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Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein unter Tränen

Das macht mich so richtig sauer und geht alle Schafhalter an. Ganz besonders geht es aber auch stellvertretend allen Berufsschäfern an den „Kragen“. Wenn schon solche hoch qualifizierten und umtriebigen Schäfereien sterben, ist es für die letzten verbliebenen Betriebe auch nur noch eine Frage der Zeit.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Gestern erhielt ich eine E-Mail, mit der ganzen Wahrheit über die Arbeit und dem Desaster der von mir so sehr geschätzten Schäfermeisterin und studiertem Biologin Kerstin Doppelstein: Vor drei Tagen sprach Kerstin vor Hunderten von Zuhörern an einem ganz besonderen Ort in Großenhain, wo sie selbst zur Schäfermeisterin ausgebildet wurde  – ihrem Traumberuf. Neben Kollegen saßen auch hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und der Staatssekretär im Publikum. Als sie am Rednerpult das Wort ergriff, war es beängstigend still und nachdem die gestandene Schäfermeisterin ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, begann ein tosender Beifall. Das war vor vier Tagen.

Begonnen hat Kerstin Doppelstein mit 28 Tieren und 1,5 Hektar. Sie baute ihren Betrieb in den vergangenen Jahren auf über 600 Muttertieren und  300 Hektar Landschaftspflege aus. Als ich das letzte mal mit ihr gearbeitet habe, hatten wir über 1.000 Tiere zu betreuen und die Arbeit schien kein Ende zu nehmen. Obwohl sie häufig nur vier Stunden schläft, ständig arbeitet, zehrten einige zusätzliche Probleme ganz besonders an ihrer Substanz. So ist ihr unverständlich, weshalb eine EU-Förderrichtlinie zu Weideland und Dauergrün so ausgelegt wird, dass sie die dazugehörige Betriebsprämie nur für einen Teil ihrer Flächen erhält. Obwohl sie alle auf die gleiche Art und Weise mit Schafen beweidet.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Zu all dem nehmen die Behörden zu viel Rücksicht auf Beschwerden von Personen, die alles habe, nur leider kein Schaf-Wissen. Etliche irrwitzige Gespräche mit dem  verantwortlichen Amt haben deshalb schon Unmengen an Zeit verschlungen. Zum Beispiel klang das so: „Frau Doppelstein, ein aufmerksamer Bürger ist der Meinung, er kann spüren, dass es Ihren Schafen nicht gut geht. Er erkennt es daran, dass sie so traurig gucken. Ich halte davon auch nicht viel, aber wir müssen dem nachgehen. Könnten Sie bitte irgendetwas tun, damit Ihre Schafe fröhlicher gucken?“

Wortwörtlich und tatsächlich genau so passiert.

Was sich wie ein Witz anhört, behindere die Arbeit immer massiver. 2013 erhielt Kerstin den Umweltpreis für ihr Projekt „Hutewald am Cospudener See“. Durch den Einsatz ihrer Bio-„Rasenmäher“ – darunter 20 Yaks – entsteht auf früherem Tagebaugebiet eine Landschaft, in der bereits wieder der Kuckuck oder der sehr seltene Wendehals ihren Nachwuchs aufziehen.

Weitere „aufmerksamer Bürger“ haben beim Landwirtschaftsministerium angezeigt, dass für 300 Coburger Fuchsschafe, die den letzten Winter nahe des BMW-Werks verbringen sollten, ein Witterungsschutz fehle. Die Behörden-Maschine setzte sich in Gang. Eine Kontrolle vor Ort ergab: Nichts zu bemängeln, alles in Ordnung. Dennoch wurde der Schäferin geraten, bei der nächsten Anzeige mit den Tieren besser in einen Stall zu wechseln. Kerstin wollte die Herde daher vorsichtshalber auf Weideflächen im Stöhnaer Becken umsetzen. Dort verlangte das zuständige Amt des Landkreises einen ganzjährigen Witterungsschutz. Dabei würde der Bau solcher Anlagen in dem Naturschutzgebiet, wo Kraniche brüten, vom Umweltamt niemals erlaubt. Und wäre nach ihrer Überzeugung auch für die Tiere nicht gut.

Soviel zum Thema Unterstützung und realitätsferner Auflagen.

Diese fast film-reifen Erlebnisse mit den Behörden brachten irgendwann selbst eine Kerstin Doppelstein an ihre Grenzen und macht mich so richtig sauer, denn wenn eine „hart gesottene „ Schäfermeisterin vor Hunderten Zuhörern in Tränen ausbricht, ist das nicht hinzunehmen.

Wenn ihr Kerstin Doppelstein unterstützen möchtet, so sendet bitte ein Mail an die Stadtverwaltung Leipzig und bekundet eure Unterstützung für die letzte Leipziger Schäfermeisterin, Kerstin Doppelstein.

 

Menschheitsgeschichte: Cyborgs oder was ist in 10.000 Jahren?

Dies ist einer der spannendsten Fragen überhaupt, denn es geht um unser Überleben. Wir meinen zwar, die Welt oder gar das Universum gehöre uns und wir wären das Beste was der Kosmos jemals geschaffen habe, doch die ernüchternde Antwort ist kurz, hart und brutal:  NEIN

John Richard Gott (dieser schlaue Mensch heiß wirklich so), ein US-amerikanischer theoretischer Physiker und Astrophysiker, hat das Ende unsere Spezies bereits ausgerechnet. Seine Berechnungen sind auch von einigen seiner Kollegen überprüft worden und auch deren Erkenntnisse waren: rein rechnerisch sind sie richtig. Seine Aussagen stützen sich auf statistischen Daten, die bekanntlich nie so ganz falsch liegen. Nach seinen Berechnungen, wird es die Spezies Mensch in spätestens! 7, 8 Millionen Jahren nicht mehr geben. Nun könnten wir sagen: „was interessiert mich das Leben in 7,8 Millionen Jahren?“, was vermutlich auch viele tun, doch genau diese Sichtweise ist eines unserer Probleme. Wenn Dinosaurier ca. 120 Millionen Jahre gelebt haben und die Haie seit 300 Millionen Jahren unseren Planeten bewohnen (vermutlich auch nach uns), so sagt dies etwas über den Evolutions-Versuch Mensch aus. Arroganz ist da nun wirklich nicht angebracht. Wie heißt es doch so treffend im „Entlassungsschreiben“: er hat sich stets bemüht. Ich denke, so relativiert sich doch so einiges über die angebliche „Krönung der Schöpfung“, der vorübergehender Gast   – uns.

Was passiert aber mit uns in den nächsten 10.000 Jahren? Wie entwickeln wir uns? Vom Intellekt werden wir keine großen Sprünge machen, sondern mit Hilfe der Wissenschaft eher an uns selbst herum designen.  Was für die meisten wie Sciencefiction klingt, ist bereits Realität. Singapur spielt dabei eine „Vorreiterrolle“, denn nirgends wo sonst, ist zum Thema genetische Veränderungen und Stammzellforschung so viel erlaubt. Die „Wunschkinder“ werden kommen. Laut wissenschaftlichen Forschungen, werden wir uns in den nächsten 10.000 Jahren auch mit Maschinen verbinden. Wird diese vorhergesagte Entwicklung tatsächlich eintreten, kommt es auf der Erde zu einer deutlichen zwei Klassengesellschaft.

Die Zukunft hat bereits begonnen /Gehhilfe 2.0 Ⓒ Reuter

Die Zukunft hat bereits begonnen /Gehhilfe 2.0 Ⓒ Reuter

Die Zukunft hat bereits begonnen /Gehhilfe 2.0

Die Cyborgs, die es sich leisten können, Gliedmaßen oder Organe durch Maschinen zu ersetzen und die „Anderen“, sie es sich nicht leisten können. Auch das ist ein Beitrag zu unserem Untergang.

Die Zukunft hat bereits begonnen /Cyborg Krieger Ⓒ Reuter

Die Zukunft hat bereits begonnen /Cyborg Krieger Ⓒ Reuter

Natürlich ist auch hier wieder das Militär die Speerspitze der Forschung.

Was unsere Fortpflanzung betrifft, so werden wir laut Studien einige Überraschungen erleben. Bereits in 100 Jahren wird es die künstliche Gebärmutter geben. Wider besseres Wissen, liegt in einigen 1000 Jahren unser Leben in den Händen von Maschinen. In diesem Fall hätten wir eine essenzielle Abhängigkeit und das war noch nie gut. In 10.000 Jahren endet zudem unsere warme Phase und wir werden mit Problemen kämpfen, die für uns heute noch nicht einmal vorstellbar sind. Der Meeresspiegel singt um über 100m und die Küstenregionen werden eisiges Inland. Diese Periode wird etwa 100.000 Jahre dauern. Nach der Eiszeit der Neandertaler, wird dies unsere zweite Überlebensprüfung werden. Die Neandertaler sind übrigens während der Eiszeit ausgestorben. Nur das ich es auch mal erwähnt habe. Das wird also alles kein „Kindergeburtstag“ und diese theoretischen 7,8 Millionen Jahre wollen erst mal erreicht werden.

