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Die Besten der Besten – Border Collies – Deutsche Meisterschaft 2018

Es ist Dienstagnachmittag, der Wettergott ist mir freundlich gestimmt. Nur der Diesel in meinem Auto bereitet mir Kopfschmerzen. Irgendjemand scheint ihn regelmäßig abzulassen, denn mein Tank ist ständig leer. Ich fahre gerade alle meine Schafe auf den Weiden ab, stelle zusätzlich Heuballen und Wasser zu den Damen, damit alle gut versorgt sind. Morgen Früh fahre ich zur Deutschen Meisterschaft der Border Collies, nicht als Zuschauer, nein- sondern als Organisator der Veranstaltung. In einem kleinen Anflug von Überheblichkeit dachte ich: Das machst du doch mit links. Die Ereignisse haben mich später eines Besseren belehrt.

Mittwochmorgen  4:15 Uhr- der Wecker schreit mich erbarmungslos an und dabei wird dieser freche Kerl auch noch immer lauter. Ich kündige ihm die Freundschaft und drücke auf aus. Meine Jasi neben mir steht nun auch auf. Ein früher, müder Start in den neuen Tag, aber heute geht es Richtung Thüringen, auf die fast unendlichen Flächen der Thüringeti. Kaffee, duschen, Koffer verstauen, Hunde einladen und los, so war der Plan. Doch wofür werde Pläne gemacht? Damit sie von Gevatter Zufall über den Haufen geworfen werden.  Aus irgendeiner Eingebung heraus, wollte ich noch in der Dunkelheit nach meiner Bock Gruppe sehen. Dort angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Die Böcke hatten alle Wasserkübel umgeworfen.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Also ein Zwischenstopp und die Aufgabe am frühen Morgen lautet: Wassereimer schleppen. Danach war mir nicht mehr kalt.

Nun kam der entspannende Teil der Anreise, vier Stunden Autobahn- nicht schön, aber ruhig. Bei langen Reisen auf diesen Beton Adern der Wirtschaft habe ich immer genügend Zeit, über alle mir wichtigen Themen nachzudenken, auch über das bevorstehende Treffen Der Besten. Manche sagen auch Deutsche Meisterschaft dazu. Nach viereinhalb Stunden fuhr ich auf den Hof der Thüringeti und mir blieb fast das Herz stehen. Pferde- auf der geplanten Wettkampffläche stehen Pferde.

Pferde? Warum stehen da Pferde?

Der Farmbesitzer relaxt ganz entspannt vor seinem Haus, trinkt genüsslich ein Mittagsbier und beobachtet meine Ankunft. Kein Hallo oder sonstige Begrüßung, sondern: Wir müssen als Erstes einen Plan machen. Hallo Heinz, war meine Begrüßung, auf der Trial Fläche stehen Pferde!? Für euch hat sich doch nichts geändert, war seine Antwort. Aber dieses Mal geht es um die Deutsche Meisterschaft und dafür brauchen unsere Teams viel mehr Platz, als bei unserem letzten Trial. Wir sind doch alles abgegangen und haben den Ablauf besprochen?!

Setz dich und trinke erst mal einen Kaffee, meint Heinz. Bevor ich hier einen ganzen Haufen unzufriedener Border Collie Leute habe, schauen wir uns dann endlich doch noch ein Paar andere Flächen an. Also ab in die unendlichen Weiten der Thüringeti. Eigentlich habe ich es immer für ein Gerücht gehalten, dass es in Thüringen eine Mega Farm gibt, zumindest für deutsche Verhältnisse, mit 700 Pferden, 600 Rindern und zahlreichem anderen Getier. Alle vergnügen sich ganzjährig im Freien- irgendwie ein Stück Wunderwelt oder gar Paradies. Weiß das der Papst?

Schnell in die edle Stahl Karosse eingestiegen und die 200 Pferdestärken in Bewegung gesetzt. Das Land ist weit und unsere Wege lang. So brausen wir von einem Highland  zu Highland, von einer grandiosen Fläche zur anderen. Dann aber kamen wir an eine leichte Anhöhe und der Anblick war weitaus mehr als nur toll! Er war überwältigend! Mitten in Thüringen stand ich vor den sanften Hügeln in Wales. Unfassbar! Eine Wettkampffläche bei der man sich nicht nur über Größe und Weite freut, sondern sich am Startpfosten auch noch vom Anblick des Paradieses tragen lassen kann.

Mit anderen Worten: That`s it.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

That`s it

Noch während ich mit meinen Glückshormonen kämpfe, kommen ganz nüchterne Themen auf den Tisch: Sortieranlage, Startpfosten, Ruhepferch, wo soll der Richterwagen hin und tausend andere Dinge. Ich muss aufpassen, dass ich einen klaren Kopf behalte, denn neben den vielen Gedanken, die gerade auf mich einströmen, bin ich noch immer von dem grandiosen Ausblick überwältigt. Ein Gedankenfunke bringt mich aber schlagartig wieder zurück auf den harten Boden der Realität. Schafe! Für die bevorstehende Deutsche Meisterschaft stehen von einer benachbarten Schäferei 300 Merino Land Schafe bereit und diese prächtigen Tiere sind alles andere als kooperativ oder leicht von den Border Collies zu bewegen.

Aber hey, das ist die Deutsche Meisterschaft und keiner hat versprochen, dass dieser Titel einfach zu bekommen ist. Schließlich treten die Besten der Besten an, unsere hoffnungsvollsten Teams, die sich mit Fleiß, Ausdauer und vielen Starts bis zu diesem Punkt vorgekämpft haben. Auch wenn man sich zum Anschieben dieser bewollten Zwerg-Elefanten sorry Merino Schafe zwei Rottweiler wünschen würde, so ist es doch ein realistischer Ausschnitt aus der täglichen Arbeit.

Da bekommt der Begriff Elefanten-Rennen doch gleich eine ganz andere Bedeutung.

Die fleißigen Mitarbeiter der Thüringeti Farm sind ein Segen, denn wo hat man sonst schon so professionelle Helfer, die mit allen schweren Gerätschaften ausgestattet sind? Der Wunschzettel für diesen Moment: Wir brauchen zwei Wasserwagen, Richterwagen, Stromgerät mit großem Erdspieß, unsere Netze (angeblich Wolf sicher) und bitte die neu gekaufte Sortieranlage auf die ausgesuchte Traumfläche. Prompt setzte sich ALLES in Bewegung. Die Helfer-Profis der Farm schnappten sich ihre Gerätschaften und karrten alles heran was der Wunschzettel verkündete und wir machten uns mit den 300 korpulenten Damen auf den Weg, trieben sie auf die Wettkampffläche.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

300 Schafe Richtung Wettkampffläche  (Man beachte am Ende der Herde die Größenverhältnisse Schaf / Hund)

Noch während wir im Schweiße unseres Angesichts das Puzzle der Sortieranlage zu lösen versuchten, sahen wir am anderen Ende der Fläche, in ca. 1.000 Meter Entfernung, die ersten neugierigen Starter aufs Feld fahren. Was macht man als erstes, wenn man zur Deutschen Meisterschaft fährt? Nein nicht ins Hotel oder erst mal einen Kaffee trinken, sondern sofort und ohne Umweg auf die Kampf-Fläche, klein Wales fahren. Die Begeisterung war bei allen riesengroß, bis sie die Herausforderung erkannten, Elefanten schieben.

Von nun an  fielen nach und nach die Starter mit Hunderten von Border Collies in Thüringen ein.

Kurz für Nichteingeweihte und Trial-Muffel, schwer-gängige Schafe zu bewegen ist eine ganz besondere Herausforderung. Denn in der Regel werden die sogenannten Trial-Hunde /Wettkampf-Hunde so trainiert, dass sie die Kommandos ihrer Ausbilder auch in großen Entfernungen exakt umsetzen, aber eigenverantwortliches Handeln meist vernachlässigt wird oder teilweise sogar unerwünscht ist. Dann kann es also vorkommen, dass unser vierbeiniger Kollege in 600 Meter Entfernung auf bewollte Zwerg-Elefanten trifft, die den sonst sehr gerühmten Border Collie Blick ignorieren und ihnen auf der Stirn geschrieben steht:

Was willst du Hündchen von mir? Komm doch her, wenn du dich traust.

Was macht dann unser vierbeiniger Kollege? Er weiß nicht so recht weiter und ist in einer solchen Situation alles andere als selbstbewusst. Haben wir keinen selbstständig agierende, mitdenkende Hund gefördert, endet ein Lauf meist im Fiasko, denn der vierbeinige Kollege steht dann vor einer für ihn unlösbaren Aufgabe. Zudem ist  der Hundeführer meist enttäuscht, obwohl er es hätte besser wissen müssen. Einer unserer erfolgreichsten Wettkämpfer, ein Polizist aus Schleswig Holstein, sagte einmal die unglücklichen Worte: Man kann sie wie Joysticks steuern und bewegen.

Brrr…  gruseliger Satz.

Wir bauen noch immer die Sortieranlage auf und die Anreisewelle mit kurzer Besichtigung der Kampfarena läuft ebenfalls. Sie bereiten sich bereits seelisch auf ihre Aufgabe vor, die alles andere als einfach werden wird. Natürlich ist uns bewusst, dass der eine oder andere am Abend den Kopf mehr als nur nachdenklich auf sein Kopfkissen legt, aber hey, es sind die Besten der Besten die wir in Deutschland haben. Sorry, dass ich euch nicht einfache Woll-Mädels, leichte Aufgaben und viele Punkte garantieren kann  -aber einfach wollte ich es ja auch nicht..

