Archiv des Autors: H.P. Schaarschmidt

Machtgehabe und 520 PS

Der Mensch ist eigentlich ein „Kulturaffe“ und noch so sehr mit seinen Wurzeln verbunden, dass er sich im ständigen Wettstreit zwischen Vernunft und Instinkt befindet. Das streichen wir immer sehr elegant aus unserem Bewusstsein. Nimmt man 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte als Maßstab, erscheint die nicht überraschende Erkenntnis, dass wir über 90% unseres Mensch-seins als Jäger zugebracht haben.  Sorry, aber auch ohne Studium sollten jedem die Auswirkungen klar sein. Hierarchie, Jagderfolg und Beute spielen auch heute noch eine deutlich größere Rolle als  viele meinen. Statussymbole, Eigentum oder der vorzeigbare Partner, sind da nur Teile davon, aber auch sie wurzeln in unserer tierischen Vergangenheit. Wenn Ihr also demnächst einen Mann seht, der einen auf King macht, so wisst Ihr, da folgt jemand seinen Urinstinkten. Er ist mit seiner Rangordnung unzufrieden, sucht Anerkennung und eine Partnerin.

Politiker haben diese zur Schaustellung zur „Kunst“ erhoben. Angeblich befreundete Staatsoberhäupter begrüßen sich innig, mit Umarmung, Körperkontakt und Küsschen
– ich hab dich lieb, wir sind gleichrangige „Jagdgefährten“

Angeblich nicht befreundete Politprofis begrüßen sich nüchtern mit Händedruck und
meiden den Körperkontakt. Dies geschieht auch ganz demonstrativ.
– ich hab dich nicht lieb, ich stehe über dir

Natürlich ist das alles nur ein Schauspiel, aber diese Schauspiel-Kunst wird angewandt, weil es die Menschen verstehen –oder so verstehen sollen. Irgendwie ist das doch alles verlogen und aus den gewählten Volksvertreten ist eine eigene Kaste geworden, die in ihrem eigenen Universum leben. Auch bei Banken und Rechtsanwälten habe ich manchmal den Eindruck, sie reden in einer Sprache, die ich gar nicht verstehen soll und untermauern so ihr Überlegenheitsgefühl. Oder bin ich einfach nur zu dumm dieses unverständliche „Kauderwelsch“ zu dekodieren?
Jagderfolg, Hierarchie und Paarung haben heute noch immer eine dominierende Bedeutung, nur heißen sie heute Ehrgeiz, soziale Stellung und Sex, wie vor 100.000 Jahren. Diese Vergangenheit hat uns aber auch Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben, die uns dahin gebracht haben wo wir heute sind. Ohne jenen Jagdinstinkt hatte sich der Mensch nie Ziele stecken und Strategien erarbeiten können. Diese Instinkte und jener Eroberungsdrang, haben uns in neue Regionen vorstoßen lassen, um unsere Lebensumstände zu verbessern. Selbst das gemeinsame Essen in einer Großfamilie ist ein Ritual aus ganz alten Zeiten. Ihr werdet vielleicht staunen oder gar lachen, aber die gemeinsame Einnahme der Mahlzeit ist das Teilen der Beute und wird seit Urzeiten praktiziert. Sitzt ihr an einem elegant gedeckten Tisch, mit leckeren Speisen und gutem Rotwein, seid ihr auf der geschichtlich sicheren Seite  – Aufteilung der Beute. Nur dass ihr sie nicht selbst erlegt, sondern gegen kleine Papier-Scheine eingetauscht habt.

Ich erinnere mich nur wiederwillig und mit „Schmerzen“, an einen Zeitgenossen, der ein wirkliches Prachtexemplar zum Thema Machtgehabe darstellt. Aus beruflichen Gründen, hatte ich es mit einem Handwerksmeister zutun, der wiederum häufig für einen großen Autohersteller tätig war und vermutlich auch noch ist. Nicht das er nur ein Angeber, Wichtigtuer und „Großkotz“ darstellt, nein, er hatte auch positive Seiten, denn fachlich war er ein Spezialist, doch menschlich unerträglich. Seine Rhetorik war voll von eigenen Höchstleistungen und Eigenlob, so dass man als Gegenüber irgendwann auf „Durchzug“ schalteten musste, oder leichte Übelkeit verspürte.

Machtgehabe und 520 PS Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Machtgehabe und 520 PS Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Mögliche Hilfe, auch bei 15 PS „Rückstand“

Unter anderem hatte er seinen Firmenwagen auf 505 PS umrüsten lassen, sich aber permanent darüber geärgert, dass auf dem Prüfstand, bei dem Auto seines Vaters 520 PS angezeigt wurden. Das war für ihn ein echt „harter Rückschlag“ und kaum zu verkraften. Bei einer gemeinsamen Fahrt durch das weitläufige Betriebsgelände des Autobauers, erlebte diesmal ich einen Albtraum. Sein Sportauspuff war schon im „Normalbetrieb“ grenzwertig, aber immer wenn wir an Personen vorbei fuhren (…und das waren ziemlich viele) gab er völlig sinn frei Vollgas. So heftig, dass ich das laute Dröhnen noch heute im Ohr habe. Dieser Auftritt war mir derart peinlich, dass ich im Beifahrersitz immer kleiner wurde und im Nachhinein diesen Geschäfts-Kontakt, mit den Worten: „ er ist ein Idiot, mit dem möchte ich nicht arbeiten“, an meinen Geschäftsführer abgegeben habe.

Wichtigtuer und Machtgehabe kommen immer wieder als lästiges Übel auf uns zu, aber seien wir Nachsichtig, denn sie folgen nur ihren Instinkten, wie Schlangen, Hasen oder Mäuse.

Mit diesem Vergleich sind sie zwar noch immer lästig, aber ein ganzes Stück kleiner.

 

Dr. Bach oder „Tante Bayer“?

Pflanzliche Heilmittel oder pharmazeutische Präparate?

Wer bekämpft was?
Für alle, die sich bisher noch nicht so intensiv mit diesen „Mittelchen“ beschäftigt haben, hier vorab etwas grundsätzliches. Egal was wir unseren Pferden, Hunden oder Spinnen verabreichen, sie wirken entweder toxisch oder tonisch. (Das mit den Spinnen überlegen wir uns nochmal) Allein schon die Bezeichnung hört sich irgendwie unangenehm an, aber sie sind bei richtigem Einsatz schon sehr hilfreiche „Mixtouren“. Toxische Medikamente töten Erreger und tonische Medikamente stärken die Widerstandskräfte. Beide haben ihre Berechtigung, denn die Kobolde der Krankheiten sind sehr erfinderisch. Die toxische Eingreiftruppe ist oft recht radikal und bekämpft den Gegner mit schwerem Geschütz. Haben wir nicht das Wissen, so bekämpfen wir sehr häufig eine „friedliche Demo“ mit der GSG9. (GSG9 ist eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von Terrorismus, echt harte Jungs) Aber natürlich haben auch diese toxischen, „harten“ Medikamente ihren Nutzen – wenn wir bei Erkrankungen den Gegner genau kennen.

Dr. Ewald Bach, Vater der Modernen Pflanzenheilkunde

Dr. Ewald Bach, Vater der Modernen Pflanzenheilkunde

Die „Geschenke“ von „Tante Bayer“ sind eine „Errungenschaft“ der Neuzeit und haben bei kompetentem Einsatz schon vielen Menschen als auch unseren Tieren geholfen, doch Heilkräuter werden bereits seit tausenden von Jahren eingesetzt und sind weitgehend zu Einsatz und Nebenwirkung erforscht. Dr. Bach war einer der Vorreiter und hat die Kraft der Natur nicht nur erkannt, sondern zusammengefasst und für alle Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht. Grundsätzlich ist der Einsatz von tonischen Mitteln besser als die große toxische „Keule“. Steht aber die Katastrophe bereits vor der Tür, bringen wir natürlich alles zum Einsatz was die „GSG9“ zu bieten hat. Doch Vorsorge ist besser als heilen und pflanzliche Präparate sind perfekt dafür. An dieser Stelle möchte ich aber deutlich drauf hinweisen, das pflanzliche Heilmittel und die Homöopathie zwei verschiedene „Dinge“ sind und nicht gemeinsam in einen Topf geworfen werden können.