In den kommenden 10.000 Jahren werden wir uns optisch verändern, wenn auch nur bescheiden. Zum ersten wird die Durchschnittsgröße auf 1,80m wachsen und unsere Augen ebenfalls größer werden. Gleich zu Anfang, der benannten 10.000 Jahre, werden wir die Gen-Manipulation in den Griff bekommen, was aber nach anfänglichen Erfolgen zu weiteren Schwierigkeiten führen wird. Die Evolution steht niemals still, auch nicht bei uns Menschen, aber wir haben die Regeln verändert. Durch Technik, Medizin und Erfindungen, sind wir nicht mehr direkt den Naturgewalten ausgeliefert, die uns zu Veränderungen gezwungen haben, bis  -ja bis sich unsere Lebensumstände wieder dramatisch auf den Kopf stellen. Dann kommt auch unsere Evolutions-Reise wieder in Schwung und die natürliche Selektion geht erneut ans Werk. Der zukünftige Mensch wird weltweit einheitlicher sein, denn die Geburtenrate ist in Asien und Afrika um ein mehrfaches höher als zum Beispiel bei uns in Europa. Das hat natürlich auch optische Auswirkungen. Unter anderem werden wir als zahlenmäßig geringere Europäer etwas dunkler und mit etwas meine ich eine leichte Tönung. Es ist erst in 10.000 Jahren wieder zu erwarten, dass unsere Evolutions-Uhr schneller tickt, denn dann stehen auf der Erde bekanntlich drastische Veränderungen vor der Tür. Die nächste Eiszeit. So richtig spannend wird es aber erst, wenn Dinge passieren, die wir in unserer „unendlichen Weisheit“ nicht voraussagen können. Super Vulkan, Atomkrieg oder Meteoriten Einschlag, diese oder andere Ereignisse bedeuten Vollgas in der Evolution, oder auch ein Schlussstrich.

…aber heute genieße ich erst mal den schönen Tag, küsse meine „bessere Hälfte“ und gehe mit den Hunden raus zu den Schafen.

 

 

Das Unterbewusstsein – Der Fremde in uns

Jeder von uns hat schon Zeiten erlebt, die er mal lieber vergessen möchte. Entweder haben wir falsche Entscheidungen getroffen oder es sind Ereignisse zusammengetroffen, die uns den Satz entlocken: „Das ist doch nicht normal“.  Aber was ist schon normal?

Was treibt uns aber zu dem was wir tun. Was treibt uns zu unserem Handeln? Schicksal, Vorsehung, Zufälle, oder liegt es ganz allein in unserer Hand? Viele Fragen auf eines der ältesten Rätsel in unserer Menschheitsgeschichte:„ Warum passiert was“? Eigentlich nichts Kompliziertes und kein großes Rätsel, aber wir wollen es einfach nicht wahr haben, dass unser „Dasein“ in diesem unendlichen Weiten des Kosmos so gar keine Bedeutung hat. Im Alltag machen wir uns über solche Themen keine Gedanken, denn wir sind mit unserem Leben und unserem vertrauten Umfeld beschäftigt. Diese kleine Welt ist unser Universum und in diesem Leben lachen, lieben oder leiden wir
und leben einfach vor uns hin.

Nehmen wir also unsere voreilige Kritik an anderen Menschen und deren Leben zurück,  denn welche Umstände ihn auf diesen Weg gebracht haben, wissen wir nicht und wahrscheinlich noch nicht mal er selbst. Gibt es das angeborene „Böse“? Natürlich nicht, denn diese Frage ist ebenso dumm wie unlogisch. Warum können einige Menschen Dinge, die andere nicht können? Angeborene Veranlagung und Fähigkeiten gepaart mit Umfeld und Förderung machen aus uns das, was wir sind. Die spannende Frage ist aber: Kann ich diese Faktoren selbst beeinflussen? Frage ich 10 Wissenschaftler, bekomme ich „11 Aussagen“. Mit anderen Worten …wir haben keine Ahnung.

Das komplette Rechtssystem würde zusammenbrechen, wenn wir uns alle mit dem Thema auseinandersetzen: „Welchen Einfluss hat das Unterbewusstsein?“. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir bewusst maximal 10% unsers Gehirn nutzen, oder besser gesagt, direkten Zugriff haben. Die andern 90% der Gehirnleistung werden einzig und allein vom Unterbewusstsein gesteuert. Wir agieren also mit einem System, auf das wir keinen Zugriff haben, das ist doch eher beängstigend und bringt uns zu der berechtigten Frage: Bin ich frei in meinem Handeln und habe ich überhaupt Einfluss auf meinen Lebensweg und mein Tun?

Eine berechtigte Frage.

Das Unterbewusstsein - Der Fremde in uns

Das Unterbewusstsein – Der Fremde in uns

Wie bei einem Eisberg, haben wir zu unserem Gehirn auch nur auf ca.10%
direkten Zugriff. Das sollte uns nachdenklich stimmen.

Gehen wir ernsthaft dieser Frage nach, ist unsere bunte Welt, so wie wir sie uns  schön reden, gar nicht vorhanden, sondern nur ein Ergebnis unbeeinflussbarer Ereignisse. Polizei, Gerichte unsere ganze Regierung könnte den Schlüssel im Schloss umdrehen, denn wen wollten sie verantwortlich machen, das Unterbewusstsein? In einem sehr langen Gespräch mit Arno Funke, besser unter „Dagobert“ bekannt, der vor einigen Jahren recht spektakulär Karstadt erpresst hat, haben wir genau über diese Thematik gesprochen. Während seines Gefängnisaufenthaltes hat er sich über genau dieses Thema Gedanken gemacht und ist in einer seiner depressiven Phasen zu dem Schluss gekommen, dass wir unser Vorgehen, also unser Handeln und sogar unseren ganzen Lebensweg nur begrenzt beeinflussen können. Warum? Wieder die berechtigte Frage, weil die „berühmten 90%“ ihr Eigenleben haben und nur schwer bis gar nicht von uns beeinflusst werden können. Ereignisse und das jeweilige Umfeld haben eine viel größere Wirkung auf unser Unterbewusstsein, als auf unseren Zugriffsbereich. Es ist ein Fremder in uns. Diese Erkenntnis ist mehr als nur beängstigend, denn das alles wollen wir doch gar nicht hören.

Beobachten wir einfach mal einen außergewöhnlichen Lebensweg, der uns ebenso erstaunt wie schockiert, denn wir reden nicht von Chaoten, brutalen Kriminellen oder Auftragskillern, sondern von freundlichen Nachbarn. Ein Weg, der einfach passiert ist und denkt auch einmal darüber nach, warum wir selbst in einigen Situationen gerade so gehandelt haben wie wir gehandelt haben. Diese Ereignisse eines Freundes, ist ein Lebensbericht mit ungewöhnlichen Folgen. Wobei das Wort ungewöhnlich eine dramatische Untertreibung ist. Dieser Lebensweg handelt von einem ehemaligen Mitschüler, Jürgen, dessen heutiges Dasein leider nur noch als bedauernswert bezeichnet werden kann.

Zählt man nur die Fakten auf, klingt es wie die Anatomie eines Desasters.

In der Schule war Jürgen immer der Mittelpunkt. Die Jungs wollten mit ihm etwas unternehmen oder Jürgen in ihrer Fußballmannschaft haben und die Mädels waren auch immer freundlich zu ihm. Eigentlich waren wir alle ein wenig neidisch und wollten immer so sein wie er. In der Klasse war er unser Popstar.

Nach der Schule trennten sich unsere Wege und der Kontakt riss einfach ab. Einige Klassentreffen weiter, erschien auch Jürgen wieder. Wir hatten alle nichts mehr von ihm gehört und waren daher sehr auf unsern „Popstar“ gespannt. Das blanke Entsetzen trat durch die Tür. Nur noch ein Schatten von dem was wir kannten. Er hatte weder studiert oder irgendwelche anderen Ideale in Angriff genommen, sondern war auf dem Bau gelandet,  alkoholabhängig, anscheinend leicht verwirrt, arm und ohne Familie, denn auch seine Angehörigen hatten sich von ihm losgesagt. Er wusste noch nicht einmal, wo er nach unserem Klassentreffen übernachten sollte, denn für Taxi oder Hotel hatte er kein Geld. Wir waren wirklich schockiert. Ein ehemaliger Mitschüler Carsten, hat ihn nach einer allgemeinen Beratung mit zu sich nach Hause genommen und Jürgen 2 Tage später ein Zug-Ticket gekauft.