Eines muss ich aber an dieser Stelle vorwegnehmen, bei einigen Kämpfern war ich schwer beeindruckt, wie sie als Team zusammen arbeiten und hart um ihre beste Leistung ringen.

Ich habe Respekt und das ist nicht nur eine Floskel,
sondern wirklich größte Hochachtung.

Deutsche Meister Schaft 2018, Tag eins und der erste Start ist schon früh angesetzt. So früh, dass wir den Hotel Chef bitten mussten, um 5:00 Uhr extra für uns Kaffee zu kochen. Er präsentierte uns aber nicht nur den Wachmacher, sondern auch ein ausgiebiges Frühstück. Das war die Rettung! Denn die Nacht war kurz, die Augen noch klein, die Bewegungen langsam, aber nach der zweiten Tasse Kaffee kam auch zu dieser frühen Morgenstunde gute Stimmung auf. Unser Hotel war von Border Collie Menschen belagert, einige nahmen ihre vierbeinigen Kollegen sogar mit aufs Zimmer. Doch nun hieß es:  Wettkampfmodus, dass wird nicht leicht.

Mit am Tisch saß der Richter, ein hochgewachsener blonder Mann, um die 60 Jahre, still, bescheiden aber vollgepackt mit Border Collie Wissen. Arthur Roberts  kommt aus dem Mutterland unserer vierbeinigen Raketen, aus England oder genauer gesagt aus Wales. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass es die Engländer /sorry Waliser- mit der Sprache genau wie die Franzosen halten, ein tolles, stolzes Volk, sprechen aber egal wo sie sind, ausschließlich ihre eigenen Sprachen.
Hätte ich doch in der Schule im Englisch Unterricht besser aufgepasst…  Vor der Hoteltür schlug mir die erste Überraschung des Tages entgegen, Nebel. Auf dem Wettkampffeld begann die Morgendämmerung, alle waren anwesend, nur den Nebel hatte wohl Arthur Roberts versehentlich aus Wales mitgebracht, so dass wir keine 50 Meter sehen konnten. Was macht man aber auf der Deutsche Meisterschaft bei Nebel? Nichts! Warten auf bessere Zeiten. Der Richter fühlt sich bei diesen Verhältnissen sofort heimisch und war entspannt, die Starter nicht.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Nebel des Grauens

Nach drei Stunden Ewigkeit, lichten sich die britischen Verhältnisse. Die Sonne hat endlich den Kampf gegen den Nebel des Grauens gewonnen. Schlagartig steigt die Spannung, alle nehmen ihre Plätze ein, die Schafgruppe steht bereit und das erste Team meldet sich beim Richter. Der Wettstreit um das beste Team Deutschlands kann beginnen.

Nun könnte ich alle 59 Starter beschreiben, was ich natürlich nicht mache, nur so viel: Es gab Überraschungen, grandiose Leistungen, Enttäuschungen und bei einem, meine ich fast Tränen gesehen zu haben. Elefanten-Schieben– kein leichter Job.

Nach einem aufreibenden ersten Tag, nun die Belohnung für Zweibeiner, Thüringer Rostbratwurst, Bier und Spaß. Was man in einer geselligen Runde doch so alles erfährt. Einige der Teams kamen direkt von der Europameisterschaft und die Gerüchteküche ist die einzige, die den ganzen Tag geöffnet hat. Bei aller Anstrengung und Kampfgeist, soll es auf einer Party zu ungeahnten Überraschungen gekommen sein. Eine Starterin, aus einem der internationalen Teams hat die Gastfreundschaft ganz besonders in Anspruch genommen und nicht nur neue Freundschaften geschlossen, sondern auch mit dem einheimischen Alkohol Bekanntschaft gemacht. Schlaf im Wechsel mit ausgeflippten Tanzeinlagen im Gastraum war die erste Phase, mit kurzem Zusammenbruch und unerklärlichem Verschwinden startete die zweite Phase. Daraufhin folgte die dritte Phase, die Teamkollegen aus ihrer Landesdelegation machten sich auf die Suche, aber wo? Zunächst in anderen Kneipen, danach mit panischem Gesichtsausdruck in Krankenhäusern und Notaufnahmen. Phase vier: Es half nichts, das Verschwinden konnte nicht-mehr geheim gehalten werden, sie mussten zur Polizei. Die Beamten sahen es aber mit großer Gelassenheit, denn das Aufstöbern von voll-trunkenen Partyschrecks war am Wochenende eine ihrer Hauptaufgaben.

Gehen Sie zurück ins Hotel, wir kümmern uns darum, war die Antwort.

So kam es dann auch. Die kurz vor der Bewusstlosigkeit betrunkene Starterin, landete auf wundersamen Wegen wie von selbst bei der Polizei und wurde nach ärztlicher Untersuchung wieder zu ihrem Team zurückgebracht. Solche Abwege haben wir auf der Deutschen Meisterschaft noch nicht erlebt, aber wer weiß schon, was da noch alles kommen mag?!

Tag zwei der Deutschen Meisterschaft 2018. Traumhaftes Wetter, die Kampfarena ist wieder eröffnet. Ralph Aßmann eröffnet den Tag mit seinem Hund Spot. Irgendwie läuft an diesem Tag alles besser, vermutlich haben sich die Starter nun auf die bewollten Elefanten eingestellt. Die Arbeit in der Sortieranlage war dank der umsichtigen und einsatzfreudigen Helfer nahezu perfekt und mit einer maximalen Motivation gesegnet.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Neben der Arbeit in der Sortieranlage, übte sich das Team in Schatten-Kunst

Trotz der eigenwilligen 100 Kilo Damen fiel kein lautes Wort und die Hunde kamen innerhalb der Anlage natürlich auch nicht zum Einsatz. Mit Ruhe und Umsicht wurden die Elefanten Babys sortiert und zusammengestellt. War am Schaf-Stellpfosten, bei der Annahme aber ein Hund zu schwach oder konnte in diesem Moment nicht genügend Präsens zeigen, hoben die Damen ab-und-zu den bösen Mittelfinger und bewegten sich wieder Richtung Sortieranlage, zu ihren Freundinnen. An diesem Tag habe ich mit meiner Abby dem Schafsteller eine Zeit lang die Schafe nachgetrieben und abgesichert, so dass ich beim Lift /der Annahme in der ersten Reihe sitzen konnte. Was man am Startpfosten in 600 Meter nur erahnen konnte, spielte sich direkt vor meinen Füßen ab
und es war spannend.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Meine Abby war zu diesem Zeitpunkt die zweite Sicherheit für den Schafsteller

So verging wieder Stunde um Stunde. Begeisterung und Beifall lösten Niederlagen und Endtäuschungen ab, aber so ist das nun mal. Bei der Deutschen Meisterschaft bekommt keiner was geschenkt und wo es Gewinner gibt, leiden auch Verlierer.

Lassen wir aber mal die Kirche im Dorf,
es ist Klagen auf hohem Niveau.

Natürlich wollen ALLE in das Finale, obwohl der eine oder andere kurioser Weise genau ahnt, dass sie als Team bei der Aufgabe Look back (schau zurück und hole die zweite Schafgruppe) scheitern werden. Egal, Finale ist Finale, denn allein schon die Teilnahme ist grandios. Nur bei einem Team war ich überrascht dass sie es wegen eines Patzers nicht bis in das Finale geschafft haben, Viola Hebeler mit Gismo. Für mich zählt dieses Team mit zu den Besten der Besten und nach Gismos Verletzung konnten sie sich tatsächlich wieder bis an die Spitze kämpfen. Nur heute nicht.

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Dr. Viola Hebeler und Gismo

Alle Teams haben zwei Tage gekämpft, gebangt, gejubelt und über die schweren Aufgaben gezetert, aber am Ende der zwei Qualifikationstage kann es nur 12 geben, eben die Besten der Besten.

Das sind sie 2018:

Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Original Starterliste /Deutsche Meisterschaft 2018 Finale

Wir haben das Rad in diesen Tagen nicht neu erfunden, aber Beachtliches war schon dabei. Ich konnte auch, als es in Richtung erster Final-Starter ging, eine ganz besondere Stimmung spüren…
So richtig erklären kann ich es nicht, aber da war ETWAS. Natürlich gaben sich alle gelassen, aber ich konnte auch den Satz hören: Das ist ja nicht irgendein Trial, das ist die Deutsche Meisterschaft.

Ich für meinen Teil- habe die Vorbereitungen für den ersten Finale Starter von der Sortieranlage aus beobachtet. Der Lift war bei diesem Wettkampf, oder besser gesagt bei diesen Woll-Elefanten ganz entscheidend und aus dieser Position war jede Regung des Hundes zu beobachten, die noch nicht einmal der Starter vom Startpfosten aus sehen konnte. Das erste Team hieß Hendrik Kinker mit Hund Win. Grandioser Lauf unter erschwerten Bedingungen, das muss erst mal einer überbieten. So folgte nun Schlag auf Schlag. Alle gaben ihr Bestes. Einige hatten ganz einfach Pech und an diesem Tag leider nicht das Glück der Fleißigen und andere brachten uns zum Staunen. Das Problem Loock back, (Schau zurück und hole die anderen Schafe) muss an diesem Tag ein ansteckender Virus gewesen sein, denn viele waren davon befallen. Aber Finale ist Finale und keiner hat diesen Startplatz geschenkt bekommen.

Nur allein schon für die Teilnahme  – Herzlichen Glückwunsch!