Auch wenn diese zwei „Töpfe“ vielleicht nebenander stehen, so liegen sie tatsächlich in verschiedenen „Welten“.

Pflanzliche Heilmittel wirken mit ihren Säften und Extrakten direkt, doch bei der Homöopathie werden Wirkstoffe und Gifte in so geringen Mengen eingesetzt, dass sie eigentlich kaum noch nachweisbar sind und somit regelmäßig zu Diskusionen führen. Die pflanzlichen Heilmittel sind ohne Zweifel ein Segen, aber mit der Homöopathie war ich schon immer auf dem „Kriegspfad“. Bis, ja bis ich ein Erlebnis hatte, dass mich als Homöopathie Kritiker zum nachdenken brachte. Ich stand vor meiner aller ersten Hütevorführung und wollte das Geschehen mit „schlauen“ Kommentaren begleiten. Natürlich war ich aufgeregt, oder besser gesagt aufgedreht. Wir hatten 30 Grad, ein warmer Sommertag und was macht man an so einem Tagen? Trinken. (natürlich H²O) Ich trank also einiges an Wasser, was bei dieser Hitze auch nicht viel geholfen hat. Nach einiger Zeit überkam mich eine eigenartige Müdigkeit, was ich eigentlich so gar nicht verstehen konnte, denn ich hatte gut geschlafen, gefrühstückt und war voller Tatendrang. Als ich dann aber anfing zu gähnen, wurde ich stutzig. Was war die Rätsels Lösung? Ich hatte unwissentlich das Hundewasser getrunken, das mit homöopathischen „Mittelchen“ versehen war, um die Hunde zu beruhigen.

Säfte und Extrakte

Säfte und Extrakte

So vielfältig die Krankheiten und Verletzungen sein können, so vielfältig sind auch die möglichen Behandlungen, denn es gibt mehr als nur pflanzliche oder pharmazeutische Präparate. Ich denke da ganz besonders an: Akupunktur, Chiropraktik, Massagen, Homöopathie und die Umwelt. Die Umwelt hat einen viel größeren Einfluss als die meisten von uns ahnen. Schon im gesunden Zustand verändern wir mit dem Umfeld das Verhalten unserer Tiere. Wie dramatisch wirkt dann erst das Umfeld, wenn unsere vierbeinigen Mitstreiter krank sind. Ein vertrautes Umfeld gibt ihm Sicherheit und ich habe große Bauchschmerzen, wenn ich meinen kranken Hund beim Tierarzt abgeben soll, wo er zur gut gemeinten Beobachtung und Behandlung in einem fremden Käfig untergebracht werden soll. Geht es dem Hund nicht gut, halte ich allen Stress von ihm fern, belasse ihn auf seinem Lieblingsplatz, rede oft mit dem Patienten und sorge dafür, dass die Behandlung möglichst in seiner vertrauten Umgebung durchgeführt werden kann. Natürlich lässt sich der Arztbesuch nicht immer vermeiden, aber jeder gute Tierarzt kennt dieses Problem und geht mit seinen Patienten sehr fürsorglich um.

Es ist also hilfreich, wenn wir mit unseren vierbeinigen Kollegen bereits im gesunden Zustand dem Tierarzt schon mal einen Besuch abstatten.

Das gleiche gilt natürlich auch für andere „Gesundmacher“. Gerade bei Hunden, mit denen wir intensiv Sport betreiben oder an Schafen arbeiten, ist zum Beispiel der Chiropraktiker ebenfalls eine große Hilfe. Unsere Energiebündel geben immer 100% und das hat zuweilen unangenehme Folgen. Den Vierbeinern geht es da nicht anders als uns, ein harter Job ist eine große Belastung. Was passiert bei andauernder Belastung?  …genau, Verschleiß. Aber auch hier gilt: nicht die gesundheitlichen Schlaglöcher mit Schmerzmittel „bekämpfen“, sondern die Ursachen beheben. Also auch bei unseren Hunden: pflanzliche Präparate oder ab zum Chiropraktiker.

PS.: Fragt aber immer den „Gesundmacher“ eures Vertrauens, denn er ist ein Profi, so wie alle behandelnden Personen, ausgebildete Fachleute sein sollten. Pfusch und gefährliches „Halbwissen“ sind hier unangebracht.

Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein unter Tränen

Das macht mich so richtig sauer und geht alle Schafhalter an. Ganz besonders geht es aber auch stellvertretend allen Berufsschäfern an den „Kragen“. Wenn schon solche hoch qualifizierten und umtriebigen Schäfereien sterben, ist es für die letzten verbliebenen Betriebe auch nur noch eine Frage der Zeit.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Gestern erhielt ich eine E-Mail, mit der ganzen Wahrheit über die Arbeit und dem Desaster der von mir so sehr geschätzten Schäfermeisterin und studiertem Biologin Kerstin Doppelstein: Vor drei Tagen sprach Kerstin vor Hunderten von Zuhörern an einem ganz besonderen Ort in Großenhain, wo sie selbst zur Schäfermeisterin ausgebildet wurde  – ihrem Traumberuf. Neben Kollegen saßen auch hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und der Staatssekretär im Publikum. Als sie am Rednerpult das Wort ergriff, war es beängstigend still und nachdem die gestandene Schäfermeisterin ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, begann ein tosender Beifall. Das war vor vier Tagen.

Begonnen hat Kerstin Doppelstein mit 28 Tieren und 1,5 Hektar. Sie baute ihren Betrieb in den vergangenen Jahren auf über 600 Muttertieren und  300 Hektar Landschaftspflege aus. Als ich das letzte mal mit ihr gearbeitet habe, hatten wir über 1.000 Tiere zu betreuen und die Arbeit schien kein Ende zu nehmen. Obwohl sie häufig nur vier Stunden schläft, ständig arbeitet, zehrten einige zusätzliche Probleme ganz besonders an ihrer Substanz. So ist ihr unverständlich, weshalb eine EU-Förderrichtlinie zu Weideland und Dauergrün so ausgelegt wird, dass sie die dazugehörige Betriebsprämie nur für einen Teil ihrer Flächen erhält. Obwohl sie alle auf die gleiche Art und Weise mit Schafen beweidet.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Zu all dem nehmen die Behörden zu viel Rücksicht auf Beschwerden von Personen, die alles habe, nur leider kein Schaf-Wissen. Etliche irrwitzige Gespräche mit dem  verantwortlichen Amt haben deshalb schon Unmengen an Zeit verschlungen. Zum Beispiel klang das so: „Frau Doppelstein, ein aufmerksamer Bürger ist der Meinung, er kann spüren, dass es Ihren Schafen nicht gut geht. Er erkennt es daran, dass sie so traurig gucken. Ich halte davon auch nicht viel, aber wir müssen dem nachgehen. Könnten Sie bitte irgendetwas tun, damit Ihre Schafe fröhlicher gucken?“

Wortwörtlich und tatsächlich genau so passiert.

Was sich wie ein Witz anhört, behindere die Arbeit immer massiver. 2013 erhielt Kerstin den Umweltpreis für ihr Projekt „Hutewald am Cospudener See“. Durch den Einsatz ihrer Bio-„Rasenmäher“ – darunter 20 Yaks – entsteht auf früherem Tagebaugebiet eine Landschaft, in der bereits wieder der Kuckuck oder der sehr seltene Wendehals ihren Nachwuchs aufziehen.

Weitere „aufmerksamer Bürger“ haben beim Landwirtschaftsministerium angezeigt, dass für 300 Coburger Fuchsschafe, die den letzten Winter nahe des BMW-Werks verbringen sollten, ein Witterungsschutz fehle. Die Behörden-Maschine setzte sich in Gang. Eine Kontrolle vor Ort ergab: Nichts zu bemängeln, alles in Ordnung. Dennoch wurde der Schäferin geraten, bei der nächsten Anzeige mit den Tieren besser in einen Stall zu wechseln. Kerstin wollte die Herde daher vorsichtshalber auf Weideflächen im Stöhnaer Becken umsetzen. Dort verlangte das zuständige Amt des Landkreises einen ganzjährigen Witterungsschutz. Dabei würde der Bau solcher Anlagen in dem Naturschutzgebiet, wo Kraniche brüten, vom Umweltamt niemals erlaubt. Und wäre nach ihrer Überzeugung auch für die Tiere nicht gut.

