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Der Schweinehund

Der „innere Schweinehund“ hat ziemlich viele Tricks auf Lager und ist zudem ein begnadeter Überzeugungskünstler. Ihr kennt ihn auch und habt ihn regelmäßig zu Besuch? Dann wisst ihr ja wovon ich rede und überlegt: wie werde ich diesen lästigen Kerl los?! Mediation, Wut oder der pure Wille, nix hat geholfen, vielleicht Gewalt? Keine schlaue Idee, ich kann mich ja nicht selbst verhauen (auch wenn ich das manchmal verdient hätte).

Die Wissenschaft sagt zu diesem Dauermieter Willensschwäche. Sie kommt aus dem Unterbewusstsein und diesem Wunderding namens Gehirn. Also haben wir schon mal eine Adresse. Ich stelle mir einen fiesen kleinen Kerl vor, der schmutzig und fett ist, den ganzen Tag nur faulenzt, aber immer flotte Sprüche auf Lager hat. Hat der innere Schweinehund eine Adresse und Aussehen, so muss natürlich auch „Der Gute“ in Erscheinung treten. Er macht uns bei weniger guten Aktionen das schlechte Gewissen, oder treibt uns an, etwas Wichtiges doch zu erledigen   – was der Schweinehund gerne auf übermorgen verschiebt.

Der Schweinehund

Der Schweinehund

Historische Darstellung  „Schweinehund“

Ursprünglich stammt diese Wortkreation aus der Wildschwein-Jagt. Hunde wurden zur Schweinehetze eingesetzt, bis  zur Ermüdung der Gejagten Vierbeiner. Genau diesen Job erledigte der Sauhund, aus dem wir später den Schweine-Hund gemacht haben. Manche Dinge sind doch ziemlich simpel. Nur seltsam, dass aus dem Jagdhund ein Schimpfwort geworden ist. Wir verwenden die Wort-Kreationen ganz einfach, oder habt ihr euch schon mal Gedanken über Tohuwabohu, Mumpitz oder WC gemacht?  Und über Engelsgeduld, Zeitgeist oder Weltenschmerz könnte man ganze Bücher füllen.

Aber wieder zurück zu unserem Schweinehund, oder sollte ich lieber Willensschwäche sagen? Willensschwäche klingt so wissenschaftlich, ich bleibe lieber bei Schweinehund und meinem kleinen  faulen Mann. Warum eigentlich Mann? Egal!  Der Kopf sagt uns des Öfteren, dass wir unseren Hintern bewegen sollen und redet uns ziemlich oft ein schlechtes Gewissen ein, aber der kleine fette Mann liefert uns prompt gute Argumente. Ein Leben lang machen wir uns Gedanken: wie trixen wir diesen kleinen Fiesling aus?

Der Schweinehund

Der Schweinehund

Verschiebe nichts bequem auf morgen, wenn du`s heute kannst besorgen. Das ist ALLES.

WOW, also nichts einfacher als das. Dumm nur, dass diese ganzen Sprüche und Weisheiten reine Theorien sind und die Praxis mal wieder auf einem ganz anderen Planeten zu Hause ist. Es gibt aber ein Geheim-Rezept: Was wir gerne machen, erledigen wir sofort und nur die unangenehmen Dinge lassen wir warten. Versuchen wir also mehr Schönes in unser Leben zu lassen, dann klappt’s auch mit dem Schweinehund.

Wir müssen unser Leben umkrempeln,
anstatt an einzelnen Aufgaben herum zu doktern.

 

Schafschur

Eigentlich waren wir dieses Jahr spät dran, aber beim ersten Versuch hat der Himmel unverhofft alle Schleusen geöffnet und meine Mädels ordentlich eingeweicht. Ich möchte einmal das Gesicht des „Frisörs“ sehen, wenn er  über 100 klatschnasse Damen scheren soll. Nun ging es aber endlich los und der Wettergott hatte glücklicherweise ein Einsehen mit uns.

Der Frisör und ich waren um 7.30 Uhr verabredet. Neugierige hatten sich auch angesagt, denn schottische Damen nackt zu machen ist ein Ereignis. Manche behaupten ja, Blackis haben immer einen Plan. Das vermute ich schon lange, aber bei dem Thema „Wolle ab“ sind wir einer Meinung  – meine Damen und ich.

Rainer, der Schaffrisör, war super pünktlich. Um 07.30 Uhr fuhr er auf den Hof. Gut gelaunt und voller Tatendrang begrüßte er mich und machte gleich seinen ersten Scherz:  „Du, eigentlich habe ich gar keine Lust.“

Da ich aber Rainer kenne, weiß ich, er macht seinen Job mehr als nur gerne  – er liebt ihn geradezu. In der Halle war alles vorbereitet. Strom für die Schermaschine, Scheinwerfer positioniert, Gatter aufgestellt und die angemeldeten Zaungäste wollten für Kaffee und Brötchen sorgen. Das Treffen von netten Menschen und vielen schottischen Damen war arrangiert. Naja, viele Damen ist relativ, denn ich habe ja noch immer eine Hobbyzucht, auch wenn ich die 100er Marke längst überschritten habe   – und dabei meine ich nicht mein Alter.

Rainer schaute sich die vorbereitete Arbeitsstelle an: „Sehr schön, aber hatte ich schon erwähnt, dass ich gar keine Lust habe?“ „Ist ja gut, Rainer, du musst nicht verheimlichen, dass du deinen Job sehr gerne machst“, war meine Antwort.

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Maschine aufbauen und dann geht es den Damen an die „Wäsche“,
Foto Hardi P. Schaarschmidt

Nur noch Messer aufstecken und schon konnte die Aktion „nackte Damen“ beginnen. Gleich bei der ersten Lady hatte Rainer ein Problem. Die Unterwolle löste sich schlecht, so dass der Tag mit richtiger Arbeit begann. Eigentlich hatte ich sechs Stunden mit Pause eingeplant, aber das stand nun auf der Kippe. Doch es lief besser als vermutet. „Der gleiche Herr – die nächste Dame“, nach diesem Motto lief es zügig bis zur ersten Pause.

