns stets zum Staunen bringen. (Kürzlich von mir geschrieben): Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Irre Entstehungsgeschichte.

0815 war im 1. Weltkrieg ein neues Maschinengewehr (Name 08) das 1915 für das deutsche Heer entwickelt und ausgeliefert wurde – deshalb 08/15. Doch es war leicht fehlerhaft und nichts Besonderes. Wer kennt aber schon die seltsamen Hintergründe eines häufig verwendeten Spruchs? Das geht mir nicht anders. Auch ich verwende diese Redewendung als Beurteilung und kannte natürlich auch nicht die Entstehung – bis heute.

Redewendungen helfen, den Begriffsstutzigen, einen Sachverhallt verständlich zu transportieren, oder zu vereinfachen.  Sie sind in unserem Wortschatz eingezogen, oft mit wechselnder Bedeutung. 08/15 ist für neugierige Schlaumeier, als auch für langsame Geister – um das Wort: Beliebig, zu vermitteln. Das versteht der gelehrte Professor ebenso wie der größte Schwachmat. Was aber sicher beide nicht wissen, dass die Bezeichnung 08/15 von einer Waffe stammt.

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08/15

Wir benutzen d08/15 in anderen Zusammenhängen. Oder haben sie schon mal jemand sagen hören: Das ist so beliebig wie das alte Maschinengewehr. Diese Waffe war durchaus nicht beliebig oder gar nutzlos. Im 1. Weltkrieg wurden 5.000 Stück davon hergestellt (Waffenfabrik Loewe/Berlin) und später, beim Rückzug, zur Verteidigung der Armee eingesetzt.

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Einsatz des 08/15 im 1. Weltkrieg

Nullachtfünfzehn bedeutet heute so viel wie belanglos und wird abwertend oder als minderwertig gebraucht – dabei war das 08/15 im grausamen 1. Weltkrieg eine Neuentwicklung, dass der kämpfenden Truppe helfen sollte.

Was ist im Wortschatz heute geblieben:  Das ist doch nur 08/15

Ab Oktober 2025 betrete ich NEULAND. Bisher habe ich monatlich Gedanken und Erlebnisse aufgeschrieben, doch nun begebe ich mich in die Welt des UNGLAUBLICHEN und diese Abenteuer werden wöchentlich veröffentlicht. Der Wissenschaftler Dr. Peter Wölkchen erlebt Dinge, die es nicht geben-dürfte.

Dr. peter Wölkchen

Vegetarier und gesunde Ernährung – wie bei Ingrid

Wie nennt man eine Demo von Veganern?
Gemüseauflauf

Ich habe nichts gegen Veganer, nur gegen die, welche meinen die ganze Welt müsse zumindest vegetarisch leben. Es soll fanatische Veganer geben, die sogar ihre Hunde vegetarisch umerziehen wollen – völliger Unsinn.

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Unsinn

Nach meiner persönlichen Überzeugung sollten wir alle weniger Wurst und Fleisch essen – das ist ok. Einige Haltungsformen, von Tieren, sind mehr als nur unangemessen, verwerflich. Ganz zu schweigen von dem respektlosen Umgang in Schlacht-Anlagen. Tiere werden behandelt und verarbeitet wie Blechdosen. Hier kommen wir wieder auf den erfundenen Begriff Nutztier. Aber die meisten Tier-Halter, die ich kenne, lieben ihre Vierbeiner, als wären sie Familienmitglieder.

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Das muss auch keiner mehr haben.

In der Überfluss-Gesellschaft Germany sind 8 Millionen Vegetarier und 1,5 Millionen Menschen Veganer – deren Hunde nicht mitgezählt. Der Unterschied zwischen vegan und vegetarisch liegt darin, dass Vegetarier auf tierische Lebensmittel wie Fleisch und Wurst ganz verzichten, Milch, Eier oder Käse jedoch in der Regel essen. Veganer dagegen verzichten auf alle tierischen Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und sogar Honig.

In meinem Bekannten-Kreis gibt es zwei Vegetarier. Die eine war während ihres Studiums in einem Schlacht-Hof, was wohl der Auslöser war – die andere, von mir geschätzte Person ist im Job sehr erfolgreich, setzt sich sehr für Tiere ein und ist Vegetarierin aus Überzeugung -aus Idealismus. Diese sehr gut verdienende Mutter eines Sohnes, hat sich nicht nur allein ein Haus gekauft, sondern ihrem Sohn das sehr teure vegan-Leben finanziert – dessen Einstellung sich ganz schnell in Rauch auflöste, als er allein lebte.

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Ingrid mit Traktor

Bei dem Thema gesunde Ernährung fällt mir Ingrid ein, im gleichen Moment fuhr sie mit ihrem Traktor vor mir. Ingrid ist Mitte 70 schlecht zu Fuß (deshalb fährt sie alles mit diesem Gefärt) und hat ihre Anbauflächen neben meinen Schafen. Ich habe schon öfter über die fleißige Dame berichtet. (Dame würde ihr gar nicht gefallen) Also sehe ich die fleißige Ingrid fast täglich. Als ich auch heute bei meinen Schafen war, bog ich in den kleinen Feldweg zu ihr ein, stieg aus und lief zu Ingrid. Sie harkte gerade irgendetwas – das ich nicht erkennen konnte, doch sie war fleißig. Bei einer herzlichen Begrüßung, stützte sie sich auf den Stiehl, da fragte ich: Ingrid, was machst Du so emsig? Ingrid: Ich habe 4 Reihen Petersilie gesät, eine Reihe war ca. 100m, und ehe das Unkraut schießt, halte ich die winzigen Sprosse schon frei. Sie hatte also 400m zu harken – ganz im Sinne einer Großstadt-Veganerin, was sie aber ganz bestimmt nicht auch machen würde. Jedes Mal, wenn ich Ingrid mit ihren kaputten alten Knochen auf dem Feld sehe, fällt mir nur ein Wort ein:  RESPEKT.