Soviel zum Thema Unterstützung und realitätsferner Auflagen.

Diese fast film-reifen Erlebnisse mit den Behörden brachten irgendwann selbst eine Kerstin Doppelstein an ihre Grenzen und macht mich so richtig sauer, denn wenn eine „hart gesottene „ Schäfermeisterin vor Hunderten Zuhörern in Tränen ausbricht, ist das nicht hinzunehmen.

Wenn ihr Kerstin Doppelstein unterstützen möchtet, so sendet bitte ein Mail an die Stadtverwaltung Leipzig und bekundet eure Unterstützung für die letzte Leipziger Schäfermeisterin, Kerstin Doppelstein.

 

Pegasus, dass Pferd auf dem Hochplateau

Von den meisten Tieren kennen wir den Körperbau wie eine Landkarte, was sie fressen oder ihr Umfeld, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn hinter jedem Lebewesen steckt viel mehr. Jedes Individuum lebt in seinem eigenen Kosmos und wir sind nicht mehr Teil davon. Wer weiß schon, das Schafe in ihrer Herde Streit schlichten und sogar unterscheiden, wer den Streit begonnen hat, Wölfe fantastisches Sozialverhalten haben, Schweine uns ähnlicher sind als die meisten glauben und die Milch nicht vom -Supermarkt stammt.

Es sind schon viele schlaue Bücher darüber geschrieben worden, wie besonders einige Tiere sind, was unsere Hunde im Stande sind zu leisten und wie weit die Kluft zwischen Tieren und Menschen aufgerissen ist, doch verstanden haben es die meisten bis heute nicht. Ich kann zu diesem Thema eine tatsächlich passierte Geschichte anbieten, die uns eben so traurig wie nachdenklich stimmt.

…und nachdenklich ist gut

Zugetragen hat sich das Ganze 1973 auf der Smilers Farm, am Rande der Rocky Mountains in den USA. Die Smilers Farm, ist nichts Besonderes. Viel Arbeit, die alltäglichen Sorgen wie alle anderen und eine große Anzahl von Tieren. Hühner, Schweine, Hunde, Pferde, aber vor allem Rinder.  Die Jobs auf der Smilers Farm waren hart und wie alle ihre Nachbarn, kämpfte auch diese Farm ums Überlebe. Eines Morgens war ein altes Pferd verschwunden, was sich niemand erklären konnte. Gestohlen konnte es nicht sein, denn es war bereits 27 Jahre und bekam sein Altenteil. Alle waren verwundert, da Bud noch nie Probleme gemacht hatte. Bud war ein Mustang und wurde von Vater Smiler vor 25 Jahren auf einer Auktion für wenig Geld ersteigert. Da Bud nach eine Suchaktion unauffindbar blieb, musste man das Verschwinden akzeptieren, denn wie jeden Tag wartete auf die Mannschaft bereits wieder eine Menge Arbeit.

4 Tage später fliegt ein Post-Flugzeug seine gewohnte Route. Kurz vor den letzten Stationen traut der Pilot seinen Augen nicht. Bin ich übermüdet, habe ich Fieber, bin ich krank oder ist das auf dem Hochplateau  tatsächlich ein Pferd? Nach dem ersten Schock, griff er hart in sein Lenkrad und umkreiste das Plateau. Es war Spätherbst und auch die Ausläufer der Mountains waren bereits mit Schnee bedeckt, also auch dieses kleine Hochplateau. Es war unglaublich, da stand mitten im Schnee ein Pferd, scharrte nach Gras und war weit und breit allein. Wie konnte es dahin gekommen sein? von einem Helikopter in die Berge gebracht? Aber warum sollte jemand so etwas tun? Da steht tatsächlich ein Pferd, dass wir mir niemand glauben. Der Pilot brach seine Tour ab, in den Rocky Mountains kommt es bei der Post ohnehin nicht auf einen Tag an, und flog zurück. Sofort lief er zu seinem Chef und erzählte von einem Pferd im Schnee in den Bergen. Dabei fuchtelte er wild mit den Armen und hatte aufgerissene Augen. Die kurze Antwort war: ich glaub du brauchst Urlaub.

Hochplateau in den Rocky Mountains

Hochplateau in den Rocky Mountains

Nach einer schlaflosen Nacht, flog er nächsten Morgen die gleiche Route, packte aber diesmal einen Fotoapparat ein. Das Pferd war noch da, hatte sich hingelegt und machte einen schwachen Eindruck. Er steuerte sein Flugzeug so dicht es an das Hochplateau heran nur ging, machte Fotos und drehte wieder ab. Wieder zu Hause angekommen, brachte er den Film sofort zum entwickeln, mit der Bemerkung: lass alles liegen, ich brauche diese Fotos. Noch am selben Tag bekam er seine Fotos und sie waren spektakulär. Ein Pferd im Schnee auf einen Hochplateau in den Rocky Mountains. Mit diesen Fotos fuhr er in Rekord verdächtiger Zeit zurück in seine Poststation und stand wieder vor seinem Chef. „Chef Chef, hier ist es  – das Pferd“. Wieder fuchtelte er mit den Armen und hatte weit aufgerissene Augen, doch diesmal mit Fotos. Auch er traute seinen Augen nicht, denn was er sah war tatsächlich ein Pferd, ganz allein auf einem zugeschneiten Hochplateau. „Mein Gott“, war das einzige was er herausbrachte und setzte sich an seinen Schreibtisch. Er war sprachlose und das hatte man in seinen über 30 Dienstjahren noch nie erlebt. „Ein Pferd“, murmelte er, „da oben steht tatsächlich ein Pferd“.

Von nun an flog jeden Tag einer der Piloten an dem verschneiten Hochplateau vorbei und sie haben dabei eine erstaunliche Fertigkeit entwickelt, Heu ab zu werfen. Der Leiter der Poststation hatte schon an den Einsatz eines Helikopters gedacht, um dieses „arme“ Tier herunter zu holen, aber allen ging immer wieder diese eine Frage durch den Kopf: „wie kommt das Pferd da hin“? von nun an war es mit dem Schlaf von allen Piloten vorbei, denn jeder wollte diesem eingeschneiten Pferd da oben helfen. Das ganze ging so einige Tage, bis – ja bis einer von ihnen die Presse verständigte. Nun nahmen die Ereignisse eine ganz andere Wendung und Heerscharen von Story Jägern machten sich auf den Weg. 1973 gab es keine Zeitung, die nicht von dem Pferd in den Rocky Mountains berichtete. Fotos von dem schwachen Tier im Schnee und die Frage: wie kommt es da hin? Die Medien gaben dem Pferd sogar einen Namen: „Pegasus“. Die Theorien reichten von: „das ist ein Scherz“, über „aus dem Flugzeug gefallen“ bis hin zu „das waren Außerirdische“.

