Kategorie-Archiv: Tierschutz

Tierschutz ist ein explosives Thema und führt zu handfesten Streitigkeiten. Dabei gibt es die Initiative „Tierschutz“ noch gar nicht so lange. Vor tausenden von Jahren waren Tiere „nur“ nützlich, Beute oder Gefahr, denn wir waren noch nicht am Ende der Nahrungskette. Heute ist der intelligente Zweibeiner am Ende dieser Kette und hat sich auf der Erde überraschend schnell ausgebreitet. Damit wurden die meisten Arten zurückgedrängt oder vernichtet. Noch erstaunlicher ist aber, dass diese schädliche Veränderung (unseres Umfeldes) nur wenige Menschen interessiert -trotz dem Wissen, dass dies langfristig zu einem unserer größten Probleme führen wird. Handelt so ein angebliches„Erfolgsmodell“ der Evolution? …ich glaube, da müssen wir noch sehr viel lernen.

Können Tiere lügen?

Können Tiere traurig sein? wäre die nettere Überschrift gewesen, hätte aber den gleichen Inhalt.

Sind Tiere zu Emotionen fähig? Können sie durch bewusstes Verhalten täuschen? Das sind Fragen, die schon ganze Bücher gefüllt haben, in den verschiedensten Varianten. Nicht nur in den verschiedensten Varianten, sondern vor allem auch in den verschiedensten Ansichten –oder gar „Lagern“. Das ist ein unbekanntes Universum, denn wir Menschen benehmen uns zwar immer wie Dr. Allwissend (die Krone der Schöpfung), wissen aber noch nicht einmal, wieso Hunde Gras fressen oder sich in Unrat wälzen. Doch die wenigen, zaghaften Erkenntnisse lassen uns aufhorchen und staunen.

Meine schottischen Schafe können in jedem Fall lügen. Zunächst versuchen sie den Anschein zu erwecken, als könnten sie kein Wässerchen trüben, doch im Hinterkopf haben sie bereits einen ausgetüftelten Plan, wie sie auf die Nachbarweide kommen. Nun aber ganz im Ernst, Wissenschaftler haben zum Beispiel das Verhalten von Affen untersucht und beobachtet, wie Einzeltiere lautes Allarmgeschrei von sich geben, um von ihrem gefundenen Futter abzulenken. So können sie es allein fressen und müssen es nicht mit anderen teilen. Ganz schön link, oder?

Bei diesem Verhalten darf ich doch schon mal fragen: „ist das noch tierisch, oder schon menschlich“? Das würde aber auch bedeuten, dass wir Menschen die Falschheit für uns gebucht hätten. Mit diesen Gedankengängen sind wir mal wieder auf dem Holzweg, denn eine von unseren vielen Schwächen ist, wir nehmen uns viel zu wichtig. Wir, die „Weltenlenker auf Probe“, haben zwar die Erde nach unseren Bedürfnissen umgestaltet, aber auch den Kontakt zu ihr verloren. So bereitet es uns „Genies“ größte Schwierigkeiten, mit all unseren heutigen Sinnen uns den Tieren zu nähern. Warum? Weil wir einige Fähigkeiten bereits wieder verloren haben. Wir jagen ja bekanntlich nicht mehr selbst, sondern „besorgen“ uns bedrucktes Papier und tauschen es gegen „Fleisch“. Wen wundert’s da, dass wir mit dem „Innenleben“ anderer Lebewesen auf unserem Planeten große Probleme haben.

Natürlich können Tiere lügen und natürlich können Tiere auch trauern.

So ganz werden wir das „Innenleben“ der Tiere nie klären, denn wir können weder mit ihnen ausführlich kommunizieren, noch uns ihnen mit unseren „Ur-Sinnen“ nähern. Ich habe weder an einer Studie teil genommen, noch gerade dieses Verhalten der „Mitbewohner“ erforscht, sondern spreche von meinem direkten Umfeld, von meinen eigenen Beobachtungen. Wenn auch auf einer ganz anderen Ebene, aber zwischen Tieren gibt es ebenso ganz besondere Freundschaften, wie Trauer bei „Verlust“ und sie sind auch zu einer Art emotionalen Bindung fähig – die wir natürlich auch nicht verstehen.