Ingrid – ein Vorbild.

Verdammt, wo sind wir alle falsch abgebogen?

Nur Fernsehen schauen könnte ich gar nicht, ich muss etwas tun – sonst verdummt man und davon gibt es leider zu viele, sprach Ingrid. Da dreht es sich nur ums Geld, alles andere ist ihnen egal. Ich bin nichtmehr so gut zu Fuß, deshalb mache ich hier jeden Tag etwas. Mir fällt deine Arbeit auf, sagte ich, doch die meisten würden die weder tun – noch deinen Fleiß bemerken. Sie kaufen die etwas teureren Artikel und meinen, ich bin großartig und rette die Welt. Was aber für eine Arbeit dahintersteckt, weiß so gut wie niemand, von den emsigen Vegetariern.

Was nicht heißen soll, dass ich ihren Anspruch verurteile, natürlich nicht, aber viele ruhen sich in ihrer bequemen Gut-Menschen-Hängematte aus und kennen nicht die Realität.

Glaube oder Volksjustiz

Wir leben in einer bewegten Zeit – aber ist sie das nicht immer?
Die einen Politiker begründen ihr Handeln mit Ideologie und die anderen mit Logik. Wir, das Volk, werden von mehreren Seiten mit Argumenten bombardiert und alles klingen nicht vollkommen dumm. Sucht man Kraft in einem Glauben bekommt man vielleicht Stärke – andernfalls steigt die Energie für Rebellion mit unschönen Auswüchsen.

Ich bin zwar christlich erzogen, dem ich aber später sehr kritisch gegenüberstand. Nicht zuletzt auch wegen des seltsamen Verhaltens der Würdenträger. Selbst die respektablen Tempelritter drehen sich, mit ihren verblichenen Knochen, noch heute bei dem Verhalten der Kirchenfürsten im Grab um.

Mit Border Collies, indischen Laufenten und schottischen Schafen passe ich auch nicht perfekt in unsere Westliche-Lebens-Philosophie. Was solls, ich tue, was ich denke, tun zu müssen. Auch ein kleines Stück persönliche Freiheit.

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Scottish Blackface Schafe

In dieser verwirrenden Zeit kam ich mit der Philosophie des Buddhismus in Kontakt. Ich lernte Laura kennen, die mich beeindruckte. Trotz schwerer persönlicher Rückschläge, Arzt-Besuchen und einem sehr langen Aufenthalt im Buddhistischem Kloster, meistert sie bei großer Bescheidenheit, ihren neuen Alltag. 1 Stuhl in der Wohnung reicht ihr, TV und Radio sind überflüssig. -RESPEKT-  Ich möchte nun nicht gleich nach Triebet umsiedeln, doch sie hat mich unabsichtlich dazu gebracht – über Sinn und Handeln mehr nachzudenken.
Sie ist noch keine 30 und hat genügend Zeit, die richtigen Weg-Schilder zu setzen – trotz des täglichen Wahnsinns, der uns hinter jeder Ecke begegnet.

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Eine völlig andere Lebenseinstellung als unsere Konsum-Gesellschaft.

Mit Laura kam ich zu einer Buddhistischen Meditation. Der Schwerpunkte war die Anleitung zur Stille – gerade in unserer chaotischen, schnellen und lauten Welt eine wohltuende Besonderheit. Thema: Ein Tag Schweigen (und das mir als Moderator) Mediation im Wald bei sanften Bewegungen. In diesem Zusammenhang vernahm ich auch zum ersten Mal das Tibetische Sprichwort: Wenn ich alles selbst behalte, was bleibt dann um anderen zu geben. Das widerspricht klar unserer westlichen Lebensweise – die auf Konsum und Besitz ausgerichtet ist. Buddhismus ist nicht wie in unserem westlichen Verständnis ein Glaube, sondern sich selbst zu erforschen, kennenzulernen und weiterentwickeln. Hört sich sehr plosiv an, aber der gelernte westliche Zweibeiner muss mit dieser Gedankenwelt erstmal zurechtkommen. Allein schon das konsequente, uneigennützige Handeln ist uns fremd geworden – ganz zu schweigen von dem angeführten Tibetischen Sprichwort.

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Sei EINS mit der Natur.

Die drei Wurzeln des Bösen im Buddhismus:
Der Buddhismus benennt aus dem Egozentrismus heraus drei Wurzeln des Bösen. 
Ich-Wahn, Gier und Hass, sind die Geistesgifte.  Das kommt uns doch bekannt vor.

Glaube gibt den labilen Zweibeinern Halt, das wussten schon die Machthaber vor 2.000 Jahren. Wird das Volk ohne Hoffnung und Halt unzufrieden, eskalierte über kurz oder lang die Lage. So verlief die Geschichte bisher immer. Wenn die Masse überfordert wurde und Grenzen des zumutbaren überschritten wurden, kam es zu Aufstand und Volksjustiz. Ein grausamer Gegensatz zur Buddhistischen-Gedankenwelt.

Dann wurde es hässlich – Frankreich

Dann wurde es hässlich.
Massen-Hinrichtungen unterm Schafott als Volksbelustigung in Frankreich.

Familie Romanows

Hingerichtete Familie Romanows in Russland.

Nicht weit zurückliegende Beispiele von Volksjustiz sind Frankreich /mit Maximilien Robespierre und Russland /mit Wladimir Lenin. Unzählige Schafott-Hinrichtungen während der Französischen Revolution und in Russland u.a. mit der Ermordung der komplettem Zaren-Familie die Romanows inkl. ihrer Kinder. Ein sich immer wiederholender Zyklus, zwischen Glück und Wut.