Da am Finale Tag auch zahlreiche Besucher aus der Region angereist waren, um einmal die Besten der Besten aus der Nähe und in Aktion zu sehen, trat ich kurzer Hand nach dem letzten Team vor das Publikum, stellte mich als Mitorganisator vor und lud alle in 30 Minuten auf dem Hof Thüringeti zur Siegerehrung ein. Gerade als ich mich Richtung Hof in Bewegung setzen wollte, standen mir vier Schäfer gegenüber, die gerade angeregt diskutierten. Hallo, war meine Begrüßung, was sagt ihr dazu? Einer der vier Schäfer brachte tatsächlich Lob hervor und die anderen fanden kein so richtiges Gegenargument. Ich kenne diese vier Jungs, aber auch unsere Gespräche Monate vor dieser Veranstaltung. Das hörte sich in etwa so an: Niemals könnt ihr 5 Schafe aus der Herde abtrennen und mit einem Hund per Pfeifkommando bewegen. Sie brechen immer aus und laufen zur Herde zurück, schon gar nicht mit Border Collies. Meine Antwort: Ihr habt aber gesehen, dass es ging und was machen denn die Schotten? Ohne ihre Border Collies wäre die Schafhaltung in Schottland gar nicht möglich! Alle lachten verlegen. Vielleicht haben sie es ja noch nie ernsthaft mit gut ausgebildeten Border Collies probiert?

Nun aber schnell Richtung Hof. Die Siegerehrung für die Deutsche Meisterschaft 2018 steht an. Frauke, Bianca und ich bereiten schon mal die Medaillen und den Tisch für die Präsente vor, bis Eckhard Sievers eintrifft und noch Werbebotschaften seines Sponsors mit ins rechte Licht rücken möchte. Wir schieben also Tische und Bänke zusammen, so das Eckhard seine Banner und Futtersäcke für Fotos präsentieren kann- schon sind alle glücklich.

Die Urkunden sind geschrieben und Sieger 2018 stehen fest:

  1. Win mit Hendrik Kienker
  2. Cap mit Eckhard Sievers 
  3. Dan mit Anita Heserm
Die Besten der Besten - Border Collies - Deutsche Meisterschaft 2018

Cap mit Eckhard Sievers         Win mit Hendrik Kienker         Dan mit Anita Hermes

Die Medaillen sind verteilt, alle Kämpfe ausgefochten und die Besten der Besten 2018 gefunden. Win, Cap und Dan waren grandios, aber- alle, die sich drei Tage lang mit großen Herausforderungen herumgeschlagen haben, waren sehenswert!

Vielen Dank, dass wir euch beim Wettstreit beobachten durften.

 

Veranstalter:      ABCD e.V. /Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland
Organisator:       Bianca Jacobi und H.P.Schaarschmidt  von www.schaf-land.de

Die Hunde der Obdachlosen

Schon von weitem fallen sie auf, Obdachlose mit ihren vollgepackten Fahrrädern. Einige von Ihnen haben einen Hund dabei. Mit den Abenteurern der Landstraße möchten die Meisten nichts zu tun haben, aber die vierbeinigen Begleiter tun uns leid. Ihnen geht es ja sooo schlecht.

An der Supermarktkasse steht manchmal einer hinter uns. Verwegene Frisur, abgetragene Kleidung, umgeben von einem muffigen Geruch,… und wir? Wir halten dezent Abstand. Auch ich stehe gerade an der Kasse und der Mann hinter Mir, ist vermutlich ein Obdachloser. Nachdem ich diese dramatische Begegnung überstanden habe, begebe ich mich erst mal ins Bistro, denn so eine Konsumschlacht strengt ganz schön an. Während ich einen frisch gebrühten Kaffee genieße und mich über die reichlich belegten Brötchen hermache, kommt mir dieser Obdachlose wieder in den Sinn.

Was hat der eigentlich gekauft?  Bestimmt Schnaps.

Kaffee und Brötchen für nur 2,99 €, lecker. Ach was soll’s, ich nehme das Gleiche noch mal. Also bestelle ich bei der freundlichen aber unterbezahlten Bedienung noch einmal die gleiche Runde. Zur Unterhaltung, während der unendlichen 4 Minuten Wartezeit, greife ich mir eine Zeitung. Man, dass dauert heute wieder. Die paar Brötchen können doch nicht so schwierig sein und den Kaffee macht auch ein Automat. Irgendwie scheint sie ihren Job nicht so recht im Griff zu haben. Ok, sie ist allein am Stand… Die Dame muss Kaffee ausgeben, Brötchen belegen, Auslagen auffüllen, Salate anrichten, servieren, abrechnen und immer lächeln, natürlich auch Arbeitsfläche, Tresen und Tische sauber halten. Ganz schön viel, aber egal, ich möchte jetzt meinen zweiten Kaffee und die Brötchen.

So ein zweites Frühstück hat schon was Besonderes. Irgendwie ein Stück Luxus und die Zeit hält auch kurz an. Beim zweiten Teil meiner Pause, wird mir warm. Dieser Laden hat aber auch wirklich Garnichts im Griff- viel zu warm hier.

Irgendwann endet jede Auszeit. Ich ziehe meine dicke Jacke an, setze die Strickmütze auf und mache mich wieder auf den Weg in Richtung Ausgang, dass Tor zur frostigen Außenwelt. Heute Nacht waren es  -8° und im Moment sind es -2°C draußen. Ich schwitze noch immer. Im Bistro war es einfach zu warm. Während ich noch darüber nachdenke, ob ich meine Jacke offen lasse oder nicht, laufe ich die bunte Fassade entlang. Unweit des Eingangs, schauen mich plötzlich zwei Hundeaugen an. Auf einer dicken ISO- Matte und zusätzlich in eine Wolldecke eingepackt,  liegt ein Hund. Daneben sitzt der Obdachlose von eben. Seine Augenringe sind nicht zu übersehen und auch sonst ist er offensichtlich in einem schlechteren Zustand als sein vierbeiniger Freund. Der Hund hat einen neuen Kauknochen zwischen den Zähnen, denn die Verpackung liegt noch neben ihm. Der Obdachlose an der Kasse hinter mir, hatte kein Feuerwasser, sondern einen Zahnpflege- Knochen für seinen vierbeinigen Begleiter gekauft.

Überrascht und wieder in Gedanken versunken, gehe ich weiter zu meinem Auto. Das Bild von dem frierenden Mann und seinem warm eingepackten Hund geht mir nicht aus dem Kopf. Am Auto werde ich von meinen Hunden begrüßt, aber nun müssen wir zu den Schafen. Da wartet eine Menge Arbeit auf uns. Auf dem Weg zu meiner Heu fressenden Hundertschaft, sah ich noch immer die zwei Abenteurer in der Kälte sitzen. Was ist das bloß für ein Leben?! Für Abenteuer bin ich ja recht aufgeschlossen, aber das Leben auf der Straße ist doch wohl ein ganz anderes Universum. Im Sommer könnte man ja noch damit umgehen, aber im Winter ist Schluss mit lustig. Ich fahre rechts ran, warte auf eine Lücke, wende und bewege mich wieder Richtung Supermarkt

Die Hunde der Obdachlosen

Die Hunde der Obdachlosen

Hallo, darf ich Ihnen einen Kaffee ausgeben? – war meine Begrüßung. Klar, Kaffee ist super, kam als Antwort. Ich geh also los, kaufe Kaffee und für den Hund eine Packung Kauknochen. Bitteschön. Darf ich ihrem Hund einen Kauknochen geben? Danke, er hatte gerade einen, aber später gebe ich im den gern.

Schlafen sie jetzt auch draußen?

Die Antwort viel etwas länger aus. Ja klar, aber wenn es richtig kalt wird, versuche ich eine Unterkunft zu finden, in der ich auch mein Hund mit rein darf. Die meisten Unterkünfte dulden keine Tiere, aber ohne meinen Freund gehe ich nirgend wo hin. Wir zwei sind erst seit einem Jahr zusammen. Jack habe ich im Straßengraben gefunden. Er war schwach, unterernährt und wurde vermutlich von einem Auto angefahren. Hätte ich ihn nicht gefunden, wäre er garantiert gestorben. Also habe ich ihn in die nächste Stadt, bis nach Hamburg getragen und zu einem Tierarzt gebracht. Glücklicher Weise war nichts gebrochen, aber sein Allgemeinzustand war wirklich schlimm. Da ich aber die Folgebehandlungen nicht bezahlen konnte, hat mir der Tierarzt in Hamburg eine Adresse vermittelt, bei der die Hunde von Obdachlosen von einer Tierärztin kostenlos behandelt werden.

Kostenlose Hunde Behandlung? Freie Medikamente und eine Tierärztin die umsonst arbeitet?

Um es an dieser Stelle vorweg zu nehmen, diese Hamburger Tierärztin habe ich später angerufen und am Telefon eine bemerkenswerte Frau kennengelernt. Leider möchte sie ungenannt bleiben, aber genau das macht sie als Persönlichkeit noch wertvoller. Aus dem Gespräch ist mir ein Satz ganz besonders im Gedächtnis haften geblieben:

Falls ich als Tier wieder auf die Welt kommen sollte, möchte ich als Hund eines Obdachlosen leben. 24 Stunden bei meinem Herrchen, immer draußen und eine so liebevolle Umsorgung, die nur selten wo anders zu finden ist. Er würde nie seine letzten 5 Euro für Essen oder Schnaps ausgeben, sondern immer für seinen Hund.

Diese Frau hat mich beeindruckt!

