Was ist mein Weg? …Border Collies, Schafe und vielmehr

…das ist die Frage aller Fragen, wenn man sich mit der eigenen Person auseinander setzt. Die Wahrheit ist aber oft eine ganz andere, als sie im ersten Moment scheint. Ein Beispiel lässt uns da ganz besonders schmunzeln. Der heute weltweit bekannte Erfinder Thomas A. Edison. war in seiner Kindheit alles andere als eine große Leuchte. Er sei desinteressiert und geistig langsam gewesen, also nicht gerade ein Kind, das später die Welt verändern würde. Seine Lehrer verzweifelten an ihm und bezeichneten klein Edison sogar als dumm. So relativiert sich also das „Woher & Wohin“, denn das Leben geht zuweilen recht seltsame Wege, dies aber mit ziemlicher Sicherheit.

Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Tiere gehörten schon immer zu meinem Haushalt, aber das waren eher Katzen, Familienhunde und Pferde. Dies alles ist ja nun wirklich meilenweit von meinem heutigen Leben entfernt. Hätte mir vor 25 Jahren jemand gesagt, dass ich einmal stolz auf meine eigene Schafherde bin, Klauen schneide, Mist schaufle, vierbeinige schottische Mitarbeiter habe und das Ganze auch noch aufschreibe, so hätte ich ihn sicher gefragt, ob er irgend welche verbotenen Substanzen eingenommen hat.

Heute beschäftige ich mich mit Themen, die in Deutschland von unseren 80 Millionen Mitbewohnern nicht gerade als allgemeine Freizeitbeschäftigung angesehen werden. Dabei habe ich viele spannende Menschen kennengelernt, die von der gleichen „Krankheit“ befallen sind wie ich, dem Border Collie Fanatismus. Der Border Collie ist ein außergewöhnlicher Spezialist, zwischen Wahnsinn & Genie. Falls dies nach Übertreibung klingt, so versucht doch bitte einmal euren Hund in einer Entfernung von 400 m zu dirigieren…  Es wird nicht gelingen, doch für einen ausgebildeten Border Collie ist dies Alltag.

Funktioniert bei dieser Arbeit etwas nicht, liegt die Schwierigkeiten meist nicht bei diesen kleinen Genies, sondern bei uns, wie es fast immer um die Unzulänglichkeiten der Hundeführer geht. Der allgemeine Kontrollwahn hat uns nicht auf diese Hunde vorbereitet, denn mit Border Collies arbeiten heißt Verantwortung teilen. Gerade dieses bewusste Abgeben, bereitet uns Kopfschmerzen (natürlich auch mir). Schon im Kindergarten haben wir fleißig gelernt, „du musst alles ordentlich machen“ und ordentlich heißt in Old Germany: behalte die Kontrolle. „Eigentlich“ nichts Schlimmes, aber das Zusammenspiel von Natur, Schafen, Border Collies und Hundeführer, zaubert uns in eine ganz andere Welt und in diesem „Wunderland“ gelten andere Gesetze.

Wo geht meine Reise noch hin? Das kann ich nicht genau sagen, aber egal in welche Richtung, immer mit meinen Tieren. Freunde von mir richten ihr ganzes Leben auf Wettkämpfe aus und rechnen alles in Trial-Punkte um, bei mir ist das anders. Natürlich möchte ich mit meinen Hunden auf Trials unser Bestes geben, aber bei mir sind diese Trials eben nur ein Teil vom Ganzen. Es könnte aber auch ebenso gut sein, dass ich in Zukunft öfters an Wettkämpfe teilnehme, fotografiere oder  mehr schreibe. Was ist mein Weg?

Woher- weiß ich, aber
wohin – weiß nur der Wind, oder diese kleine Stimme im Ohr.

Wir waren wild…

Erinnerung an eine wunderbare Zeit.
Meine Kindheit war toll. Nicht alle können das sagen und das ist schade, denn mit einer glücklichen Kindheit haben wir einen guten Start in das Leben, welche Überraschungen dieses auch immer für uns bereit hält. Die Ferien verbrachte ich meist bei meinen Großeltern auf dem Land. Zwischen Hunden, Katzen, Hühnern und Bienen. Eine Welt voller Wunder, Spass und ganz viel Natur. Auch mein Urgroßvater Martin Vogel ist mir noch schwach in Erinnerung. Ein alter Herr mit Schnauzbart und Taschenuhr in der Weste, eben ein Mann vom „alten Schlag“. Fleißig, bescheiden aber immer irgendwie der Boss. Er hatte meist eine Pfeife im Mund und war sehr gelassen. Heute würde ich sagen: er war richtig cool. In seinem Wohnzimmer hing ein „Monster“.  Das Monster hieß Kuckucksuhr, oder besser gesagt ein Vogel an ihr, der mir damals riesig vorkam und mich immer bedrohlich anschaute. Wie oft waren wir gemeinsam im Bienenhaus und haben Bienenwaben geschleudert. Es war eine tolle Zeit, spannend und immer ein großes Abenteuer.