Nachtrag.
Mein Schweige-Tag unter Buddhistischer Anleitung ist vorüber und hat in mir viel bewegt. Auf dem Heimweg, im Auto, habe ich mit Laura natürlich angeregt diskutiert. Sie praktiziert den buddhistischen Gedanken schon länger, aber für mich ist es völliges Neuland. Unter anderem habe ich mich sagen hören, Was haben wir die ganzen Jahre alles falsch gemacht? Laura meinte dazu: Bei deinen Shows ist der Focus sehr wichtig. Nicht, wie großartig war ich, sondern gute Unterhaltung sowie Respekt und Achtung vor den Tieren zu vermitteln.

Nun kann ich mir gut vorstellen, dass die Buddhisten in Triebet mit der vermeintlich fortschrittlichen westlichen Welt nichts anfangen können. Etwas mehr Demut und Toleranz stünden uns allen gut.

NIRVANA -Tagebuch von Kurt Cobain

Ein sehr persönlicher und offener Einblick in die explosive Gedankenwelt des einflussreichsten Musikers seiner Zeit und das erschütternde Selbstzeugnis eines radikalen Künstlers.

Kurt Cobain

Ja, ich habe auch noch andere Interessen außer Border Collies und Schafe – zum Beispiel Geschichte, Tagebücher und die Musik. NIRVANA war einer dieser Favoriten. Manch einer mag diese Band nicht – ich schon. Kompromisslos eigene Wege zu gehen hat mich bei Kurt ganz besonders fasziniert, denn in der heutigen Zeit besteht zu vieles aus Grau-Tönen und Kompromissen. Deshalb auch sein Motto: Besser in Flammen aufgehen- als langsam verglühen. Kurt Cobain war einer jener besonderen Menschen, die in kein Raster passten, und sein Tagebuch (glücklicherweise besitze ich eine Copy des Originals) verrät unendliches über sein erstaunliches Innenleben. Er gehört zu den Meilensteinen der Musikgeschichte, was ihm aber stets gleichgültig war. Er suchte nur einen Weg sich selbst zu verwirklichen. Sein Tagebuch zeigt eine zerrissene Gedankenwelt – wenn man tief gräbt.

Gehen wir alle in uns – und wagen ehrliche Kritik, so tut sich ein dunkles Universum auf. Genau dieser Kampf, mit der explosiven Seite, tobte in Kurt Cobain. Sein Tagebuch lässt in eine dramatische Welt blicken, voller Selbstzweifel, Alkohol, Bescheidenheit aber auch voll mit musikalischer Genialität.
Solche Erkenntnisse werden dem Publikum selten geboten. Ehrliche Worte von einem Superstar, zwischen Verzweiflung und Visionen, der ganz nebenbei einen unverwechselbaren Stil entwickelt hat. Den unsterblichen Sound von NIRVANA.

Kurt Cobain Tagebuch

Ich habe Angst vor dem Spott anderer.
Ich bin mir der Aufrichtigkeit in meiner Stimme bewusst.
Ich habe gern Sex mit Leuten.
Ich liebe meine Eltern, obwohl ich praktisch alles ablehne, wofür sie stehen.
Ich verstehe und respektiere die Bedeutung, die Religion für andere Menschen hat.
Punkrock bedeutet Freiheit.
Ich benutze Versatzstücke anderer Persönlichkeiten, um meine eigene zu formen.

Kurts Tagebuch- Eintrag zu einer 7 Monate-Tour von NIRVANA

Ich bin das Produkt von 7 Monaten, in denen ich mir jeden Abend die Lunge aus dem Leib gebrüllt habe, 7 Monate, in den ich rumgehüpft bin wie ein unterbelichtetet Rhesusaffe, 7 Monate, in denen ich immer wieder die gleichen Fragen beantwortet habe . . .
Ich kann es nichtmehr hören, was mir alle für Ratschläge geben. Zum Beispiel: Mann, mit eurer Band läuft es so super du schreibst großartige Songs, aber hey, du musst deinen persönlichen Scheiß auf die Reihe kriegen. Flipp nicht aus und lebe gesünder.    Ich wünschte, es wäre so einfach . . .

Kurt Cobains Entwürfe für T-Shirts

Die Anerkennung war bereits riesig und Millionen füllten sein Konto, dennoch schrieb er in sein Tagebuch: Hoffentlich sind wir morgen nicht wieder so schlecht wie heute. Er wollte keine verdammte Rock-Ikone sein und lehnte Luxus.
Das war Kurt Cobain: Musikalisch grandios, aber zerfressen vom angeblichen Unvermögen.

Solche dramatischen Selbstzweifel plagten zahlreiche Persönlichkeiten, die im Gedächtnis von vielen Menschen verankert sind. Dabei bekommen wir alle, auch ich, gelehrt:  Gehe deinen Weg.
Hunde wollen eine Rudelführer und Menschen Personen, zu denen sie aufschauen können. So die Theorie, aber wir können nichts Besonderes vollbringen, wenn andere Gedanken und Handeln bestimmen. Wer sich der Masse stumpf unterordnet, ist nur ein nützlicher Idiot.

Sei nicht angepasst und unverwechselbar – auch das ist seine Botschaft.

Kurt Cobain zwischen Wahnsinn und Genie.

Er starb am 05. April 1994, unter Alkohol, Drogen und durch gegen sich selbst gerichtetes Gewehr, in seiner Garage.

Heute musiziert er mit Amy Winhouse und Lemmy Kilmister im Thronsaal

Wer noch immer nicht weiß, wer NIRVANA und Kurt Cobain ist, der lebe weiter friedlich in seiner Traumwelt und lasse sich nicht von einem genialen Miesepeter, wie Kurt Cobain, vom sonnigen Wanderpfad abbringen.