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Die Chefin beobachtete Rainer ganz genau. Wer ist der Fremde? Was hat er vor?
Foto Hardi P.Schaarschmidt

Pünktlich zur Pause trafen unsere Zaungäste Karin, Tessa und Wilhelm F. ein. Bewaffnet mit Kaffee, Brötchen und guter Laune. Es waren sehr nette, kreative „Schreibtisch-Täter“, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine Schafschur live erleben wollten. Wir hatten alle viel Spaß, aber die Schäferromantik hatte ihren Platz mit Arbeit getauscht. Unsere Besucher machten reichlich Fotos und überraschten uns mit liebevoll belegten Brötchen. Zu unserer Verwunderung stand dann plötzlich auch noch ein ganzer Pulk von Menschen vor uns.

„Wow, wo kommt Ihr den aller her?“ „Guten Morgen, wir machen gerade eine Klosterführung und haben gehört, dass hier eine Schafschur stattfindet.“ „Ok, herzlich willkommen.“ Dann prasselten tausend Fragen auf mich ein. Rainer trank in Ruhe seinen Kaffee, unsere Besucher posierten zwischen den Schafen und ich stand Rede und Antwort. Viele schlaue Fragen, aber auch einige, über die man sich schon mal wundern darf.  „Was machen Sie, wenn jetzt plötzlich Wölfe kommen?“
„Ich hole meine Schrotflinte und erschieße alles, was sich meinen Schafen nähert.“ Wenn ich eine Flinte hätte. Eine schlaue Antwort auf eine schlaue Frage.

Nach diesen tiefsinnigen Weisheiten des Lebens war unsere Pause auch schon wieder vorbei und es wartete noch einen Menge Arbeit auf uns. Eine Dame nach der anderen ließ ihre Wolle und, oh Wunder oh Wunder, wir hatten mehr Platz im Stall. Angezogene Frauen nehmen doch schon eine ganze Menge Platz weg. Als ich nebenbei davon erzählte, dass ich nach der Schafschur viel mehr „ausgezogene“ Damen in den Anhänger bekomme, überraschte unsere Besucherin mit der Frage:
„Gilt das auch fürs Bett“?

Rainers Kommentar: „Die Frau überrascht mich positiv.“ und ich bekam einen Lachanfall.

Und wieder ging es zügig voran. Ich reichte die Schafe an, Rainer „zog sie aus“ und unsere Besucher hatten offensichtlich viel Spaß. Ganz besonders erstaunlich war die Wandlung ihrer Tochter Tessa. Als sie bei uns eintraf, hatte sie eine Riesenangst und traute sich nicht an meine Mädels heran. Nach einem Vormittag  – das Foto spricht für sich selbst

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Tessa und Rosemarie, Foto privat

Das war sie also wieder, die Schafschur für dieses Jahr. 100 nackte Damen, ein witziger Schafscherer und die kleine Tessa, die ihre Liebe zu Schafen entdeckt und eine Schaf-Freundin gefunden hat. Die vierbeinige Freundin wurde Rosemarie getauft   – warum, um Himmelswillen, gerade Rosemarie?

Kann eine Schafschur noch besser laufen?
Wohl kaum, denn wir alle hatten eine GUTE Zeit.

Sommerfest mit Freunden

Ja, ich habe auch richtige Freunde und nicht nur meine Hunde und die auf Facebook. Was kann es da Besseres geben, als an einem sonnigen Wochenende mit Freunden zu feiern? Natürlich auf einem Bauernhof, mit Weiden, eigenem Wald, vielen Tiere und großrahmigen, langhaarigen Damen.
(ich meine Schafe)
Dabei fing der Tag recht satirisch an. Noch unterwegs zur Party, musste ich bei den Wegelagerern und Raubrittern Halt machen, an einer Tankstelle. Das Allererste, was mir an diesem Tag entgegen sprang, war Donald Duck, von einigen auch Trump genannt.

Donald Duck Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Donald Duck Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Donald Duck soll die Welt zerstören? Mal ganz ehrlich, kann „DER“ echt sein? Ich für meinen Teil, bin der festen Überzeugung, dass Donald im Weißen Haus eine Marketing Idee von Coca Cola ist und wir bald die Wahrheit erfahren.

Wir hatten zwei Tage eingeplant, Samstag und Sonntag, doch als wir ankamen, war die „unendliche“ Feier schon lange in Gang. Einige reisten bereits Freitag an und blieben bis Montag. Wow- dachte ich und das macht diese Truppe nun schon seit 15 Jahren. Klasse!
Sara & Ralf laden jedes Jahr zu dieser Land-Party ein und sie hat tatsächlich was Besonderes.

Ohne Stress Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Ohne Stress Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Alles ganz ohne Stress, mit Freunden chillen.

Ob lachen, spiele, grillen oder eine Ausfahrt mit der Pferdekutsche, wenn jemand meint, er müsste sich ein paar Stunden auf das „berühmte“ Ohr legen und später wieder dazu kommen – wunderbar.

Haflinger Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger/Kutschfahrt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger/Kutschfahrt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Klar wird am Abend auch ordentlich gefeiert. Laut Musik gehört und dem Alkohol „abgeschworen“, doch vorher musste er „vernichtet“ werden. Übernachtungsmöglichkeiten gab es viele. Sofa, Wohnwagen, Zelt, Strohballen oder wie wir im Pferdeanhänger. Unser Schlafplatz hört sich vielleicht komisch an, war aber echt toll. Eine wilde Truppe mit viel Spaß, Lebensfreude und vor allem ganz viel Herz.
Neben Kutschfahrten, Mini- Helikopter und einem beeindruckenden Sportbogen, standen auch diverse „eigenartige“ Spiele auf dem Programm. Ich darf euch sagen, Spaß in Reinkultur. Blödsinn, lustige Freunde und super Wetter – eine explosive Mischung.
Hier eine Auswahl:

Sommerspiele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sommerspiele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nicht die Olympischen Spiele, aber dafür hatten wir deutlich mehr Spaß. Die größte Herausforderung war hierbei das Kopf-Pingpong, das wahrscheinlich nur zu gewinnen war, wenn man eine Spezialausbildung bei einem Sondereinsatzkommando – SEK durchlaufen hat.

So ein ganz kleines Stück „Heile Welt“, die man irgendwie mit einem Schuss Wehmut verlässt, da nun wieder der ganz normale Wahnsinn wartet. Toll war`s und alle freuen sich jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn es dann wieder heißt:

Sommerfest bei Sara & Ralf.
PS.: Ob es wohl nächstes Jahr noch „Donald Duck“ im Weißen Haus gibt?