War das gar nicht mehr  unser Jürgen?! Was war passiert?

Anatomie eines Desasters
Nach dem Abitur wollte Jürgen eine Denk-Pause“ einlegen, erst mal arbeiten gehen, Geld verdienen, Party machen und Fußball spielen. Der unaufhörliche Fall begann bereits mit seiner ersten Arbeitsstelle, als Hilfskraft auf dem Bau. Hier waren nicht so sehr intellektuelle Höhenflüge gefragt, sondern Trinkfestigkeit. Dabei lag er anscheinend gut im Rennen und konnte sich auf den begehrten vorderen Plätzen postieren. Nach 6 Monaten trennte sich seine Freundin von ihm, zu viel Alkohol und nach weiteren 8 Monaten wurde ihm wegen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss der Führerschein entzogen. Ohne Führerschein konnte er nicht mehr regelmäßig zum Fußball Training gehen und es war nur eine Frage der Zeit, bis auch dies aus seinem Leben verschwand. Nach kurzen 6 Wochen war auch dieses Thema erledigt. 1 Jahr ohne Führerschein brachte Jürgen den endgültigen KO-Schlag. Seine neue Devise war nun, nicht nur wir wachsen mit unseren Aufgaben, sondern auch unsere Leber. Dieser fehlgeleitete Ehrgeiz brachte ihm die Entlassung. Aber die Entlassung war noch nicht das Schlimmste, denn das wahre Unheil kam nun erst so richtig in Schwung. Durch den extremen Alkoholgenuss hatte sich Jürgen verändert. Er benahm sich nicht nur anders, sondern sprach, handelte und dachte „ganz eigenartig“. Er war mürrisch, ungepflegt und eine betäubende Melancholie machte sich über ihm breit. Diese Melancholie hielt ihn fest und nistete sich ein. Er konnte kaum noch Entscheidungen treffen und die Zunge wollte ihm auch nicht mehr so recht gehorchen. Jürgen, unser Popstar, hatte sich selbst zerstört. War er das auch wirklich selbst und hätte er eine Wahl gehabt? Heute ist er entmündigt und nach zahlreichen Versuchen haben selbst seine Angehörigen den Kontakt zu ihm abgebrochen. In einem lichten Moment muss er unsere Einladung aufgenommen und sich auf den Weg gemacht haben. Da stand er also in der Tür, der Mann, der früher Jürgen war.

Hat er das selbst zu verantworten, oder konnte er nur den Kampf mit seinem Unterbewusstsein nicht gewinnen?  …was ihn vom Täter zum Opfer machen würde. Ein Fremder in uns?
Wenn wir schon bei diesem heiklen Thema sind, kann ich auch vom „Innenleben“ eines der spektakulärsten Kriminalfälle der Nachkriegsgeschichte berichten. Dies sind aber keine angelesenen Infos oder gar Erfindungen, nein, ich habe mich mit „ihm“ in Berlin getroffen. Ich rede von Deutschlands „bekanntestem“ Erpresser Dagobert, im richtigen Leben Arno Funke.

Was macht eigentlich Dagobert – Arno Funke – heute?

Dieses seltene Interview veröffentliche ich 2017 auf meinem Blog, was uns erstaunliche Einblicke gewähren wird.

 

 

Sibirisches Tiger-Baby & Arabische Pferde

Was ist das für eine „wilde“ Mischung?  Wo gibt’s den sowas?

Im Büro treffen ich auf ein 11 Wochen altes sibirisches Tiger-Baby, beim Rundgang auf dem Gelände läuft mir ein Schwein hinterher und im großen Stall stehen Pferde für viele Millionen Euros  – unglaublich. Wo gibt`s den sowas? In Ströhen, genauer gesagt, im Tierpark und Araber Gestüt Ströhen.

Das Gestüt ist sensationell. Wenn ich so viele „Millionen Euros“ umsorgen müsste, hätte ich garantiert hin und wieder „Schnappatmung“. Deshalb ist es wirklich fantastisch, dass all diese arabischen Energiebündel ihre Weidezeit von Frühjahr bis Herbst auf großen Koppeln verbringen können und nicht künstlich „verhätschelt“ werden.  Wunderbar

Sibirisches Tiger-Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger-Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger-Baby, hier ganz klein und „noch“ so „niedlich“.

Dieser kleine „Flaschen-Tiger“ wurde von seiner Mutter verstoßen und die Tierpark-Leitung hatte die Wahl, sterben lassen, weil von der Mutter verstoßen (mache ich mit meinen Lämmer aber auch nicht), oder von Hand auf zu ziehen. Natürlich ist dies nicht artgerecht und natürlich ist das Thema generell umstritten, aber lässt man deshalb ein Tiger-Baby verhungern? …nein.

Den Inhaber Dr. Nils Ismer schätze ich sehr, denn sein Herz hängt offensichtlich mehr an seiner Araber Zucht, als an seinem angeschlossenen Tierpark. Für diese Gestüt tut er so einiges, denn wie oft habe ich von der guten Seele der Geschäftsleitung, Yvonne, die Antwort erhalten: „Hallo Peter, Nils ist gerade in Mexiko“, in Frankreich, oder bei Kunden in der Wüste.  …und wie oft habe ich mit Nils telefoniert, doch er war gerade unterwegs, um einen seiner vierbeinigen Prachtexemplare auszuliefern. Ich bin mir ziemlich sicher, in absehbarer Zeit, bekommt Dr. Ismer vom deutschen Tankstellenverband die Ehrennadel und von Außenministerium eine Auszeichnung für Verdienste an der Völkerverständigung. Dabei hat der „Pferde Doktor“ mit Politik eher wenig am Hut.

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Deutschlands größte Zucht von Araber Pferden

Hier treffen Kunden aus der ganzen Welt ein und manche reisen mit ihrem eigenen Jets in Hannover an. Ich war sprachlos und hätte so etwas in meiner Nachbarschaft nicht erwartet. Da landen sie also mit ihren Privatflugzeugen, haben viel Geld in der Tasche, sehr viel Geld und wollen nach Niedersachsen, in das kleine Ströhen, um auf dem Arabergestüt Ismer Pferde zu kaufen. Dr. Nils Ismer muss in seiner Zucht wohl alles richtig machen, wenn Kunden aus Mexiko, der Wüste und sonst woher angeflogen kommen, um bei ihm Arabische Pferde zu kaufen.

Wie transportiert man eigentlich diese wertvollen Vierbeiner bis in die Wüste?

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Arabische Pferde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Luxus Transporter, Taxi für Arabische Pferde

Riesige komfortable Sattelauflieger fahren das „Prachtgetier“ zum Flughafen, hier werden sie in Transportmaschinen umgeladen, in die entferntesten Regionen unseres Blauen Planeten geflogen und dort von ihren neuen Besitzern in klimatisierten, luxuriösen Pferdetransporten abgeholt .
Beeindruckend.
Der kleine Tigerzwerg ist zwar noch immer ein Baby, aber er wächst quasi stündlich und hat man in wenige Wochen nicht gesehen, kann es kaum glauben.

Sibirisches Tiger Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sibirisches Tiger Baby Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hier wird mein Bein von dem Sibirischen Tiger Baby  untersucht  (nicht mehr ganz so klein)
Sein Ergebnis:  „zu mager, lohnt sich nicht“

…wenn ich ehrlich bin, mit meinen Hunden würde ich dieses Wunderwerk der Natur nicht spielen lassen, denn inzwischen steckt in dem „Baby“ eine Menge ungebremste Natur drin.

Mein Leben ist doch ganz schön bunt.

 

 

 

 

 

Wir waren wild… Teil 2

Erinnerung an eine wunderbare Zeit
Denkt man zurück, so ist die Jugend eine Verkettung von sensationellen Ereignissen. Ein Sammelplatz von Abenteuern, über die man auch noch nach vielen Jahren herzhaft lachen kann (oder auch nicht). An was denkt man, wenn in der Ausbildung steckt?  Kleiner Tipp, nicht in erster Linie an die Ausbildung. Klar habe ich diese zum Abschluss gebracht und gut dass ich das damals gemacht habe  …aber mein „Innenleben“ war meist ganz wo anders.