Abschiedsbrief von Kurt Cobain
Leitspruch eines kompromisslosen Künstlers.

Hunde sind intelligent

Ja sie können denken und die Grauen-Zellen leisten mehr als viele vermuten – aber der Unterschied ist, dass sie im Hier und Jetzt leben und nicht abstrakt über Vergangenheit oder Zukunft nachdenken. Sie können Dinge erlernen und auch selbstständig entscheiden, wie sie worauf reagieren, das zeigt, dass sie denken. Wenn ein Hund allein lernt, wie Türen geöffnet werden, handelt er nicht nur aus Trieb – da ist Hochspannung im Denk-Apparat.

Border Collie Hündin Abby

Border Collie Hündin Abby

Hunde haben von der Evolution ein aktives Oberstübchen erhalten und können damit über ihr Tun nachdenken. Sie haben nicht die gleichen Fähigkeiten wie wir angeblich schlauen Zweibeiner, aber etwas Beachtliches geht in ihren Köpfen vor.

Hunde sind in der Lage, Rasse abhängig, bis zu 250 Wörter zu unterscheiden und sie besitzen die Fähigkeit Mimik und Gesten perfekt zu deuten.

Lieben Hunde ihre Besitzer? Sie lieben Herrchen und Frauchen – mehr als Katzen dies tun. Ich war überrascht, dass Hunde einen hohen Wert an Oxytocin produzieren. 57,2 Prozent, das ist unglaublich und zeigt, dass Hunde sich wirklich um ihre Halter sorgen. Bei diesem Thema ist aber größte Vorsicht geboten – dass wir unsere Lieblinge nicht zu sehr vermenschlichen – denn sie leben in ihrer tierischen Umgebung, in ihrer Hunde-Welt, denn einige von uns Schlaubergern projizieren sie zu häufig in die seltsame Menschen-Welt, oder sagen wir besser dazu: Alice im Wunder-Land.

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Abby bei der Arbeit

Bin ich der Lieblingsmensch meines Hundes? Wir wären doch gerne die Nummer eins unserer pelzigen Mitbewohner. Ob man tatsächlich der Lieblingsmensch eines Hundes ist, hängt allgemein von drei Faktoren ab: Art der Sozialisierung, Aufmerksamkeit – die man ihm gibt, positiven Assoziationen – die man schafft.

Manchmal ist die Lieblingsperson eines Hundes nicht seine primäre Bezugsperson. Wie wählen Hunde ihren Lieblingsmenschen? Ist es die Person, die sie am meisten abschlecken? Oder die, die ihnen die meisten Leckerlis gibt? Oder sind andere Faktoren relevant?

Obwohl jeder Hund eine eigene Persönlichkeit hat, können wir zu diesem Thema einige allgemein gültige Aussagen treffen. Der Hund kann wohl unterscheiden, wer Spaziergang, Arbeit, Futter oder Rudelführer bedeutet.

Es ist z.B. ein gutes Zeichen, wenn der kleine Wildfang gerne nahe bei mir liegt und in der Nähe gut schlafen kann. Dies zeigt, dass er großes Vertrauen hat – eine Bindung ist geschafft.

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Pause

  • Abstraktes Denken ist eine Vereinfachung von Denkprozessen.
  • Dafür werden Einzelheiten weggelassen
  • Eine Information wird auf ihren wesentlichen Inhalt reduziert.
  • Eine Verarbeitung ist somit leichter möglich.
  • Hunde sind fähig Täuschungsmanöver auszuführen.
  • Selbständig Probleme zu lösen.
  • Das Niveau der abstrakten Denkprozesse unserer Hunde entspricht etwa
    eines Kindes im Alter von 1 – 2 Jahren.

Das hört sich alles sehr wissenschaftlich an, aber genau das läuft im Innenleben unserer Lieblinge ab. In der Praxis interessiert uns aber vordergründig nur die Umsetzung. Das mag etwas oberflächlich erscheinen, aber bei der Arbeit geht es um Handlung – mit der Hoffnung, dass der vierbeinige Kollege einiges besser erledigen kann als wir.

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Hunde leben in der Gegenwart.

Er ist in der Lage, sich an die Vergangenheit zu erinnern und aus den Erlebnissen Lehren zu ziehen. Eine genaue strategische Planung seines Lebens in der Zukunft ist ihm allerdings nicht möglich.

Hunde entscheiden immer ehrlich nach der jeweiligen Situation. Sie stellen aber sehr wohl eine Kosten-Nutzen-Rechnung auf. Liegt eine Handlung schon länger zurück, kann der Hund die Belohnung oder die Strafe nicht mehr mit den zurückliegenden Geschehnissen verbinden. Der Hund erinnert sich zwar an die Vergangenheit, aber empfindet und versteht die Strafe oder das Lob nicht im Zusammenhang mit der zurückliegenden Handlung.

Eine Belohnung muss innerhalb einer kurzen Zeitspanne von drei Sekunden erfolgen. Liegt ein zu langer Zeitraum zwischen Handlung und Belohnung, bleibt die Verknüpfung im Gehirn aus. Der Racker freut sich zwar über das Leckerli, er kann aber keine Verbindung zu seinem Verhalten „in der Vergangenheit“ herstellen. 

Deshalb ist Timing wichtig.  

Haben Hunde Schuldgefühle?

Es mag vielleicht viele Hundehalter enttäuschen, aber Hunde können sich nicht schuldig fühlen. Vielmehr wird ihr vermeintlich schlechtes Gewissen von uns vermenschlicht und nicht als das angesehen, was es eigentlich ist, ein Beschwichtigungsversuch.

Border Collie

Kann er meine Gedanken lesen?