Hunde können bei leichten Verletzungen schon mal übertreiben und Schaf-Mütter trauern, wenn ihr 2 Monate altes Lamm stirbt. Zu diesem und ähnlichen Themen gibt es zwei Lager. Nein sie sind „stumpf“ und ausschließlich Instinkt gesteuert und meine Fraktion, die in den Tieren ein viel größeres „Universum“ sehen, als wir kennen. Das alles ähnelt der Frage: Beweise den Glauben. Wir haben keinen Schlüssel zu diesem Schloss und bewegen uns mal wieder auf dem Holzweg der Vermutungen.

Familie Ⓒ Steffen Reuter /Schlau, durchtrieben, aber auch gefühlsbetont und sozial

Familie Ⓒ Steffen Reuter /Schlau, durchtrieben, aber auch gefühlsbetont und sozial

 

Zumindest bei der geplanten Lüge gibt es fundierte Untersuchungen, die uns aufhorchen lassen. Hier einige Beispiele: Junge Schimpansen fangen fürchterlich an zu schreien, wenn  ältere ihr Futter wegnehmen wollen, sie schreien aber nur sehr laut und aggressiv, wenn der Clan Chef in der Nähe ist, um Aufmerksamkeit zu erregen. Allein trauen sie es sich nicht. Können sie einen Artgenossen nicht „leiden“ beginnt das gleiche Spiel (auch ohne ersichtlichen Grund) Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Grund für dieses Verhalten ist, der Chef soll andere Gruppenmitglied in die Schranken weist.  Das ist nach unseren Maßstäben schon fast Mobbing. Fühlen sich Krähen von Artgenossen beobachtet, legen sie Schein-Futterlager an, um die Kollegen bewusst in die Irre zu führen. Hähne locken ihre Damen mit einem Futterruf an, was es aber gibt ist „Sex“.

„Schaaatz, ich habe tolles Essen gefunden“.

Die Liste ist der „Wunder im Tierreich“ ist lang und überrascht uns immer wieder. Wieso überraschen uns eigentlich diese neuen Erkenntnisse? Der Grund ist immer der gleiche: Wir verstehen diese Welt nicht mehr und wir haben auch keinen Schlüssel zu ihr.

 

 

Schächten – was ist das für ein „Scheiß“

Schächten, ein heikles Thema  – wieso eigentlich?
Meine Tiere werden nach bestem Wissen und Gewissen umsorgt. Mit meinen bescheidenen Mitteln versuche ich, ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen und freue mich, wenn meine Damen ruhig und zufrieden auf ihren Weiden stehen.  Da haben sich doch die Mühen im Winter und in der Lammzeit gelohnt. Es macht mich einfach glücklich, wenn meine kleine Herde sich intensiv um die Kürzung der Graslänge kümmert. Ein tolles Bild.

Es vergeht aber keine Woche, in denen nicht Autos gaaanz langsam an meinen Mädels vorbei fahren und sie in Augenschein nehmen. Da fällt mir doch Hänsel und Gretel ein: strecke mal den Finger durch das Gitter, bist du schon fett? Oft biegen sie in die Straße zu meinem Kloster ein und halten neben mir. „Du verkaufen Schafe?“ höre ich dann als nächstes. Eigentlich sollte es mich ja freuen, dass so großes Interesse an  meinen Tieren besteht, aber leider liegt hier die Sache ganz anders. Ich bin grundsätzlich allen Religionen positiv aufgeschlossen und jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden, aber schonender und respektvoller Umgang mit Tieren gehört nun mal zu meiner Lebensphilosophie. Genau diese Lebensphilosophie deckt sich nicht mit den wöchentlichen Fragen:

„Du verkaufen Schaf ? “

Scottish Blackface Lämmer Ⓒ Jasemin Be

Scottish Blackface Lämmer Ⓒ Jasemin Be

Hier geht es aber eigentlich nicht um den Verkauf, sondern um die Art und Weise wie mit meinen Tieren nach dem Verkauf umgegangen wird. Stichwort. Stressfreie und vor allem schmerzlose Tötung und nicht Schächten. Für alle die sich damit noch nicht auseinander gesetzt haben, das ist möglich. Dies Thema kann aber nur zufriedenstellend umgesetzt werden, wenn sich zu Fachkenntnis auch ein grundlegender Respekt gegenüber diesen Tieren dazugesellt. Doch in einigen Kulturen gelten viele Tiere als „unrein“ oder „minderwertig“. Stellt euch doch ganz einfach mal die Frage: „wieso waren dann diese Tiere bereits Millionen Jahre vor uns Menschen da?“ Ich würde sagen, Biologie nicht aufgepasst  – 5 setzen.

Doch die 5 in Biologie nützt mir nix, denn sie stehen vor meinen Tieren. „Schaf verkaufen?“
Den einzigen, den ich meine Schafe lebend verkaufe, ist die Schäferei Rose. Ein alter Familienbetrieb, bei dem der Sohn den Betrieb übernommen hat. Er geht toll mit seinen Tieren um. Respektvoll, fürsorglich und immer auch mit einem Hauch von Bewunderung. Ich möchte nicht andere Kulturen verurteilen, denn beim Thema Massentierhaltung und „Tierfabriken“ sind wir in der Welt Vorreiter, aber meine Tiere lebend in den Kofferraum eines PKWs zu verladen, kommt bei mir so gar nicht in Frage. Was passiert dann zu Hause? Muss ich das wirklich in allen Farben ausmalen? Es geht aber noch schlimmer. Damit das viele Blut nicht hinter dem eigenen Haus verteilt wird, bekam ich doch tatsächlich den Satz zu hören: „Verkaufen Schafe, können hier schlachten“? ( Schächten )

Was ist das für ein „Scheiß“.

Leute, in euren Ländern kann ich das leider nicht verhindern, aber bei uns bitte nicht. Berufsschäfer kümmern sich in einem 14 Stunden Tag liebevoll um ihre Herden und Schafzüchter mit 30, 50 oder 100 Tieren haben meist eine noch engere Bindung zu ihren Schützlingen. Da ist die Frage nach einer Schächtung, auf der eigenen Weide schon üble Beleidigung.

Kauft das Fleisch doch bitte ganz einfach in einer Schlachterei und alle sind zufrieden.

Massentierhaltung, Tierschutz & „BIO-Produkte“

Schickes Eigenheim, Hundeleine passend zur Kleidung, aber die Natur retten wollen.

Es spricht garnichts gegen ein schickes Eigenheim, im Gegenteil und was die farbigen Hundeleinen passend zur Kleidung betrifft, na-ja, dass muss jeder selbst entscheiden. Etwas ist aber gewaltig in Schieflage geraten, unsere Verbindung zur Natur. Tierfreunde wollen Tiere aber keinen Dreck, Gartenliebhaber möchten viel Grün, aber „gepflegt“ muss es sein, natürlich mit wöchentlichem Mähen. Ein sehr gutes Beispiel ist Vanessa aus Dortmund. Vanessa ist in der Großstadt aufgewachsen, hat einen überdurchschnittlichen Verdienst, als alleinerziehende Mutter besitzt sie sogar eine Doppelhaushälfte, einen Mercedes und liebt Tiere. Sie nimmt aus Notvermittlungen kranke Hunde auf, die sonst keiner haben will  – das ist bewundernswert. Arbeitet regelmäßig im Katzenhaus und likt auf Facebook schon mal Seiten, auf denen Tierschützer recht radikal vorgehen. Mit diesen Tierschutz-Idealen ist sie nicht allein, im Gegenteil, die überwiegende Mehrheit der Tier-Idealisten kommt aus der Großstadt und hat eher wenig Naturkontakt. Diese  Tierfreunde möchte ich nicht „kritisieren“, wir brauchen sie dringendst, aber einen kleinen Denkanstoß darf ich schon mit auf den Weg geben.