Rocky Mountains

Rocky Mountains

Der Medienrummel war gigantisch und wie konnte es anders sein, irgendwann landeten die Bilder auch auf der Smilers Farm. Als Vater Smiler eines Tages in einer Zeitung das Foto von „Pegasus“ sah, verschlug es ihm die Sprache. „Ich werd verrückt, das ist But“. „Er lebt, aber wie zum Teufel kommt er in die Rocky´s“? die Smilers meldeten sich sofort bei der Zeitung, um zu erfahren wo sich das Drama abspielt und wo genau ihr Pferd steht. Die Zeitung witterte eine erneute Story und organisierte nach diesem Telefonanruf sofort eine Rettungsexpedition für 4 Personen. Die zwei Smilers Söhne, ein Journalist und ein Bergführer waren mit von der Partie. 2 Tage später sollte es losgehen und alle Beteiligten trafen sich am Fuße der Rocky Moutains. Beim Anblick der Berge kam immer wieder die Frage auf:  „Wie kommt Bud da hinauf? und wieso ist er überhaupt da oben?“, denn dieser ganzen „Medien-quatsch“ von Außerirdischen oder sonstigem Unsinn grenzt ja schon an „Massen-Verdummung“  – aber was soll’s, so läuft das eben und die Dummen sterben niemals aus. Bud stand auf einem Plateau, was zu Fuß noch erreichbar war, aber ein Tagesmarsch in mehr als nur unwegsames Gelände und einsetzende Schneefälle waren kein  „Kinderspiel“.  Auf halber Strecke kam den Smilers Söhnen schon mal der Gedanke, „was macht dieser blöde „Gaul“ nur da oben und warum zum Teufel müssen wir dieses verrückt gewordene Pferd wieder herunter holen“?

Der Aufstieg war mühselig, aber nach 6 Stunden standen sie auf dem Plateau. In der Mitte lag ein abgemagertes, erschöpftes Pferd. Neben ihm etwas Heu. Da ist er also, unser Bud. An der Rückseite des Plateaus gab es einen schmalen Pfad, der aber bei Schneefall schon recht riskant war. Den musste Bud genommen haben. Da stellt sich aber noch immer die Frage: Warum? Die Smilers gingen sofort zu Bad und begrüßten ihn. Bud war erschöpft, antriebslos und hatte sich anscheinend seinem Schicksal ergeben. Während der Journalist sofort mit dem fotografieren begann, redeten die Smilers Brüder mit ihrem Pferd, denn sie hatten auf dem Rücken von Bud ihre Kindheit verbracht. Sie liebten ihn und wollten dem alten „Kameraden“ helfen. Sie kannten ihren vierbeinigen Freund genau und hatten nach einiger Zeit das mulmige Gefühl, Bud wollte gar nicht gerettet werden, sondern hier oben ganz allein liegen bleiben. Plötzlich lief einem der beiden Smilers die Tränen über die Wangen und sagte zu seinem Bruder: „Bud will nicht gerettet werden, er ist hier oben um allein und in Freiheit sterben zu wollen“. Bud war ein frei geborenes Wildpferd, das eingefangen und an die Smilers verkauft wurde. Nun hat er gespürt, dass es zu Ende geht und seine alte Heimat aufgesucht. Wir können Bud hier nicht wegholen. So geschah es dann auch. Nach großen Protesten des Journalisten, traten sie den Rückweg an und ließen ihren alten Freund wieder allein.

Denver am Rande der Rocky Mountains

Denver am Rande der Rocky Mountains

Was sie aber nicht ahnten, direkt nach der Rückkehr, organisierte eine Große Denver Zeitung die „Rückkehr von Pegasus“. In Denver, am Rande der Rocky Moutains wurde ein Mega Empfang vorbereitet und alle Medien des Landes hatten sich auf den Weg in die Stadt gemacht. Bud wurde mit einem Helikopter von seinem Plateau geholt und in einem Holzkarren in die Stadt gefahren. Der Einzug glich dem eines Popstars, doch Bud lag in seinem Karren, denn er war bereits zu schwach. Nach 8 Tagen klingelte auf der Smilers Farm das Telefon, die Zeitung rief an.

„Pegasus“ ist tot“

Bud gehörte zu ihrer Kindheit und nun ist er tot. Er war gutmütig und hatte nie Probleme bereitet. Nur einmal war er sehr krank, wurde aber mit viel Liebe wieder gesundgepflegt. Die Smiler`s sind harte Arbeit gewohnt und alles andere als weinerlich, aber Bud`s Tod ging ihnen doch sehr nahe. Vor allem die wirklich miesen Umstände, unter denen er gestorben ist.

Das Ende vor Augen, hatte sich Bud mit seinen letzten Kräften auf den Weg in seine alte Heimat gemacht, um dort zu sterben, doch es half nichts, wir haben ihn von seiner letzten Ruhestätte gezerrt und wie im Wander-Zirkus auf einem Karren durch die Straßen geschoben. Die Smiler`s schämten sich, obwohl sie dafür nicht verantwortlich waren. Bud gehörte einmal zur Familie und so ein Ende hatte dieses treue Pferd nicht verdient.

Die Medien hatten ihre Story, dass „Publikum“ wurde unterhalten, doch wer hat jemals nach Bud gefragt?

-Niemand-

Eine wahre Geschichte, die noch heute in den Chroniken von Denvers Zeitungen nachzulesen ist. Sind wir wirklich so?   …mein Freundeskreis auf keinen Fall und ich sowieso nicht.

 

Menschheitsgeschichte: Cyborgs oder was ist in 10.000 Jahren?

Dies ist einer der spannendsten Fragen überhaupt, denn es geht um unser Überleben. Wir meinen zwar, die Welt oder gar das Universum gehöre uns und wir wären das Beste was der Kosmos jemals geschaffen habe, doch die ernüchternde Antwort ist kurz, hart und brutal:  NEIN

John Richard Gott (dieser schlaue Mensch heiß wirklich so), ein US-amerikanischer theoretischer Physiker und Astrophysiker, hat das Ende unsere Spezies bereits ausgerechnet. Seine Berechnungen sind auch von einigen seiner Kollegen überprüft worden und auch deren Erkenntnisse waren: rein rechnerisch sind sie richtig. Seine Aussagen stützen sich auf statistischen Daten, die bekanntlich nie so ganz falsch liegen. Nach seinen Berechnungen, wird es die Spezies Mensch in spätestens! 7, 8 Millionen Jahren nicht mehr geben. Nun könnten wir sagen: „was interessiert mich das Leben in 7,8 Millionen Jahren?“, was vermutlich auch viele tun, doch genau diese Sichtweise ist eines unserer Probleme. Wenn Dinosaurier ca. 120 Millionen Jahre gelebt haben und die Haie seit 300 Millionen Jahren unseren Planeten bewohnen (vermutlich auch nach uns), so sagt dies etwas über den Evolutions-Versuch Mensch aus. Arroganz ist da nun wirklich nicht angebracht. Wie heißt es doch so treffend im „Entlassungsschreiben“: er hat sich stets bemüht. Ich denke, so relativiert sich doch so einiges über die angebliche „Krönung der Schöpfung“, der vorübergehender Gast   – uns.

Was passiert aber mit uns in den nächsten 10.000 Jahren? Wie entwickeln wir uns? Vom Intellekt werden wir keine großen Sprünge machen, sondern mit Hilfe der Wissenschaft eher an uns selbst herum designen.  Was für die meisten wie Sciencefiction klingt, ist bereits Realität. Singapur spielt dabei eine „Vorreiterrolle“, denn nirgends wo sonst, ist zum Thema genetische Veränderungen und Stammzellforschung so viel erlaubt. Die „Wunschkinder“ werden kommen. Laut wissenschaftlichen Forschungen, werden wir uns in den nächsten 10.000 Jahren auch mit Maschinen verbinden. Wird diese vorhergesagte Entwicklung tatsächlich eintreten, kommt es auf der Erde zu einer deutlichen zwei Klassengesellschaft.

Die Zukunft hat bereits begonnen /Gehhilfe 2.0 Ⓒ Reuter

Die Zukunft hat bereits begonnen /Gehhilfe 2.0 Ⓒ Reuter

Die Zukunft hat bereits begonnen /Gehhilfe 2.0

Die Cyborgs, die es sich leisten können, Gliedmaßen oder Organe durch Maschinen zu ersetzen und die „Anderen“, sie es sich nicht leisten können. Auch das ist ein Beitrag zu unserem Untergang.

Die Zukunft hat bereits begonnen /Cyborg Krieger Ⓒ Reuter

Die Zukunft hat bereits begonnen /Cyborg Krieger Ⓒ Reuter

Natürlich ist auch hier wieder das Militär die Speerspitze der Forschung.

