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Hütehunde / 7. Meißendorfer Schnuckenderby bei Ulrike Galler

Endlich war es soweit, dass Schnuckenderby bei Ulrike stand wieder vor der Tür und sie hatte auch dieses Jahr wieder viele Border Collie „Verrückte“ aus ganz Deutschland eingeladen. Verrückt hört sich vielleicht zu hart an, nennen wir es Begeisterung. Diesmal wollte ich mich schon Freitagmittag auf den Weg machen, um gaaanz entspannt dieses Wochenende anzugehen. Dumm nur, das bei der morgendlichen Schaf Kontrolle, ich zwei Patienten entdeckt habe. Verdammt dachte ich, dass mit dem entspannten Freitag wird wohl wieder nix. Ein Bocklamm hatte zwar nur eine kleine Verletzung am Schwanz, aber es waren bereits die ersten Fliegenlarven zu sehen und der zweite Kandidat hatte quasi über Nacht Durchfall vom „feinsten“ bekommen. Die Larven bekomme ich leider nicht mit Hausmittelchen weg, also auf zu meinem Doc und holen was „Tante Bayer“ zu bieten hat. Der Durchfallpatient war schnell verarztet, aber die kleinen Eindringlinge sind da schon hartnäckiger. Sud anrühren, freischneiden, abtupfen, abwaschen und zum Schluss noch eine Spritze setzen. …und wieder ist unsere ungeliebte Tante zum Einsatz gekommen. Keiner will sie, aber alle laden sie regelmäßig ein.

Zur Klarstellung: meine Tante Ursula ist auch ohne Chemie immer herzlich willkommen.

Nun bin ich aber auf dem Weg, zwar etwas später als gedacht, aber für meine Verhältnisse noch immer früh, denn mein Navi flüsterte: Ankunft in 25 Minuten und das war 17.30 Uhr. Weil ich den „Bürgerkrieg“ auf deutschen Autobahnen umfahren habe, hatte alles super geklappt  – das mit der Fahrt meine ich. Ulrike läuft sicher bereits zur „Hochform“ auf und ist vermutlich kurz vor einem „Herzinfarkt“.  Ulrike, halte durch! Die Welt ist eine Nussschale. Warum? Ich trete Samstagmorgen gegen 07.00 Uhr aus der Tür meiner Pension. Im Umland vom Derby gibt es hunderte von Übernachtungen, was sehe ich aber als erstes, einen VW Bulli dessen Nummer ich kannte. In dieser kleinen, bescheidenen Behausung hatten auch Hans-Jürgen und Marlis (Werbke) Quartier bezogen. Wow, die Welt ist eine Nussschale.

Der erste Tag des 7. Meißendorfer Schnuckenderbys begann um 08.30 Uhr mit einem Briefing der Klasse 3. Das Schnuckendeby ist auch einer der wenigen Trials in Old Germany, auf denen alle 3 Klassen am Start stehen. Ganz besonders gespannt war ich auf die Teams: Sonja Müller, Hans-Jürgen Werbke und Viola Hebeler in der Klasse 3, aber auch auf Stefan Ostholt,  Sarah Suer und Hauke Thomsen, der mit Moss zum zweiten Mal in der Klasse 2 gestartet ist und natürlich auch auf die Klasse 1.

Team Sonja Müller am Startpfosten Ⓒ Jasemin Be

Team Sonja Müller am Startpfosten Ⓒ Jasemin Be

Nach einer kurzen Begrüßung eröffnete Sonja Müller mit ihrer Look das Schnuckenderby 2016. Look lief und lief und lief, fand aber keine Schafe. Als er dann doch in Richtung Schafe kam, bogen die Damen aus dem Stand links ab und galoppierten in Endgeschwindigkeit Richtung Ruhepferch. Der Lauf war vorbei und alle fragten sich „was zum Teufel war das jetzt“? Ok, im hinteren Teil war das Gras vielleicht etwas höher als sonst, aber die Schafe im gestreckten Galopp sofort Richtung Ruhepferch? Das konnte sich keiner erklären, denn Sonja und ihre Hunde machten sonst einen guten Job. Dem folgten 3 erfahrene Teams. Tina Eichler mit Nuts, Hans-Jürgen Werbke mit Juli und Viola Hebeler mit Gismo. Wow, war das aufregend. Aber auch hier wurde alles auf den Kopf gestellt. Keines der Teams konnte seinen Lauf an diesem Tag zufriedenstellend beenden. Am Nachmittag wurden die Mädels langsam ruhiger, aber wir befanden uns noch immer auf einem „Minenfeld“, denn die Schafe hatten irgendwie einen ganz anderen Stundenplan.

