Kategorie-Archiv: Tierschutz

Tierschutz ist ein explosives Thema und führt zu handfesten Streitigkeiten. Dabei gibt es die Initiative „Tierschutz“ noch gar nicht so lange. Vor tausenden von Jahren waren Tiere „nur“ nützlich, Beute oder Gefahr, denn wir waren noch nicht am Ende der Nahrungskette. Heute ist der intelligente Zweibeiner am Ende dieser Kette und hat sich auf der Erde überraschend schnell ausgebreitet. Damit wurden die meisten Arten zurückgedrängt oder vernichtet. Noch erstaunlicher ist aber, dass diese schädliche Veränderung (unseres Umfeldes) nur wenige Menschen interessiert -trotz dem Wissen, dass dies langfristig zu einem unserer größten Probleme führen wird. Handelt so ein angebliches„Erfolgsmodell“ der Evolution? …ich glaube, da müssen wir noch sehr viel lernen.

Schein oder Sein

Wir leben in einer schnellen, hektischen Welt, in der alles jetzt und sofort passieren muss. Dabei schauen wir auch gern mal NICHT hinter die Kulissen, sondern begnügen uns mit dem Schein.

Ein Beispiel: Fragen wir uns ernsthaft, wie es möglich ist, dass uns die bunte Werbung T-Shirts für 3,99 € verspricht? Nur drei Sekunden Gehirn-Aktivität und wir würden bei der Beantwortung dieser Frage in eine mittelschwere Krise stürzen. Da leben wir lieber weiterhin in unserer Schein-Welt. Wir leben in ihr, weil sie doch so wunderbar bequem und einfach ist.

Gruselige Scherzverpackung. Spiele-Wurst

Gruselige Scherzverpackung. Spiele-Wurst

Gruselige Scherzverpackung. Spiele-Wurst

Ich frage mich auch, weshalb es kaum jemanden interessiert, dass hinter den hübschen Bildchen auf der abgepackten Wurst für 79 Cent millionenfaches Elend steckt. Wollen wir diese schrecklichen Bilder aus den Tierfabriken überhaupt sehen? Nein, denn mit einem netten Bildchen auf der Verpackung schmeckt die Wurst besser und lässt sich auch besser verkaufen.

Kürzlich fragte mich jemand:  „Bist du ein Grüner?“ Als ob die Grünen das Tierwohl für sich gepachtet hätten. Und nein, ich bin parteilos. Nur mal nebenbei angemerkt: Hätten die Grünen einen guten Job gemacht, wären wir heute nicht Weltmeister in der Massentierhaltung. Meine Einstellung, die zugegeben nicht immer mit dem aktuellen Zeitgeist konform geht,  habe ich meinem gesunden Menschenverstand zu verdanken.

Kürzlich bestätigte sich beim Besuch einer gut funktionierenden Thüringer Groß-Schäferei, dass respektvoller Umgang mit Tieren keine Theorie sein muss. Selbst die Hundezwinger gefielen mir, obwohl ich kein Anhänger von Außenzwingern bin. In diesem Unternehmen herrschte nicht der Schein oder eine Wunsch-Welt vor, sondern ein respektvoller Pragmatismus, gepaart mit Erfahrung und Begeisterung. Wunderbar.

Auch wenn unsere selbstgebastelte Schein-Welt bequem zu sein erscheint, in den 200.000 Jahren Menschheitsgeschichte hat sie noch nie funktioniert.

 

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Meine täglichen Erlebnisse rauschen wie ein Schnellzug in voller Fahrt an mir vorbei und ich komme gar nicht dazu, all das Erlebte festzuhalten. Das Erleben, das Machen und das Aktiv sein sind ja aber auch nur eine Seite meines Lebens, worum es mir noch geht, nämlich das Schreiben, ist eine ganz andere.

Eigentlich sollte mein Erstlingswerk „Tiergefährten“ bereits im Sommer auf dem Markt sein, aber bei der Abschlussbesprechung in Berlin flogen mir nicht nur die Kritikpunkte meines Lektors um die Ohren, sondern auch die von einer guten Freundin, die der schreibenden Kunst mächtig ist. Das Schreiben und Veröffentlichen eines Buches hatte ich mir bis dahin ganz anders vorgestellt.