Was unsere Fortpflanzung betrifft, so werden wir laut Studien einige Überraschungen erleben. Bereits in 100 Jahren wird es die künstliche Gebärmutter geben. Wider besseres Wissen, liegt in einigen 1000 Jahren unser Leben in den Händen von Maschinen. In diesem Fall hätten wir eine essenzielle Abhängigkeit und das war noch nie gut. In 10.000 Jahren endet zudem unsere warme Phase und wir werden mit Problemen kämpfen, die für uns heute noch nicht einmal vorstellbar sind. Der Meeresspiegel singt um über 100m und die Küstenregionen werden eisiges Inland. Diese Periode wird etwa 100.000 Jahre dauern. Nach der Eiszeit der Neandertaler, wird dies unsere zweite Überlebensprüfung werden. Die Neandertaler sind übrigens während der Eiszeit ausgestorben. Nur das ich es auch mal erwähnt habe. Das wird also alles kein „Kindergeburtstag“ und diese theoretischen 7,8 Millionen Jahre wollen erst mal erreicht werden.

In den kommenden 10.000 Jahren werden wir uns optisch verändern, wenn auch nur bescheiden. Zum ersten wird die Durchschnittsgröße auf 1,80m wachsen und unsere Augen ebenfalls größer werden. Gleich zu Anfang, der benannten 10.000 Jahre, werden wir die Gen-Manipulation in den Griff bekommen, was aber nach anfänglichen Erfolgen zu weiteren Schwierigkeiten führen wird. Die Evolution steht niemals still, auch nicht bei uns Menschen, aber wir haben die Regeln verändert. Durch Technik, Medizin und Erfindungen, sind wir nicht mehr direkt den Naturgewalten ausgeliefert, die uns zu Veränderungen gezwungen haben, bis  -ja bis sich unsere Lebensumstände wieder dramatisch auf den Kopf stellen. Dann kommt auch unsere Evolutions-Reise wieder in Schwung und die natürliche Selektion geht erneut ans Werk. Der zukünftige Mensch wird weltweit einheitlicher sein, denn die Geburtenrate ist in Asien und Afrika um ein mehrfaches höher als zum Beispiel bei uns in Europa. Das hat natürlich auch optische Auswirkungen. Unter anderem werden wir als zahlenmäßig geringere Europäer etwas dunkler und mit etwas meine ich eine leichte Tönung. Es ist erst in 10.000 Jahren wieder zu erwarten, dass unsere Evolutions-Uhr schneller tickt, denn dann stehen auf der Erde bekanntlich drastische Veränderungen vor der Tür. Die nächste Eiszeit. So richtig spannend wird es aber erst, wenn Dinge passieren, die wir in unserer „unendlichen Weisheit“ nicht voraussagen können. Super Vulkan, Atomkrieg oder Meteoriten Einschlag, diese oder andere Ereignisse bedeuten Vollgas in der Evolution, oder auch ein Schlussstrich.

…aber heute genieße ich erst mal den schönen Tag, küsse meine „bessere Hälfte“ und gehe mit den Hunden raus zu den Schafen.

 

 

Das Unterbewusstsein – Der Fremde in uns

Jeder von uns hat schon Zeiten erlebt, die er mal lieber vergessen möchte. Entweder haben wir falsche Entscheidungen getroffen oder es sind Ereignisse zusammengetroffen, die uns den Satz entlocken: „Das ist doch nicht normal“.  Aber was ist schon normal?

Was treibt uns aber zu dem was wir tun. Was treibt uns zu unserem Handeln? Schicksal, Vorsehung, Zufälle, oder liegt es ganz allein in unserer Hand? Viele Fragen auf eines der ältesten Rätsel in unserer Menschheitsgeschichte:„ Warum passiert was“? Eigentlich nichts Kompliziertes und kein großes Rätsel, aber wir wollen es einfach nicht wahr haben, dass unser „Dasein“ in diesem unendlichen Weiten des Kosmos so gar keine Bedeutung hat. Im Alltag machen wir uns über solche Themen keine Gedanken, denn wir sind mit unserem Leben und unserem vertrauten Umfeld beschäftigt. Diese kleine Welt ist unser Universum und in diesem Leben lachen, lieben oder leiden wir
und leben einfach vor uns hin.

Nehmen wir also unsere voreilige Kritik an anderen Menschen und deren Leben zurück,  denn welche Umstände ihn auf diesen Weg gebracht haben, wissen wir nicht und wahrscheinlich noch nicht mal er selbst. Gibt es das angeborene „Böse“? Natürlich nicht, denn diese Frage ist ebenso dumm wie unlogisch. Warum können einige Menschen Dinge, die andere nicht können? Angeborene Veranlagung und Fähigkeiten gepaart mit Umfeld und Förderung machen aus uns das, was wir sind. Die spannende Frage ist aber: Kann ich diese Faktoren selbst beeinflussen? Frage ich 10 Wissenschaftler, bekomme ich „11 Aussagen“. Mit anderen Worten …wir haben keine Ahnung.

Das komplette Rechtssystem würde zusammenbrechen, wenn wir uns alle mit dem Thema auseinandersetzen: „Welchen Einfluss hat das Unterbewusstsein?“. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir bewusst maximal 10% unsers Gehirn nutzen, oder besser gesagt, direkten Zugriff haben. Die andern 90% der Gehirnleistung werden einzig und allein vom Unterbewusstsein gesteuert. Wir agieren also mit einem System, auf das wir keinen Zugriff haben, das ist doch eher beängstigend und bringt uns zu der berechtigten Frage: Bin ich frei in meinem Handeln und habe ich überhaupt Einfluss auf meinen Lebensweg und mein Tun?

Eine berechtigte Frage.

Das Unterbewusstsein - Der Fremde in uns

Das Unterbewusstsein – Der Fremde in uns

Wie bei einem Eisberg, haben wir zu unserem Gehirn auch nur auf ca.10%
direkten Zugriff. Das sollte uns nachdenklich stimmen.

Gehen wir ernsthaft dieser Frage nach, ist unsere bunte Welt, so wie wir sie uns  schön reden, gar nicht vorhanden, sondern nur ein Ergebnis unbeeinflussbarer Ereignisse. Polizei, Gerichte unsere ganze Regierung könnte den Schlüssel im Schloss umdrehen, denn wen wollten sie verantwortlich machen, das Unterbewusstsein? In einem sehr langen Gespräch mit Arno Funke, besser unter „Dagobert“ bekannt, der vor einigen Jahren recht spektakulär Karstadt erpresst hat, haben wir genau über diese Thematik gesprochen. Während seines Gefängnisaufenthaltes hat er sich über genau dieses Thema Gedanken gemacht und ist in einer seiner depressiven Phasen zu dem Schluss gekommen, dass wir unser Vorgehen, also unser Handeln und sogar unseren ganzen Lebensweg nur begrenzt beeinflussen können. Warum? Wieder die berechtigte Frage, weil die „berühmten 90%“ ihr Eigenleben haben und nur schwer bis gar nicht von uns beeinflusst werden können. Ereignisse und das jeweilige Umfeld haben eine viel größere Wirkung auf unser Unterbewusstsein, als auf unseren Zugriffsbereich. Es ist ein Fremder in uns. Diese Erkenntnis ist mehr als nur beängstigend, denn das alles wollen wir doch gar nicht hören.

Beobachten wir einfach mal einen außergewöhnlichen Lebensweg, der uns ebenso erstaunt wie schockiert, denn wir reden nicht von Chaoten, brutalen Kriminellen oder Auftragskillern, sondern von freundlichen Nachbarn. Ein Weg, der einfach passiert ist und denkt auch einmal darüber nach, warum wir selbst in einigen Situationen gerade so gehandelt haben wie wir gehandelt haben. Diese Ereignisse eines Freundes, ist ein Lebensbericht mit ungewöhnlichen Folgen. Wobei das Wort ungewöhnlich eine dramatische Untertreibung ist. Dieser Lebensweg handelt von einem ehemaligen Mitschüler, Jürgen, dessen heutiges Dasein leider nur noch als bedauernswert bezeichnet werden kann.

Zählt man nur die Fakten auf, klingt es wie die Anatomie eines Desasters.