Das Schnuckenderby ist für eine nette Atmosphäre und gut gängige Damen bekannt. (Mit gut gängigen „Damen“ meine ich natürlich die Schafe) Atmosphäre und Stimmung war super, doch was sind das für Läufe? Am Abend beim gemeinsamen Grillen, lerne ich zum ersten Mal auch einen Verein, meinen Verein ABCD (Arbeitsgemeinschaft für Border Collies in Deutschland) kennen, der am Lagerfeuer nicht nur Geselligkeit, sondern auch Zusammenhalt repräsentierte. Der Tag wurde besprochen, Scherze gemacht und Tina Eichler hatte für eine gemeinsame Moderation mit mir ganz „besondere Vorschläge“  …die ich hier im Einzelnen nicht wiederholen möchte. Nur so viel, es hat mit tanzen und einem Schafskostüm zutun. Viola Hebeler stand der Veranstalterin Ulrike Galler am Nachmittag bei einem sehr schweren Gang zur Seite. Ihr allererster Border Collie musste mit 16 Jahren eingeschläfert werden. Sie verbrachte viele Stunden bei den beiden und tat alles, was nur irgendwie möglich war. Am Lagerfeuer hörte ich einen wunderbaren Satz: „Das Wochenende ist so schön, das lasse ich mir doch nicht von einem 10 minütigen schlechten Lauf versauen“. Wie schon gesagt, einfach wunderbar. Was den Lauf von Abby und mir betrifft, so hat sie alles richtig gemacht. Super Outrun, gute Annahme, Tor getroffen (was an diesem Tag nicht so ganz selbstverständlich war) und lies sich zu meiner großen Freude auch auf großen Entfernungen gut steuern. Nach meiner Umrundung brachen die Damen kurz aus und meine Abby stoppte sie mit einer Schein Attacke, um sie weiter in Richtung Quertreibtor zu bringen. Ich war ganz happy, dass sie nicht härter in die Mädels gegangen ist, sondern nur angedeutet hat  – aber dies empfand der Richter bereits als unangebracht, so dass wir dafür ein Dis bekamen. Ich war so überrascht, dass ich beim Richter nachfragte, aber ich erhielt erneut ein „ Thank You“. Der Richter (James P. McGee) hat halt immer recht. Ähnliches Unverständnis viel mir bei den Punkten in der Klasse 3 auf. Sorry, vielleicht bin ich einfach noch zu unerfahren und kann das ganze Wunderland noch nicht so richtig beurteilen, aber wundern im „Wunderland“ kann man sich doch schon. Wie auch immer, an diesem Tag (nicht nur am abendlichen Lagerfeuer) habe ich eine ABCD, kennen gelernt, die mir gut gefallen hat.

Neuer Tag neues Glück und so war es dann auch. Der zweite Tag begann toll. Klasse Läufe, entspannte Schafe und gute Stimmung  -die ohnehin fantastisch war. Karin Ahnemann hatte als Course Director den Laden im Griff und machte einen guten Job. Was den Richter und Ex Weltmeister betrifft, so hat er ohne Zweifel tolles geleistet und außergewöhnliche Fähigkeiten, aber seine Punktevergabe führten sehr oft zu Diskussionen. Sein eigener Demonstrationslauf war sensationell und zeigte die ganze Klasse eines Weltmeisters und vielen Zuschauern war sicher gar nicht bewusst, was sie für eine Besonderheit auf dem Schnuckenderby 2016 zu sehen bekommen haben. Aber, ja genau es gibt ein aber, denn den Sieger Lauf von Dr. Hans-Jürgen Werbke mit seiner Ebby, fanden einige besser, weil der Ablauf noch flüssiger war. Ich weiß, dass ist etwas anmaßend, aber sorry, das sind nur Meinungen und was die Punktebewertung von James P. McGee für diesen Siegerlauf betrifft (76_Punkte), lasst mich kurz nachdenken, fand ich  …sagen wir neutral „sehr überraschend“.