Ich stehe noch immer bei den zwei Abenteurern vor dem Supermarkt. Leichter Schneefall setzt ein. Habt ihr jetzt bei dem Frost eine Unterkunft? Ja, nicht weit von hier ist eine Obdachlosen Herberge, in der im Winter auch Hunde mit rein dürfen. In den Unterkünften bin ich aber nicht so gerne. Es gibt Betrunkene und man muss ständig aufpassen, dass einem keiner beklaut. Aber 8 Uhr morgens wird die Herberge geschlossen. Danach haben wir uns heute hierher gesetzt. Ich lege 10 Euro in seinem Becher vor ihm, verabschiede mich und frage: Sind sie morgen wieder hier? Nein, morgen ziehen wir weiter nach Verden, ich treffe mich mit einem Freund.

Diese Begegnung hat mich nachhaltig beschäftigt. Eigentlich braucht man gar nicht so viel um glücklich und zufrieden zu sein. Es muss ja nicht gleich das Leben als Abenteurer auf der Straße sein, aber Weniger ist doch manchmal Mehr…!

Die Hunde der Obdachlosen

Die Hunde der Obdachlosen

Wir alle hängen an Gewohnheiten und Dinge, die doch eigentlich überflüssig sind und uns nur belasten. Oder kann mir bitte einer sage, weshalb die Welt z.B. Zahnpasta mit Lakritz- oder Saure Gurken Geschmack braucht? Ich glaube, wir haben in unserem Blickwinkel auf die Dinge die Schieflage nicht erkannt. Zahlreiche Normalos verachten Obdachlose, von denen einige vielleicht nicht immer vorzeigbar sind, aber viel von ihnen haben, was uns verloren gegangen ist:  Bescheidenheit und ein Leben mit der Natur.

Zudem habe ich auch von den zwei Weltenbummlern vor dem Supermarkt erfahren, wie man auf der Straße landen kann. Er war verheiratet, sie bekamen zwei Kinder und ein Haus von den verstorbenen Schwiegereltern. Natürlich zog auch ein Hund mit in das Haus ein. Die Welt war in Ordnung, bis, ja bis sie in eine Ehekriese gerieten. Diese endete mit Frau weg, Kinder weg, Haus weg. Nicht einmal der Hund ist ihm geblieben. Danach fing er an zu trinken und wieder setzte sich eine ganze Ereigniskette in Bewegung und endete mit Führerschein weg, Job weg, Wohnung weg. So landete er auf der Straße. Sein vierbeiniger Freund Jack ist jetzt seine Familie. Er hört zu, leistet ihm Gesellschaft, achtet weder auf Schönheit oder Geld sondern teilt mit ihm jede Minute seines Lebens.

Ein treuer Freund, ohne Kompromisse.

Nun könnten aber einige pfiffige Köpfe auf den Gedanken kommen: Wir arbeiten mit Hunden, das ist artgerecht, aber die Haltung der Obdachlosen ist nicht tiergerecht. Ich habe auch Arbeitshunde und liebe sie dennoch als Familienmitglieder. Die Hunde der Obdachlosen würde ich ganz nüchtern betrachtet als Begleithunde bezeichnen. Falls jemand möchte, so kann er diesen Begriff gern genauer ergründen. Er wird aber feststellen, dass die Hund der Abenteurer, einen idealen Platz gefunden haben und erinnert uns an die Aussagen der bemerkenswerten Tierärztin aus Hamburg.

Nach diesen Erlebnissen habe ich viel mehr auf diese Wanderer geachtet und festgestellt, dass ich sie früher einfach übersehen habe. Sie sind keine Aussätzigen, sondern Persönlichkeiten und jeder einzelne Mensch bemerkenswert. Was aber die Verbindung zu Tieren betrifft, sind sie uns Normalos meilenweit voraus.

Die Hunde der Obdachlosen

Die Hunde der Obdachlosen

Solltet Ihr also in Zukunft einem Obdachlosen mit seinem Hund begegnen,
schenkt ihm eine Spende und nette Worte.

Die Hunde der Obdachlosen

Die Hunde der Obdachlosen

Können Tiere denken? Teil II

Können auch unsere Tiere denken?
Ich möchte euch helfen, diese Antwort selbst herauszufinden- mit einem eigenen Experiment.  Dieser Versuch dauert mehrere Wochen, kann aber von jedem Hundebesitzer selbst durchgeführt werden
(soweit der Hund dafür geeignet ist).

Bevor wir fortfahren, hier nochmal zur Erinnerung aus dem Teil I, der Versuchsaufbau:

Versuchsaufbau

  1. Wir brauchen 2 große Kisten, eine schwarz, die andere weiß (Farbe innen & außen)
  2. Eine Seite ist bei jeder Kiste offen. Der Hund muss bequem hineinlaufen können
  3. Die Kisten werden in unterschiedlichen Räumen aufgestellt
  4. Sie sind nicht zu sehen und auch nicht auf direktem Weg zu erreichen
  5. Der Hund muss sich also in die eine oder andere Richtung bewegen
  6. In jeder Kiste stellt ihr exakt das gleiche Futter bereit (natürlich lecker)

Versuchsablauf

  1. Die Fütterung erfolgt immer zur gleichen Zeit
  2. Ausgangspunkt ist immer der selbe /z.B. Diele
  3. Der Hund läuft dann in die eine oder andere Richtung
  4. Die Räume mit den Kisten sind gut beleuchtet
  5. Dieser Ablauf wird 2x täglich mindestens 2 Wochen durchgeführt
  6. Nach 2 Wochen erfolgt ein Umbau
  7. Die zwei Kisten werden in einen anderen, bisher noch nicht genutzten Raum gestellt
  8. Jede Kiste in eine Ecke des gleichen Raumes (also ein komplett anderer Versuchsaufbau)
  9. Zu den Räumlichkeiten des ersten Versuches haben sie jetzt keinen Zugang
  10. Die schwarze Kiste wird innen mit starkem Gebläse ausgestatte, welches durch einen Kontakt beim Betreten des Hundes startet. Zudem wird ungeeignetes Futter angeboten
  11. Die weiße Kiste bleibt neutral und beinhaltet gutes Futter (auch wieder lecker)
  12. Dieser Ablauf wird 2x täglich 1 Woche durchgeführt
  13. Nach 1 Wochen erfolgt ein Umbau
  14. Rückbau auf den ersten Versuchsaufbau
  15. Dieser Ablauf wird nur 1x durchgeführt (um sicher zu stellen, dass die Richtungsentscheidung ausschließlich ein Resultat des geistigen Innenlebens ist)!

Was ist passiert?
Dieses Experiment geht auf Edward Tolmann zurück, der bereits vor über 60 Jahren ähnliche Forschungen mit Ratten  durchgeführt hat. Viele dieser Pioniere sind in Vergessenheit geraten und waren damals ihrer Zeit weit voraus. Sinn dieses Versuchsaufbaus ist, etwas über das tatsächliche Innenleben unserer Tiergefährten zu erfahren, denn damals wie noch bis vor einigen Jahren, wurde diese Gefühlswelt den Tieren generell abgesprochen. Warum? Nun, zum einen wegen Unwissenheit und es war ja auch so wunderbar bequem. Man musste beim Umgang keine Rücksicht nehmen.
Wir kommen immer auf dieselbe Frage zurück, die uns beschäftigt: Läuft ein antrainiertes Programm ab (wie noch heute allgemein verbreitet) oder entstehen eigene Vorstellungen?

Hört sich für nicht Eingeweihte banal an, ist aber ein erdrutschartiges Thema. In diesem Versuch steckt das große Fragezeichen: Können hochentwickelte Tiere eigene Vorstellungen entwickeln, Schlussfolgerungen ziehen und aufgrund dessen eigene Entscheidungen treffen?

Können Tiere denken oder sind sie nur Reiz-Reaktions-Maschinen?

Werden sie ausschließlich von Trieben gesteuert und reagieren auf Reize oder ist da noch mehr? (Bei einigen Exemplaren unserer eigenen Spezies habe ich da so meine Zweifel – ob da noch mehr ist.) Wir Tierfreunde sagen: Natürlich ist da noch mehr, aber so einfach ist das leider nicht. Wir müssen es nicht nur mit Überzeugung darstellen, sondern auch beweisen. Genau das werden wir tun. Natürlich spielen Triebe immer eine große Rolle, übrigens auch bei uns Menschen. Aber nur weil wir die Tiere nicht verstehen, heißt es nicht, dass sie nicht auch eigenständige Entscheidungen treffen können. Vielleicht sträuben wir uns auch gegen diesen Gedanken, da es mächtig an unserem Ego kratzt, die Einzigen mit diesen Fähigkeiten zu sein. Wir halten uns ja bekanntlich für das Beste, was das gesamte Universum hervorgebracht hat und selbst in zahlreichen Glaubensrichtungen bezeichnen wir uns selbst als die Krönung der Schöpfung, was auch immer das heißen mag.

Können Tiere denken? Foto Martin Schulte

Können Tiere denken? Teil II                                                                                                                   Foto Martin Schulte

Treten wir nun einen Schritt zurück, betrachten das ganze Bild und analysieren neutral, was wir beobachtet und erfahren haben. Unser Hund hatte in zwei unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Futterangebote, registrierte dies und nahm es auf. Im dritten Teil erfolgte der Rückbau auf Versuchsaufbau 1. Nun stellt sich die Frage: Spult er das bereits erlernte Verhalten wieder ab oder passiert etwas Anderes? Was könnte aber anderes als das Erlernte passieren?