Bucherscheinung 2017 - Tiergefährten -

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Aber da jede Krise auch ein produktiver Prozess ist, sollte ich froh sein, dass ich so kompetente Freunde an meiner Seite habe. Deshalb ist des vermeintlich fertige Buch nun wieder für eine neue Überarbeitung freigegeben. Nein, ich bin nicht deprimiert, vielleicht ein bisschen enttäuscht. Mit meinem Erstlingswerk male ich mir natürlich keine Chancen auf den Pulitzer Preis aus, der mir sowieso egal ist, aber ich möchte unbedingt, dass der Schnellzug meines Lebens einen Moment anhält, Ihr eine Strecke mit mir reisen könnt und ich Euch dabei meine Geschichten über die Tiere und Mutter Natur lebendig und fesselnd erzählen kann.

Mutter Natur? Mit diesem Namen sollte ich mich auch mal näher beschäftigen..

Auch wenn ich dachte, wir hätten alle Arbeiten abgeschlossen, haben sich nun alle Beteiligten wieder in die Arbeit gestürzt und aus dem Sommer-Buch wird wohl eher ein Herbst-Buch 2017.

Ganz mit den Worten des genialen Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende“. Ihr dürft also weiter gespannt sein und ich informiere Euch über Neuigkeiten.

 

Herzliche Grüße aus dem schönen Nienburg
H.P.Schaarschmidt

 

Ich glaube, ich bin verrückt geworden oder einfach nur ein Tierfreund?

Auch wenn jetzt einige zustimmend nicken (zumindest zum 1.Teil meiner Überschrift), so möchte ich dem Rest kurz von meinen Gefühlen berichten. Alle Tierfreunde wissen, wie sehr einem diese kleinen Biester ans Herz wachsen können. Meine Tiere haben nicht nur einen festen Platz in meinem Leben, sondern gehören mit zur Familie. Aus beruflichen Gründen habe ich für meine Lieblinge im Moment relativ wenig Zeit und irgendwie fehlt das. Was aber machen, wenn man den 120 Schafen und den Hunden die Mäuler zu stopfen hat? Meine Hunde und ich gingen an einem späten Nachmittag zu den Schafen und kontrollierten alle drei Standorte. Als wir auf der letzten Weide, auf der eine meiner drei Photovoltaikanlagen steht, angekommen waren, tollten wir herum und verbrachten dort etwas freie Zeit, denn bei den Damen war alles in Ordnung. In diesem Moment war ich sehr glücklich und meine Hunde genossen es auch.

Abby & May /h.p.schaarschmidt

Abby & May /Foto  Jasemin B

Plötzlich schoss es mir wie ein Blitz durch den Kopf: Irgendwann werden sich unsere Wege schmerzlich trennen. Ich fühlte einen Schmerz, den ich mir niemals so überwältigend vorgestellt hatte. Bin ich jetzt verrückt geworden? Vermenschliche ich meine Tiere? Ich bin der Meinung, dass ich alles für meine vierbeinigen Gefährten tue, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wieso kann mich ein Trennungsschmerz überwältigen, den es noch gar nicht geben kann?

Vielleicht bin ich ja verrückt geworden.

Das führte mich aber sofort zu der Frage: „Was bedeutet der unfachmännische Begriff  „verrückt“?“
Bedeutet es vielleicht auch, in seiner eigenen Welt zu leben und eine ganz eigene Sicht auf die Dinge da draußen zu haben? Eine interessante Frage. Wir Tierfreunde werden von manchen Zweibeinern hin und wieder sehr kritisch betrachtet und ich bin mir sicher, dass einige uns zumindest für seltsam halten. Ich hingegen halte es für mehr als nur eigenartig, wenn man, als extremes Gegenbeispiel, Tiere generell ablehnt oder die störende Katze des Nachbarn fangen will, um sie in der Regentonne zu ertränken.

Wer ist da nun wirklich verrückt?

Diejenigen, die sich mit Tieren und dem Kreislauf der Natur eng verbunden fühlen, oder die anderen, die Tiere als lästiges Beiwerk betrachten? Fragen über Fragen. Das sind Themen, die uns mehr prägen als wir im Allgemeinen annehmen und es sagt zudem auch eine ganze Menge über unsere Persönlichkeit aus. Natürlich ist es auch falsch, 20 Katzen in einer Wohnung zu halten und der Meinung zu sein, das sei Tierliebe. Oder seine 6 Hunde jede Nacht im Bett schlafen zu lassen.  Diese Beispiele zeigen eine extrem andere Einstellung zu Tieren, sind aber ebenso „verrückt“. Warum? Weil dies weder gut ist für Tiere, noch eine artgerechte Haltung unserer vierbeinigen Mitbewohner darstellt.