Noch während dieser Zeit stand mein Kinderzimmer vollgepackt mit Technik. Solch eine Technik, die Nachbarn zur Verzweiflung treiben. Uns war eigentlich nur wichtig, wie weit die Super-Bässe tragen konnten. Ich darf euch versichern, es war weit. Wie testet man nachts um 23,00 Uhr eine Anlage? Genau, in dem man sie im Freien kräftig „zum Schwingen“ bringt. Meine Eltern waren den ganzen Abend außer Haus und wir konnten uns in aller Ruhe mit der Leistung unserer Technik beschäftigen. Wir, dass waren mein Freund Frank und ich. An einem wundervollen Sommerabend beschäftigten wir uns mit der lebenswichtigen Frage: Wie laut ist unsere Anlage? Kurzerhand bugsierten wir die komplette „Musik-mach-Anlage“ auf die Terrasse und verkabelten das Ganze. Scheinwerfer an und die „Lautmacher“ waren für ihren Leistungsschock bereit.

Der Test konnte beginnen.

Der Bass trug erstaunlich weit, was den Nachbarn natürlich auch nicht verborgen blieb, aber erst nach 4 Liedern in Unmutsbekundungen umschlug. Der Test war erfolgreich. Wie kommt man auf die Idee, um 23.00 Uhr eine Anlage ausprobieren zu wollen? Das kann ich heute auch nichtmehr sagen, aber damals war es uns wohl so wichtig, dass diese „wichtige Arbeit“ getan werden musste …und 23.00 Uhr ist immer noch besser als 02.00 Uhr. Diese Logik leuchtet doch sicher jedem ein, oder? Die Nachbarn waren „eigentlich“ sehr nett, aber „irgendwas“ stand zwischen uns. Ok, ich hatte da eine Vermutung und sie haben es mir auch erklärt, aber wegen der lauten Musik, konnte ich es nicht verstehen.

Die „Lautmacher“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die „Lautmacher“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die „Lautmacher“

Da ich mit 17 Jahren bereits meine eigene Diskothek hatte, war ich beim Transport von zusätzlicher Technik auf Freunde oder meine Eltern angewiesen. In der Regel hat das auch gut geklappt, aber es kam der Tag aller Tage. Freund nicht da und mein Vater sauer  – „Mist“. Der Vorverkauf lief bereits auf vollen Touren, aber zusätzliche Technik musste noch transportiert und verkabelt werden. Wir hatten den zweiten Weihnachtsfeiertag, Schnee und um 19.00 Uhr sollten sich die Tore für das Publikum öffnen. Wieder „Mist“, denn es war keine Zeit, zum Rumtelefonieren, um einen Transporter zu besorgen. Kurze Überlegung,  …die Technik musste jetzt transportiert werden und Alternativen nicht in Sicht. So ganz langsam schlich sich Panik ein und dann die peinliche, aber „schnelle Lösung“. Die Technik auf zwei Schlitten packen und hinziehen. So peinlich der „Transport“ auch war, so super die anschließende Veranstaltung. Eine tolle Nacht und ein Riesenspaß. Da ich gerade meine Ausbildung begonnen hatte, aber gleichzeitig eine eigene Diskothek hatte, stand ich vor einem Problem.  Sagen wir besser einem „Luxusproblem“. Ich hatte mit mittlerweile 18 Jahren einen einträglichen „Nebenjob“ und meinte „das ist das wirkliche Leben“. Pfui, heute weiß ich es natürlich besser, aber damals…

Auf welche Ideen kommt man noch, wenn man mit 18 Jahren neugierig und „abenteuerlustig“ ist? Ich jedenfalls, kam auf den „genialen“ Gedanken: Einmal als Tramp quer durch Deutschland. Das Spannendste, was ich in dieser Zeit erlebt habe, waren die Menschen. Man trifft auf „Reisende“, die so Garnichts mit Reihenhaus, Gartenzwergen und „ordentlichen“ Bürgern zu tun haben. Eine OP-Schwester, die allen Ernstes an Vampire glaubt, ein Mann, der nach seiner Scheidung erst mal sechs Monate als Tamp leben will, oder fünf Jungs, die sich für drei Monate auf einem Zeltplatz eingemietet hatten und schon morgens Bier tranken  …und das bei meiner Ankunft schon seit vier Wochen“ praktizierten“. Die außergewöhnlichsten Menschen waren aber zwei Mädels, die im Urlaub ihrer Eltern das Haus umbauen ließen, weil die Damen die Party aller Partys feiern wollten. Auch ich habe fünf Tage in diesem Haus übernachtet und die Party aller Partys „mitgetanzt“, doch mit dem großen Vorteil, abreisen zu können. Eigentlich schade, denn die Gesichter von Mama und Papa hätte ich gern gesehen, wenn sie die fehlende Wand entdecken.

(Zu ihrer „Entschuldigung“, es war eine Leichtbauwand)

Die „Reste“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die „Reste“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nein, das ist nicht der „Abfall-Container“

Ja, das Leben ist ein großes Abenteuer und  wir sind die Reisenden. Schauen wir nicht über unseren Tellerrad hinaus, verpassen wir das „Leben“. Es müssen ja nicht immer eigene Diskotheken oder eingerissene Wände sein, aber hin und wieder kleine Überraschungen sind schon willkommen. Nach meiner großen Tramp-Tour, kehrte ich gesund und zufrieden wieder zurück und die Erschütterung meiner Eltern war viele Kilometer zu hören  – die Erschütterung war der Stein, der ihnen vom Herzen gefallen ist. Ich hatte aber nichts anders zu tun, als umgehend zu meiner damaligen großen Liebe Edeltraud zu fahren und an ihrer Tür zu klingeln. Dummerweise war ich weder unter der Dusche, noch hatte ich mich umgezogen (dummer Gedanke) und wartete auf das Lächeln meiner „Angebeteten“. Die Schritte hinter der Tür kamen näher und die Tür öffnete sich. Ihre Mutter stand vor mir und betrachtete mich mit einem Gesichtsausdruck zwischen Ungläubigkeit und Entsetzen. „Ja bitte“? „Ist Edeltraud da“, fragte ich. „Moment“. Von weitem hörte ich die Stimme ihrer Mutter, die Edeltraud vorwurfsvoll verkündete: „Da steht ein heruntergekommener junger Mann vor der Tür und will zu dir. Ich glaube er kommt aus Algerien, oder so“. Ich war unglaublich braungebrannt und man konnte schon mal auf den Gedanken kommen, dass ich nicht gerade von der Nordsee stamme, sondern vom Mittelmeer.

Unser Treffpunkt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Unser Treffpunkt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Unser Treffpunkt. Die Bushaltestelle befand sich direkt vor dem Eingang.

Edeltraud und ich kannten uns bereits seit der Schulzeit und wir haben schon damals viel Zeit miteinander verbracht. Vorzugsweise auf Feiern, Parkfesten oder in Diskotheken. Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, als wir uns an einem Samstagnachmittag für einen Besuch auf den Weihnachtsmarkt verabredet hatten  – natürlich auch noch mit meinem Freund Frank. Wir zwei saßen also an der Bushaltestelle, direkt neben dem Weihnachtsmarkt und warteten auf Edeltraud. Eigentlich hatten wir gar kein Geld für Würstchen, Glühwein und Leckereien, den unser letztes Geld „mussten“ wir für „ganz wichtige“ Schallplatten ausgegeben. Unsere einzige Hoffnung bestand also darin, dass Edeltraud genügend Geld einstecken hatte. Der Bus hielt, die Angebetete stieg aus und zur Begrüßung fragten wir fast gleichzeitig:  „Hast du Geld dabei?“

Wie romantisch  – sie hat „JA“ gesagt.

Wir waren wild

 

Was ist die Seele?

Der hebräische Begriff für Seele bedeutet Luftröhre. Die Seele ist also ein Kommunikationsinstrument, durch das die Lebewesen in Kontakt zu Gott treten. Zumindest nach den biblischen Vorstellungen. Angenommen es gibt so etwas wie die „Seele“, was ist dann aber mit den anderen Lebewesen, zum Beispiel mit unseren Tieren? Wieso sollten sie keine „Seele“ haben, denn die meisten existieren schon viel länger als wir auf der Erde.

Sorry, ich habe vergessen, dass Gott, die Frau aus einer Rippe des Mannes geformt hat. Könnte es denn sein, dass (rein hypothetisch) die Nummer mit der Rippe doch anders gewesen sein könnte? Ich möchte ja wirklich keinen bevormunden, jeder sollte sich das Leben so einrichten wie er es für richtig hält, aber „etwas“ komisch klingt das schon, oder? Ok, die Rippen-Anhänger bleiben bei ihrer „Rippe“ und wir bei der Evolution und dem guten alten Charles, Darwin. Wir deuten diesen Begriff im Allgemeinen falsch, denn unsere europäische Vorstellung von Seele, hat ihren Ursprung in der Theologie.  …damit wären wir aber wieder bei dem Kunststück mit der Rippe.

Was ist aber nun die Seele wirklich?