Vielleicht hat er sich zur Tür begeben, bevor du auch nur daran gedacht hast, spazieren zu gehen. Viele Hundebesitzer fragen sich, ob Hunde tatsächlich unsere Gedanken lesen können. Die Antwort ist: In gewisser Weise können sie unsere Gedanken lese, und das hat viel tiefere Gründe, als du vielleicht denkst. Auch bestimmte Geräusche (Auto, Schlüssel) und Abläufe tragen zu dieser vermeidlichen Gedankenübertragung bei. Hunde sind aufmerksame Beobachter und schussfolgern in ihrer abstrakten Denkweise, was passiert.

Wollen Hunde geknuddelt werden?

Küssen und knuddeln wird niemals von den kleinen Raketen mit Begeisterung empfangen – es wird in der Regel als Aufdrängen/Einengung empfunden. Berührungen nach einer Leistung werden 99,9% der Hunde als unangenehm empfunden. Auch lobendes klopfen und tätscheln schätzen die wenigsten Hunde nicht.

Scottish Blackface

Das war ein kleiner Ausflug in die Gehirnwindungen unserer geliebten Raketen, doch eigentlich geht es um Schafe und unsere Vierbeiner sind dabei eine große Hilfe.

Von einem sehr bekannten Border-Collie-Trainer hörte ich den Spruch: Ohne Rücksicht auf Verluste arbeiten sie, als hätten sie einen zweiten Ersatz-Körper im Kühlschrank.

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May bei der Arbeit

Für diese großartigen Kollegen haben wir die Verantwortung.

Border Collie May

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt.

Sprichwörter um den Hund, gibt es eine ganze Menge! Aber woher kommen sie, warum sagt man dies und jenes – was bedeuten sie?

Der Hund ist nicht nur der treuste, sondern auch der älteste Freund des Menschen. Durch Zuwendung und die gemeinsame Jagd hat sich diese artübergreifende Freundschaft weiterentwickelt. Sie ist für viele Zweibeiner heute nicht mehr wegzudenken. Diese knuddeligen Wollknäule sind für die meisten Menschen ein echtes Familienmitglied.

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Border Collie Abby bei der Arbeit

Nun durchstöbern wir einige Redewendungen.

Auf den Hund gekommen.
Heutzutage wird diese Wortschöpfung oft scherzhaft für Neu-Hundebesitzer verwendet. Es gibt verschiedene Theorien zu diesem Sprachgebrauch.
Die bekannteste davon: Früher hatten einige Menschen am Boden ihrer Geldtruhe eine kleine Hundefigur – oftmals sogar mit fletschenden Zähnen. Dieser symbolische Hund sollte sowohl mögliche Diebe abschrecken, aber auch den Besitzer zur Sparsamkeit ermahnen. Hatte der Besitzer genug Geld in der Kiste, war der Hund von Geld bedeckt. Kam der Hund zum Vorschein bedeutete das, es wurden viele Taler ausgegeben und ist sprichwörtlich auf den Hund gekommen.

Hundeelend.
Die Redensart mir ist hundeelend, hängt mit der ersten Redensart auf den Hund gekommen zusammen. Wenn die Menschen wenig Geld hatten oder gar bankrott waren, ging es ihnen in elend.

Da liegt der Hund begraben.
Hiermit wird in der Regel der Kern bzw. der Ursprung eines Problems dargestellt. Auch diese Redewendung steht in engem Zusammenhang mit
Auf den Hund gekommen sowie sich hundeelend zu fühlen. Wenn man wusste, wo der Hund begraben liegt, wusste man auch, wo sich der Schatz versteckt hat – die vielen Taler liegen.

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt.
Dieses Sprichwort ist Ausdruck großer Verwunderung, wenn man ausdrücken will, wie erstaunt man ist. Diese Redewendung stammt aus der Geschichte von Til Eulenspiegel. In einer Szene arbeitet Til bei einem Bierbrauer, dem der Hund „Hopf“ gehört. Eulenspiegel sollte in Auftrag des Braumeisters Bier brauen und dabei sorgfältig den Hopfen sieden. Nach Ermahnung, die Arbeit ordentlich zu erledigen, warf Til Eulenspiegel kurzerhand den Hund Hopf in die Braupfanne. Der Hund hieß tatsächlich Hopf -wie Hopfen.      Verrückte Geschichte.

Ich bin hundemüde.
Diese Redewendung geht auf den erhöhten Schlafbedarf zurück, den unsere pelzigen Freunde haben. Um die 16-18 Stunden Schlaf brauchen unsere Vierbeiner pro Tag! Das ist für sie ein entspanntes Leben.

Ich bin Hundemüde

Lange Pause – schlafen

Hundstage.
Die Hundstage haben eigentlich nichts mit unseren pelzigen Freunden zu tun. Die Bezeichnung der Hundstage stammt aus dem alten Ägypten und geht auf den Doppelstern Sirius und dem Sternbild Großer Hund zurück. Die Hundstage bezeichnen also eigentlich ein astronomisches Ereignis.

Bunter Hund

Bekannt wie ein bunter Hund.
Diese Redewendung fällt häufig, wenn man über sehr bekannte Menschen spricht. Der Ursprung ist nicht ganz geklärt. Früher waren unsere Hunde in der Regel einfarbig oder gescheckt (zweifarbig). Ein Hund mit mehr als 2 verschiedenen Farben galt als Seltenheit und bunt – war also stadtbekannt.

Hundswetter.
Diese Redewendung hat eine eher negative Bedeutung und bezeichnet regnerisches oder schlechtes Wetter. Der Ursprung liegt in Großbritannien, denn dort gibt es die Redewendung  It’s raining cats and dogs. In der deutschen Übersetzung wurde es dann überraschend zu Hundswetter.

Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
Dieses Sprichwort bedeutet so viel wie die Dinge gut sein lassen – ausgestandene Dinge nicht wieder aufzuwirbeln.