Ein von mir sehr geschätzter Border Collie-Züchter und Ausbilder verbrachte vor einigen Jahren seinen Urlaub in England und besuchte natürlich auch viele Veranstaltungen, Verkaufs-Events von Border Collies und Trials. Einer der vorgeführten Junghunde zeigte sich an diesem Tag nicht von seiner besten Seite. Der Ausbilder aber sah mehr in ihm. Er kontaktierte den Besitzer, verhandelte und nahm diesen Hund als neuen Kollegen mit nach Deutschland. In den kommenden Jahren schenkte er ihm Zuwendung, artgerechte Ausbildung und ein gutes Zuhause. Die zwei wuchsen zusammen und machten in der Ausbildung große Fortschritte. Das wurde nach einer langen Trainingszeit mit dem Titel „Deutscher Meister“ ausgezeichnet. Die beiden hatten es doch tatsächlich geschafft, das beste Team Deutschlands zu werden. Toll!

Kurz nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit nahm  das Leben dieses Traum-Teams eine überraschende Wendung. Der Vierbeiner erkrankte Krebs. Eine Tumorerkrankung von der Sorte, die schnell, effektiv und bösartig vorgeht …und meistens gewinnt. Da der Zweibeiner Tierarzt war, wusste er nach zahlreichen Untersuchungen, was auf seinen vierbeinigen Kollegen und auf ihn selbst zukommen würde. Er musste seinen Gefährten einschläfern.  Was mag in einen wirklichen Tierfreund vorgehen, wenn er seinen talentiertesten Begleiter selbst einschläfern muss? Diese Ereignisse müssen ihn schwer erschüttert haben. Unvorstellbar.

Können Nicht-Tierfreunde solch tiefe Erschütterungen verstehen? Ich glaube nicht. Deren Bemerkung wäre wahrscheinlich: „Es war doch nur ein Hund.“ Hunde und viele andere Tiere sind intelligente, sensible Wesen, die unseren Respekt verdienen und keine Verachtung als „niedrige Wesen“.

h.p.schaarschmidt

Der kleine Haus-Tiger / Foto Steffen Reute

Derjenige, der Nachbars Katzen ertränkt, brüstete sich noch, dass man sie, wenn sie zu zappeln aufgehört haben, noch weitere dreißig Sekunden unter Wasser halten muss, damit sie auch wirklich tot sind. Auch das sind unsere Mitmenschen: grausam, rücksichtslos und dumm.

Falls wir Tierfreunde also mal wieder einmal als seltsam oder gar verrückt bezeichnet werden, so können wir allen Kritikern entgegentreten und unsere Einstellung voller Stolz verkünden: Die Natur ist kein Streichelzoo, aber wir sind ein Teil des Kreislaufs und voller Respekt vor jeglichem Leben. Meine Freundin ist auch eine echte Tierfreundin, deshalb muss ich mit ihr auch noch mal über Spinnen reden…

Bin ich also verrückt, dass ich mehr als nur erschrocken bin, wenn ich an die bevorstehende Trennung von meinen vierbeinigen Freunden denke?

NEIN, denn sie sind ein Teil meines Lebens und das gut so.

 

Der Geisterhund

Man sagt „er ist bösartig und tötet jeden“. Einige behaupten sogar „er habe übernatürliche Kräfte“. Niemand hat ihn so richtig aus der Nähe gesehen, nur ein Landwirt, zwei Kinder und drei Radwanderer, die sich verfahren hatten. Ein großer schwarzer Hund, der in den riesigen Sandabbaugebieten und Kiesgruben umherstreift. Am Tag kann man ihn nicht sehen, oder nur ganz selten, aber in der Dunkelheit gehören alle Kiesgruben ihm. Denn niemand traut sich zu später Stunde zwischen die Sandberge. In der Nachtschicht schallen quietschende Förderbänder weit über die Ebene und verbreiten eine fast schon mystische Atmosphäre.