Hat die Naturwissenschaft etwas zu diesem Thema  zu sagen? Inzwischen gibt es eine Reihe von Physikern, die sich bereits seit Jahren mit der Erforschung dieses umstrittenen Themas beschäftigen. Dabei kommen sie zu dem revolutionären Schluss, dass es eine physikalisch beschreibbare Seele gibt. Das Fundament für die atemberaubende These liefert das quantenphysikalische Phänomen der Verschränkung. (Ganz ohne Fachchinesisch kommen wir leider nicht aus)

Selbst  der Pfiffikus Albert (Einstein), hat sich bereits damit beschäftigt, aber nach einigen unbefriedigenden Thesen schnell wieder zu den Akten gelegt. Erst in jüngerer Zeit hat unter anderem der Wiener Quantenphysiken Professor Anton Zeilinger den experimentellen Nachweis dafür geliefert, dass da „ETWAS“ existiert. Und auch einer der renommiertesten Quantenphysiken, Professor Hans-Peter Dürr, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik, vertritt heute die Auffassung, dass eine Seele existiert  -aber nicht in dem Sinne wie wir sie aus der Theologie her kennen, sondern überraschend anders.

Was ist die Seele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Was ist die Seele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eigentlich habe ich mich nur mit diesem „schweren Brocken“ beschäftigt, weil ich mehr über Tiere wissen wollte. Was fühlen und denken sie, sind sie uns vielleicht ähnlicher als wir vermuten? Unbestritten ist die Tatsache, dass es bei allen hochentwickelten Lebewesen eine materielle-körperliche und eine geistige Ebene existiert. Bis dahin konnte ich mit meinem „Halbwissen“ noch folgen, doch dann wird es kompliziert. Die materielle Ebene endet ganz eindeutig mit dem Tod. Unsere Materie wandelt sich in die verschiedensten Stoffe, existiert aber nicht mehr in der uns bekannten Form. Was geschieht aber mit der geistigen Ebene?   …und jetzt wird es richtig spannend.

Professor Hans-Peter Dürr vertritt die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist. Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie der Welle-Korpuskel-Dualismus kleinster Teilchen, also die Tatsache, dass Licht beide scheinbar gegensätzlichen Formen annehmen kann: elektromagnetische Welle und „handfestes Teilchen“.

Wie? Was? Ich habe kein Wort verstanden
sondern nur Teilchen, Körper oder Welle.

Also versuche ich es in einer „normalen Sprache“. Seiner Auffassung nach existiert ein universeller Code, in dem die gesamte lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser sogenannte Quantencode soll sich über den gesamten Kosmos erstrecken.  Was wir „Diesseits“ nennen, ist im Grunde die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige. Was ist denn aber nun das „Übrige“?

Unsere geistige Ebene „das Übrige“, ist nach neusten Forschungen ein Teil der wundersamen Welt der Quantenphysik. In der Quantenphysik bewegen sich subatomare Teilchen nicht nach unseren bekannten Naturgesetzen. Diese Teilchen, die unsere sogenannte Seele ausmachen, folgen ganz eigenen Gesetzen und ihnen ist es völlig egal, ob sie in Materie stecken oder nicht. Unsere geistige Ebene arbeitet also mit einem autonomen Betriebssystem.

Fast automatisch muss ich an die weltbesten Border Collie Trainer denken, die immer betonen: „du musst dir den Weg deines Border Collies denken, dich auf ihn konzentrieren“. Schicke ihm deine Bilder. Wenn die These von dem eigenen Betriebssystem stimmt, besteht also tatsächlich die Möglichkeit, dass wir uns auch auf der geistigen Ebene verbinden –oder gar Informationen austauschen. Somit sind vielleicht diese tollen Hundetrainer in Wirklichkeit gar keine Border Collie Ausbilder, sondern Quantenphysiker, die ihre heimlichen Forschungen mit Border Collies betreiben.

Während meines nächsten Besuchs bei einem der besten Border Collie Trainer Deutschlands, Hans-Jürgen Werbke, muss ich einmal fragen, ob er tatsächlich Tierarzt ist, oder in einem Institut mit Hilfe der Border Collies an der Quantenforschung arbeitet. Über die Antwort werde ich berichten.

Stirbt unsere Materie, machen sich diese Teilchen auf den Weg, was bei Nah-Tod-Erfahrungen den immer wieder kehrenden Tunnel erklären würde. Die sogenannte Seele ist also tatsächlich etwas übernatürliches, da die Kommunikation dieser Teilchen nach einem ganz anderen Plan funktioniert, was wir nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft noch nicht erklären können. So wäre der Spruch: „er ist in den Himmel aufgestiegen“, nicht ganz falsch.

„Die Eigenschaften des Geistigen entsprechen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen.“
Dr.Christian Hellweg /Quantenphysiker

Auch der britische Kernphysiker & Molekularbiologe Jeremy Hayward von der Universität Cambridge ist der Überzeugung, dass auch das Bewusstsein neben Raum, Zeit, Materie und Energie eines der Grundelemente des Universums sein könnte. Sollten sich diese Forschungen bestätigen, wird unser Weltbild komplett auf den Kopf gestellt. Auch die Religionsfragen, würden in einem anderen Licht erscheinen. Zwar nicht so wie in den bisherigen Schriften gelehrt wurde, aber immerhin gäbe es eine unendliche Ebene in der wir alle eingebunden sind, auch nach unserem körperlichen Tod.

Alles ganz schön schlau, aber ehrlich gesagt habe ich von diesem spannenden Thema nur Bruchstücke verstanden. Sagen wir einfach:  Quasi eine neue Variante der „Auferstehung“, aber diesmal für alle Lebewesen.

„Sei stets bereit für das Unerwartete“.

Von Anne Krüger, über Hans-Jürgen Werbke, bis hin zu Birgit Bethmann, alle hatten einmal Schockmomente.

Kontrolle, dass muss wohl unser aller heimlicher oder unheimlicher Wunsch sein. Dumm nur, dass dies immer ein frommer Wunsch bleiben wird. Warum? Ganz einfach, weil das Leben nach seinen eigenen Regeln spielt. Wir können zwar in manchen Bereichen die Regeln etwas verändern, aber den tatsächlichen Stundenplan kennen wir nicht und es passieren Dinge, über die man im günstigsten Fall einfach nur den Kopf schütteln kann. Ich bezeichne jeden Tag gern als eine Wundertüte, denn ganz besonders bei der Arbeit mit Tieren, sind Überraschungen das eigentliche Programm. Es soll aber jeder gern an seiner Illusion festhalten, er habe alles unter Kontrolle. Meine Erkenntnis sieht da ganz anders aus. „Sei stets bereit für das Unerwartete“.

Diejenigen, die „versuchen“ ihr ganzes Leben bis in jede Einzelheit zu planen und „immer“ perfekt unter Kontrolle haben wollen, sind entweder Bürokraten, die keinen Spaß am Leben haben oder ganz einfach weltfremd. Klar sollten wir eine gewisse Ordnung halten und selbstverständlich sollten wir vorausschauend handeln, aber hey, das Leben ist kein Taschenrechner  – digital und immer korrekt. Es ist schön und lebenswert, aber auch mies und unfair.

Hier einige wundersame Überraschungen, die uns den Kopf schütteln lassen.

Anne Krüger

Anne Krüger Ⓒ noz

Anne Krüger Ⓒ noz

Anne und ihr Mann trieben ihre 600 Scottish-Blackface-Schafe entlang einer Nebenstraße um. Alles ist geplant, jeder weiß genau, was zu tun ist und alles wurde auch schon viele Male durchgeführt. Nie ist etwas passiert, doch an einem Tag trauten sie ihren Augen nicht. Dessen ungeachtet die Straße vollkommen von Schafen ausgefüllt war und die Herde vorn wie hinten Begleiter hat, fährt ein wild gewordener Autofahrer mitten hinein, um sich seinen Weg zu erzwingen. Er hatte es eilig. Voller Entsetzen und natürlich wütend, schlug Annes Mann mit dem Hütestock auf seine Motohaube, bis er mitten in der Herde zum Stehen kam. Ihr seht, nicht nur unser Erfindungsreichtum kennt keine Grenzen, sondern auch unsere Dummheit.

Hans-Jürgen Werbke

Hans-Jürgen Werbke Ⓒ Anja Winar

Hans-Jürgen Werbke Ⓒ Anja Winar

Der Border-Collie-Trainier und Wettkämpfer, Hans-Jürgen Werbke, kaufte sich eine Hündin, die nur wenige für so hoffnungsvoll angesehen hatten, dass sie mit ihrem Talent Siege erringen könnten. Doch er sah diese Hündin „Jill“ anders. Arbeitetet, trainierte und kommunizierte mit ihr und schon nach kurzer Zeit wurde dieses Team Deutscher Meister. Nach der Freude, über das erfolgreiche Trainingsprogramm, der Schock, sie hatte einen bösartigen Tumor. Jill musste eingeschläfert werden.  Unfassbar!