…manchmal rede ich mit mir selbst

Nein, ich bin nicht „verrückt“ geworden (auch wenn einige vielleicht etwas anderes behaupten), aber manchmal tobt in meinem „Inneren“ eine „angeregte „Diskussion“.
Man, man, man, was habe ich mir bloß dabei gedacht, als ich vor Jahren mit den Schafen angefangen habe?! Ob das wohl alles so richtig war. Natürlich liebe ich meine Schotten, ich meine Schafe, aber sie halten mich ganz schön auf Trapp. Auf der anderen Seite bringen mir diese „Biester“ auch ganz viel Freude und wenn ich so darüber nachdenke, die viele Arbeit macht mir eigentlich auch gar nix aus. Im Gegenteil, irgendwie stellt sich ein seltsames Gefühl der Zufriedenheit ein und genau dafür machen wir das doch alles. Oder?

Denke ich zurück, so muss ich mich am Anfang ziemlich „dumm“ angestellt haben. Bei den ersten Lämmern bin ich gleich in Panik verfallen uns sofort den Tierarzt angerufen. Na ja, besser so als „andersherum“. Die erfahrenen Berufsschäfer bewundere ich nach wie vor, denn sie besitzen nicht nur unglaubliches Schaf-Wissen, sondern auch eine ganz besondere Berufsehre, gepaart mit Leidenschaft und Fleiß. Wenn ich die von mir sehr geschätzte Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein anschaue, bekomme ich fast ein „schlechtes Gewissen“, denn gegen ihren täglichen Arbeits-Wahnsinn habe ich bei meinen „Mädels“ Dauerurlaub. Es geht mir einfach nicht aus den Kopf, was hat Kerstin dazu getrieben, nach ihrem Biologie Studium den Beruf des Schäfers zu erlernen, ihn natürlich abzuschließen und weil sie ja sonst nix zu tun hat (außer ihren 1.000 Schafen) auch noch ihren Schäfermeister zu machen. Hierzu fällt mir nur „wow“ ein und meine vermeintlichen „stressigen Arbeiten“, an den „Damen“, werden auf einmal ganz klein. Hobby Schafhaltung nennt man das wohl. Ich glaube, ich nehme mich manchmal einfach zu „wichtig“. Mit zwei Border Collies 120 Schafe zu bewegen und die Mädels so artgerecht wie möglich zu züchten, ist ja nun auch kein „Hexenwerk“. Ach, manchmal gehen mir so viele Dinge durch den Kopf, dass er fast „explodiert“. Was macht man da, klar, hinsetzen und erst mal in Ruhe eine „Friedenspfeife“ rauchen – quatsch, höchsten ein Bier trinken.

„Baumausreißtag“

„Baumausreißtag“

„Baumausreißtag“

An manchen Tagen könnte man ganze Bäume ausreißen (mit Wurzel) und an anderen, fallen einem ganz „normale Dinge“ schwer – mir zumindest. Ich weiß ja nicht, wie es euch da draußen allen so geht? Mir macht meine „Schinderei“ ziemlich viel Spaß und ich wollte auch nichts anderes tun.
Denke ich so an die guten und erfahrenen Hundetrainer, schießt es mir geradezu blitzartig in den Kopf: „ du musst dich viel mehr mit der Ausbildung beschäftigen, sonst wird das nie was Vernünftiges“. Ok, leichter gesagt als getan, denn was läuft denn sonst noch so „nebenher“? :
120 Schafe, Artikel für zwei Zeitschriften schreiben, den Blog aktuell halten, mein erstes Buch (na ja, die jetzige Arbeit machen eigentlich andere, denn ich bin mit meiner durch) und Hütevorführungen. …wenn ich also mal ein lockeres Wochenende erleben möchte, so melde ich mich, oder besser gesagt meine Hunde, zu einem Trial an. Aufgeregt bin ich schon, aber das ist doch irgendwie positiver „Stress“ und die frühere „Panik“ am Startpfosten, hat inzwischen auch das Weite gesucht. Meinen ersten Start werde ich nie vergessen, denn bereits am Start schossen mir wirre Gedanken durch den Kopf wie: bin ich eigentlich total verrückt geworden, oder die anderen sind alle viel besser als wir, hoffentlich verletzt mein Hund keines der Schafe. Wenn einem 10 Sekunden vor dem Start solche seltsamen „Blitze“ durch den Kopf schießen, kann die ganze Sache eigentlich gar nicht gut gehen. Vielleicht sollte ich mich bei den Starts nach den Sternen richten. Einige schwören ja darauf. Horoskope, Sternzeichen, Aszendent, vielleicht wissen die Bescheid und haben immer den „Durchblick“ – diese Variante weckt bei mir doch den einen oder anderen Zweifel.

Wobei mir schon mal jemand sagte: „Waage Menschen lieben das Schöne“ und ich bin „Waage“. Nicht die, die bei manchen im Bad auf dem Boden steht, sondern am Himmel prangt. Mich fragte tatsächlich mal jemand: „was bist du für ein Sternzeichen“? Ich sagte „Waage“ und die obligatorische Antwort war: „das habe ich mir gleich gedacht“. So so, man kann also sehen was ich für ein Sternzeichen bin…
Wenn ich also das nächste Mal zu meiner Bank gehe und sie mich noch immer ohne Anwendung von Gewalt einlässt, sollte ich vielleicht mit meinem Sternzeichen etwas schummeln und statt „Waage“ das Thema „Schütze“ ins Gespräch bringen. Ich ändere bei den Damen und Herren ganz einfach mein Geburtsdatum und werde fast automatisch zum hofierten Kunden. Beim Schütze Menschen wirkt angeblich der Jupiter als Geburtsplanet und der verheist Wohlstand. Mist, wegen der „Wage“ habe ich also mit meiner Bank immer diese „Meinungsverschiedenheit“. Meine Bank kennt diese „Probleme“ auch schon lange und ich sollte mal etwas unternehmen, um unsere „Beziehung“ zu verbessern. Eine Variante wäre, bei Vollmond Aktien zu kaufen und sie bei Neumond wieder „auf den Markt zu werfen“. Ein noch „besserer Plan“ ist Aktien eines Unternehmens zu erwerben, nach dem man das Horoskop der Firma erstellt hat. Wo bekomme ich aber ihr Horoskop her? Natürlich von einem „ernsthaften Profi“

„Sternengeld“

„Sternengeld“

Dann gibt es Geld von den Sternen – „Sternengeld“

Wann wurde das Unternehmen gegründet, das wäre das „Geburtsjahr“ und wenn ich nun auch noch die Zeit in Erfahrung bringen könnte, wann die Firmengründung unterschrieben wurde, kann doch garnichts mehr schief gehen.