  1. Der Hund hat zunächst gelernt, auf welchen Umwegen er zu einer der beiden Futterkisten gelangt. Die eine ist schwarz und die andere weiß. Beide sind gleichwertig und nur auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen.
  2. Der zweite Aufbau ist völlig anders und die Futterkisten haben extrem unterschiedliche Qualitäten. Auch das erkennt und lernt der Hund durch direkte Erfahrung sehr schnell.
  3. Nun steht der Hund wieder im bekannten ersten Versuchsaufbau, doch diesmal mit der Erfahrung aus Versuch zwei.
  4. Da die Futterkisten (schwarz & weiß) nur über unterschiedliche Wege erreichbar sind, beginnt nun der eigentliche Versuch.
  5. Entweder- er prescht blindlings los, egal in welche Richtung, um an eine der Futterkisten zu gelangen, oder…
  6. Er erkennt die aktuelle Situation, visualisiert- hinter welchem Weg- welche farbige Futterkiste steht, kombiniert, trifft eine Entscheidung und nimmt den Weg, der zur weißen Kiste führt.
  7. Wirklich bemerkenswert ist dabei, dass er aus völlig unterschiedlichen Versuchsaufbauten eine Schlussfolgerung zieht, die sein Handeln verändert und diese Entscheidung nicht aus optischen Reizen, sondern aus einer geistigen Visualisierung entsteht.

Diese Leistung können wir mit ruhigem Gewissen als- denken- bezeichnen.

Falls einige meinen, das ist doch nichts Besonderes, so kann ich nur sagen:
Wenn wir belegen können, dass Hunde zu so abstrakten Denkweisen fähig sind…
Was erfahren wir in Zukunft da noch alles? Wunder sind solange unmöglich, bis das
Gegenteil bewiesen wird… und das ist oft nur eine Frage der Zeit!

Kleiner Tipp: Bei diesen Überlegungen kommt man nur weiter,
wenn wir unsere Überheblichkeit ablegen.

 

 

Meine Tiergefährten

Als ich anfing, meinen wundersamen Alltag auf zu schreiben, dachte ich eher an ein Tagebuch für meinen Sohn, oder an einen Blog, merkte aber schnell, dass da eine gewaltige Lawine auf mich zu rollte und ich hatte große Mühen, meine täglichen Ereignisse aufzuschreiben. Mein Alltag glich einem Schnellzug, der mit Höchstgeschwindigkeit über die Schienen rast, spannend, aufregend und immer Hände schüttelnd mit neuen interessanten Menschen…

Nun könnten einige behaupten: Was soll der ganze Stress. Auf dem Sofa liegen ist doch viel besser.

Aber was soll man machen, wenn einem das Faulenzen nicht so recht in die Wiege gelegt wurde? Natürlich etwas unternehmen und das auch noch möglichst mit Tieren. So kam es, wie es kommen musste, meine Welt wurde bunt. In dieser rasanten, bunten Welt regierten von nun an viele Farben, jedoch nicht rosarot. Es gibt auch Endtäuschungen, Rückschläge und Niederlagen, aber hinfallen ist nicht das Problem, sondern das liegen bleiben. Es war nie meine Sache liegen zu bleiben, denn das Geheimnis unseres Alltags liegt im:  immer wieder Aufstehen. Es ist nicht wichtig, was du bist, sondern was du daraus machst.

H.P.Schaarschmidt /Autor: Tiergefährten

H.P.Schaarschmidt /Autor: Tiergefährten

Denke ich zurück,  – was alles in den letzten 10 Jahren passiert ist, wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte, all diese 1000 Geschichten aus dem Wunderland zu erzählen. Manchmal kam ich mit tatsächlich wie Alice im Wunderland vor, die immer tiefer in den Kaninchenbau vordrang. Ich lernte nicht nur viel über die Schafzucht, sondern dass auch jedes Tier eine wirkliche Persönlichkeit ist, dass Tiere, wenn man sie lässt, ihren eigenen Regeln folgen und manchmal Dinge tun, die wie ein ausgetüftelter Plan erscheinen. Also habe ich angefangen, das tägliche Staunen im Wunderland aufzuschreiben und musste mir nach einigen Monaten selbst verwundert darüber, wie mein Alltag aussieht. Aufregend, bunt, anstrengend, aber wunderbar. Zumindest wunderbar für einen Zweibeiner wie mich, der in diesem Kaninchenbau von Alice seine Heimat gefunden hat.

Zu den wundersamen monatlichen Aufzeichnungen über meine Tiere, gesellten sich die Erlebnisse mit den vielen Individualisten, die im Kaninchenbau nebenan wohnen. Viele dieser Bewohner sind so besonders, dass sie vom Otto Normalverbraucher so weit entfernt sind, wie eine Weinbergschnecke vom Marathonlauf. Dennoch finden viele der Nicht-Kaninchenbau-Bewohner gerade diese Individualisten spannend, denn sie leben ein Leben, dass der eine oder andere sehr gern selbst leben möchte. Zumindest projektieren einige ihre Wünsche in sie hinein, wie es doch wäre, wen man auch so leben würde. Ich darf euch aber versichern, dass die viel beschriebene Schäfer-Romantik nur an eure Tür klopft, wenn ihr euch harte Arbeit, sterbende Tiere, Trauer und auch Kummer gefallen lasst. Dann, aber auch nur dann, habt ihr eine realistische Chance auf tolle Momente.

Mein Buch Tiergefährten Autor H.P.Schaarschmidt

Mein Buch Tiergefährten Autor H.P.Schaarschmidt

Mein Buch Tiergefährten  Autor H.P.Schaarschmidt

Ich habe diese Momente und viel mehr, aber auch eine ganze Menge Schufterei, die mir zugegeben ziemlich viel Spaß macht. In Tiergefährten berichte ich über diese Momente und über die Weggefährten im Kaninchenbau nebenan, die mein Leben ebenfalls bereichert haben.Man muss nicht unbedingt mit Border Collies arbeiten oder schottische Schafe züchten, um sich in die Erlebnisse von Tiergefährten hinein ziehen zu lassen, denn das Natur- und Tierwohl sollte bei uns allen auf dem Merkzettel stehen. Ob humorvoll, kritisch oder spannend, die wichtigste Botschaft in meinem Buch lautet:  Begegne den Tieren mit Respekt.

Tiergefährten
von Hunden, Schafen und Individualisten

Viel Spaß beim lesen

Hunde, Schafe, Tiergefährten

 

Baywatch

Was haben David Hasselhof, Pamela Anderson und vier Border Collie gemeinsam?

Sie sind gerne am Strand, genießen die Freiheit und machen eine ziemlich gute Figur, zumindest die Hunde…und vielleicht auch Pamela Anderson. Kaum sind wir an dem fast menschenleeren Küstenabschnitt angelangt, laufen auch schon die Kollegen von David und Pamela im chilligen Schritt an uns vorbei, aber weder im engem Badeanzug noch in extrem körperbetonter Kleidung, sondern in dicken Jacken. Haben die denn nie Baywatch gesehen? Mit Baywatch ist es so wie mit der Bildzeitung. keiner will sie gelesen haben, aber wieso ist sie dann mit Abstand die meistverkaufte Zeitung in Good Old Germany?

Da steht der Schaf-Peter, der eher Berge gewohnt ist, am Strand, schaut auf die winzige Linie am Horizont und ist mächtig beeindruckt, was ihn hinter dieser Linie erwarten würde. Wie haben, verdammt noch mal, die alten Seefahrer vor 500 Jahren neue Welten entdeckt? Waren sie alle Helden oder einfach nur rund um die Uhr betrunken? Vielleicht beides.

Baywatch Was haben David Hasselhof, Pamela Anderson und vier Border Collie gemeinsam?

Baywatch  Was haben David Hasselhof, Pamela Anderson und vier Border Collie gemeinsam?

Für das Foto haben sie schnell ihre Winterjacken ausgezogen.

Nachdem ich das Foto geschossen habe, will ich die Damen eigentlich noch fragen, ob sie für mich in zu engen Badeanzügen und in Zeitlupe über den Strand laufen würden, aber aus irgendeinem Grund traue ich mich das dann doch nicht. Vermutlich hätte mich meine bessere Hälfte mit dem Schlag einer Boje hart auf den Boden der Realität zurückgeholt. Zu meiner Entschuldigung sei gesagt: Ich will ja nur realistische Fotos wie aus dem Film machen.

Was fasziniert uns eigentlich an einer Wasserfläche, die bis zum Horizont reicht? Der Anschein von Unendlichkeit, eine unbezwingbare Naturgewalt oder einfach nur Fernweh? Obwohl wir bequeme Langzeiturlauber geworden sind, steckt in uns allen ein neugieriger Kämpfer und Entdecker. Wir leben in Deutschland wie auf einer kleinen Insel der Glückseeligen und bemühen uns nach besten Kräften, die böse Welt um uns herum zu ignorieren. Werte Damen und Herren, Sie können gern alle Fenster Ihres trauten Heimes schließen, aber trotzdem atmen wir alle immer noch die gleiche Luft und leben alle gemeinsam auf einem kleinen Planeten. Zahlreiche Wissenschaftler beschäftigen sich inzwischen mit der Frage, wie das „Leben“ der Pflanzen wirklich ist und ob sie untereinander kommunizieren können. Einige Forscher wollen bereits bewiesen haben, dass sich Pflanzen gegenseitig vor Gefahren warnen. Was für eine Wunderwelt sich da wohl in Zukunft noch offenbaren wird? Aber das ist eine andere Wundertüte, die wir an dieser Stelle nicht öffnen wollen.

Ich stehe noch immer am Strand und starre auf die kleine Linie am Horizont, genau wie meine bessere Hälfte, die ihr Foto-Verhinderungs-Schlaggerät inzwischen beiseite gelegt hat. Das wird wohl nichts mit Baywatch-Fotos.

Baywatch Was haben David Hasselhof, Pamela Anderson und vier Border Collie gemeinsam?