Bellende Hunde beißen nicht.
Dies ist ein Irrtum. Hunde, die bellen, beißen nicht, ist eine bekannte Redensart, die allerdings auf keinen Fall wörtlich genommen werden soll. In der Alltagssprache bedeutet es so viel wie: Wer dir auf aggressive Art und Weise droht, macht in der Regel nicht ernst. Hier wurde menschliches Verhalten auf Hunde übertragen.
Wieder ein Fehler der Zweibeiner.

Den Letzten beißen die Hunde.
Diese Redensart kommt ursprünglich aus der Jagd, weil das schwächste Tier in der Regel von der Herde getrennt und von den Hunden gestellt wird.  Bildlich gut vorstellbar. In der Alltagssprache wird diese Redewendung verwendet, um zu verdeutlichen, dass der Letzte Konsequenzen tragen muss.

Vierbeiner heute.

Die Hunde-Redewendung wird häufig verwendet.  Leider ist die Herkunft nicht immer klar. Fakt ist aber, die meisten der geschichtlich wertvollen Aussagen haben für uns eher eine negative Bedeutung.

Heutzutage können sich unsere geliebten Vierbeiner aber glücklicherweise eines besseren Rufes erfreuen!

Wir lieben sie.

Bedeutung

Bedenke, dass du auf einem wirklich kleinen, unbedeutenden Planeten für einen kurzen Moment lebest, während dieser Planet bereits seit Milliarden von Jahren in einer Galaxie mit Milliarden von Sonnen und Planeten existiert und von Milliarden anderer Galaxien umgeben ist, die weitere Milliarden Jahre existieren werden – nach uns.

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Doch dies ist die tatsächliche Bedeutung, der selbsternannten Könige der Welt.

Im Augenblick der Existenz ist nicht Tod der größte Verlust, sondern der von Selbstvertrauen, Liebe und Hoffnung. Achte darum auf dein Tun, hinterfrage jegliches Handeln und sei zu allen Kreaturen freundlich.

Unser Zuhause.

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Warum halte ich Hunde, Schafe und Enten? – weil ich das Gefühl habe, dass es richtig ist. Ich folge meiner positiven Überzeugung – einer inneren Stimme, die mir sagt: Sie gehören zu mir. Ob dies sinnvoll ist und mich vielleicht sogar zu einem wertvollen Menschen macht, kann ich nicht sagen.

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Solche Überlegungen kommen heraus, wenn man im Winter in einer kleinen Holzhütte wohnt,
Wein trinkt und lange in die Sterne schaut.

Denken und handeln wir immer richtig?  NEIN.    Frage:  Was ist richtig – was ist falsch?

Man könnte auch fragen, was ist der Sinn des Lebens. Einstein sagte zu diesem Thema:
Der Sinn besteht darin, nicht ein erfolgreicher – sondern ein wertvoller Mensch zu sein. Werte schöpft der Mensch selbst, aus seinem Inneren. Das unterscheidet ihn von allen anderen Kreaturen.

Die Schwierigkeit besteht auch im Vertrauen. Vertrauen ist wie dünnes Eis – hat es Risse, oder ist gar einmal gebrochen, kann man nie wieder unbeschwert darüber gehen.

Ursache und Wirkung.

7-Naturgesetze

Nach dem ereignisreichen Ausflug – Erinnerung in meine Jugend, nun ein schwereres Thema.
Die Realität. Es ist 0:42 Uhr und ich wache, aus mir unverständlichen Gründen, auf. Sofort schossen 1000 Dinge durch den Kopf.  Einiges wichtig und anderes – naja. Tiere, Geld, Auto,
Gesundheit, Zukunft, und-und-und. Dabei kam mir in den Sinn:   Ist das alles Realität, oder Fantasie?

Die Flut.

Wenn die Flut an Infos uns nicht zum Ziel bringt.

Wie bilden wir unsere Realität? Der Ursprung sind die ständigen überfallartigen Informationen, die auf uns einprasseln. Was nehmen wir davon wahr?  Wird meine Wahrnehmung – meine Realität dadurch beeinflusst? Werden meine Gedanken manipuliert? Folgt man diesem Weg nicht mehr, muss der bequeme Pfad des ja-sagens verlassen werden. Menschen sagen, dass sie bestimmte Dinge möchten. Wir wollen Glück, Gesundheit, Frieden, Wohlstand und Freiheit. Das sind alles großartige Ziele, nach dessen streben sich lohnt – doch diese Wünsche sind nicht ehrlich.

Werden sie damit konfrontiert, dass sich dies nicht automatisch einstellt, schalten sie auf Ablehnung.
Was nicht gedanklich eingespeist wurde – darf nicht sein.

Nur wenn wir fest an etwas glauben, wird es sich in der Realität verwirklichen.

Menschen und deren Realität sind programmierbar – wie Computer. Die zahllosen Informationen ob wichtig – unwichtig, gut – schlecht, verstopfen unsere Festplatte und somit auch die Wahrnehmung. Unsere Realität erschaffen wir konstruktiv, oder destruktiv.
Bevor wir aber all dies verstehen, müssen wir die Naturgesetze begreifen. Diese Gesetze beruhen auf 7 Prinzipien, auch HERMETISCHE Prinzipien genannt.  Die 7 Prinzipien der Natur sind:
Mentalismus, Korrespondenz, Schwingung, Polarität, Rhythmus, Ursache und Wirkung, Geschlecht.

Die 7-Naturgesetze

Diese 7 Naturgesetze/ hermetische Prinzipien sollte jeder kennen,
auch wenn sie das Oberstübchen anstrengen.