Sorry Vanessa.

Hier die ernüchternde Wahrheit: Arterhaltung um jeden Preis ist kein „Spaß“ für Tiere. Wir können nicht erst ihren Lebensraum vernichten und anschließend uns überlegen, dass wir die Tiere behalten wollen. Holzen wir einen Wald ab oder brechen eine große Wiese um, muss uns klar sein, dass wir alle drauf lebenden Tiere opfern. Jeder Tierliebhaber mit einem realistischen Verstand, kann nur verständnislos den Kopf schütteln und fragen: „Welcher Idiot hat sich den Plan ausgedacht, nach der Ausrottung in unserem dicht besiedelten Industrieland für viele Millionen Euros wieder Wölfe und Bären ansiedeln zu wollen“.

Wölfe in Deutschland

Wölfe in Deutschland

Wenn wir schon bei „Wünsch dir was“ sind, ich persönlich möchte unsere Dinosaurier zurück haben. Mit großen Mammutherden wäre ich auch schon zufrieden.
In unserer durchorganisierten, technischen Wunderwelt hat es die artgerechte Tierhaltung wirklich schwer und das trifft auch für unsere so geliebten BIO-Produkte zu  – oder wusstet ihr, dass in Obstplantagen zur Schädlingsbekämpfung ein Schwermetall wie Kupfer verwendet wird? Pro ha und Jahr dürfen lt. Verordnung 15Kg Kupfer ausgebracht werden. Den Obstbauern, die um ihre Existenz kämpfen kann man keinen Vorwurf machen, aber Kupfer? und das alles mit offizieller Genehmigung von höchster Stelle? Da wundern wir uns doch schon, oder? Nehmen wir an, eine Plantage umfasst stattliche 10 ha. 150Kg Kupfer pro Jahr und bei einer Pachtzeit von 25 Jahren wären das beängstigende 3,75 Tonnen. Da sich aber Kupfer im Boden nicht abbaut, würde ich nicht erst nach 25 Jahren Schilder mit der Warnung „Sperrgebiet“ aufstellen. Laut Verordnung ist das aber alles BIO, oder so…

Ebensolche haarsträubenden Überraschungen gibt es in unserer Tierhaltung. Wir zeigen immer sehr gern auf andere Länder, bei denen verwahrloste Hofhunde an der Kette hängen und von „deutschen Helden“ gerettet werden. Nehmt bitte ganz schnell den erhobenen Zeigfinger wieder herunter, denn wir in Deutschland haben das „Monopol“ auf nicht artgerechter Massentierhaltung. Oder kann mir einer erklären wieso wir Afrika und Süd-Amerika mit extrem billigem Fleisch versorgen ?.

Als ich mit Vanessa unterwegs war, (ich als Beifahrer) machte sie plötzlich eine Vollbremsung, bei der ich mich am Sitz festkrallen musste und fuhren einige Meter zurück. „Was ist los“ fragte ich verwirrt, „ich habe einen toten Igel gesehen“. Für diesen Igel war es leider zu spät, aber wenn wir unser Land mit schicken Straßen zupflastern, werden in Zukunft noch viel mehr Igel zerquetscht werden und nicht nur Igel. Ihr seht, Industrialisierung und vermeidlicher Wohlstand stehen mit artgerechter Tierhaltung auf den Kriegspfad.

Was übrigens den Kriegspfad betrifft: die Indianer waren damals auch im Recht und haben verloren. Sie leben heute in unwürdigen Reservaten und sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Genau so geht es vielen Tieren, denn Zoo, Zirkus, Käfig- oder Massentierhaltung ist mehr als nur unwürdig.