…ich glaube, darüber denke ich nochmal nach

...besser nicht

…besser nicht

Diese Variante verwerfe ich lieber auch gleich wieder

Ach so, ehe ich es vergesse,
zu all dem habe ich auch noch einen sehr guten Freund verloren. Er hat mit mir Schluss gemacht. Wir hatten tolle Jahre, haben viel gemeinsam erlebt, waren in ganz Deutschland unterwegs und haben uns gegenseitig geholfen. Musste ich dringend irgendwo hin, hat er mich ohne zu fragen gebracht und hat er was benötigt, habe ich es ihm gekauft. Wir waren ein tolles Team und das alles soll nun vorbei sein? Na ja, alles hat seine Zeit und die „Welt bleibt bekanntlich nicht stehen“. Ich werde ihn vermissen, auch wenn er mich manchmal Nerven gekostet hat, oder mal wieder nicht in die Gänge kam. Egal, es war toll mit ihm und ich werde noch lange an ihn denken, schließlich hat er mich tausende von Kilometer durch Old Germany gebracht, mein alter Geländewagen – „Leb wohl“

…wie schon gesagt, manchmal rede ich mit mir selbst.

Guten Tag Vergangenheit

Was gibt es doch für tolle Erinnerungen, wenn ich an meine Schulzeit denke. Klar, einige Lehrer waren „Kriegsgegner“, aber einige schätze und kontaktiere ich noch heute. Da ist zum Beispiel meine Deutschlehrerin Frau Schwalbe. Nicht nur das sie einen „fröhlichen“ Namen hat, sondern auch sonst mir im Gedächtnis fest hängen geblieben ist, nicht so wie der Schuldirektor „Sklaventreiber“, ich meine Dr. Förster. Meine Lieblingslehrerin (ja das gibt es) habe ich sogar vor einigen Wochen besucht, so ganz privat. Wir waren herzlich im Umgang, haben uns sofort geduzt und auch sonst, war es ein tolles Aufeinandertreffen. Nur dass die „Schwalbe“ nun im Ruhestand und wie wir alle auch älter geworden ist. Sorry „reifer“

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nein, das ist nicht das „Weiße Haus“ in den USA, sondern meine Schule.

Manchmal kamen mir die Lehrer damals zwar so vor, als wollten sie die „Weltherrschaft“ übernehmen, was natürlich Quatsch war, aber als Kind erscheint einem die Welt eh in einem ganz anderen Licht. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Denn wir Erwachsenen haben den Schlüssel zu dieser wundervollen, kindlichen Zauberwelt verlegt und werden ihn vermutlich auch nie wieder finden.

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nach so vielen Jahren wieder durch diese Tür zu gehen…, ein eigenartiges Gefühl.

Dabei kommen einem 1000 Dinge in den Sinn. Selbst der Geruch in der Eingangshalle ist mir plötzlich vertraut, als ginge ich morgens zum Unterricht. Das ist wirklich überraschend und neben dem ganzen „Blödsinn“, den wir damals verzapft haben, erinnere ich mich an ganz viele tolle Bilder. Wow, so überwältigend hätte ich mir das nie vorgestellt. Es ist schon komisch, da läuft man durch seine eigene Vergangenheit und 1000 Erinnerungen, sogar Gefühle kommen zum Vorschein. Ich „sehe“ doch tatsächlich, wie „klein Peter“ durch die Eingangstür läuft und ich war sogar in meinem Klassenzimmer.

Mein Pausenhof Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Mein Pausenhof Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hier auf dem Pausenhof, haben wir meist unsere „wichtigen“ Pläne für den Nachmittag geschmiedet.

Der „Feind“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Der „Feind“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die „Feindliche Leitstelle“

Aus heutiger Sicht würde ich eher sagen: sie haben einen ganz guten Job gemacht. Nicht dass nun jemand auf den Gedanken kommt, diese Einsicht sei „Weisheit“, ich würde eher sagen: es ist das Alter.

Meine Schwester Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schwester Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schwester Heike

Und zum Schluss meiner „Yesterday Tour“, der krönende Abschluss. Meine Schwester kommt mir auf dem Flur entgegen. Denn nun arbeitet sie auch in einer dieser ehrwürdigen Hallen und versucht ebenso wie „meine Lieblings Schwalbe“, jugendlichen „Rebellen“, Sinnvolles mit auf den Weg zu geben. Ich könnte sie ja mal fragen, ob es aktuell auch solche „abenteuerlustigen“ Freunde wie uns in diesen „Kathedralen des Wissens“ gibt?!

…ich vermute, JA

Wir waren wild… Teil 3

Erinnerung an eine wunderbare Zeit

Toll, heute ist Samstag! Den an diesem Samstagabend lassen wir es mal wieder so richtig krachen. In den letzten Wochen lang immer irgendwie was an. Ausbildung, Prüfungen, eigenen Disco-Veranstaltungen oder das völlig zerlegte Motorrad wieder zusammenschrauben. Aber am Wochenende lassen wir alles sausen und gehen einem „wilden“ Party-Vergnügungen nach. Quatsch, wir lassen es „krachen“, dass passt besser.
Angefangen hat dieser Samstagmorgen mit der Polizei. Ich wohnte noch bei meinen Eltern und „die Damen und Herren (in „schmucken“ Uniformen) wollen was fragen“, sagte meine überraschte Mutter. Natürlich fielen mir sofort einige kleine „Sünden“ ein, aber gleich die Polizei, das ist schon komisch.

So schlimm kam es dann doch nicht für mich.

So schlimm kam es dann doch nicht für mich.

So schlimm kam es dann doch nicht für mich.