Trial in Kulmbach

Auf einem Trial in Kulmbach welcher mir ziemlich viel Spaß gemacht hat (Viele Grüße nach „Oberfranken “), stand ein Team voller Zuversicht am Startpfosten, doch der Handler wusste nur noch nicht, dass er sich in 30 Sekunden vor Staunen die Augen reiben wird. Die Schafe wurden gestellt, standen zur „Abholung“ bereit und der Handler gab das Kommando zum Outrun. Wow, lief der Hund schnell los, doch leider nicht zu den Schafen, sondern direkt und auf schnellstem Weg in den Wald -…und da blieb er auch. Mit aufgerissenen Augen stand der Handler noch immer regungslos am Startpfosten und war sprachlos. Der Hund hatte wohl andere Pläne.

Kerstin Doppelstein

Schäfermeisterin und studierte Biologin Ⓒ Kerstin Doppelstein

Schäfermeisterin und studierte Biologin Ⓒ Kerstin Doppelstein

Eine große Überraschung erlebte auch Berufsschäferin Kerstin Doppelstein. Die von mir sehr geschätzte Idealistin trieb ihre Hauptherde von 650 Tieren um und alles lief wie immer, ohne Hektik, Stress oder sonstigen Überraschungen. Alles war „unter Kontrolle“.
Plötzlich schreckten die Schafe zusammen, ohne jegliche Vorwarnung oder Ankündigung und sofort setzten sich 650 Damen in Bewegung. Nur das die Mädels nicht nur ins Laufen kamen, sondern schneller und immer schneller wurden, bis sie in einem Katapultstart alle in Endgeschwindigkeit unterwegs waren. Das alles war schon schlimm genug,  aber die ganze Herde bewegte sich in beängstigender Geschwindigkeit auf eine stark befahrene Bundesstraße zu. Kerstin war geschockt und musste sich erst mal sammeln, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Ihr blieb aber nicht viel Zeit, um eine Katastrophe abwenden zu können. Glücklicherweise hatte sie an diesem Tag mehr Hunde mit dabei als üblich und nur einen Gedanken „Die müssen die Herde stoppen“. Sie machte blitzschnell alle Hunde los und gab ihnen das Kommando, die wild gewordene Truppe aufzuhalten. Alle Schäferhunde „donnerten“ los. Wobei man wissen muss, bei über 650 Schafen müssen die Hunde von Kerstin anders arbeiten, als wir es von unseren Border Collies gewohnt sind. Von ihren 10 Hunden sind einige, sagen wir mal vorsichtig, „nicht nett“ und für Außenstehende recht gewöhnungsbedürftig, aber in diesem Fall die „Rettung“.

Doch wieder zurück  zur „Schaf-Lawine“, die in Endgeschwindigkeit auf die stark befahrene Bundesstraße zu galoppierte. Die losgelassenen Hunde preschten wie von der Tarantel gestochen in Richtung Herdenspitze und wurden von Kerstins panischem Gebrüll angetrieben. Sie erreichten tatsächlich die ersten Schafe bevor sie die Bundesstraße überqueren konnten und stellten sich mit wirklich beängstigender Aggressivität vor die Herde. Diese Hunde müssen auf die Schafe derart schockierend gewirkt haben, dass sie abrupt stoppten und die Katastrophe ausblieb. Es glich einem Wunder, denn die Hunde haben geschafft, was eigentlich nicht zu schaffen war. Ein „Schockerlebnis“, an das Kerstin Doppelstein noch lange denken wird.

Birgit Bethmann

Birgit Bethmann /Connor Ⓒ Birgit Bethmann

Birgit Bethmann /Connor Ⓒ Birgit Bethmann

Die Agility-Sportlerin, Birgit Bethmann, aus Liebenau in Niedersachsen, befand sich am 19. Oktober 1996 mit ihrem Hund Connor auf einem Turnier in den Dortmunder Messehallen. Sie versuchte gerade abzuschalten, was bei solchen Events alles andere als leicht ist. Da schallte durch den riesigen Komplex eine Durchsage: „Die Starterin Birgit Bethmann melde sie sich bitte umgehend in der Zentrale. Starterin Birgit Bethmann bitte in die Zentrale“. Solche öffentlichen Nachrichten haben noch niemanden beruhigt und bedeuten in der Regel unangenehme Überraschungen und Stress. Vollkommen aufgeregt, bei der an Konzentration und professionelles „Abschalten“ nicht mehr zu denken war, stand sie in Windeseile vor der Tür der Veranstaltungsleitung und trat ein. Was sie dann zu hören bekam, möchte keiner von uns erleben. „Frau Bethmann, wir haben eben einen Anruf erhalten, ihr Haus brennt“.

Bei diesem Brand entstand ein Schaden in Höhe von 120.000,-€. Nach langer Suche wurde der Übeltäter auch gefunden. Es war ein Kabel in der Zwischendecke.

Frederik Chance

Diese „wundersamen Dinge“ passieren aber nicht nur bei der Arbeit mit unseren Tieren, sondern im ganzen Leben. Wie sollt man sonst einen Vorfall aus dem Jahre 1974 in Worcester bezeichnen, bei dem sich etwas ereignete, was mit normaler Logik nicht mehr zu erklären ist. Es war Ende Oktober 1974. Das Wetter war wie immer zu dieser Zeit ungemütlich und in den frühen Abendstunden hatten es zwei Männer ganz besonders eilig. Der eine wollte seine Frau abholen und war bereits viel zu spät und der andere kam von der Arbeit und wollte so schnell wie möglich nach Hause. Beide waren mit ihren Gedanken ganz wo anders. Die zwei Fahrer kannten sich nicht, doch in 5 Minuten sollten sie sich gegenüberstehen und mit großen Augen anschauen.

Die beiden Herren waren im Süden von Worcester unterwegs und in den Straßen war wenig Verkehr. Nur der leichte Regen forderte das Glück der viel zu schnellen Autos heraus.  Nicht nur Pfützen und Matsch waren Schicksalsboten, sondern auch der gelegentliche Rollsplitt. An einer Straßengabelung rasten die zwei „Fremden“ unaufhaltsam aufeinander zu und in wenigen Sekunden kreuzten sich ihre Schicksale. Zwei Leben werden aufeinander treffen, die danach für immer verbunden sein werden. Quietschen, krachen und metallische Geräusche, dann ist es still. Aus einem der Wagen hört man lautes fluchen, in dem anderen ist es still  – doch dann öffnen sich beide Autotüren und zwei Herren schleppen sich auf die Straße. Als sie sich gegenüberstehen, verfallen sich schlagartig in eine Schock Starre, denn sie sahen sich so ähnlich, wie ein „Ei“ dem anderen. Nachdem sie sich wieder gesammelt hatten, holten sie ihre Papiere heraus und staunten noch mehr, denn sie hießen beide Frederik Chance. Sie waren früh getrennte eineiige Zwillinge. Dieser Unfall wurde am 26. Oktober 1974 von der Polizei in Worcester aufgenommen.

Solche oder andere „wundersamen Überraschungen“ stehen bei jedem von uns einmal vor der Tür und wirbeln alle sorgfältigen Planungen komplett durcheinander.

Sei stets bereit für das Unerwartete,
denn jeder Tag ist eine Wundertüte.

 

 

 

 

Hütetraining bei Hans-Jürgen Werbke

Es ist Sonntagmorgen 5.45 Uhr, eigentlich die richtige Zeit, sich nochmal auf die andere Seite zu drehen, aber da schreit mich plötzlich der Wecker an „Los, aufstehen“. Verdammt, ist die Nacht denn schon vorbei? Nach einem kurzen Moment zünden auch meine „grauen Zellen“: „Ach ja, heute geht es zu Hans Jürgen Werbke“. Mein jüngster Neuzugang May, ist aus seiner Zucht und diese schwarz-weiße kleine Rakete bereichert mein Leben sehr. Sie soll Abby unterstützen, aber später mit mir auch auf Trials gehen. Na ja, lassen wir uns überraschen, denn jeder neuer Tag ist bekanntlich eine Wundertüte.

Wieder zurück zu meinem Wecker. Irgendwie wird er nicht mehr mein liebster Gegenstand, denn er  ist immer so rücksichtslos zu mir. Nachdem seine Stimme verstummt ist, wobei ich etwas „nachgeholfen“ habe, springe ich voller Tatendrang aus dem Bett und kümmere mich um meinen „Lebensretter“, eine Tasse Kaffee. Ich schalte das Radio an und „suche“ mir was zu essen. Glück gehabt, „Futter“ ist vorrätig. Die Hunde habe meine Aktivitäten kurz zur Kenntnis genommen, sich aber wieder hingelegt, denn 5.45 Uhr ist normaler Weise nicht unsere Zeit. Kaffee, wach werden und ab unter die Dusche. Nun melden sich meine Plagegeister auch wieder (keine Flöhe) und lasse sie hinter das Haus. In unserem kleinen Örtchen, muss ich der einzige sein, der zu so einer „unchristlichen“ Zeit seine Hunde pinkeln lässt. Alles erledigt, nun aber auf nach Schleswig Holstein.