Traumhafter Ausblick und die Quelle der Sehnsucht.

Durch die schmale Linie da hinten kommt das Schiff nie durch.

Heute wissen wir, dass die Erde rund ist und man nach dieser Linie am Horizont nicht von der Erde herunter fällt. Damals wie heute begründen wir das plausibel und mit größter Gewissheit: „So ist es.“ Was wäre also, wenn wir eines Tages doch herausfinden, dass Pflanzen miteinander reden und Steine ein Gedächtnis haben? Das hört sich ziemlich verrückt an, aber genau das hat man von Nikolaus Kopernikus auch behauptet. Nicht die Erde, sondern die Sonne sollte nach seiner Ansicht im Zentrum stehen. Seine Gegner hielten seine Überlegungen für ein wirres Hirngespinst, denn wenn das wahr wäre, müsse man ja durch die Bewegung um die Sonne einen Fahrtwind spüren. Heute lachen wir darüber, weil wir es besser wissen, aber damals…

Was könnte also noch dahinter stecken, dass wir diese kleine Linie am Horizont faszinierend finden?

Die Antwort ist mal wieder ziemlich simpel:  Weil wir noch immer Entdecker sind, die nach neuen, besseren Lebensräumen suchen.  Wie schon vor 100.000 Jahren. Leider ignorieren wir vieles von dem, was uns in tausenden von Jahren geprägt hat. Die Erde ist unser Zuhause und die Tiere sind unsere Mitbewohner. Wir alle sind aber auch nur Teil eines Kreislaufes. Unsere tapferen Vorfahren waren ganz einfach gezwungen,  neue Lebensräume zu entdecken und das steckt noch immer in uns.

Baywatch Was haben David Hasselhof, Pamela Anderson und vier Border Collie gemeinsam?

Das Tor zur Welt

Das Tor zur Welt – und ein Hilfsmittel für die schmale Linie am Horizont

Es ist schon faszinierend, was sich unbewusst in unserem Inneren abspielt. Ob nun die Gedanken über die schmale Linie am Horizont, durch die sowieso niemand durchkommt, oder der Drang, Tiere zu halten: Wir sind fast immer Opfer unseres 90%-igen Ichs, dem Unterbewusstsein, das auf 200.000 Jahre Entwicklungsgeschichte zurückgreift. Ihr schüttelt den Kopf? Nun gut, kein Problem, das stören die 90% nicht. Wenn Ihr also in Zukunft mal wieder tiefsinnig nachdenkt „warum-wieso-weshalb“: Genießt einfach den Moment.

Wir tun, was wir tun müssen. Ich für meinen Teil lebe mit Hunden und Schafen, weil ich meine, es machen zu müssen.

PS.: Vielleicht schau ich mir auch irgendwann mal die schmale Linie am Horizont an, doch wichtiger ist das HIER und JETZT.

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Meine täglichen Erlebnisse rauschen wie ein Schnellzug in voller Fahrt an mir vorbei und ich komme gar nicht dazu, all das Erlebte festzuhalten. Das Erleben, das Machen und das Aktiv sein sind ja aber auch nur eine Seite meines Lebens, worum es mir noch geht, nämlich das Schreiben, ist eine ganz andere.

Eigentlich sollte mein Erstlingswerk „Tiergefährten“ bereits im Sommer auf dem Markt sein, aber bei der Abschlussbesprechung in Berlin flogen mir nicht nur die Kritikpunkte meines Lektors um die Ohren, sondern auch die von einer guten Freundin, die der schreibenden Kunst mächtig ist. Das Schreiben und Veröffentlichen eines Buches hatte ich mir bis dahin ganz anders vorgestellt.

Bucherscheinung 2017 - Tiergefährten -

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Aber da jede Krise auch ein produktiver Prozess ist, sollte ich froh sein, dass ich so kompetente Freunde an meiner Seite habe. Deshalb ist des vermeintlich fertige Buch nun wieder für eine neue Überarbeitung freigegeben. Nein, ich bin nicht deprimiert, vielleicht ein bisschen enttäuscht. Mit meinem Erstlingswerk male ich mir natürlich keine Chancen auf den Pulitzer Preis aus, der mir sowieso egal ist, aber ich möchte unbedingt, dass der Schnellzug meines Lebens einen Moment anhält, Ihr eine Strecke mit mir reisen könnt und ich Euch dabei meine Geschichten über die Tiere und Mutter Natur lebendig und fesselnd erzählen kann.

Mutter Natur? Mit diesem Namen sollte ich mich auch mal näher beschäftigen..

Auch wenn ich dachte, wir hätten alle Arbeiten abgeschlossen, haben sich nun alle Beteiligten wieder in die Arbeit gestürzt und aus dem Sommer-Buch wird wohl eher ein Herbst-Buch 2017.

Ganz mit den Worten des genialen Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende“. Ihr dürft also weiter gespannt sein und ich informiere Euch über Neuigkeiten.

 

Herzliche Grüße aus dem schönen Nienburg
H.P.Schaarschmidt

 

Sommerfest mit Freunden

Ja, ich habe auch richtige Freunde und nicht nur meine Hunde und die auf Facebook. Was kann es da Besseres geben, als an einem sonnigen Wochenende mit Freunden zu feiern? Natürlich auf einem Bauernhof, mit Weiden, eigenem Wald, vielen Tiere und großrahmigen, langhaarigen Damen.
(ich meine Schafe)
Dabei fing der Tag recht satirisch an. Noch unterwegs zur Party, musste ich bei den Wegelagerern und Raubrittern Halt machen, an einer Tankstelle. Das Allererste, was mir an diesem Tag entgegen sprang, war Donald Duck, von einigen auch Trump genannt.

Donald Duck Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Donald Duck Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Donald Duck soll die Welt zerstören? Mal ganz ehrlich, kann „DER“ echt sein? Ich für meinen Teil, bin der festen Überzeugung, dass Donald im Weißen Haus eine Marketing Idee von Coca Cola ist und wir bald die Wahrheit erfahren.

Wir hatten zwei Tage eingeplant, Samstag und Sonntag, doch als wir ankamen, war die „unendliche“ Feier schon lange in Gang. Einige reisten bereits Freitag an und blieben bis Montag. Wow- dachte ich und das macht diese Truppe nun schon seit 15 Jahren. Klasse!
Sara & Ralf laden jedes Jahr zu dieser Land-Party ein und sie hat tatsächlich was Besonderes.

Ohne Stress Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Ohne Stress Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Alles ganz ohne Stress, mit Freunden chillen.

Ob lachen, spiele, grillen oder eine Ausfahrt mit der Pferdekutsche, wenn jemand meint, er müsste sich ein paar Stunden auf das „berühmte“ Ohr legen und später wieder dazu kommen – wunderbar.

Haflinger Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger/Kutschfahrt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger/Kutschfahrt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Klar wird am Abend auch ordentlich gefeiert. Laut Musik gehört und dem Alkohol „abgeschworen“, doch vorher musste er „vernichtet“ werden. Übernachtungsmöglichkeiten gab es viele. Sofa, Wohnwagen, Zelt, Strohballen oder wie wir im Pferdeanhänger. Unser Schlafplatz hört sich vielleicht komisch an, war aber echt toll. Eine wilde Truppe mit viel Spaß, Lebensfreude und vor allem ganz viel Herz.
Neben Kutschfahrten, Mini- Helikopter und einem beeindruckenden Sportbogen, standen auch diverse „eigenartige“ Spiele auf dem Programm. Ich darf euch sagen, Spaß in Reinkultur. Blödsinn, lustige Freunde und super Wetter – eine explosive Mischung.
Hier eine Auswahl:

Sommerspiele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sommerspiele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nicht die Olympischen Spiele, aber dafür hatten wir deutlich mehr Spaß. Die größte Herausforderung war hierbei das Kopf-Pingpong, das wahrscheinlich nur zu gewinnen war, wenn man eine Spezialausbildung bei einem Sondereinsatzkommando – SEK durchlaufen hat.

So ein ganz kleines Stück „Heile Welt“, die man irgendwie mit einem Schuss Wehmut verlässt, da nun wieder der ganz normale Wahnsinn wartet. Toll war`s und alle freuen sich jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn es dann wieder heißt:

Sommerfest bei Sara & Ralf.
PS.: Ob es wohl nächstes Jahr noch „Donald Duck“ im Weißen Haus gibt?

…manchmal rede ich mit mir selbst

Nein, ich bin nicht „verrückt“ geworden (auch wenn einige vielleicht etwas anderes behaupten), aber manchmal tobt in meinem „Inneren“ eine „angeregte „Diskussion“.
Man, man, man, was habe ich mir bloß dabei gedacht, als ich vor Jahren mit den Schafen angefangen habe?! Ob das wohl alles so richtig war. Natürlich liebe ich meine Schotten, ich meine Schafe, aber sie halten mich ganz schön auf Trapp. Auf der anderen Seite bringen mir diese „Biester“ auch ganz viel Freude und wenn ich so darüber nachdenke, die viele Arbeit macht mir eigentlich auch gar nix aus. Im Gegenteil, irgendwie stellt sich ein seltsames Gefühl der Zufriedenheit ein und genau dafür machen wir das doch alles. Oder?