In der Nachbarschaft wurde in zahlreichen Autos eingebrochen und nun gingen sie von Tür zu Tür um nach Hinweisen zu fragen. „Da kann ich leider nicht weiterhelfen“, lautete meine kurze Antwort, denn meine Augen waren „eigentlich“ noch im „Schlaf-Modus“. So zogen die Damen und Herren weiter. Na toll, jetzt bin ich wach. Beim schreiben dieser Erinnerungen fällt mir ein „Vorfall“ ein, der noch gar nicht so lange her ist. Ein befreundetes Ehepaar, lag schon seit längerer Zeit in Scheidung und wie es in einigen Fällen nun mal leider so ist, stritten sie heftig ums Geld. Sie wollte das Haus allein, aber ihn nicht auszahlen. Die Dame des Hauses war schon immer recht resolut aber was sich Sandra da geleistet hat – wow. Die beiden lebten bereits getrennt, er im Haus und sie im Haus ihrer Eltern.
Nach einigen Wochen hörten wir wieder von den Zweien, aber von einem Ereignis, auf dass sicher jeder von uns gern verzichtet hätte. Was war passiert: In den frühen Morgenstunden, donnerte die Tür auf, vermummte und bewaffnete Beamte stürmten das Haus und überraschten Andreas schlafend im Bett. Was für ein Schock! Sandra hatte ihn aus Wut über den Scheidungsverlauf, wegen angeblichem Waffen-Handel angezeigt, was natürlich nicht stimmte, aber auf Grund dieser Anzeige hat ein Sondereinsatzkommando nachts seine Behausung gestürmt und die sehen tatsächlich so aus, wie auf dem Foto. Die „sportlichen“ Beamten haben nur ihren Job gemacht. Welche Spezialeinheit tatsächlich vor Ort war, weiß ich nicht. In jedem Fall haben sie sein halbes Haus zerlegt und er erlebte einen Horrorfilm live. Soviel wie ich weiß, musste seine nun Ex-Frau ziemlich viel Geld für diesen Einsatz zahlen. Denn die Spezialeinheit rückte mit dem vollen „Programm“ an – so wie im Film. Wilde Geschichte, leider war.

Nun wieder zurück zu meinem Party-Samstag. Nach dem Frühstück habe ich mich erst mal meinen weißen Mäusen gewidmet. Nein ich bin nicht „verwirrt“ (glaube ich). In meinem Zimmer wohnten tatsächlich viele weiße Mäuse. Und was soll ich zu diesen niedlichen Nagern sagen? Sie vermehrten sich, zum Ärger meiner Mutter, prächtig. Diese kleinen pfiffigen Kletterkünstler, hatten sogar herausgefunden, wie sie unbemerkt ihre Behausung verlassen können, um die Umgebung zu erkunden – der Alptraum aller Eltern.

Eine wilde Party-Nacht

Eine wilde Party-Nacht

Eine wilde Party-Nacht

Dann ging es aber los, mit den Vorbereitungen für die „Nacht der Nächte“. Die coolste Jeans, das beste T-Shirt, Turnschuhe und natürlich meine alte Lederjacke. Meine Mäuse waren versorgt und es stand ein Abenteuer bevor – „Samstagnacht“.
Wo übernachtet man mit einer „lustigen Truppe“ nach einer Party-Nacht? Natürlich bei demjenigen, dessen Eltern gerade im Urlaub sind. Also ging es in den frühen Morgenstunden zu Andrea`s Elternhaus und im Schlepptau hatten wir etwa 14 mehr als nur gut gelaunte Freunde. Ich glaube es waren 14, aber so genau weiß ich das nicht mehr… Angekommen, wurde zunächst die Küche in Beschlag genommen. So eine Nacht macht hungrig. Anschließend fütterten wir Fische und den Hamster (Olaf die Fische mit zwei Äpfeln). Warum? Dass konnte er auch nicht genau sagen, aber wir hatten viel Spaß und um Spaß geht es ja schließlich. Ich bin der festen Überzeugung: hat man in der Jugend keinen Spaß oder gar eine bedauernswerte Jugend, ist der Start für das Leben eine „Fehlzündung“. Eine tolle Jugend ist halt nun mal ein solides Fundament, für das Abenteuer was wir Leben nennen.
Erinnerungen an eine wunderbare Zeit. Je mehr ich darüber schreibe, desto mehr wundersame Ereignisse öffnen kleine Türchen in meinem Kopf. Die Reise, in eine ereignisreiche Vergangenheit, hat wohl erst begonnen und somit werde ich wohl noch viele wunderbare Geschichten aus meiner Jugend aufschreiben…

Wir waren wild.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer

Noch vor einigen Jahren sind hier Hundertschaften von Sondereinsatzkommandos eingerückt, Hubschrauber kreisten permanent über den Dörfern und TV-Moderatoren prügelten sich um die letzten Hotelzimmer. Ihr erinnert euch?! Kastor Transporte, Atom-Müll Endlager Gorleben und tägliche Berichterstattung in den Nachrichten  – genau, da war ich. Und es gibt sie noch, die Individualisten, Anti-Atom-„Krieger“ und Wendland Revoluzzer, nur machen sie gerade „Pause“. Einige erinnern sich vielleicht gar nicht mehr daran, aber noch vor wenigen Jahren war das Wendland wegen der Atom-Müll Castoren fast schon ein „Kampf-Gebiet“.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Während ihrer Pause, haben sie ausgestopfte Kameraden an die „Front“ geschickt. Auf solche ausgestopften Biker oder anderen stillen Revoluzzern trifft man an einigen Stellen im Wendland und sollen uns sagen: hey, wir sind noch da.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das unscheinbare Gelände dahinter, ist in Wirklichkeit ein Hochsicherheitstrakt der Extraklasse.

Aber das Wendland hat ja nicht nur „Gorleben-Kämpfer“ und Atom-Müll zu bieten, sondern auch ganz viel Natur. Viele „Großstadt Abenteurer“ buchen sich oft für mehrere Tage in einem Ferienhof ein, um einfach mal abzuschalten, sowie die „brutale“ Ruhe zu genießen. In der Nachbarschaft kennt man sich und Frau Müller von nebenan, klingelt schon mal, wenn es wie aus Eimern regnet und man das Dachfenster vergessen hat zu schließen. Wenn ich mit meinen Hunden Gassi gegangen bin, konnte ich ohne Bedenken auch der „Hauptstraße“ entlang laufen, denn wir waren die einzigen. Wer das stille Landleben mag, ist hier an der perfekten Stelle.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Auf diesem Hof war ich zu Gast, bei einer sehr guten Freundin. Christel führt diesen Ferienhof und hat neben zwei Border Collies natürlich noch zahlreiches weiteres „Getier“, wie Hühner, Schafe und eine Katze. So toll wie dieser Landstrich auch ist, aber alle Nicht-Tierliebhaber und Ruhe-Verächter, sind hier nicht so ganz an der richtigen Stelle. Doch, sollte es mal wieder Castor-Transporte mit Atommüll geben, versichere ich euch hier, Abenteuer, Spannung und einen Platz in der ersten Reihe.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Ich würde sagen, das Border Collie-Schild ist eher Schmuck, denn die zwei vierbeinigen Kollegen, sind alles andere als beißfreudige Bestien. Objektbewachung durch Border Collies, die Wendländer haben also auch Humor.