Der Geisterhund Ⓒ Steffen Reuter

Der Geisterhund Ⓒ Steffen Reuter

Der „Geisterhund“ – eine einsame „Bestie“

Soweit die „Legende oder besser gesagt der „Volksmund“. Nun ist dies aber keine Erzählung aus Grimms Märchen, tatsächlich vor drei Jahren, ca. 10 Kilometer von mir in den Stolzenauer Kiesgruben passiert. Arbeiter wollten ihn fangen, Jäger erschießen und besorgte Tierschützer adoptieren – doch keiner hatte „Glück“, denn er war einfach zu schlau. Dieser Pfiffikus kannte sich in dem großen Abraumgebiet aus und kam anscheinend gut zurecht. Er war so menschenscheu, dass man vermuten könnte, dieser „arme“ Hund hat wohl schlecht Erfahrungen gemacht.
Soviel zu dem „bösartigen“ Geisterhund.
War dieser Hund wirklich ein „Aussätziger“, den man nur bedauern konnte? Ich für meinen Teil, vermute, er hatte die schönste Zeit seines Lebens – von gelegentlichen Futterengpässen mal abgesehen. Nur eine Hündin hätte sein Leben noch bereichern können. Dieser „vogelfreie“ Vierbeiner war für kurze Zeit ein nicht fassbarer Teil der Natur und das machte uns Menschen Angst. Wir Zweibeiner konnten ihn noch nicht einmal sehen. Denn er mied unsere Nähe wie der Schneemann das Feuer. (…ich weiß, der Vergleich „hinkt“ etwas)
Genauso entstehen Geschichten und Märchen. Aus einem vermutlich entlaufenen Vierbeiner wird „Der Geisterhund“ und aus unerklärlichen Todesfällen ein “Geisterhaus“. So sind wir eben, Angst vor dem Unbekannten und bei eigenen „Erklärungen“ sehr erfindungsreich. Manche sehen sogar um Mitternacht 30 weiße Schafe, wow „gruselig“. Waren das auch „Geister Schafe“? Falls also auch ihr weiße „Geister Schafe“ seht, wendet euch vertrauensvoll an mich, denn es waren bestimmt meine Scottish Blackface auf Entdecker Tour.
Eine Freundin aus Dortmund, die sich im Tierschutz engagiert, hatte schon den wunderlichen Gedanken: „wir fahren in die Sandgruben, locken den Hund mit Futter an, fangen ihn ein und ich nehme ihn mit nach Hause“. Über diesen Vorschlag könnt ihr sehr gern nachdenken und ich bin auf eure Antworten gespannt.

Ist dieser Vorschlag nun GUT oder SCHLECHT?

Es gibt aber auch „Geisterhunde“ eines ganz anderen Schlages. Hunde die so ausgemergelt aussehen – fast „gruselig“. Vor zwei Wochen fuhr ich auf einer Bundesstraße in Landesbergen Richtung Nienburg und mitten im Ort stockte der Verkehr. Ein ziemlich großer Hund lief ziellos über die Straße. Blieb stehen, bewegte sich und machte einen leicht verwirrten Eindruck. Alle Autofahrer hielten Abstand, fuhren langsam vorbei oder hielten an, auch die 40 tonner Lkw`s. Ein Verkehrs Chaos. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bist dieser Vierbeiner unter die Räder kommt. „Eigentlich“ hatte ich in 10 Minuten einen Termin, aber kann man da einfach weiterfahren? ich in diesem Fall nicht. So fuhr ich also rechts raus, stellte mein Auto ab und machte mich ans Werk. Meine erste Aktion, die komplette Bundesstraße zum Stillstand zu bringen. Das ging ja leicht und das für mich als Zivilist, ohne Kelle und Uniform. Als nächstes nahm ich den Hund in Augenschein, ob er aggressiv ist und in welchen Zustand sich dieser verwirrte Kammrad befindet. Es stand eine ausgemergelte Hündin vor mir, die nicht nur einen leicht verwirrten Eindruck machte, sondern auch ein Gesäuge hatte, dass fast bis auf die Erde hing. Ein Paradebeispiel für Missbrauch als „Gebermaschine“.
Ein erschreckendes Bild, auch das war ein „Geisterhund“, denn er war nur noch ein „Schatten“.

Nachdem ich diese bedauernswerte Kreatur von der Straße gebracht hatte, rief ich die Polizei. Die netten uniformierten Polizisten schüttelten auch nur den Kopf, aber nun erhielt das Ganze was Offizielles. Sie stellen sich doch tatsächlich mit Blaulicht an den Straßenrand und fahndeten nach dem Halter. Zu meiner Überraschung kannten sie den „Züchter“, denn seine Hundehaltung (er hatte noch zwei weitere) war bereits mehrfach aufgefallen.