Der Empfang war herzlich und zur Begrüßung gab’s erst mal einen Kaffee. Kurze Besprechung, wie der aktuelle Stand seiner/meiner jungen Hündin May ist, wie sie sich bei mir entwickelt hat und was ich bisher gemacht habe. Genau so muss ein Trainingstag beginnen: Ruhig, entspannt, freundschaftlich und nach Vorbereitungen mit einem Plan.

Hans-Jürgen Werke Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt /So sehen die Schränke von Siegern aus.

Hans-Jürgen Werke Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt /So sehen die Schränke von Siegern aus.

Es macht einfach Freude, Hans-Jürgen bei der „Arbeit“ zuzusehen. Immer mit Ruhe und viel Geduld, von der ich mir noch einiges „besorgen“ muss.

„Eigentlich“ gibt er ja kein Training mehr, da aber May aus seinem letzten Wurf stammt und er ein großes Interesse daran hat, was aus den kleinen Raketen wird, treffen wir uns von nun an regelmäßig. Klar liebe ich alle meine Tiere, aber May zeigt deutlich mehr Talent als meine Abby. Ich möchte mit Hilfe von Hans-Jürgen Werbke so wenig Fehler wie möglich machen  – bin mir aber ziemlich sicher, dass ich auch diesmal wieder „grobe Schnitzer“ produzieren werde.  Selbstkritik bringt uns immer nach vorn, denn bekanntlich liegt das größte Hindernis nicht bei den Vierbeinern, sondern bei uns Zweibeinern.

Balancearbeit hatte ich bereits als Hausaufgabe, doch nun wollten wir mit May anfangen, etwas konkreter zu arbeiten – natürlich ohne Druck und mit viel Zeit. May bot uns viele Lösungen an, die ich nicht immer auf Anhieb erkennen konnte, doch Hans-Jürgen erklärte sie mir sofort. May macht mir wirklich viel Freude und Hans-Jürgen ist mit seinem vierbeinigen Zauberlehrling offensichtlich auch zufrieden. Da wäre nur noch ein klitzekleines Problem, ich muss sie auch gut anleiten und ausbilden.

Outrun, rechts, links, wegtreiben, dass waren die Hauptthemen. Hans-Jürgen und ich probierten, wie May auf verschiedene Situationen reagiert und er gab mir einige ganz spezielle Übungen als Hausaufgabe mit auf den Weg, die ich mit May erarbeiten soll. Bei erfahrenen Trainern sieht immer alles so ruhig, gelassen und selbstverständlich aus, aber gerade das macht sie wohl aus, unsere Besten. Klar gibt es auch einige „Border-Collie-Künstler“, die sehr „lautstark“ agieren und über das Trialfeld brüllen, als wären alle Hunde auf dieser Welt extrem schwerhörig  – doch es geht eben auch anders.

Auf der Trainings-Weide Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt /Hier Hans-Jürgen mit May

Auf der Trainings-Weide Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt /Hier Hans-Jürgen mit May

Zwischendurch kam ein kurzer Besuch aus Meggerdorf. Der Landwirt hatte einen jungen Hund an der Leine und wollte um Rat fragen. „Dann lass ihn doch mal laufen, denn ich möchte sehen, wie ihr zusammen arbeitet. Mach alles wie immer“. Gesagt – getan. Der Hund lief, brachte die Schafe und sollte sich kurz vor uns ablegen. Wow, aber was passierte dann, das down Kommando donnerte wie ein Kanonengeschütz, doch der Hund war höchsten 10m von uns entfernt. Das Ergebnis: Der Hund hörte nicht, erst nach einigen lautstarken Wiederholungen.

„Alles anhalten, so können wir nicht arbeiten“.

Jetzt habe ich die erste Aufgabe für dich, rede leise und nett mit deinem Hund.
„Bisher kannte ich das gar nicht anders“, war seine Antwort.

In Meggerdorf mag das ja so üblich sein, dass alle Nachbarn im Umkreis von 300m immer genau wissen, was trainiert wird, aber ganz sicher nicht hier. Dann nahm Hans-Jürgen den Hund, ging auf die Schafe zu, postierte ihn und fing an, leise mit ihm zu reden. Anschließend schickte er ihn auf den Outrun und als die Damen wieder kurz vor ihm waren, ging er im richtigen Moment einen Schritt auf dem Hund zu und gab ein leises down Kommando. Wunder, oh Wunder, völlig stressfrei legte sich der Hund hin. Das war gut, dachte ich und der Hundebesitzer stand sprachlos da. Ehe ich dir zu irgendwelchen anderen Problemen Ratschläge gebe, trainierst du erst mal (mindesten einen Monat) den ruhigen Umgang mit deinem Hund  – dann sehen wir weiter. „Ich gebe ja kein Training, aber für die Nachbarschaft habe ich gern hilfreiche Ratschläge“. Der Besuch war schnell vorbei, doch für die zwei sicher sehr hilfreich.

So Peter und wir besprechen jetzt, was wir heute alles gemacht haben.

Abschlussbesprechung Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Abschlussbesprechung Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Es war bereits Nachmittag und ein Kaffee wäre jetzt auch super. Ab in die Küche, Kaffeeautomat in Gang gesetzt und die Frage: Was haben wir heute alles ausprobiert und gesehen? Einiges ausprobiert und mein kleiner Zauberlehrling hat uns viel gezeigt. Genau das sollte unser Ansatz werden, denn der erfahrene Blick auf May ist von Hans-Jürgen Werbke natürlich ein ganz anderer als von mir. Wir besprachen einige Übungen und wie ich mich zu verhalten habe. Auweia, bei dieser Arbeit geht es  nicht nur um meinen Hund, sondern auch um mich. Ich muss mir einige „Unarten“ abgewöhnen und klarer kommunizieren. Hört sich verdammt schlau und logisch an, aber …es gibt immer ein „aber“, das ist alles andere als eine „lockere“ Übung.

Da waren sie also, meine Hausaufgaben für die nächsten 6 Wochen.

 

Hütewettbewerb in Kulmbach – südwärts

Was? Wo willst du hin? Kulmbach? Du bist ganz schön „verrückt“, das sind doch bestimmt 400 Km. Na- ja, was sollte ich dazu sagen, die Trial-Gemeinde in unserem „Ländle“ ist sehr überschaubar und im Süden habe ich noch nie am Startpfosten gestanden. Falls also nichts mit meinen Tieren anliegt und sich der Autobahn-Krieg in Grenzen hält – so war der Plan – sollte es südwärts gehen. Kurz vor der Abreise habe ich nochmal meinen Beraterstab zusammengeholt und das waren: Der Autobahndirektor, der Wetter Gott, der Motivationstrainer und der Kassenwart. Was waren ihre Aussagen? Auf der Autobahn findet eine Völkerwanderung statt, das Wetter ist wechselhaft, gute Motivation – sofort losfahren und der Kassenwart: Die Reise ist gestrichen. Das war alles nicht wirklich hilfreich, aber zumindest einen Überblick zum aktuellen Stand. Den Miesmacher Kassenwart ignoriere ich ganz einfach, verbünde mich mit dem Motivationstrainer und packe meine Sachen. Die A7 ist in der Regel so gefährlich, wie ein Minenfeld, doch an diesem Freitagnachmittag hatten sich alle 80 Millionen Bundesbürger am Autobahnkreuz Kassel verabredet. Ich war einer davon und das Ganze glich tatsächlich einer Völkerwanderung  – wenn ich es recht überlege, eher den „Kreuzzügen“, wegen der Aggressionen und so…  Es ging aber besser als gedacht und ich konnte „unbeschadet“ zum angekündigten Vorabendessen erscheinen. Die Wirtschaft war schnell gefunden, denn es gab in diesem Örtchen nur eine. Das allererste was ich gelernt habe, „wir sind nicht in Bayern, sondern in Oberfranken“. Wichtig!  Als ich in die Runde fragte, was man hier so trinkt, erhielt ich von Claudia Gebelein (ganz liebe Grüße) die Antwort: „Radler mit Eigen-Urin“. Ok dachte ich, die „Oberfranken“ sind witzig, deftig und gerade heraus  – das passt.