Was macht man also in so einer Anti-Atom-Müll-Kampfregion, wenn es gerade mal keinen Kampf gibt? Man züchtet zum Beispiel Schafe. Nicht irgendwelche Schafe, sondern Quessantschafe. Christel hat eine der bekanntesten Zuchtlinien an Quessantschafen und das ist noch nicht genug. Nein – einer ihrer selbst gezogenen Böcke ist der Beste Deutschlands. Wow, dachte ich, das nimmt sie aber verdammt ernst, ihre Quessant Schafzucht. Zu diesem Zuchterfolg konnte sie nun aktuell noch ganz gewaltig eine große Schippe drauflegen, denn sie ist seit 2017 die Begründerin einer eigenen Zuchtlinie. Wie das geht? Gute Frage, aber das Leben geht manchmal so ganz eigene Wege und diese Wege bringen den Samen ihres Super Bocks in die USA. Ihr habt richtig gelesen, amerikanische Züchter kaufen das „Erbmaterial“ dieses Spitzen Bockes und erschaffen damit in den USA eine neue, eigenen Linie. All die künftigen weißen Quessantschafe, stammen dann in Zukunft von diesem kleinen Kerl ab. Ähnlich wie bei unseren Border Collies die „Sache“ mit Old Hamp gelaufen ist, so wird es hier mit Christels Bock ablaufen. Für alle die nix mit dem Namen „Old Hemp“ anfangen können: die meisten der heutigen Border Collies stammen von dem damaligen „Besten aller Besten“ Border Collies ab, Old Hemp. Nur daß Old Hemp ein perfekter Arbeitshund war, aber dieser stattliche kleine Bock manchmal Anflüge von „Größenwahn“ hat.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe /weiß

Diese wolligen Miniaturausgaben sind ganz schön mutig und haben oft keine Probleme sich einem größeren Border Collie entgegen zu stellen, um ihre Lämmer bis zum Äußersten zu verteidigen.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe /schwarz

Bleibt noch die Frage, die nicht nur alle Tierfreunde, sondern sogar erfahrene Schafzüchter beschäftigt: wie zum Teufel sprechen sich die Quessantschafe richtig aus. Viele kennen diese spezielle Rasse, aber ganz Deutschland rätselt über die richtige Aussprache. Ich für meinen Teil, habe es sogar vermieden, diese kleinen Damen als Rasse zu erwähnen, weil ich schlicht und einfach nicht wusste, was ich sagen sollte.

Bitte Christel, lass die Menschen nicht dumm sterben, löse eines der ganz großen Rätzel unserer Zeit auf. Wie spricht sich Quessant wirklich aus? Ihre Antwort war: Kiso(n) wobei die Betonung auf dem „O“ liegt und das (n) nicht ausgesprochen wird. Wow, darauf wäre ich nie gekommen.

Herr Müller /Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Herr Müller /Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die Hof-Katze: „Herr Müller“ und das eierlegende bunte Fußvolk

Herr Müller ist der Krieger in der Nacht und jagt in der Dunkelheit nicht Castoren voller Atommüll, sondern Mäuse oder was sich sonst noch nachts unerlaubterweise auf den Hof wagt. Irgendwie ist das auch ein Wendland Revoluzzer.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Zum Abschied schaute mir nochmal einer der zwei Border Collies über die Schulter, um zu sehen ob ich auch wirklich abfahre, denn nun gehört ihnen der Hof wieder allein, bis auf den kleinen größenwahnsinnigen Bock, der meint, er sei der Herr der Welt, ach was  – des Universums.

War schön, bei Christel im Wendland.

Machtgehabe und 520 PS

Der Mensch ist eigentlich ein „Kulturaffe“ und noch so sehr mit seinen Wurzeln verbunden, dass er sich im ständigen Wettstreit zwischen Vernunft und Instinkt befindet. Das streichen wir immer sehr elegant aus unserem Bewusstsein. Nimmt man 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte als Maßstab, erscheint die nicht überraschende Erkenntnis, dass wir über 90% unseres Mensch-seins als Jäger zugebracht haben.  Sorry, aber auch ohne Studium sollten jedem die Auswirkungen klar sein. Hierarchie, Jagderfolg und Beute spielen auch heute noch eine deutlich größere Rolle als  viele meinen. Statussymbole, Eigentum oder der vorzeigbare Partner, sind da nur Teile davon, aber auch sie wurzeln in unserer tierischen Vergangenheit. Wenn Ihr also demnächst einen Mann seht, der einen auf King macht, so wisst Ihr, da folgt jemand seinen Urinstinkten. Er ist mit seiner Rangordnung unzufrieden, sucht Anerkennung und eine Partnerin.

Politiker haben diese zur Schaustellung zur „Kunst“ erhoben. Angeblich befreundete Staatsoberhäupter begrüßen sich innig, mit Umarmung, Körperkontakt und Küsschen
– ich hab dich lieb, wir sind gleichrangige „Jagdgefährten“

Angeblich nicht befreundete Politprofis begrüßen sich nüchtern mit Händedruck und
meiden den Körperkontakt. Dies geschieht auch ganz demonstrativ.
– ich hab dich nicht lieb, ich stehe über dir