Denke ich zurück, so muss ich mich am Anfang ziemlich „dumm“ angestellt haben. Bei den ersten Lämmern bin ich gleich in Panik verfallen uns sofort den Tierarzt angerufen. Na ja, besser so als „andersherum“. Die erfahrenen Berufsschäfer bewundere ich nach wie vor, denn sie besitzen nicht nur unglaubliches Schaf-Wissen, sondern auch eine ganz besondere Berufsehre, gepaart mit Leidenschaft und Fleiß. Wenn ich die von mir sehr geschätzte Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein anschaue, bekomme ich fast ein „schlechtes Gewissen“, denn gegen ihren täglichen Arbeits-Wahnsinn habe ich bei meinen „Mädels“ Dauerurlaub. Es geht mir einfach nicht aus den Kopf, was hat Kerstin dazu getrieben, nach ihrem Biologie Studium den Beruf des Schäfers zu erlernen, ihn natürlich abzuschließen und weil sie ja sonst nix zu tun hat (außer ihren 1.000 Schafen) auch noch ihren Schäfermeister zu machen. Hierzu fällt mir nur „wow“ ein und meine vermeintlichen „stressigen Arbeiten“, an den „Damen“, werden auf einmal ganz klein. Hobby Schafhaltung nennt man das wohl. Ich glaube, ich nehme mich manchmal einfach zu „wichtig“. Mit zwei Border Collies 120 Schafe zu bewegen und die Mädels so artgerecht wie möglich zu züchten, ist ja nun auch kein „Hexenwerk“. Ach, manchmal gehen mir so viele Dinge durch den Kopf, dass er fast „explodiert“. Was macht man da, klar, hinsetzen und erst mal in Ruhe eine „Friedenspfeife“ rauchen – quatsch, höchsten ein Bier trinken.

„Baumausreißtag“

„Baumausreißtag“

„Baumausreißtag“

An manchen Tagen könnte man ganze Bäume ausreißen (mit Wurzel) und an anderen, fallen einem ganz „normale Dinge“ schwer – mir zumindest. Ich weiß ja nicht, wie es euch da draußen allen so geht? Mir macht meine „Schinderei“ ziemlich viel Spaß und ich wollte auch nichts anderes tun.
Denke ich so an die guten und erfahrenen Hundetrainer, schießt es mir geradezu blitzartig in den Kopf: „ du musst dich viel mehr mit der Ausbildung beschäftigen, sonst wird das nie was Vernünftiges“. Ok, leichter gesagt als getan, denn was läuft denn sonst noch so „nebenher“? :
120 Schafe, Artikel für zwei Zeitschriften schreiben, den Blog aktuell halten, mein erstes Buch (na ja, die jetzige Arbeit machen eigentlich andere, denn ich bin mit meiner durch) und Hütevorführungen. …wenn ich also mal ein lockeres Wochenende erleben möchte, so melde ich mich, oder besser gesagt meine Hunde, zu einem Trial an. Aufgeregt bin ich schon, aber das ist doch irgendwie positiver „Stress“ und die frühere „Panik“ am Startpfosten, hat inzwischen auch das Weite gesucht. Meinen ersten Start werde ich nie vergessen, denn bereits am Start schossen mir wirre Gedanken durch den Kopf wie: bin ich eigentlich total verrückt geworden, oder die anderen sind alle viel besser als wir, hoffentlich verletzt mein Hund keines der Schafe. Wenn einem 10 Sekunden vor dem Start solche seltsamen „Blitze“ durch den Kopf schießen, kann die ganze Sache eigentlich gar nicht gut gehen. Vielleicht sollte ich mich bei den Starts nach den Sternen richten. Einige schwören ja darauf. Horoskope, Sternzeichen, Aszendent, vielleicht wissen die Bescheid und haben immer den „Durchblick“ – diese Variante weckt bei mir doch den einen oder anderen Zweifel.

Wobei mir schon mal jemand sagte: „Waage Menschen lieben das Schöne“ und ich bin „Waage“. Nicht die, die bei manchen im Bad auf dem Boden steht, sondern am Himmel prangt. Mich fragte tatsächlich mal jemand: „was bist du für ein Sternzeichen“? Ich sagte „Waage“ und die obligatorische Antwort war: „das habe ich mir gleich gedacht“. So so, man kann also sehen was ich für ein Sternzeichen bin…
Wenn ich also das nächste Mal zu meiner Bank gehe und sie mich noch immer ohne Anwendung von Gewalt einlässt, sollte ich vielleicht mit meinem Sternzeichen etwas schummeln und statt „Waage“ das Thema „Schütze“ ins Gespräch bringen. Ich ändere bei den Damen und Herren ganz einfach mein Geburtsdatum und werde fast automatisch zum hofierten Kunden. Beim Schütze Menschen wirkt angeblich der Jupiter als Geburtsplanet und der verheist Wohlstand. Mist, wegen der „Wage“ habe ich also mit meiner Bank immer diese „Meinungsverschiedenheit“. Meine Bank kennt diese „Probleme“ auch schon lange und ich sollte mal etwas unternehmen, um unsere „Beziehung“ zu verbessern. Eine Variante wäre, bei Vollmond Aktien zu kaufen und sie bei Neumond wieder „auf den Markt zu werfen“. Ein noch „besserer Plan“ ist Aktien eines Unternehmens zu erwerben, nach dem man das Horoskop der Firma erstellt hat. Wo bekomme ich aber ihr Horoskop her? Natürlich von einem „ernsthaften Profi“

„Sternengeld“

„Sternengeld“

Dann gibt es Geld von den Sternen – „Sternengeld“

Wann wurde das Unternehmen gegründet, das wäre das „Geburtsjahr“ und wenn ich nun auch noch die Zeit in Erfahrung bringen könnte, wann die Firmengründung unterschrieben wurde, kann doch garnichts mehr schief gehen.

…ich glaube, darüber denke ich nochmal nach

...besser nicht

…besser nicht

Diese Variante verwerfe ich lieber auch gleich wieder

Ach so, ehe ich es vergesse,
zu all dem habe ich auch noch einen sehr guten Freund verloren. Er hat mit mir Schluss gemacht. Wir hatten tolle Jahre, haben viel gemeinsam erlebt, waren in ganz Deutschland unterwegs und haben uns gegenseitig geholfen. Musste ich dringend irgendwo hin, hat er mich ohne zu fragen gebracht und hat er was benötigt, habe ich es ihm gekauft. Wir waren ein tolles Team und das alles soll nun vorbei sein? Na ja, alles hat seine Zeit und die „Welt bleibt bekanntlich nicht stehen“. Ich werde ihn vermissen, auch wenn er mich manchmal Nerven gekostet hat, oder mal wieder nicht in die Gänge kam. Egal, es war toll mit ihm und ich werde noch lange an ihn denken, schließlich hat er mich tausende von Kilometer durch Old Germany gebracht, mein alter Geländewagen – „Leb wohl“

…wie schon gesagt, manchmal rede ich mit mir selbst.

…was für ein Tag, Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere „Ereignisse“

Ich weiß nicht ob ihr das auch kennt, aber manchmal gibt es Tage, da könnte man immerzu den Kopf schütteln uns sagen: …was für ein Tag?! Hätte es was gebracht, wenn ich einfach im Bett geblieben wäre und dieses Datum am Kalender gestrichen hätte? Mist, mit Hunden und Schafen geht das leider nicht, also ran an den Tag. Dabei wusste ich noch nicht einmal was im Laufe der nächsten Stunden so alles auf mich zu-rollen sollte und das hätte mich bis Sonnenuntergang auch fast über-rollt. Eben der ganz normale Wahnsinn eines Schafhalters.
Immer wenn ich solche „ereignisreichen“ Zeiten habe, fallen mir die zwei befreundeten Berufsschäfer in Leipzig und Holland ein. Dann schäme ich mich fast, dass ich so „wehleidig“ bin. Was diese Zwei jeden Tag leisten, dafür müsste ich mich klonen. (H.P.Schaarschmidt doppelt, ob das einer will?)

Lamm Zeit und Gebärmuttervorfall Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Lamm Zeit und Gebärmuttervorfall Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere aufregende „Ereignisse“

Angefangen hat dieser Katastrophentag mit einer schlaflosen Nacht. Leider nicht, weil wir die ganze Nacht durchgefeiert hatten, nein, sondern weil der 6 Zylinder des sonst sehr netten Nachbarn mich geweckt hat. Nur dumm, dass mir sogleich ganz viele Themen durch den Kopf „schossen“

…und der Schlaf hatte sich verabschiedet.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich am Vortag gemeinsam mit meinem Tierarzt einem Schaf den Scheidenvorfall behoben und genäht hatte. Doch leider stand die Dame schon kurz vor der Geburt, was die „Angelegenheit“ alles andere als einfach machte. „Eigentlich“ wäre noch Zeit gewesen, aber der Eingriff hatte sie wohl so durcheinander gebracht, das die Geburt kurz bevor stand. Scheidenvorfall und kurz vor der Geburt?! Auch das kann einen schon mal um den Schlaf bringen.

Also stand ich auf, es war ja immerhin „schon“ 4 Uhr, mache mir einen Kaffee, lud meine Hunde ein und fuhr zu meinen Schafen. Was sollte man auch sonst 4 Uhr morgens machen? In der Regel bekommen meine Mädels in den Morgen- oder Vormittagsstunden ihre Lämmer, so dass die kleinen Neuankömmlinge bis zur Nacht schon recht stabil und munter sind. Im Stall angekommen, startete gleich das volle „Programm“. Der Nachtfrost hatte alles Wasser gefrieren lassen, so dass die komplette Truppe einen recht unzufriedenen Eindruck machte. Eine Mutter lag auf dem Rücken und hatte sich mit der Wolle so verfangen, dass sie nicht wieder hochkam. Diese „Käferstellung“ und das Kämpfen um das Freikommen hatte sie schon so geschwächt, dass Kreislauf und Kräfte fast am Ende waren. Ihr Lamm stand hilflos daneben. Das Schaf mit dem Scheidenvorfall hatte die Naht gesprengt und vorzeitig zwei Lämmer geboren. Eines war bereits tot und das Zweite extrem unterentwickelt und als ob dies Alles nicht schon schlimm genug war, hatte sie auch noch einen Gebärmuttervorfall. Neben ihr lagen nicht nur zwei Lämmer, sondern auch ihre gesamte Gebärmutter.