Blick aus meinem Fenster Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Blick aus meinem Fenster Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

So, der erste Tag ist vorbei. Nette Veranstalter, familiäre Atmosphäre, steiles aber tolles Feld, eine faire Richterin Jeanny und super Schafe. Ich aber, habe eine Lehrstunde zum Thema Hundeausbildung, Geduld, Selbstbeherrschung und Durchhaltevermögen erhalten. Meine Abby war außer Kontrolle und ich danach zum ersten Mal deprimiert. Klar weiß ich, dass dies falsch ist und so gar nichts bringt, aber hallo, man ist auch nur ein Mensch. Nachdem am Nachmittag netter Weise alle noch einen Trainingslauf erhielten und wir (Abby und ich) auch diesen Durchgang wieder „versemmelt“ hatten, war es mit meiner guten Laune endgültig vorbei. „Verdammt“ dachte ich „was läuft denn da ab?“ Das können wir doch viel besser. Ich gebe es zu, mein Zustand bewegte sich nun zwischen Enttäuschung und Ärger  …auch wieder falsch. Was waren aber an diesem Tag die Fehler? Ich habe falsch reagiert und konnte Abby nicht die nötige Ruhe geben. „Eigentlich“ wollte ich nach weiteren vernünftigen Läufen mit ihr in die Klasse 2 wechseln, aber nach diesem Desaster, ist das erst mal „gestorben“.

ABCD Trial Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

ABCD Trial Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

An alle da draußen, die das Gefühl haben, mit ihren Hunden bei der Ausbildung auf der Stelle zu stehen: „Ihr seid nicht allein“. Was ist aber das „Geheimnis“? Sich Unterstützung holen und weitermachen. Wow, das ist ja gar nicht so schwer, sondern fordert „nur“ unser Durchhaltevermögen. Braust man dann schon mal 400 Km südwärts zu einem Trial und fährt alles vor die Wand, so jubelt man natürlich nicht wie nach einem Lottogewinn, aber auch das ist eine wichtige Erfahrung. Hört sich ziemlich schlau an, aber in Kulmbach habe ich genau zu diesem Thema eine Bruchlandung hingelegt. Warum? Nicht weil wir am Samstag keinen guten Job abgeliefert hatten, nein, sondern weil ich hinterher enttäuscht gewesen bin.

Das war der tatsächliche Fehler  – mein Fehler.

Trial in Kulmbach Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Trial in Kulmbach Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sonntag: Neuer Tag, neues Glück. Noch im Frühstücksraum der Pension Grampp in Kulmbach, die im Übrigen fantastisch ist, habe ich das Trialfeld vor Augen und überlegt, was ich beim Handling ändern könnte. Vielleicht sollten Abby und ich auch mal ein ernstes Wort miteinander sprechen, wobei ich ihr erkläre, dass diese 5 Damen vorsichtiger zu bewegen sind. Wie schon gesagt: Neuer Tag, neues Glück.
Dieser Sonntag brachte uns zwar den 3. Platz, war aber alles andere als eine Sternstunde deutscher Trial Geschichte. Sehen wir es positiv, dieses Wochenende hat lehrreiche Spuren hinterlassen und das ist ja auch schon mal was. Zwei der ganz wichtigen Aufgaben, die ich mit nach Hause nehmen konnte waren: An mir zu arbeiten um stets neutral zu bleiben und die Kommandos konsequenter durchsetzen.  …das nennt man wohl Hausaufgaben.

Luxus Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Luxus Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Schön war`s, mit einem Hauch von Luxus, den direkt an der Weide einen Kaffeeautomaten zu haben, der alle Wünsche erfüllt, ist schon was Besonderes. WOW sage ich da nur, aber das bekommt man wahrscheinlich, wenn man südwärts fährt.

Hütewettbewerb Schnuckenderby oder Versteckte Kamera

Ich habe es immer gewusst, meine „Schaffreundin“ Ulrike Galler hat anscheinend einen geheimen Vertrag mit RTL und ihr Mann, Dr. Galler, fährt Montagmorgen nicht in seine Firma, sondern zu einem Fernsehsender. Ich gehe fast jede Wette ein, dass es sich beim Schnuckendarby um eine Neuauflage der Sendung  „Versteckte Kamera“ handelt.

Für alle Nichteingeweihten, das Schnuckenderby ist in Nord-Deutschland eines der beliebtesten Hütewettbewerbe für Border Collies und Ulrike ist die Veranstalterin. Was hat aber nun die Neuauflage der „Versteckten Kamera“ mit diesem Wettkampf zu tun? Berechtigte Frage!
…dann solltet ihr mal miterleben, was sich am Anmeldetag abspielt, um einen der begehrten Startplätze zu „erkämpfen“. Anja legt bei der Arbeit eine Sonderpause ein, um sich per Firmen-PC anzumelden, Stefan nimmt sein Laptop mit auf eine Familienfeier und erklärt, dass er 21,45 Uhr sich erstmal um einen Startplatz kümmern muss. Kann das nicht noch warten? war die Reaktion. „Warten? Beim „Schnuckenderby“? In einigen Minuten ist alles gelaufen“ war Stefan`s Antwort.
Hunderte sitzen in Old Germany zur Anmeldezeit  vor ihren Bildschirmen und das ist der erste Wettkampf bei diesem Trial.

Ulrike Galler @ Hardi Schaarschmidt

Ulrike Galler @ Hardi Schaarschmidt

Wer ist „schuld“? Natürlich Ulrike. Meine Vermutung ist: dieser Anmelde-Wettkampf ist immer spannender geworden, so dass manche Szenen zu Hause filmreif sind. Da manche Fernsehsender so ziemlich alles auf die Bildschirme bringen, könnten die „millionenfachen“ Anmeldedramen ein lohnendes Sendeprofil sein, denn nicht nur Anja und Stefan wollen bei diesem Derby starten, sondern auch viele andere

…und natürlich auch ich.

Schnuckenderby – Anmeldung /Donnerstag 22.00 Uhr @ Hardi Schaarschmidt

Schnuckenderby – Anmeldung /Donnerstag 22.00 Uhr @ Hardi Schaarschmidt

Was stellt man nicht alles an, um auf diesem Trial am Startpfosten zu stehen. Ich zum Beispiel, habe mich gemeinsam mit Jasi am Anmeldetag 21.30 Uhr startbereit gemacht. Der Wettstreit beginnt ja beim Schnuckenderby nicht auf dem Trialfeld, sondern bekanntlich am Anmeldetag. Hast du hier eine schlechte „Platzierung“, sieht der Rest auch nicht rosig aus. Was benötigt man für diese erste „Leistungsprüfung“?

–              Weingläser
–              Rotwein
–              2 Laptops
–              Zuversicht
–              und eine große Portion Glück

Nach diesen „gewissenhaften“ Vorbereitungen gingen wir ans Werk. Der Plan war: Jasi kümmert sich um die Anmeldung am Samstag und ich um Sonntag. Ab 22.00 Uhr war die Anmeldung freigegeben und genau in diesen Minuten, im ganzen Land, saßen Hunderte von Startern voller Spannung vor ihren Monitoren. „WOW ist das aufregend“, sagt Jasi, „sowas habe ich auch noch nicht erlebt“.

…3-2-1 meins

Startplatz @ Hardi Schaarschmidt

Startplatz @ Hardi Schaarschmidt

Jubel, Korken knallen, anstoßen, wir haben es tatsächlich geschafft. Startplätze für Samstag und Sonntag. Zwei Tage später habe ich mich mit Stefan (der sich beim Anmeldewettkampf ebenfalls gut platzieren konnte) unterhalten. Ich war der Meinung, dass Schnuckenderby sei nach ca. 10 Sekunden voll gewesen, aber Stefan hatte dies noch genauer beobachtet, und  kam auf 6 Sekunden. Nochmal in Worten: sechs Sekunden. Damit waren aber auch gleichzeitig ca. 100 Warteplätze gemeint. Was meine Vermutung zur Sendung „Versteckte Kamera“ angeht, so durchsuche doch jeder einmal sein Büro, ob er nicht vielleicht eine Cam mit dem Logo eines Fernsehsenders findet.

Wenn diese Startplätze immer begehrter werden und irgendwann in Demos, Kundgebungen oder gar Aufständen enden, kommt vielleicht der eine oder andere auf den Gedanken: ich versteigere meinen Startplatz bei eBay  – für sehr viel Geld. Ich dachte da so an 10.000,- und würde dann eventuell meinen Startplatz gegen einen gebrauchten Geländewagen umtauschen. Ein fairer Tausch.

Wer ist „schuld“?, natürlich die Veranstalterin Ulrike Galler.
Was organisiert sie ach so ein tolles Event.

Nachtrag:
Für Außenstehende und Nicht – Border Collie Besitzer hört sich das Anmelde Chaos ziemlich wirr an, aber sprecht einmal selbst mit Wettkampfteilnehmern  …oder einem, der es versucht hat.