Hans-Jürgen Werbke /Konzentration Ⓒ Jasemin Be

Hans-Jürgen Werbke /Konzentration Ⓒ Jasemin Be

Die zweiten „Superstars an diesem Tag waren für mich Viola Hebeler und Gismo, ein traumhaftes Team.  Noch größer war meine Verwunderung, als ich von Viola erfahren habe, das dieser  „Überflieger“ Gismo erst 3 Jahre jung ist. Ihr könnt sicher sein, da kommt noch was „Großes“ auf uns zu. Große Freude kam bei mir aber auch auf, als ich Hansi Lehmann am Startpfosten gesehen habe. Leider lief an diesem Tag nicht alles so, wie wir es von diesem Team gewohnt sind. Was soll`s, ein Tag ist nicht wie der andere und beim nächsten Trial bringen sie uns sicher wieder zum Staunen. Eine wahre Freude war an diesem Tag auch Marcus Fiske und Cap, in der Klasse 1. Herzlichen Glückwunsch. Abby und ich schafften es auf Platz 4.

Hardi P.Schaarschmidt mit Abby am Startpfosten Ⓒ Jasemin Be

Hardi P.Schaarschmidt mit Abby am Startpfosten Ⓒ Jasemin Be

Ein tolles Trial, mit leichten Anlaufschwierigkeiten am Samstagvormittag, doch danach und vor allem am Sonntag hat uns eine traumhafte Zeit beschert hat. Wir bedanken uns bei Ulrike Galler, den Schafstellern , aber auch bei den Teams Viola Hebeler mit Gismo, Hans-Jürgen Werbke mit Ebby & Juli und allen anderen Teams, die ihr Können gezeigt haben und uns vor Begeisterung Beifall klatschen ließen.

Vielen Dank, ihr habt uns tolle Momente beschert.

 

Hütehunde bei 37°

37° ? das sind ja südländische Verhältnisse. Selbst die Süd-Franzosen halten zwischen 12 Uhr und 15 Uhr ihr „komplettes Leben“ an. In dieser Zeit dreht sich in jenen Regionen kein Rad. Sogar einige  Autofahrer suchen ein schattiges Plätzchen, machen die Augen zu und gönnen sich tatsächlich ein kleines „Nickerchen“. Mit solchen Temperaturen haben wir in Deutschland sehr selten zu kämpfen und daher die damit verbundenen Schwierigkeiten auch nicht vor Augen.

Bei vielen Weidetieren zum Beispiel, liegt die Idealtemperatur bei 15°. Die Grenze liegt im Normalfall bei einem warmen Sommertag mit ca. 26° – 28°. Unser Weidevieh hält sich dann im Schatten auf, erhöht die Hechelfrequenz und säuft Unmengen an Wasser. So kommen sie auch mit diesen Temperaturen zurecht. Was machen aber unsere Arbeitshunde, die Border Collies? Bei den kleinen Raketen verhält es sich nicht anders als bei uns Menschen. Die einen kommen mit höheren Temperaturen gut klar und andere stoßen schnell an ihre Grenzen. Generell kann man aber sagen, diese bewegungsfreudigen Blizakteure haben mit hohen Temperaturen Schwierigkeiten. In Afrika sollten Border Collies also nicht zum Einsatz kommen, denn das ist nun wirklich zu viel des Guten.

Was machen wir, wenn für einige Tage in Deutschland das Thermometer 37° anzeigt?  Die kurz gefressene Weide ist regelrecht verbrannt und die Schafe müssen entweder auf saftiges Grün mit Schattenplatz oder in den Stall getrieben werden. Die Antwort ist einfach, wir müssen arbeiten  – natürlich auch unsere Hunde. 37° sind doch wieder eine Idee des PAN, ihr wisst schon, PAN der Gott aller Hirten. Dieser Schelm wollte uns sicher wieder auf die Probe stellen und hat alle Register gezogen.