1 Mentalismus: Jeder Gedanke ist ein Schöpfungsprozess! Achte auf deine Gedanken – sie können schaffen und zerstören. Du formst mit deinen Gedanken deine Realität, unabhängig von der Qualität deiner Gedanken
2 Korrespondenz/Resonanz: Es gibt absolut nichts in deinem Leben, was nichts mit dir zu tun hat! Alles, was du erlebst, hast du durch deine Gedanken, durch deine Gefühle oder durch deine Taten in dein Leben gerufen. Dein persönliches Verhalten bestimmt über dein Umfeld.
3 Schwingung: Jeder Gedanke, jede Absicht, jedes Gefühl, jede Emotion und jede Handlung beinhalten eine ganz individuelle Schwingung, die mittel- und langfristig deine Gesundheit, deine persönlichen Lebensverhältnisse sowie auch deine gesamten Lebensumstände formt.
4 Polarität: Das Gesetz der Polarität lehrt das Gegenteil dessen, was deine Glaubenssätze behaupten. Deine unterbewussten Überzeugungen teilen die Welt in „gut“ oder „schlecht“ ein. Das Polaritätsgesetz jedoch offenbart dir, dass alles zwei Seiten hat. Jedes einseitige Urteil besitzt einen wahren und einen unwahren Anteil, denn jede Wahrheit ist nur eine Halbwahrheit.
Somit hat jede Krise auch immer etwas Gutes:
5 Rhythmus: Dieses Prinzip besagt, dass Alles einem ständigen rhythmischen Wandel unterliegt. Alles im Universum folgt einem natürlichen Rhythmus. So wie das Ein- und Ausatmen, das Geboren werden – Leben – Sterben oder unsere Jahreszeiten.
6 Ursache und Wirkung: Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur ein Begriff für ein unerkanntes Gesetz. Alles, was du denkst, fühlst und tust hat eine Wirkung
7 Geschlecht: Du bist in deiner Natur Schöpfer. Welche Ziele du auch verfolgst: Jeder Wunsch benötigt in seiner Entstehung deine Schöpferkraft. Diese ist am höchsten, wenn du die Balance zwischen all deinen männlichen und weiblichen Qualitäten findest. Du brauchst, um Neues zu erschaffen immer beide Aspekte. Durch die Einheit von weiblichen und männlichen Aspekten entsteht eine Verbindung, die gewaltiges Potenzial beinhaltet. Es kann zu keiner Geburt kommen, wenn nicht männliche und weibliche Anteile zusammenkommen. Keine Schöpfung ist ohne dieses Prinzip möglich – sei sie physisch, mental oder geistig. Zum Beispiel der Tod, als vollständige Einstellung aller Bewegungen und Energie, ist eine Illusion.

Das Prinzip der Schwingung besagt, dass es keinen wirklichen Stillstand gibt. Alles ist Energie.
In unserem Alltag wollen wir aber nicht immer über all diese Dinge nachdenken.
Wir erlauben uns bewusst dumme Freiräume, in denen wir nur Freuden nachgehen. So wie es die physikalischen Gesetze gibt (zum Beispiel Schwerkraft), genauso gibt es auch Gesetze, die uns mental beeinflussen, einen Effekt auf unser Leben haben und unser tägliches Tun und Denken gehören dazu.

Diese 7 Gesetze sind für unsere Grauen-Zellen, zum sonstigen belanglosen Alltag, anspruchsvolle Arbeit – aber die Realität aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, lohnt. Wollen wir unsere echte Realität ergründen, sind diese Gesetze der erste Schritt in die richtige Richtung.

Weisheit ist nicht Wissen, sondern Handlung.
Handlung ist die Kombination aus Wissen und Verständnis.

                                  Hört sich schlau an, …aber jetzt muss ich wieder zu meinen Schafen.

Alles hat nur den Wert, was man ihm verleiht.

Obdachlos

Wenn ich schon dachte, bei mir lief es in den letzten 1 ½ Jahren (nach meinem Crash) nicht berauschend, so gibt es Schicksale, bei denen das Leben 3-Nummern härter zugeschlagen hat.

Meine Tiere geben mir nicht nur Kraft, sondern auch viel Freude. Das Thema Wolf ist zwar ein bitterer Tropfen im Kelch, doch die schottischen Damen bereichern mein Leben. Auf seltsamer Art und Weise habe ich nun eher einen Blick für die Outsider. Menschen, die nicht so recht in unser Vorstellungs-Muster passen – aber kämpfen

Jagdrevier

Als ich heute Abend von den schottischen Damen auf vier Beinen und Hörnern kam, fuhr ich noch zu REWE, um meine Nahrung zu erbeuten. Beim Eintreten, in den Tempel des Überflusses sah ich einen älteren Mann, der am Eingang Zeitungen verkaufte. Es war Der Bote. Nix mit Sekte, sondern ein Blatt der Obdachlosen. Ich ging zunächst weiter, denn ich wollte mir ja ein kleines Stück aus dem Nahrungsreichtum herausreißen. Französischer Wein stand auch auf der Abschußliste. Nachdem ich die Jagd erfolgreich beendet hatte, inkl. Vin de France-rouge, chillte ich wieder Richtung Ausgang. Der Outsider ging noch immer seiner Tätigkeit nach und bot fleißig die Zeitschrift der Menschen ohne Bleibe an.

Jagd-Beute

Seine Augen waren etwas erstaunt, als ich meinen Fang abstellte und ihn begrüßte. Er war freundlich, offen und ich erfuhr einiges über sein hartes Leben. Klaus war 56 Jahre /sah 10 Jahre älter aus, verheiratet und musste zudem für 2 Kinder und 2 Enkel sorgen. Von der Stadt hatten sie (wegen dem Nachwuchs) eine Notunterkunft erhalten. Computer, Internet und Auto blieben jedoch unerschwinglicher Reichtum. Zum Zeitungsverkauf meinte Klaus: Wenigstens Etwas. Er hat sich in unzähligen Firmen beworben – aber für diese sei er zu alt. Seine Frage an mich: Wenn ich Arbeit hätte, kommt er mit seiner Frau vorbei und würden alles machen. Mit dem Bus kämmen sie überall hin.