Natürlich ist das alles nur ein Schauspiel, aber diese Schauspiel-Kunst wird angewandt, weil es die Menschen verstehen –oder so verstehen sollen. Irgendwie ist das doch alles verlogen und aus den gewählten Volksvertreten ist eine eigene Kaste geworden, die in ihrem eigenen Universum leben. Auch bei Banken und Rechtsanwälten habe ich manchmal den Eindruck, sie reden in einer Sprache, die ich gar nicht verstehen soll und untermauern so ihr Überlegenheitsgefühl. Oder bin ich einfach nur zu dumm dieses unverständliche „Kauderwelsch“ zu dekodieren?
Jagderfolg, Hierarchie und Paarung haben heute noch immer eine dominierende Bedeutung, nur heißen sie heute Ehrgeiz, soziale Stellung und Sex, wie vor 100.000 Jahren. Diese Vergangenheit hat uns aber auch Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben, die uns dahin gebracht haben wo wir heute sind. Ohne jenen Jagdinstinkt hatte sich der Mensch nie Ziele stecken und Strategien erarbeiten können. Diese Instinkte und jener Eroberungsdrang, haben uns in neue Regionen vorstoßen lassen, um unsere Lebensumstände zu verbessern. Selbst das gemeinsame Essen in einer Großfamilie ist ein Ritual aus ganz alten Zeiten. Ihr werdet vielleicht staunen oder gar lachen, aber die gemeinsame Einnahme der Mahlzeit ist das Teilen der Beute und wird seit Urzeiten praktiziert. Sitzt ihr an einem elegant gedeckten Tisch, mit leckeren Speisen und gutem Rotwein, seid ihr auf der geschichtlich sicheren Seite  – Aufteilung der Beute. Nur dass ihr sie nicht selbst erlegt, sondern gegen kleine Papier-Scheine eingetauscht habt.

Ich erinnere mich nur wiederwillig und mit „Schmerzen“, an einen Zeitgenossen, der ein wirkliches Prachtexemplar zum Thema Machtgehabe darstellt. Aus beruflichen Gründen, hatte ich es mit einem Handwerksmeister zutun, der wiederum häufig für einen großen Autohersteller tätig war und vermutlich auch noch ist. Nicht das er nur ein Angeber, Wichtigtuer und „Großkotz“ darstellt, nein, er hatte auch positive Seiten, denn fachlich war er ein Spezialist, doch menschlich unerträglich. Seine Rhetorik war voll von eigenen Höchstleistungen und Eigenlob, so dass man als Gegenüber irgendwann auf „Durchzug“ schalteten musste, oder leichte Übelkeit verspürte.

Machtgehabe und 520 PS Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Machtgehabe und 520 PS Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Mögliche Hilfe, auch bei 15 PS „Rückstand“

Unter anderem hatte er seinen Firmenwagen auf 505 PS umrüsten lassen, sich aber permanent darüber geärgert, dass auf dem Prüfstand, bei dem Auto seines Vaters 520 PS angezeigt wurden. Das war für ihn ein echt „harter Rückschlag“ und kaum zu verkraften. Bei einer gemeinsamen Fahrt durch das weitläufige Betriebsgelände des Autobauers, erlebte diesmal ich einen Albtraum. Sein Sportauspuff war schon im „Normalbetrieb“ grenzwertig, aber immer wenn wir an Personen vorbei fuhren (…und das waren ziemlich viele) gab er völlig sinn frei Vollgas. So heftig, dass ich das laute Dröhnen noch heute im Ohr habe. Dieser Auftritt war mir derart peinlich, dass ich im Beifahrersitz immer kleiner wurde und im Nachhinein diesen Geschäfts-Kontakt, mit den Worten: „ er ist ein Idiot, mit dem möchte ich nicht arbeiten“, an meinen Geschäftsführer abgegeben habe.

Wichtigtuer und Machtgehabe kommen immer wieder als lästiges Übel auf uns zu, aber seien wir Nachsichtig, denn sie folgen nur ihren Instinkten, wie Schlangen, Hasen oder Mäuse.

Mit diesem Vergleich sind sie zwar noch immer lästig, aber ein ganzes Stück kleiner.

 

Shaun das Schaf kommt aus Deutschland

Die NEWS des Tages kommen ausnahmsweise mal nicht aus Amerika von Donald,
(Nicht Donald Duck, ich meine Donald Trump …oder ist das ein und derselbe?)
sondern aus Old Germany.

Shaun das Schaf ist keine Erfindung der Engländer, nein, “ Shaun das Schaf“ gibt es tatsächlich und lebt im richtigen Leben in Deutschland, besser gesagt in Niedersachsen bei mir. Die Abenteuer meiner Schafe müssen irgendwie bis nach England gedrungen sein und die Inselbewohner haben daraus gleich eine ganze Trick-Serie produziert. Muss ich jetzt zu einem Anwalt gehen, oder soll ich lieber Co-Regisseur werden? Selbst an meinen alten Geländewagen haben die Briten gedacht. Wieso verfilmen sie auf der Insel „unseren“ Alltag?

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Der Schein trügt, immer wenn sie so gut gelaunt sind, haben sie einen Plan.

„Die Damen“ machen manchmal sooo komische „Dinge“, dass das Staunen zu jedem Scottish Blackface Züchter dazugehört. In der Regel hat diese Spezies Schafzüchter mindestens 2 Hunde, um das „Ganze“ einigermaßen unter Kontrolle zu behalten, einen alten Geländewagen und viel Idealismus. Kommt euch das nun auch bekannt vor? Genau, „Shaun, das Schaf“, aber worüber ihr alle herzlich lachen könnt, ist bei mir der „ganz normaler Wahnsinn“.
Die Damen wandern nachts durch den Ort, heben in Gemeinschaftsarbeit Bauzäune hoch, oder „öffnen“ ein Tor, damit sie auf die benachbarte Apfelplantage gelangen. (Worüber der Plantagenbesitzer natürlich „hoch erfreut“ war und die 100 flauschigen „Besucher“ aus der „Nachbarschaft“ auch gleich persönlich „begrüßt“ hat) Eigentlich warte ich jeden Tag darauf, dass sie den Stall nach ihren Wünschen umgestalten.

Neben den vielen Abenteuergeschichten, gibt es bei mir auch einen ganz besonderen „Spezialisten“ oder besser gesagt „Spezialistin“. Sie springt über den 1,06m E-Zaun, erkundet die Umgebung und kehrt anschließend wieder zurück, …wo sie dann vermutlich alles berichtet. Ich sollte mal darauf achte, ob sie in der Folgenacht auf „Wanderschaft“ gehen.

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Schlau und erfindungsreich. Wer? …Shaun und meine Scottish Blackface

Einige erinnern sich vielleicht an die Serie, als Shaun und die ganze Gang den Hof verlassen, um in den nächsten Ort zu gelangen. Genau so war es bei mir  – bei meinen Schafen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie nicht mit dem Bus gefahren sind  (das kommt vielleicht noch).  Als ich dann am Morgen einen Anruf erhielt, stand mir sofort das Wort „Panik“ auf der Stirn geschrieben und war schnell vor Ort. Meine Truppe schauten mich extrem gelassen an, als würden sie mir zurufen: „schön, dass du auch hier bist“.  (Die Damen hatten es sich hinter einer Mercedes Werkstatt gemütlich gemacht)

Shaun das Schaf Ⓒ H.P.Schaarschmidt

Shaun das Schaf Ⓒ H.P.Schaarschmidt

Sie ist das „Original“, Shaun das Schaf.