1400 Schafe bei 37° Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

1400 Schafe bei 37° Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Natürlich arbeiten unsere schwarz-weißen Kollegen auch bei diesen Temperaturen  …aber auf keinen Fall zu lange. Nur ganz kurze Einsätze, mit einem Schattenplatz in den Pausen und reichlich Wasser. Ähnliche Verhältnisse hatten wir in den letztes Wochen. Der Wetterbericht sagte: Hochsommer in Deutschland, bei 29° – 30°. WOW, dachte ich, dass wird anstrengend. Bereits Mitte der Woche hatten wir stattliche 32° und das Thermometer marschierte immer weiter nach oben. Bei beängstigenden 37° stellt sich fast automatisch die Frage: was machen wir? Jeder Hund durfte nicht länger als 4-5 Minuten zum Einsatz kommen. Ok, das haben wir umgestellt. Die Schafe sollten sich nur langsam bewegt. Ok, das haben wir auch eingeplant. …und was ist mit mir? Sollte ich bei 37° im Schatten überhaupt das Haus verlassen? Mist, ich musste nun noch mehr ran, wegen der Sache mit den 37°.

Wir waren es gewohnt, einen guten Job zu machen, aber an diesem Hitze-Tag lief eigentlich garnix. Die Hunde hörten nicht zu, der best ausgebildetste Vierbeiner war auf Krawall gebürstet, die Schafe bewegten sich kaum vorwärts und ich stand die ganze Zeit in der Sonne und war kurz vor einem Sonnenstich. Nein, ich braue kein Mitleid   …oder vielleicht ein bisschen

Hütehunde bei 37° Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hütehunde bei 37° Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Bei diesen tropischen Temperaturen fällt mir ein Schäfer in Hildesheim ein. Er hat 1.400 Schaf auf dem Osterberg stehen und was macht er bei 37°? Ich hab mit ihm gesprochen. Ob 10° oder 37°, das ist ihm alles ziemlich schnuppe, was muss das muss. Im Gegenteil, bei dieser Hitze müssen die Hunde richtig ran. Die Schafe zusammentreiben und an die extra Wasserwannen schieben. Nur dass die Damen sich bei dieser Hitze nicht gerade wie Gazellen in der Savanne bewegen.  Ein harter Job, bei jedem Wetter und erst Recht bei 37°. Ich war beeindruckt.

Wir lieben unsere Hunde, aber das Leben eines reinrassigen Arbeishundes ist kein „Kindergeburtstag“. Es muss mir also keiner erzählen, dass Hunde ab 30° nicht mehr arbeiten können. Diese fleißigen 5 Hunde auf dem Osterberg, sind für 1.400 Schafe zuständig und das ist eine ganze Menge Verantwortung. Einfache Faustregel: wenn ich arbeiten kann, können das die Hunde auch. Natürlich nicht so lang wie sonst und mit viel Wasser, aber was muss das muss. 37° sind ein weiterer Grund den Job der Arbeitsstunde mit Bewunderung und größtem Respekt zu betrachten, denn sie leisten täglich Weltrekorde und das alles nur für ein Lob und gutes Fressen.

Sie sind die wirklichen Helden.

Tierschutz, Schmerzen und Massentierhaltung

Bei diesem heiklen Thema landet man schnell auf Glatteis, aber es gibt ja auch elegante Schlittschuhläufer. Also legen wir den Gang und Allrad ein, geben Gas und los. Sitzen wir auf dem Zahnarztstuhl, haben wir unseren „Gegner“ direkt vor Augen, den Zahnarzt. Die Arbeit mit „schwerem Gerät“ an unseren Zähnen bereitet äußerst unangenehme Gefühle, bis hin zu noch unangenehmeren Schmerzen. Wie sieht es aber im Tierreich aus? Da gibt es keine Ärzte, Schmerztherapie oder Notaufnahme. Sie müssen allein damit klar kommen.

Fühlen sie etwa weniger als wir?