Zwei Freunde @ Hardi Schaarschmidt

Zwei Freunde @ Hardi Schaarschmidt

Mein Großvater Rudi kam aus dem Schwarzwald, „ein Baum von einem Kerl“. Im Krieg war er Marine Offizier und ziemlich selbstbewusst noch dazu. Wie das Leben aber so spielt, diente der
Bruder Hans meiner Oma Else als Matrose zufällig auf dem gleichen Schiff. Bei einem der täglichen Kontrollgänge, bemerkte er im Spind des Matrosen Hans ein Foto. Dieses eine Foto, mit einer hübschen Frau, sollte noch so einiges verändern.

„Wer ist das? Ihre Frau?“ fragte Offizier Kopper. „Nein meine Schwester“. „Ist sie verheiratet?“ Ja Herr Offizier. Ihr Mann ist auch an der Front“. So verging einige Zeit und zwischen den beiden entstand ein Vertrauensverhältnis (Freundschaften waren nicht so gern gesehen, schon gar nicht zwischen Offizier und Matrose)  Matrosen Hans aber den einen oder anderen Tag Sonderurlaub. Leider starb er bei einem Einsatz, so dass wie üblich alle persönlichen Dinge an seine Heimat Adresse geschickt werden sollten. In diesem Fall übernahm es der Offizier Rudi Kopper selbst und überbrachte die schreckliche Nachricht persönlich. Aus dieser Begegnung entstand nach dem Tod ihres Mannes (er starb in Stalingrad), erst eine Freundschaft und dann eine Liebe, die sie bis zu ihrem Tod vereinte. Hört sich fast wie die Story aus  einem alten Schwarz-weiß-Film an, bei dem es immer ein Happy End gibt  – aber so war es bei meinen Großeltern, Else & Rudi.

Nun sind beide schon lange Tod, aber ich denke oft an sie.

Einige Jahre später kamen wieder Abenteuer auf mich zu, doch diesmal ohne Hühner, Bienen oder Kuckucksuhr. In der Schulzeit waren wir „The Big Five“ – fünf Freunde. Olaf, Frank, Ullrich, Heiko und ich. Wir saßen alle noch auf der Schulbank und hatten doch nichts anderes als Partys, Konzerte und Disco im Kopf. Frei nach dem Motto: Was geht es uns an,  was später ist. Erstaunlicher Weise hatten wir aber nicht die schlechtesten Noten. Erstaunlich deshalb, da wir Hausaufgaben und sonstige Lernaktivitäten für pure Zeitverschwendung hielten. Dummerweise wohnte der Schuldirektor direkt neben mir und das fand ich ganz und gar nicht witzig. Er war Dr. von „irgendwas“, trug graue Anzüge, weiße Hemden mit Krawatte und einen „Beamtenhaarschnitt“, wie man ihn sich in den schlimmsten Klischees nicht vorstellen konnte. Klaus Förster ließ sich von all seinen Untergebenen, von seinem „Volk“ mit Herr Dr. Föster anreden. Wir hatten aber herausgefunden, dass er auch auf Kotzbrocken und Sklaventreiber reagierte.

So lange er uns nicht „belästigte“, hielten wir Waffenstillstand, denn schließlich hatten wir ganz andere Pläne. Dieser unausgesprochene Waffenstillstand endete an einem ganz normalen Tag in einer Pause. Wir hatten Tickets für ein cooles Konzert am Wochenende gekauft und Frank die „Super“-Idee, alle zu erschrecken, die Karten in seine Tasche zu stecken und wegzulaufen. Wir natürlich hinterher. Olaf kam auf einen noch schlaueren Einfall, ihn mit einem nassen Handtuch die verdiente Strafe um die Ohren zu klatschen. So rauschten wir durch das komplette Gebäude. Dann lauerten wir dem dreisten Dieb hinter einer Tür auf und hörten ihn kommen. Olaf holte aus und das Handtuch wickelte sich mit seltsamen Geräuschen um den Kopf.