Scottish Blackface Nachwuchs Ⓒ Anja Winar

Scottish Blackface Nachwuchs Ⓒ Anja Winar

Herzlich willkommen in der Scheinwelt von Neo  – in der „MATRIX“.
(Falls jemand mit „MATRIX“ & „Neo“ nichts anfangen kann, so ist das echt blöd, denn meine fiktive Anzeige wäre dann verpufft)

Anzeige: Dringend erfahrener Programmierer gesucht
Entlohnung: Eine neue Welt

Tierschutz, Schmerzen und Massentierhaltung

Bei diesem heiklen Thema landet man schnell auf Glatteis, aber es gibt ja auch elegante Schlittschuhläufer. Also legen wir den Gang und Allrad ein, geben Gas und los. Sitzen wir auf dem Zahnarztstuhl, haben wir unseren „Gegner“ direkt vor Augen, den Zahnarzt. Die Arbeit mit „schwerem Gerät“ an unseren Zähnen bereitet äußerst unangenehme Gefühle, bis hin zu noch unangenehmeren Schmerzen. Wie sieht es aber im Tierreich aus? Da gibt es keine Ärzte, Schmerztherapie oder Notaufnahme. Sie müssen allein damit klar kommen.

Fühlen sie etwa weniger als wir?

Bei diesem Thema müssen wir ganz nüchtern auf den Entwicklungsstand der Spezies achten. Weniger weit entwickelte Arten haben ganz andere Verknüpfungen als hoch entwickelte Säugetiere. Insekten haben also ein völlig anderes Schmerzempfinden (wenn man das überhaupt so bezeichnen kann) als wir. Doch die These, dass auch hochentwickelte Lebewesen kaum bis gar keinen Schmerz empfinden, ist schlicht und einfach Unsinn. Ein Hund verletzt seine Pfote, Körper gibt seinem Gehirn das Signal „Körper defekt“. Der Hund leckt seine Pfote, um den Schmerz zu lindern und humpelt auf drei Beinen weiter oder gar zu uns. Weshalb sollte er das  tun, wenn es keine Schmerzen wären?

Dabei ist aber die Frage aller Fragen: Reagiert ein Tier nur reflexartig auf einen Schmerz oder werden diese Reize in höheren Hirnregionen verarbeitet und folgt darauf eine Handlungsänderung? Bei vielen Tieren entsteht zwar ein „Schmerz“, dieser wird aber nicht in wichtigen Hirnregionen weiter verarbeitet. Doch unsere allseits geliebten, hoch entwickelten Säugetiere verarbeiten diesen Signale. …so dass sie den Tierarzt auch nicht als ihren persönlichen Freund ansehen, wie wir den Zahnarzt. Das ist auch eines der großen Probleme, die Tierärzte haben. Sie können die Gefühlswelt ihrer Patienten nicht ergründen. Der Patient kann bei der Genesung nicht mithelfen und „Onkel Doktor“ versucht einen Spagat zwischen Weissagung und Schulmedizin. Im schlimmsten Fall hat alles „gut geklappt“ und endet doch mit dem Spruch: Operation gelungen, Patient tot.

Eine sprechende Kuh wäre also die Lösung für alle Probleme, wenn es da nicht einige Verständigungsschwierigkeiten geben würde. Solange wir aber nicht das „Innenleben“ unserer Tiere ergründen können, bleiben unsere Erkenntnisse immer im Bereich der Weissagungen. Zumindest wissen wir, dass zum Beispiel bei Insekten „bösartige“ Reize nicht an das Gehirn weitergeleitet werden. Etwas höher entwickelt Wesen nehmen „vermutlich“ Schmerzen als Kontakt-Reiz wahr und nur die am höchst entwickelten Säugetiere empfinden einen ähnlichen Schmerz wie wir, aber wir wissen es nicht.

Um diesen misslichen Zustand zu verbessern, habe ich schon oft versucht, mit Nachbars Kühen in Kontakt zu treten, leider ist es trotz größter Anstrengungen noch nicht gelungen, mit Moni (der pfiffigsten von allen) zu quatschen. Unsere Hunde sind da schon anders. Durch das dichte Zusammenleben mit uns, sind sie sozialisiert und die Verständigung ist deutlich besser als mit anderen Lebewesen. Wir können ihr Verhalten besser deuten und auch der Hund kommuniziert mit uns. Er gibt uns deutliche Signale und „übertreibt“ zu weilen schon mal.