In der Schule war Jürgen immer der Mittelpunkt. Die Jungs wollten mit ihm etwas unternehmen oder Jürgen in ihrer Fußballmannschaft haben und die Mädels waren auch immer freundlich zu ihm. Eigentlich waren wir alle ein wenig neidisch und wollten immer so sein wie er. In der Klasse war er unser Popstar.

Nach der Schule trennten sich unsere Wege und der Kontakt riss einfach ab. Einige Klassentreffen weiter, erschien auch Jürgen wieder. Wir hatten alle nichts mehr von ihm gehört und waren daher sehr auf unsern „Popstar“ gespannt. Das blanke Entsetzen trat durch die Tür. Nur noch ein Schatten von dem was wir kannten. Er hatte weder studiert oder irgendwelche anderen Ideale in Angriff genommen, sondern war auf dem Bau gelandet,  alkoholabhängig, anscheinend leicht verwirrt, arm und ohne Familie, denn auch seine Angehörigen hatten sich von ihm losgesagt. Er wusste noch nicht einmal, wo er nach unserem Klassentreffen übernachten sollte, denn für Taxi oder Hotel hatte er kein Geld. Wir waren wirklich schockiert. Ein ehemaliger Mitschüler Carsten, hat ihn nach einer allgemeinen Beratung mit zu sich nach Hause genommen und Jürgen 2 Tage später ein Zug-Ticket gekauft.

War das gar nicht mehr  unser Jürgen?! Was war passiert?

Anatomie eines Desasters
Nach dem Abitur wollte Jürgen eine Denk-Pause“ einlegen, erst mal arbeiten gehen, Geld verdienen, Party machen und Fußball spielen. Der unaufhörliche Fall begann bereits mit seiner ersten Arbeitsstelle, als Hilfskraft auf dem Bau. Hier waren nicht so sehr intellektuelle Höhenflüge gefragt, sondern Trinkfestigkeit. Dabei lag er anscheinend gut im Rennen und konnte sich auf den begehrten vorderen Plätzen postieren. Nach 6 Monaten trennte sich seine Freundin von ihm, zu viel Alkohol und nach weiteren 8 Monaten wurde ihm wegen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss der Führerschein entzogen. Ohne Führerschein konnte er nicht mehr regelmäßig zum Fußball Training gehen und es war nur eine Frage der Zeit, bis auch dies aus seinem Leben verschwand. Nach kurzen 6 Wochen war auch dieses Thema erledigt. 1 Jahr ohne Führerschein brachte Jürgen den endgültigen KO-Schlag. Seine neue Devise war nun, nicht nur wir wachsen mit unseren Aufgaben, sondern auch unsere Leber. Dieser fehlgeleitete Ehrgeiz brachte ihm die Entlassung. Aber die Entlassung war noch nicht das Schlimmste, denn das wahre Unheil kam nun erst so richtig in Schwung. Durch den extremen Alkoholgenuss hatte sich Jürgen verändert. Er benahm sich nicht nur anders, sondern sprach, handelte und dachte „ganz eigenartig“. Er war mürrisch, ungepflegt und eine betäubende Melancholie machte sich über ihm breit. Diese Melancholie hielt ihn fest und nistete sich ein. Er konnte kaum noch Entscheidungen treffen und die Zunge wollte ihm auch nicht mehr so recht gehorchen. Jürgen, unser Popstar, hatte sich selbst zerstört. War er das auch wirklich selbst und hätte er eine Wahl gehabt? Heute ist er entmündigt und nach zahlreichen Versuchen haben selbst seine Angehörigen den Kontakt zu ihm abgebrochen. In einem lichten Moment muss er unsere Einladung aufgenommen und sich auf den Weg gemacht haben. Da stand er also in der Tür, der Mann, der früher Jürgen war.

Hat er das selbst zu verantworten, oder konnte er nur den Kampf mit seinem Unterbewusstsein nicht gewinnen?  …was ihn vom Täter zum Opfer machen würde. Ein Fremder in uns?
Wenn wir schon bei diesem heiklen Thema sind, kann ich auch vom „Innenleben“ eines der spektakulärsten Kriminalfälle der Nachkriegsgeschichte berichten. Dies sind aber keine angelesenen Infos oder gar Erfindungen, nein, ich habe mich mit „ihm“ in Berlin getroffen. Ich rede von Deutschlands „bekanntestem“ Erpresser Dagobert, im richtigen Leben Arno Funke.

Was macht eigentlich Dagobert – Arno Funke – heute?

Dieses seltene Interview veröffentliche ich 2017 auf meinem Blog, was uns erstaunliche Einblicke gewähren wird.

 

 

Shaun das Schaf kommt aus Deutschland

Die NEWS des Tages kommen ausnahmsweise mal nicht aus Amerika von Donald,
(Nicht Donald Duck, ich meine Donald Trump …oder ist das ein und derselbe?)
sondern aus Old Germany.

Shaun das Schaf ist keine Erfindung der Engländer, nein, “ Shaun das Schaf“ gibt es tatsächlich und lebt im richtigen Leben in Deutschland, besser gesagt in Niedersachsen bei mir. Die Abenteuer meiner Schafe müssen irgendwie bis nach England gedrungen sein und die Inselbewohner haben daraus gleich eine ganze Trick-Serie produziert. Muss ich jetzt zu einem Anwalt gehen, oder soll ich lieber Co-Regisseur werden? Selbst an meinen alten Geländewagen haben die Briten gedacht. Wieso verfilmen sie auf der Insel „unseren“ Alltag?

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Der Schein trügt, immer wenn sie so gut gelaunt sind, haben sie einen Plan.

„Die Damen“ machen manchmal sooo komische „Dinge“, dass das Staunen zu jedem Scottish Blackface Züchter dazugehört. In der Regel hat diese Spezies Schafzüchter mindestens 2 Hunde, um das „Ganze“ einigermaßen unter Kontrolle zu behalten, einen alten Geländewagen und viel Idealismus. Kommt euch das nun auch bekannt vor? Genau, „Shaun, das Schaf“, aber worüber ihr alle herzlich lachen könnt, ist bei mir der „ganz normaler Wahnsinn“.
Die Damen wandern nachts durch den Ort, heben in Gemeinschaftsarbeit Bauzäune hoch, oder „öffnen“ ein Tor, damit sie auf die benachbarte Apfelplantage gelangen. (Worüber der Plantagenbesitzer natürlich „hoch erfreut“ war und die 100 flauschigen „Besucher“ aus der „Nachbarschaft“ auch gleich persönlich „begrüßt“ hat) Eigentlich warte ich jeden Tag darauf, dass sie den Stall nach ihren Wünschen umgestalten.

Neben den vielen Abenteuergeschichten, gibt es bei mir auch einen ganz besonderen „Spezialisten“ oder besser gesagt „Spezialistin“. Sie springt über den 1,06m E-Zaun, erkundet die Umgebung und kehrt anschließend wieder zurück, …wo sie dann vermutlich alles berichtet. Ich sollte mal darauf achte, ob sie in der Folgenacht auf „Wanderschaft“ gehen.

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Schlau und erfindungsreich. Wer? …Shaun und meine Scottish Blackface

Einige erinnern sich vielleicht an die Serie, als Shaun und die ganze Gang den Hof verlassen, um in den nächsten Ort zu gelangen. Genau so war es bei mir  – bei meinen Schafen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie nicht mit dem Bus gefahren sind  (das kommt vielleicht noch).  Als ich dann am Morgen einen Anruf erhielt, stand mir sofort das Wort „Panik“ auf der Stirn geschrieben und war schnell vor Ort. Meine Truppe schauten mich extrem gelassen an, als würden sie mir zurufen: „schön, dass du auch hier bist“.  (Die Damen hatten es sich hinter einer Mercedes Werkstatt gemütlich gemacht)

Shaun das Schaf Ⓒ H.P.Schaarschmidt

Shaun das Schaf Ⓒ H.P.Schaarschmidt

Sie ist das „Original“, Shaun das Schaf.