…und wir beschweren uns über miesen Internet-Empfang, schlechtes TV-Programm oder übles Wetter. Trinken aus Verzweiflung französischen Wein und unsere Tiere erhalten bestes Futter. Das Leben kann aber deutlich brutaler zuschlagen, wie bei Klaus.

Sein täglicher Kampf bewegt sich in völlig anderen Regionen. Die meisten von uns hätten bei einem solchen Problem-Berg längst das Handtuch geworfen – doch er kämpft weiter.
Auch mir wurde schon angeraten: Verkauf (nach deinem Unfall) alle Tiere, so hast Du weniger Arbeit und geringere Sorgen. Ist mit mir aber nicht zu machen. Tiere sind mein Leben.

Der Bote

Klaus sitzt tapfer jeden Nachmittag vor dem REWE-Markt und versucht Zeitschriften zu verkaufen. Falls Ihr also jemanden seht, der den Boten anbietet, nehmt euch 2 Minuten Zeit, seit freundlich und kauft etwas. Es ist seine einzige Einnahmequelle – sein lautloser Hilferuf. Für seinen Lebensmut und Kampfgeist habe ich ihn bewundert, trotz der wirklich üblen Umstände. So wie bei der fleißigen Rentnerin Ingrid von der ich kürzlich berichtet habe, fällt mir nur immer wieder ein Wort ein:  Hochachtung!

Stolz zeigte er mir unaufgefordert seinen Ausweis mit den Worten: Alles legal. Super, dachte ich, in dem ganzen Desaster hat er sich dennoch seine Ehre bewahrt. Könnten wir auch diese Standhaftigkeit zeigen? Ich glaube nicht. Viele meiner Bekannten und Mitstreiter leben in guten Verhältnissen und einige suchen ihren Partner sogar nach Sicherheiten aus. Das erscheint oberflächlich, was es ohne Kinder vermutlich auch ist, aber alte Regel: Umwelt formt den Menschen.

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Dieser Blick erwärmt das Herz.

Zu Hause fragte ich später Tante-Google, was sie mir alles über Obdachlose erzählen kann. WOW, ich war überrascht, es scheint ein kleingehaltenes – aber gigantisches Thema zu sein. Was bei den unzähligen Berichten auffällt, sie geben das Letzte (das sie noch haben) für ihre Tiere. Futter, ihre einzige Decke bei Kälte und uneingeschränkte Zuwendung. Davon kann sich so manch einer, aus der Heilen-Welt, eine Scheibe abschneiden.
Schwerpunk, sei vor allem, ihre Tierliebe, berichtete die allwissende Tante. Klar, der kleine vierbeinige Racker ersetzt die Familie und manchmal sogar den Gesprächspartner und viele aus der Heilen-Welt sollten sich von Zuwendung und Besorgnis etwas abschauen.

Es sind nicht nur Outsider, sondern Zweibeiner, die ganz andre Werte wiederentdeckt haben und einigen dieser Pechvögel hilft Alkohol, um das unverschuldete Desaster vergessen zu können.


Obdachlos-mit Hund

Die einzige Decke bekommt der Hund.

Zurück zu Klaus. Die Kinder gehen in Nienburg zur Schule. Robert, Volker, Steffen und Bernd. Ich hoffe, dass sie ein leichteres Leben haben. Der Vater tut in jedem Fall alles dafür.

Klaus hatte einen Job, er verdiente kein Vermögen, aber er konnte seine Familie ordentlich versorgen. Die Arbeit im Lager einer Spedition machte ihm Spaß, die Kollegen waren nett und das spärliche Geld kam pünktlich. Wir hatten drei Kinder und das vierte Wunschkind war unterwegs. Plötzlich, völlig unerwartet, meldete die Spedition Insolvenz an und das Lager war damit arbeitslos. Der Schock war so groß, dass ich alle in unseren alten Passat verfrachtete und mit Zelt an die See fuhr. Wir wollten nur 1 Woche bleiben, aber am Ende wurden daraus 57 Monate erzählte Klaus. Im Krankenhaus an der See haben wir unser viertes Kind bekommen. Das Erhalten

der Papiere war schwierig, denn unsere Wohnung war bereits gekündigt und wir, als Familie, obdachlos. Kein Geld für Benzin, kein Geld für essen. Aus Not verkaufte ich deshalb das Auto für 500,-€. Viel Geld (eigentlich nicht, aber für ihn wohl ein kurzer Segen) So zogen wir einige Jahre an der Küste von Ort zu Ort. Arbeit fand ich nicht, aber wir schlugen uns durch. Bis wir wieder zurück nach Nienburg kamen, um unseren Kindern vielleicht wieder eine Regelmäßigkeit zu geben. Die Stadt besorgte uns, wegen der Kinder, eine kleine Bleibe, meine Frau geht gelegentlich putzen, ich sitze hier und verkaufe Zeitungen. Aber – und das sagte er mit großem Stolz, unsere Kinder gehen in Nienburg zur Schule.

Wir sprachen schon einige Zeit, da fragte ich: Klaus, möchtest du auch einen Kaffee, ich hole mir einen. Ja, sehr gern, war seine Antwort. Während ich am Kaffee anstand, beobachtete ich ihn. Er war für die einkauffreudigen REWE-Jäger nicht aufdringlich, aber er bot unermüdlich seine Zeitung an.
Er kämpfte hart für seine Familie. Bei diesem Anblick dachte ich an Robert, Volker, Steffen und Bernd.

Fotos wollte Klaus, aus Rücksicht auf seine Kinder, von sich nicht machen lassen.
Das habe ich respektiert.