Blöd war nur, dass unser Lärm auch noch andere auf den Plan gerufen hatte. Das nasse Handtusch hing nicht Frank, sondern Dr. Förster vom Kopf, dem Kotzbrocken. Nach einem kurzen Schock wussten wir alle, dass bedeutet Ärger. Das ehrwürdige Gebäude des Nexö Gymnasiums war plötzlich totenstill, denn diese „Klatsche“ hatten auch andere gesehen. Natürlich waren wir nicht immer so und hatten auch ganz normale Tage, aber solche Ereignisse ragen in den Erinnerungen immer heraus. Wegen dieser „Klatsche“ hatten wir eine ganze Menge Stress und bereiteten uns eigentlich schon auf einen Schulverweis vor. Die Eltern wurden einbestellt, für jeden von uns eine schriftliche Abmahnung und vor versammelter Mannschaft erhielten wir eine Verwarnung, mit der Bemerkung: bei einer weiteren „Auffälligkeit“ würden wir der Schule verwiesen.

Puuh, nochmal Glück gehabt.

 

Nach diesen Ereignissen konnte aber keiner von uns tiefsinnig über diese „Klatsche“ nachdenken, denn wir hatten bereits eine neue Mission, unsere eigene Diskothek und haben es damals doch tatsächlich geschafft, eine eigene Disco auf die Beine zu stellen

…aber das ist bereits eine andere Geschichte.

 

Tierschutz, Schmerzen und Massentierhaltung

Bei diesem heiklen Thema landet man schnell auf Glatteis, aber es gibt ja auch elegante Schlittschuhläufer. Also legen wir den Gang und Allrad ein, geben Gas und los. Sitzen wir auf dem Zahnarztstuhl, haben wir unseren „Gegner“ direkt vor Augen, den Zahnarzt. Die Arbeit mit „schwerem Gerät“ an unseren Zähnen bereitet äußerst unangenehme Gefühle, bis hin zu noch unangenehmeren Schmerzen. Wie sieht es aber im Tierreich aus? Da gibt es keine Ärzte, Schmerztherapie oder Notaufnahme. Sie müssen allein damit klar kommen.

Fühlen sie etwa weniger als wir?

Bei diesem Thema müssen wir ganz nüchtern auf den Entwicklungsstand der Spezies achten. Weniger weit entwickelte Arten haben ganz andere Verknüpfungen als hoch entwickelte Säugetiere. Insekten haben also ein völlig anderes Schmerzempfinden (wenn man das überhaupt so bezeichnen kann) als wir. Doch die These, dass auch hochentwickelte Lebewesen kaum bis gar keinen Schmerz empfinden, ist schlicht und einfach Unsinn. Ein Hund verletzt seine Pfote, Körper gibt seinem Gehirn das Signal „Körper defekt“. Der Hund leckt seine Pfote, um den Schmerz zu lindern und humpelt auf drei Beinen weiter oder gar zu uns. Weshalb sollte er das  tun, wenn es keine Schmerzen wären?

Dabei ist aber die Frage aller Fragen: Reagiert ein Tier nur reflexartig auf einen Schmerz oder werden diese Reize in höheren Hirnregionen verarbeitet und folgt darauf eine Handlungsänderung? Bei vielen Tieren entsteht zwar ein „Schmerz“, dieser wird aber nicht in wichtigen Hirnregionen weiter verarbeitet. Doch unsere allseits geliebten, hoch entwickelten Säugetiere verarbeiten diesen Signale. …so dass sie den Tierarzt auch nicht als ihren persönlichen Freund ansehen, wie wir den Zahnarzt. Das ist auch eines der großen Probleme, die Tierärzte haben. Sie können die Gefühlswelt ihrer Patienten nicht ergründen. Der Patient kann bei der Genesung nicht mithelfen und „Onkel Doktor“ versucht einen Spagat zwischen Weissagung und Schulmedizin. Im schlimmsten Fall hat alles „gut geklappt“ und endet doch mit dem Spruch: Operation gelungen, Patient tot.

Eine sprechende Kuh wäre also die Lösung für alle Probleme, wenn es da nicht einige Verständigungsschwierigkeiten geben würde. Solange wir aber nicht das „Innenleben“ unserer Tiere ergründen können, bleiben unsere Erkenntnisse immer im Bereich der Weissagungen. Zumindest wissen wir, dass zum Beispiel bei Insekten „bösartige“ Reize nicht an das Gehirn weitergeleitet werden. Etwas höher entwickelt Wesen nehmen „vermutlich“ Schmerzen als Kontakt-Reiz wahr und nur die am höchst entwickelten Säugetiere empfinden einen ähnlichen Schmerz wie wir, aber wir wissen es nicht.