Bei diesem Thema müssen wir ganz nüchtern auf den Entwicklungsstand der Spezies achten. Weniger weit entwickelte Arten haben ganz andere Verknüpfungen als hoch entwickelte Säugetiere. Insekten haben also ein völlig anderes Schmerzempfinden (wenn man das überhaupt so bezeichnen kann) als wir. Doch die These, dass auch hochentwickelte Lebewesen kaum bis gar keinen Schmerz empfinden, ist schlicht und einfach Unsinn. Ein Hund verletzt seine Pfote, Körper gibt seinem Gehirn das Signal „Körper defekt“. Der Hund leckt seine Pfote, um den Schmerz zu lindern und humpelt auf drei Beinen weiter oder gar zu uns. Weshalb sollte er das  tun, wenn es keine Schmerzen wären?

Dabei ist aber die Frage aller Fragen: Reagiert ein Tier nur reflexartig auf einen Schmerz oder werden diese Reize in höheren Hirnregionen verarbeitet und folgt darauf eine Handlungsänderung? Bei vielen Tieren entsteht zwar ein „Schmerz“, dieser wird aber nicht in wichtigen Hirnregionen weiter verarbeitet. Doch unsere allseits geliebten, hoch entwickelten Säugetiere verarbeiten diesen Signale. …so dass sie den Tierarzt auch nicht als ihren persönlichen Freund ansehen, wie wir den Zahnarzt. Das ist auch eines der großen Probleme, die Tierärzte haben. Sie können die Gefühlswelt ihrer Patienten nicht ergründen. Der Patient kann bei der Genesung nicht mithelfen und „Onkel Doktor“ versucht einen Spagat zwischen Weissagung und Schulmedizin. Im schlimmsten Fall hat alles „gut geklappt“ und endet doch mit dem Spruch: Operation gelungen, Patient tot.

Eine sprechende Kuh wäre also die Lösung für alle Probleme, wenn es da nicht einige Verständigungsschwierigkeiten geben würde. Solange wir aber nicht das „Innenleben“ unserer Tiere ergründen können, bleiben unsere Erkenntnisse immer im Bereich der Weissagungen. Zumindest wissen wir, dass zum Beispiel bei Insekten „bösartige“ Reize nicht an das Gehirn weitergeleitet werden. Etwas höher entwickelt Wesen nehmen „vermutlich“ Schmerzen als Kontakt-Reiz wahr und nur die am höchst entwickelten Säugetiere empfinden einen ähnlichen Schmerz wie wir, aber wir wissen es nicht.

Um diesen misslichen Zustand zu verbessern, habe ich schon oft versucht, mit Nachbars Kühen in Kontakt zu treten, leider ist es trotz größter Anstrengungen noch nicht gelungen, mit Moni (der pfiffigsten von allen) zu quatschen. Unsere Hunde sind da schon anders. Durch das dichte Zusammenleben mit uns, sind sie sozialisiert und die Verständigung ist deutlich besser als mit anderen Lebewesen. Wir können ihr Verhalten besser deuten und auch der Hund kommuniziert mit uns. Er gibt uns deutliche Signale und „übertreibt“ zu weilen schon mal.

Abby /Hardi P.Schaarschmidt Ⓒ Jasemin Be

Abby /Hardi P.Schaarschmidt Ⓒ Jasemin Be

Für einige hat unsere Unwissenheit auch ganz handfeste Vorteile. Dies hört sich komisch an, ist aber bedauerlicher Weise so. Nicht nur die Massentierhaltung, sondern bereits der Begriff „Nutztier“ ist eine Ausrede. Eine Ausrede- mit empfindsamen Wesen rücksichtslos umgehen zu dürfen. Gerade Schweine sind uns viel näher als Einigen lieb sein dürfte, was wir aber mit größter Beharrlichkeit ignorieren. Zum Beispiel wurde noch bis Ende der 80er Jahre den Studenten in den USA vermittelt, dass Tiere generell kein Schmerz-empfinden haben. Das war für eine ganz bestimmte Industrie ziemlich bequem. Denn in den Schlachtereien muss man weniger Rücksicht walten lassen denn die Tiere sind ja eh „nur“ Fleischlieferanten ohne Gefühle.

Heute wissen wir es besser oder anders gesagt: wir haben zu diesem großen Haus zwar noch immer keinen passenden Schlüssel gefunden, aber wir kennen wenigstens den Grundriss.