Bei diesem Anblick musste ich dann doch erst mal kurz durchatmen, denn liegt sie etwas länger draußen! schwillt sie an und das zurück, ja wie sagt man das am besten …legen („stopfen“ passt besser), wird extrem kompliziert.

Nein, nein, nein …was für ein Tag!

Als Erstes habe ich die geschwächte Mutter aus der „Käferstellung“ befreit. Sie wankte, konnte aber stehen. Das Wasser hatte Zeit, denn der Anblick der angeschwollenen Gebärmutter bereitete mir wirkliche Kopfschmerzen. Mit 4 Horden (Gittern) sperrte ich das Schaf ab und versucht keine Hektik aufkommen zu lassen. Die „angeschlagene“ Dame sollte keine schnellen Bewegungen machen. Sie war schwach und wollte eigentlich nur liegen – dass war ok. Nun holte ich meinen „Medizinkoffer“, große Mülltüten und einen Eimer kaltes Wasser. Die Lämmer legte ich an den Rand und auch da schoss mir der Gedanke durch den Kopf: das Zweite schafft es bestimmt auch nicht. Während ich die Mutter am Boden hielt, schob ich unter die Gebärmutter eine große Plastikfolie. Dann spülte ich das „Ganze“ vorsichtig mit reichlich kaltem Wasser ab, um den Dreck zu entfernen. Wichtig ist dabei, das Wasser muss unbedingt kalt sein, damit sich die Gebärmutter wieder zusammen zieht. Ich habe aber sofort gesehen, „bei dieser angeschwollenen Gebärmutter brauchst du Hilfe“. Also das Telefon ans Ohr, um meinen Tierarzt aus dem Bett zu werfen. Dieser fleißige Mensch war aber auch schon auf Arbeit, ein Notfall im Rinderstall.

„Wenn ich hier fertig bin, komme ich sofort. Es dauert nicht mehr lange“. – sagte er.

In der Zwischenzeit habe ich die zwei Lämmer untersucht, die Mutter beruhigt, die Gebärmutter kalt gespült und dann versucht das Wasser für die restliche Truppe, wieder in Gang zu setzen. Als es mit dem Tierarzt doch länger dauerte, warf ich einen Blick hinter den Stall, zu den anderen Ladys. Wie konnte es an diesem Tag anders sein – auch hier eine Überraschung: Zwei Geburten mit drei Lämmer. Die Zwillinge waren aber von einer Erstgebärenden, die einen leicht verwirrten Eindruck machte. Na toll, „dass passt ja gerade gut“…

Wenn ich sicherstellen will, dass sie ihre zwei Lämmer problemlos annimmt, muss ich sie sofort einfangen und gemeinsam mit ihren Babys in einer Box unterbringen, damit sie eine Bindung entwickeln. Das Wasser eingefroren, die „Käferstellung“ wankt noch immer durch den Stall, ein totes und unterentwickeltes Lamm sowie eine erschöpfte Mutter mit einer daneben liegenden Gebärmutter …und ich „flitzte“ nun über die Weide, um eine verstörte Mutter einzufangen. Zuerst habe ich es mit den Lämmern versucht, doch die Zwillingsmutter war noch so durcheinander, dass sie ihren Babys nicht folgte, also die schweißtreibende Variante.

Noch während ich das Trio in ihrem neuen zu Hause unterbrachte, traf der „Gesundmacher“ ein. Sein sorgenvoller Blick auf die Gebärmutter, trug nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. „Das wird schwierig, sie ist stark angeschwollen“, waren seine ersten Worte. (Soweit war ich auch schon)

Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere aufregende „Ereignisse“

Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere aufregende „Ereignisse“

Der „Gesundmacher“

Handschuhe, Gleitmittel, viel kaltes Wasser und sie muss unbedingt hinten hoch, sonst kriegen wir die Gebärmutter nicht wieder zurück… Also postierten wir das bedauernswerte Tier mit Strohballen und allem was wir zur Verfügung hatten, in eine ungewöhnliche und bestimmt belastende Position, aber die Alternative war der Tod. Ich finde, ein überzeugendes Argument. In dieser Position, den Hintern weit nach oben gestreckt, begannen wir mit dem „Unmöglichen“. Eine viel zu groß gewordene Gebärmutter wieder zurück zu schieben. Ich darf euch versichern, keine schöne „Mission“ und nichts für zartbeseidete Gemüter.

Im ersten Versuch gelang es nicht, also eine Pause, weiter kalt spülen und erneut ans „Werk“. So verging die Zeit und zwischendurch hatte ich schon mal die Befürchtung, dass der Kreislauf von unserem Sorgenkind zusammenbricht. Aber sie hielt durch. Nach gefühlten 10 Stunden hatten wir es geschafft. Nach einigen „Zaubermittelchen“, andere würden Aufbau Präparate sagen und einer nun gut hergerichteten Box, entließen wir die tapfere Dame in die verdiente Ruhe. Sie machte aber einen so geschwächten Eindruck, dass meine Sorgenfalten nicht kleiner wurden.

Als ich am frühen Nachmittag nach all meinen Patienten schaute, war die Mutter mit der „Käferstellung“ etwas stabiler, der Zustand der Mutter mit den zwei neu geborenen Lämmern unverändert verwirrt und die tapfere Dame mit der schwierigen OP war noch immer geschwächt. Ich hatte vorsichtshalber für ihr zweites unterentwickeltes Lamm eine Trinkflasche mitgebracht, doch leider war es nun tot. Die Natur ist ein Kreislauf, hat ihre ganz eigenen Regeln und verdient unseren Respekt, auch wenn uns ihre Wege manchmal nicht gefallen. Denken wir immer daran: wir sind nur kurz zu Gast.

…was für ein Tag!

Nachtrag: Bis auf die zwei unterentwickelten Lämmer, sind heute alle Sorgenkinder, von diesem Tag, wohl auf und freuen sich des Lebens. Doch wo war die Schäfer-Romantik? An diesem Tag hatte sie wohl gerade frei.

Guten Tag Vergangenheit

Was gibt es doch für tolle Erinnerungen, wenn ich an meine Schulzeit denke. Klar, einige Lehrer waren „Kriegsgegner“, aber einige schätze und kontaktiere ich noch heute. Da ist zum Beispiel meine Deutschlehrerin Frau Schwalbe. Nicht nur das sie einen „fröhlichen“ Namen hat, sondern auch sonst mir im Gedächtnis fest hängen geblieben ist, nicht so wie der Schuldirektor „Sklaventreiber“, ich meine Dr. Förster. Meine Lieblingslehrerin (ja das gibt es) habe ich sogar vor einigen Wochen besucht, so ganz privat. Wir waren herzlich im Umgang, haben uns sofort geduzt und auch sonst, war es ein tolles Aufeinandertreffen. Nur dass die „Schwalbe“ nun im Ruhestand und wie wir alle auch älter geworden ist. Sorry „reifer“

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nein, das ist nicht das „Weiße Haus“ in den USA, sondern meine Schule.

Manchmal kamen mir die Lehrer damals zwar so vor, als wollten sie die „Weltherrschaft“ übernehmen, was natürlich Quatsch war, aber als Kind erscheint einem die Welt eh in einem ganz anderen Licht. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Denn wir Erwachsenen haben den Schlüssel zu dieser wundervollen, kindlichen Zauberwelt verlegt und werden ihn vermutlich auch nie wieder finden.

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nach so vielen Jahren wieder durch diese Tür zu gehen…, ein eigenartiges Gefühl.

Dabei kommen einem 1000 Dinge in den Sinn. Selbst der Geruch in der Eingangshalle ist mir plötzlich vertraut, als ginge ich morgens zum Unterricht. Das ist wirklich überraschend und neben dem ganzen „Blödsinn“, den wir damals verzapft haben, erinnere ich mich an ganz viele tolle Bilder. Wow, so überwältigend hätte ich mir das nie vorgestellt. Es ist schon komisch, da läuft man durch seine eigene Vergangenheit und 1000 Erinnerungen, sogar Gefühle kommen zum Vorschein. Ich „sehe“ doch tatsächlich, wie „klein Peter“ durch die Eingangstür läuft und ich war sogar in meinem Klassenzimmer.

Mein Pausenhof Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Mein Pausenhof Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hier auf dem Pausenhof, haben wir meist unsere „wichtigen“ Pläne für den Nachmittag geschmiedet.

Der „Feind“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Der „Feind“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die „Feindliche Leitstelle“

Aus heutiger Sicht würde ich eher sagen: sie haben einen ganz guten Job gemacht. Nicht dass nun jemand auf den Gedanken kommt, diese Einsicht sei „Weisheit“, ich würde eher sagen: es ist das Alter.

Meine Schwester Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schwester Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schwester Heike

Und zum Schluss meiner „Yesterday Tour“, der krönende Abschluss. Meine Schwester kommt mir auf dem Flur entgegen. Denn nun arbeitet sie auch in einer dieser ehrwürdigen Hallen und versucht ebenso wie „meine Lieblings Schwalbe“, jugendlichen „Rebellen“, Sinnvolles mit auf den Weg zu geben. Ich könnte sie ja mal fragen, ob es aktuell auch solche „abenteuerlustigen“ Freunde wie uns in diesen „Kathedralen des Wissens“ gibt?!

…ich vermute, JA