Da frage ich mich aber allen Ernstes: wie sind die Engländer an meine Tagebuchaufzeichnungen gekommen? Industriespionage, Geheimdienst, Einbruch, Diebstahl? Oder wollten sie ganz einfach die Ideen meiner Schafe stehlen? Immer wenn ich nach meinen Mädels sehe, habe ich den Verdacht, „sie führen wieder etwas im Schilde“. Die von mir sehr geschätzte Ingrid Stottmann, sagte einmal über meine Truppe: „Ich habe auch Blackis gehabt, schöne Schafe, hübsche Lämmer und ganz tolle Muttereigenschaften, aber die kommen mir trotzdem nie wieder ins Haus. Sie sind einfach zu „eigen“ und wahre Ausbruchkünstler. Diese „Bande“ habe ich nicht nur einmal im Dorf zusammengesucht“.

Wenn also mit meinen Schafen und unserem Alltag viel Geld verdient wird, sollte ich doch eigentlich „irgendjemand“ verklagen und zwar auf eine Menge Euros (englische Pfund sind mir auch Recht). Damit könnte ich dann unsere letzten verbliebenen Wanderschäfer unterstützen und allen Blacki Züchtern kostenlose psychologische Betreuung anbieten.   …ich denke darüber nach.

Hier der „Beweis“ für die „Echtheit“.

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

„Fast“ original, meine Schafe und ich.

Die Abenteuer gehen weiter, die Hunde bleiben verzweifelt, ich sprachlos und meine Schafe überlegen bestimmt schon wieder, was sie als nächstes „unternehmen“.

In diesem Sinne, bis bald.

Sibirisches Tiger-Baby & Arabische Pferde

Was ist das für eine „wilde“ Mischung?  Wo gibt’s den sowas?

Im Büro treffen ich auf ein 11 Wochen altes sibirisches Tiger-Baby, beim Rundgang auf dem Gelände läuft mir ein Schwein hinterher und im großen Stall stehen Pferde für viele Millionen Euros  – unglaublich. Wo gibt`s den sowas? In Ströhen, genauer gesagt, im Tierpark und Araber Gestüt Ströhen.

Das Gestüt ist sensationell. Wenn ich so viele „Millionen Euros“ umsorgen müsste, hätte ich garantiert hin und wieder „Schnappatmung“. Deshalb ist es wirklich fantastisch, dass all diese arabischen Energiebündel ihre Weidezeit von Frühjahr bis Herbst auf großen Koppeln verbringen können und nicht künstlich „verhätschelt“ werden.  Wunderbar

Sibirisches Tiger-Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger-Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger-Baby, hier ganz klein und „noch“ so „niedlich“.

Dieser kleine „Flaschen-Tiger“ wurde von seiner Mutter verstoßen und die Tierpark-Leitung hatte die Wahl, sterben lassen, weil von der Mutter verstoßen (mache ich mit meinen Lämmer aber auch nicht), oder von Hand auf zu ziehen. Natürlich ist dies nicht artgerecht und natürlich ist das Thema generell umstritten, aber lässt man deshalb ein Tiger-Baby verhungern? …nein.

Den Inhaber Dr. Nils Ismer schätze ich sehr, denn sein Herz hängt offensichtlich mehr an seiner Araber Zucht, als an seinem angeschlossenen Tierpark. Für diese Gestüt tut er so einiges, denn wie oft habe ich von der guten Seele der Geschäftsleitung, Yvonne, die Antwort erhalten: „Hallo Peter, Nils ist gerade in Mexiko“, in Frankreich, oder bei Kunden in der Wüste.  …und wie oft habe ich mit Nils telefoniert, doch er war gerade unterwegs, um einen seiner vierbeinigen Prachtexemplare auszuliefern. Ich bin mir ziemlich sicher, in absehbarer Zeit, bekommt Dr. Ismer vom deutschen Tankstellenverband die Ehrennadel und von Außenministerium eine Auszeichnung für Verdienste an der Völkerverständigung. Dabei hat der „Pferde Doktor“ mit Politik eher wenig am Hut.

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Deutschlands größte Zucht von Araber Pferden

Hier treffen Kunden aus der ganzen Welt ein und manche reisen mit ihrem eigenen Jets in Hannover an. Ich war sprachlos und hätte so etwas in meiner Nachbarschaft nicht erwartet. Da landen sie also mit ihren Privatflugzeugen, haben viel Geld in der Tasche, sehr viel Geld und wollen nach Niedersachsen, in das kleine Ströhen, um auf dem Arabergestüt Ismer Pferde zu kaufen. Dr. Nils Ismer muss in seiner Zucht wohl alles richtig machen, wenn Kunden aus Mexiko, der Wüste und sonst woher angeflogen kommen, um bei ihm Arabische Pferde zu kaufen.

Wie transportiert man eigentlich diese wertvollen Vierbeiner bis in die Wüste?

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Luxus Transporter, Taxi für Arabische Pferde

Riesige komfortable Sattelauflieger fahren das „Prachtgetier“ zum Flughafen, hier werden sie in Transportmaschinen umgeladen, in die entferntesten Regionen unseres Blauen Planeten geflogen und dort von ihren neuen Besitzern in klimatisierten, luxuriösen Pferdetransporten abgeholt .
Beeindruckend.
Der kleine Tigerzwerg ist zwar noch immer ein Baby, aber er wächst quasi stündlich und hat man in wenige Wochen nicht gesehen, kann es kaum glauben.

Sibirisches Tiger Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hier wird mein Bein von dem Sibirischen Tiger Baby  untersucht  (nicht mehr ganz so klein)
Sein Ergebnis:  „zu mager, lohnt sich nicht“

…wenn ich ehrlich bin, mit meinen Hunden würde ich dieses Wunderwerk der Natur nicht spielen lassen, denn inzwischen steckt in dem „Baby“ eine Menge ungebremste Natur drin.

Mein Leben ist doch ganz schön bunt.

 

 

 

 

 

Singles in Deutschland

Um uns klar zu machen, über welche Größenordnungen wir in Deutschland reden, hier einige erstaunliche Statistiken vorweg:

In unserem Land leben 16,5 Millionen Singles, oder besser gesagt in Single-Haushalten. Das ist mehr als nur ein kleiner Teil unserer Bevölkerung. Zudem kommen 2,7 Millionen Alleinerziehende, überwiegend Frauen. Dabei ist das große Heer der getrennt Lebenden noch nicht einmal berücksichtigt. Eine so überwältigende Zahl habe ich nicht erwartet.

Singles in Deutschland

Singles in Deutschland

Was macht aber unser gutes altes Deutschland für diesen Lebensstil so attraktiv?

Zunächst hat es natürlich etwas mit den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen zu tun und das soziale Netz spielt ebenfalls eine Rolle. Bin ich zum „Überleben“ auf einen „Mitjäger“ angewiesen, halte ich an einem Partner fest? In einem guten Sozialnetz bekommen wir aber die „Beute“ quasi Frei-Haus geliefert oder besser gesagt aus dem Geldautomaten. Die gesellschaftlichen Umstände sind hingegen etwas komplizierter. Um uns dies besser zu verdeutlichen, versucht doch einmal in einigen arabischen Ländern, in Badehose & Bikini ein Strand-Café zu betreten… Falls Ihr das überlebt, bleibt es ein unvergessliches Erlebnis. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde auch bei uns in Europa eine Frau, die der Untreue bezichtigt wurde, mit Ausstoß aus der Gesellschaft bestraft und die Männer haben sich gelegentlich sogar duelliert. Die meisten europäischen Länder haben aber heute mit der „flexiblen“ Auslegung der Treue kein Problem. Diese liberale Haltung zeigt sich auch in unserer Bundesregierung. Unsere Bundeskanzlerin kommt aus dem früher so belächelnden Ost-Deutschland, bis vor kurzem hatten wir noch einen homosexuellen Außenminister, der Finanzminister zeigt sich nur im Rollstuhl und einer unserer Ministerpräsidenten, ein ehemaliger Pastor, lebt in „wilder“ Ehe mit seiner Lebensgefährtin im Schloss Bellevue. Mehr Toleranz geht doch nun wirklich nicht.