Abby /Hardi P.Schaarschmidt Ⓒ Jasemin Be

Abby /Hardi P.Schaarschmidt Ⓒ Jasemin Be

Für einige hat unsere Unwissenheit auch ganz handfeste Vorteile. Dies hört sich komisch an, ist aber bedauerlicher Weise so. Nicht nur die Massentierhaltung, sondern bereits der Begriff „Nutztier“ ist eine Ausrede. Eine Ausrede- mit empfindsamen Wesen rücksichtslos umgehen zu dürfen. Gerade Schweine sind uns viel näher als Einigen lieb sein dürfte, was wir aber mit größter Beharrlichkeit ignorieren. Zum Beispiel wurde noch bis Ende der 80er Jahre den Studenten in den USA vermittelt, dass Tiere generell kein Schmerz-empfinden haben. Das war für eine ganz bestimmte Industrie ziemlich bequem. Denn in den Schlachtereien muss man weniger Rücksicht walten lassen denn die Tiere sind ja eh „nur“ Fleischlieferanten ohne Gefühle.

Heute wissen wir es besser oder anders gesagt: wir haben zu diesem großen Haus zwar noch immer keinen passenden Schlüssel gefunden, aber wir kennen wenigstens den Grundriss.

Tierschutz und Zirkus

Meine sehr verehrten Damen, meine sehr verehrten Herren, hier kommt der gefährliche Dickhäuter direkt aus dem Urwald und zeigt uns sein Können. An diesem Satz ist so ziemlich jedes Wort gelogen, bis auf das Wörtchen „und“. Der Dompteur steht mit einer Fantasie Uniform in der Manege und knallt mit der Peitsche. Sofort erscheinen die Giganten des Dschungels und trotten in die Mitte des Zeltes.  Das sind sie also, die „Bestien“ aus der Wildnis und zeigen uns nun ihr „Können“.

Ich bin nicht nur betroffen, sondern schäme mich für alle Anwesenden in diesem Zirkuszelt. Ein junges Mädchen springt vom Rücken einer der Elefanten, legt sich auf den Boden und die Giganten laufen über sie hinweg. Natürlich ohne sie zu verletzen. Nun lässt der Dompteur, die Tiere sich im Kreis drehen und verkündet voller Stolz, dass sie im Takt des Orchesters tanzen. Nach einigen Minuten ist dieses „Schauspiel“ vorbei und die Elefanten trotten aus der Manege.

Wieso ist der Tanzbär mit Ring in der Nase auf dem Marktplatz verboten, aber Wildtiere im Zirkus erlaubt? Falls irgendjemand glaubt, einen Elefanten gesehen zu haben, so war dies nur sein Schatten, der dressiert wurde, um uns zu amüsieren. Ein 3 Tonnen schweres Tier  soll uns unterhalten indem es lächerliche Bewegungen zur Musik ausführt?

Zirkus -nein danke

Das umfangreichste Elefanten- Wissen haben wir zum Großteil Iain Douglas-Hamilton zu verdanken. Douglas-Hamilton hat über 4 Jahre in einem Nationalpark in Tansania zugebracht, um diese beeindruckenden Wesen zu studieren. Zum Beispiel hat er herausgefunden, dass nicht wie allgemein angenommen, die Tiere mit all ihren Instinkten geboren werden. Nein, sie lernen vor allem von Familienmitgliedern das richtige Handeln. Die Elefanten geben in verstärktem Maße Wissen an ihre nächste Generation weiter und das zeugt von hoher Intelligenz. Zudem pflegen Elefanten einen ähnlich engen Familienverband wie wir Menschen und sorgen sich aufopferungsvoll umeinander. Natürlich ist in der Elefanten- Welt nicht immer nur Sonnenschein. Bullen können zu weilen schon recht aggressiv werden

…aber das ist die Natur in ECHT.