Um diesen misslichen Zustand zu verbessern, habe ich schon oft versucht, mit Nachbars Kühen in Kontakt zu treten, leider ist es trotz größter Anstrengungen noch nicht gelungen, mit Moni (der pfiffigsten von allen) zu quatschen. Unsere Hunde sind da schon anders. Durch das dichte Zusammenleben mit uns, sind sie sozialisiert und die Verständigung ist deutlich besser als mit anderen Lebewesen. Wir können ihr Verhalten besser deuten und auch der Hund kommuniziert mit uns. Er gibt uns deutliche Signale und „übertreibt“ zu weilen schon mal.

Abby /Hardi P.Schaarschmidt Ⓒ Jasemin Be

Abby /Hardi P.Schaarschmidt Ⓒ Jasemin Be

Für einige hat unsere Unwissenheit auch ganz handfeste Vorteile. Dies hört sich komisch an, ist aber bedauerlicher Weise so. Nicht nur die Massentierhaltung, sondern bereits der Begriff „Nutztier“ ist eine Ausrede. Eine Ausrede- mit empfindsamen Wesen rücksichtslos umgehen zu dürfen. Gerade Schweine sind uns viel näher als Einigen lieb sein dürfte, was wir aber mit größter Beharrlichkeit ignorieren. Zum Beispiel wurde noch bis Ende der 80er Jahre den Studenten in den USA vermittelt, dass Tiere generell kein Schmerz-empfinden haben. Das war für eine ganz bestimmte Industrie ziemlich bequem. Denn in den Schlachtereien muss man weniger Rücksicht walten lassen denn die Tiere sind ja eh „nur“ Fleischlieferanten ohne Gefühle.

Heute wissen wir es besser oder anders gesagt: wir haben zu diesem großen Haus zwar noch immer keinen passenden Schlüssel gefunden, aber wir kennen wenigstens den Grundriss.

Tierschutz und Zirkus

Meine sehr verehrten Damen, meine sehr verehrten Herren, hier kommt der gefährliche Dickhäuter direkt aus dem Urwald und zeigt uns sein Können. An diesem Satz ist so ziemlich jedes Wort gelogen, bis auf das Wörtchen „und“. Der Dompteur steht mit einer Fantasie Uniform in der Manege und knallt mit der Peitsche. Sofort erscheinen die Giganten des Dschungels und trotten in die Mitte des Zeltes.  Das sind sie also, die „Bestien“ aus der Wildnis und zeigen uns nun ihr „Können“.

Ich bin nicht nur betroffen, sondern schäme mich für alle Anwesenden in diesem Zirkuszelt. Ein junges Mädchen springt vom Rücken einer der Elefanten, legt sich auf den Boden und die Giganten laufen über sie hinweg. Natürlich ohne sie zu verletzen. Nun lässt der Dompteur, die Tiere sich im Kreis drehen und verkündet voller Stolz, dass sie im Takt des Orchesters tanzen. Nach einigen Minuten ist dieses „Schauspiel“ vorbei und die Elefanten trotten aus der Manege.

Wieso ist der Tanzbär mit Ring in der Nase auf dem Marktplatz verboten, aber Wildtiere im Zirkus erlaubt? Falls irgendjemand glaubt, einen Elefanten gesehen zu haben, so war dies nur sein Schatten, der dressiert wurde, um uns zu amüsieren. Ein 3 Tonnen schweres Tier  soll uns unterhalten indem es lächerliche Bewegungen zur Musik ausführt?

Zirkus -nein danke

Das umfangreichste Elefanten- Wissen haben wir zum Großteil Iain Douglas-Hamilton zu verdanken. Douglas-Hamilton hat über 4 Jahre in einem Nationalpark in Tansania zugebracht, um diese beeindruckenden Wesen zu studieren. Zum Beispiel hat er herausgefunden, dass nicht wie allgemein angenommen, die Tiere mit all ihren Instinkten geboren werden. Nein, sie lernen vor allem von Familienmitgliedern das richtige Handeln. Die Elefanten geben in verstärktem Maße Wissen an ihre nächste Generation weiter und das zeugt von hoher Intelligenz. Zudem pflegen Elefanten einen ähnlich engen Familienverband wie wir Menschen und sorgen sich aufopferungsvoll umeinander. Natürlich ist in der Elefanten- Welt nicht immer nur Sonnenschein. Bullen können zu weilen schon recht aggressiv werden

…aber das ist die Natur in ECHT.