Wir Deutschen sind also gar nicht so spießig, sondern weltoffener und toleranter als wir über uns selbst gedacht haben.

Das Frauen noch bis in die 50er Jahre für Führerschein, Arbeit oder Konto eine Genehmigung des Ehegatten vorweisen mussten, verbuchen wir mal unter „geistige Umnachtung“. Ich gebe zu, bei diesem Thema waren wir nicht gerade Vorreiter und haben in unserer Geschichte noch so manch andere Verfehlung angezettelt, aber wir scheinen ja dazu gelernt zu haben. Nur das Thema Kinder ist in Old Germany noch ein „Wackelkandidat“. Im familienfreundlichen Italien ist es zum Beispiel absolut undenkbar, dass sich ein Anwohner über zu laut spielende Kinder bei den Behörden beschwert  -bei uns noch immer tägliche Arbeit der Gerichte. Eine Frau kommt nach der Scheidung zunächst erst mal mehr oder weniger gut zurecht. Mit 2-3 Kindern sieht es nach einer Trennung schon ganz anders aus. Dann ist der Spaß endgültig vorbei. Vor allein erziehenden Müttern ziehe ich immer meinen Hut (wenn ich einen hätte), denn sie leisten Unglaubliches und ernten dafür alles andere als tosenden Beifall. In meinem Bekanntenkreis gibt es eine allein-erziehende junge Mutter, die so einige harte Schläge des Lebens ertragen musste. Erst lassen sie sich „trotz“ Kinder scheiden. Der Vater kümmerte sich nicht ausreichend um seinen Nachwuchs. Die Finanzen sind weniger als bescheiden, das Sorgerecht landet vor Gericht, das alte Auto der nun allein erziehenden Mutter hat einen Motorschaden und als ob das nicht alles schon schlimm genug ist, verunglückte eins ihrer Kinder tödlich.

Singles in Deutschland

Singles in Deutschland

Was für ein Drama und ich verneige mich respektvoll, vor so viel Pflichtbewusstsein und Durchhaltevermögen. Susi, ich wünsche Dir und Deiner kleinen Familie Kraft und viel Glück.

Nach einer Trennung ist das Singledasein erst mal eine gute Sache, zumindest war es für mich so, denn man kann sich den Wind um die Nase und den Kopf leer blasen lassen. Doch auf Dauer sind wir irgendwie nicht dafür gemacht. Also, ihr Millionen Singles da draußen, runter vom Sofa und los. Irgendjemand wartet da draußen, genau jemand wie dich kennen zu lernen.

…natürlich auch wieder mit dem vollen „Programm“,
mit Liebe, Schmerz, Enttäuschung, aber auch Glück und Geborgenheit.

Ich drücke euch die Daumen.

 

African Genesis – eine wilde Theorie


300.000.000 Jahre Hai gegen 100.000 Jahre „Neuzeit Mensch“.

Herbert Grönemeyer singt in seinem Lied „Ein Stück vom Himmel“: „Die Erde ist freundlich, warum wir eigentlich nicht? Sie ist freundlich, warum wir eigentlich nicht“. Herbert Grönemeyer hat vermutliche von der Natur ebenso wenig Ahnung wie Jack London von den Wölfen. Diese beiden Künstler müssen sich aber keine Gedanken machen, denn sie sind in bester Gesellschaft– in unserer!
Na- ja, bei Jack London hat sich das mit dem Zugewinn an Naturkenntnissen sowieso erledigt!

Ich kann eigentlich gar nicht oft genug drauf hinweisen, dass unsere Vorstellungen von den Wildtieren in eine ziemlich beängstigende Schieflage geraten sind! Zwei von zahlreichen Theorien haben unser Bild von den Wildtieren dramatisch geprägt und ihren Teil dazu beigetragen, dass unsere Schieflage an Neigung zugenommen hat. In dem Buch „African Genesis“ von Robert Ardrey, wird eine Theorie aufgestellt, die schwerwiegendere Folgen hat als man vermuten könnte.

„Mörderaffen“, was für ein Unsinn Ⓒ Reuter

„Mörderaffen“, was für ein Unsinn Ⓒ Reuter

Der Mensch sei als einziges Lebewesen so blutrünstig, da er von „Mörderaffen“ abstamme und nur deshalb zu Mord, Verstümmelung, Vergewaltigung und Krieg fähig sei. Um dem Missverstand die Krone auf zu setzen, behauptet Konrad Lorenz: die Tiere hätten rituelle Signale, die Aggressionen dämpfen oder es kommt erst gar nicht zu verletzendem Verhalten. Der Mensch besitze solche Signale nicht und ist als einziges Lebewesen deshalb zum Mord fähig. Diese These hat weite Verbreitung gefunden und ist bei einigen zum „Heiligen Gral“ geworden.

Nun die Überraschung: Natur funktioniert anders! Sie ist weder gut, böse, freundlich oder schlecht, sondern nur Natur! Das Gesetz des Dschungels ist ein Kreislauf: Fressen und gefressen werden. Die einzige, die hier das Sagen hat, ist die Evolution. Überlebenswille und Effizienz, das ist der Treibstoff allen Lebens! Dabei können Tiere auch sehr „nüchterne Entscheidungen“ treffen oder besser gesagt, ihren Instinkten folgen. Löwen lassen ihre Jungen in mageren Zeiten verhungern, denn nächstes Jahr bekommen sie ja Neue. Schafe lassen ihre kranken neugeborenen Lämmer sterben und kümmern sich um die Gesunden. Wölfe verteidigen ihr erklärtes Revier mit einer Urgewalt an Aggression, dass jeder Eindringling, gleich ob Hund oder fremder Wolf, sofort und ohne Vorwarnung angegriffen und meist getötet wird. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, z. B. über Löwen, Wölfe, Bären, Hyänen oder Möwen bis hin zu Ameisensoldaten, die tödliche Gewalt ausüben– ohne das Opfer zu fressen.
So funktioniert Natur.

African Genesis - eine wilde Theorie

African Genesis – eine wilde Theorie

Hätten wir die Kräfte einer Ameise, könnten wir ganze Baumstämme tragen.

Diese „Mitbewohner“ sind aber deshalb nicht weniger wert, im Gegenteil. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Welt! Falls nun jemand auf den dummen Gedanken kommt, dass wir die angebliche Krönung der Entwicklung sind, setzt euch wieder hin und hebt eure Rede für später auf! Selbst wenn ich die Zeit der Neandertaler schon mit zähle, gibt es den „Modernen Menschen“ erst seit 100.000 Jahren. OK, drücken wir beide Augen zu und sind „großzügig“, 200.000 Jahre. Die Dinosaurier gab es bis zur Katastrophe 120.000.000 Jahren. Doch der Hai- existierte bereits 100.000.000 Jahre vor den ersten Dinosauriern  – bis heute!

African Genesis - eine wilde Theorie

African Genesis – eine wilde Theorie

Haie

Das nenne ich einen guten Versuch in der Evolution, denn über 300.000.000  (in Worten: über dreihundertmillionen) Jahre sind schon erstaunlich, die nach neusten Studien von uns Menschen noch nicht einmal annähernd erreicht werden können. Somit müssen wir davon ausgehen, dass sie auch noch lange nach uns auf der Erde leben werden. Bei all unserer angeblichen Intelligenz, müssen wir irgendwann doch eingestehen, dass wir in der Evolution einmal von Bakterien, Kakerlaken und Haien besiegt werden.

Dabei wollen wir aber nicht vergessen, dass der Meister aller Evolutionstheorien Charles Darwin, nicht nur das Gewalt-Prinzip gesehen hat. Eine seiner bahnbrechendsten Erkenntnisse finden wir in der Tatsache, dass beim Kampf ums Dasein ein weiterer Fakt eine große Rolle spielt: Die Ästhetische Zuchtauswahl. Diese Selektionstheorie besagt und das mit nicht ganz wissenschaftlichen Worten umschrieben „die attraktivsten paaren sich zuerst“. Die sogenannte geschlechtliche Auslese.
Da bekommt der Begriff „Schönheitswahn“ doch gleich eine ganz andere Bedeutung.