Da frage ich mich aber allen Ernstes: wie sind die Engländer an meine Tagebuchaufzeichnungen gekommen? Industriespionage, Geheimdienst, Einbruch, Diebstahl? Oder wollten sie ganz einfach die Ideen meiner Schafe stehlen? Immer wenn ich nach meinen Mädels sehe, habe ich den Verdacht, „sie führen wieder etwas im Schilde“. Die von mir sehr geschätzte Ingrid Stottmann, sagte einmal über meine Truppe: „Ich habe auch Blackis gehabt, schöne Schafe, hübsche Lämmer und ganz tolle Muttereigenschaften, aber die kommen mir trotzdem nie wieder ins Haus. Sie sind einfach zu „eigen“ und wahre Ausbruchkünstler. Diese „Bande“ habe ich nicht nur einmal im Dorf zusammengesucht“.

Wenn also mit meinen Schafen und unserem Alltag viel Geld verdient wird, sollte ich doch eigentlich „irgendjemand“ verklagen und zwar auf eine Menge Euros (englische Pfund sind mir auch Recht). Damit könnte ich dann unsere letzten verbliebenen Wanderschäfer unterstützen und allen Blacki Züchtern kostenlose psychologische Betreuung anbieten.   …ich denke darüber nach.

Hier der „Beweis“ für die „Echtheit“.

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

Shaun das Schaf Ⓒ Goleszowski

„Fast“ original, meine Schafe und ich.

Die Abenteuer gehen weiter, die Hunde bleiben verzweifelt, ich sprachlos und meine Schafe überlegen bestimmt schon wieder, was sie als nächstes „unternehmen“.

In diesem Sinne, bis bald.

Sibirisches Tiger-Baby & Arabische Pferde

Was ist das für eine „wilde“ Mischung?  Wo gibt’s den sowas?

Im Büro treffen ich auf ein 11 Wochen altes sibirisches Tiger-Baby, beim Rundgang auf dem Gelände läuft mir ein Schwein hinterher und im großen Stall stehen Pferde für viele Millionen Euros  – unglaublich. Wo gibt`s den sowas? In Ströhen, genauer gesagt, im Tierpark und Araber Gestüt Ströhen.

Das Gestüt ist sensationell. Wenn ich so viele „Millionen Euros“ umsorgen müsste, hätte ich garantiert hin und wieder „Schnappatmung“. Deshalb ist es wirklich fantastisch, dass all diese arabischen Energiebündel ihre Weidezeit von Frühjahr bis Herbst auf großen Koppeln verbringen können und nicht künstlich „verhätschelt“ werden.  Wunderbar

Sibirisches Tiger-Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger-Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger-Baby, hier ganz klein und „noch“ so „niedlich“.

Dieser kleine „Flaschen-Tiger“ wurde von seiner Mutter verstoßen und die Tierpark-Leitung hatte die Wahl, sterben lassen, weil von der Mutter verstoßen (mache ich mit meinen Lämmer aber auch nicht), oder von Hand auf zu ziehen. Natürlich ist dies nicht artgerecht und natürlich ist das Thema generell umstritten, aber lässt man deshalb ein Tiger-Baby verhungern? …nein.

Den Inhaber Dr. Nils Ismer schätze ich sehr, denn sein Herz hängt offensichtlich mehr an seiner Araber Zucht, als an seinem angeschlossenen Tierpark. Für diese Gestüt tut er so einiges, denn wie oft habe ich von der guten Seele der Geschäftsleitung, Yvonne, die Antwort erhalten: „Hallo Peter, Nils ist gerade in Mexiko“, in Frankreich, oder bei Kunden in der Wüste.  …und wie oft habe ich mit Nils telefoniert, doch er war gerade unterwegs, um einen seiner vierbeinigen Prachtexemplare auszuliefern. Ich bin mir ziemlich sicher, in absehbarer Zeit, bekommt Dr. Ismer vom deutschen Tankstellenverband die Ehrennadel und von Außenministerium eine Auszeichnung für Verdienste an der Völkerverständigung. Dabei hat der „Pferde Doktor“ mit Politik eher wenig am Hut.

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Deutschlands größte Zucht von Araber Pferden

Hier treffen Kunden aus der ganzen Welt ein und manche reisen mit ihrem eigenen Jets in Hannover an. Ich war sprachlos und hätte so etwas in meiner Nachbarschaft nicht erwartet. Da landen sie also mit ihren Privatflugzeugen, haben viel Geld in der Tasche, sehr viel Geld und wollen nach Niedersachsen, in das kleine Ströhen, um auf dem Arabergestüt Ismer Pferde zu kaufen. Dr. Nils Ismer muss in seiner Zucht wohl alles richtig machen, wenn Kunden aus Mexiko, der Wüste und sonst woher angeflogen kommen, um bei ihm Arabische Pferde zu kaufen.

Wie transportiert man eigentlich diese wertvollen Vierbeiner bis in die Wüste?

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Luxus Transporter, Taxi für Arabische Pferde

Riesige komfortable Sattelauflieger fahren das „Prachtgetier“ zum Flughafen, hier werden sie in Transportmaschinen umgeladen, in die entferntesten Regionen unseres Blauen Planeten geflogen und dort von ihren neuen Besitzern in klimatisierten, luxuriösen Pferdetransporten abgeholt .
Beeindruckend.
Der kleine Tigerzwerg ist zwar noch immer ein Baby, aber er wächst quasi stündlich und hat man in wenige Wochen nicht gesehen, kann es kaum glauben.

Sibirisches Tiger Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hier wird mein Bein von dem Sibirischen Tiger Baby  untersucht  (nicht mehr ganz so klein)
Sein Ergebnis:  „zu mager, lohnt sich nicht“

…wenn ich ehrlich bin, mit meinen Hunden würde ich dieses Wunderwerk der Natur nicht spielen lassen, denn inzwischen steckt in dem „Baby“ eine Menge ungebremste Natur drin.

Mein Leben ist doch ganz schön bunt.