Tierschutz und Kinderprojekt

In Zusammenarbeit mit dem Wald- Kindergarten Steyerberg habe ich ein Projekt ins Leben gerufen, welches bereits unsere „Kleinsten“ (zwischen 3-6 Jahre) einen engeren Bezug zu Tier & Natur erleben lässt. Regelmäßige Besuche im Stall, auf der Weide und natürlich auch zur Lammzeit, lassen Neugier und eine Verbindung zum natürlichen Lebenskreislauf entstehen.
Tiere & Natur zum Anfassen.

Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Mein ganz persönliches Anliegen in diesem Kindergarten Projekt:
Bereits unseren „Jüngsten“ zu vermitteln, dass nicht „Wegwerfmentalität“ und „Schnelllebigkeit“ das wirkliche Leben sind, sondern: Achtung, Respekt und Bodenständigkeit. Das Miterleben des Entwicklungsweges von Lämmern unterstützt diese bodenständige Sichtweise und lässt bereits in jungen Jahren die Natur als Kreislauf  begreifen. Der respektvolle Umgang mit meinen Schafen und das Entdecken ihres Lebensraumes, in dem sich diese kleine Herde fantastisch selbst organisiert (in der sogar Streitigkeiten intern geschlichtet werden), machen diese regelmäßigen „Schaf-Besuche“ wertvoll.

Hundeausbildung & Geduld

Geduld zu warten, das ist uns heute abhanden gekommen (auch mir). Geduld kommt aus dem althochdeutschen „dulten“ tragen, ertragen und hängt mit dem lateinischen „tolerare“

tolerieren zusammen. Im griechischen wird das Wort „hypomone“ für Geduld verwendet und steht für Ausharren, Aushalten. Ich persönliche habe bisher nur 2 Trainier kennenlernen dürfen, die mir Ruhe, Gelassenheit und vor allem Geduld vermitteln konnten. John Johnes aus Wales und Dr. Hans-Jürgen Werbke aus Hollingstädt.

In diesem Sinne erinnere ich mich auch gern an den Ausspruch einer von mir sehr geschätzten, lieben Freundin Ingrid Stottmann. „Verabschiede Dich davon, immer alles unter Kontrolle haben zu wollen“.

Geduld Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Geduld Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Ein unvergesslicher Moment

Scottish Blackface -das 1.Lamm

Das 1.Lamm ist jedes Jahr etwas Besonderes. Ich habe schon einige Lammzeiten erlebt, zolle aber jedes Mal Respekt, wie souverän meine Mädels dies meistern. Bekanntlich ist die Geburt kein Spaziergang und wir alle sollten immer daran denken, was die Damen leisten. Ein Wunder der Natur und doch „nur“ ein Kreislauf! Ich bin jedes Jahr glücklich, dass ich an diesem Wunder teilhaben darf und schaue mit Hochachtung auf Berufsschäfer, die für 1.000 Lämmer verantwortlich sind. In der heutigen hektischen Zeit, helfen wir nicht diesen Tieren, sondern sie helfen uns. Sie helfen uns, die Bodenhaftung nicht zu verlieren und einen klaren Kopf zu behalten. Sie erinnern uns daran, dass auch wir nur ein Teil des Kreislaufs sind. Größenwahn, Arroganz und Oberflächlichkeit funktionieren hier nicht -denn das ist die wirkliche Welt.

Lamm /Scottish Blackface Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Lamm /Scottish Blackface Ⓒ Hardi Schaarschmidt

Nun könnte der eine oder andere auf den Gedanken kommen, das geht mich nichts an, das ist nicht meine Welt. Lasst es mich so beschreiben:  würde das stimmen, währt ihr aus dem Sternbild Kassiopeia, Pegasus oder Andromeda, aber nicht von unserer Erde. Bei uns hängt alles zusammen, auch wenn wir diese Tatsache zeitweise ignorieren. Wer kann schon sagen, wo uns die Wege noch hinführen. Nichts ist unmöglich. Beethoven zum Beispiel, war bereits als Kind an der Musik interessiert  -nur sein Umgang mit der Geige, alles andere als perfekt. So bereitetes es ihm große Schwierigkeiten, fremde Kompositionen nach zu spielen. Um an seiner Leidenschaft festhalten zu können, fing er an, selbst zu komponieren und schuf eigene Werke. Sein Musiklehrer sagte damals über ihn „ Als Komponist ist Beethoven hoffnungslos“. Das Blatt hatte sich aber für Beethoven gewendet, denn er wurde zu einem der bekanntesten Komponisten der Welt.