Das „zu Hause“ der Hunde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das „zu Hause“ der Hunde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das „zu Hause“ der Hunde, ein „Müll-Haus“

Die Gesetzeshüter übernahmen die Verkehrsregelung, sicherten den Hund und warteten auf eine Antwort zum Halter aus ihrer Leitstelle. Bei der Verabschiedung fragte ich: „was wird aus diesem „Geisterhund“? er sieht ja gruselig aus“. „Wir schreiben einen Bericht, der Halter bekommt vielleicht eine Anzeige und es geht eine Meldung an die zuständige Behörde“. Das ist mir eindeutig zu wenig. Aber das ist nicht die Schuld der zwei freundlichen Beamten, sondern der entsetzlich laschen Gesetzeslage.

Doch bleibt die Frage: Was ist damals aus dem „Geisterhund“ in den Sandgruben geworden?
Niemand hat ihn jemals wieder gesehen.

Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein unter Tränen

Das macht mich so richtig sauer und geht alle Schafhalter an. Ganz besonders geht es aber auch stellvertretend allen Berufsschäfern an den „Kragen“. Wenn schon solche hoch qualifizierten und umtriebigen Schäfereien sterben, ist es für die letzten verbliebenen Betriebe auch nur noch eine Frage der Zeit.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Gestern erhielt ich eine E-Mail, mit der ganzen Wahrheit über die Arbeit und dem Desaster der von mir so sehr geschätzten Schäfermeisterin und studiertem Biologin Kerstin Doppelstein: Vor drei Tagen sprach Kerstin vor Hunderten von Zuhörern an einem ganz besonderen Ort in Großenhain, wo sie selbst zur Schäfermeisterin ausgebildet wurde  – ihrem Traumberuf. Neben Kollegen saßen auch hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und der Staatssekretär im Publikum. Als sie am Rednerpult das Wort ergriff, war es beängstigend still und nachdem die gestandene Schäfermeisterin ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, begann ein tosender Beifall. Das war vor vier Tagen.

Begonnen hat Kerstin Doppelstein mit 28 Tieren und 1,5 Hektar. Sie baute ihren Betrieb in den vergangenen Jahren auf über 600 Muttertieren und  300 Hektar Landschaftspflege aus. Als ich das letzte mal mit ihr gearbeitet habe, hatten wir über 1.000 Tiere zu betreuen und die Arbeit schien kein Ende zu nehmen. Obwohl sie häufig nur vier Stunden schläft, ständig arbeitet, zehrten einige zusätzliche Probleme ganz besonders an ihrer Substanz. So ist ihr unverständlich, weshalb eine EU-Förderrichtlinie zu Weideland und Dauergrün so ausgelegt wird, dass sie die dazugehörige Betriebsprämie nur für einen Teil ihrer Flächen erhält. Obwohl sie alle auf die gleiche Art und Weise mit Schafen beweidet.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Zu all dem nehmen die Behörden zu viel Rücksicht auf Beschwerden von Personen, die alles habe, nur leider kein Schaf-Wissen. Etliche irrwitzige Gespräche mit dem  verantwortlichen Amt haben deshalb schon Unmengen an Zeit verschlungen. Zum Beispiel klang das so: „Frau Doppelstein, ein aufmerksamer Bürger ist der Meinung, er kann spüren, dass es Ihren Schafen nicht gut geht. Er erkennt es daran, dass sie so traurig gucken. Ich halte davon auch nicht viel, aber wir müssen dem nachgehen. Könnten Sie bitte irgendetwas tun, damit Ihre Schafe fröhlicher gucken?“

Wortwörtlich und tatsächlich genau so passiert.

Was sich wie ein Witz anhört, behindere die Arbeit immer massiver. 2013 erhielt Kerstin den Umweltpreis für ihr Projekt „Hutewald am Cospudener See“. Durch den Einsatz ihrer Bio-„Rasenmäher“ – darunter 20 Yaks – entsteht auf früherem Tagebaugebiet eine Landschaft, in der bereits wieder der Kuckuck oder der sehr seltene Wendehals ihren Nachwuchs aufziehen.

Weitere „aufmerksamer Bürger“ haben beim Landwirtschaftsministerium angezeigt, dass für 300 Coburger Fuchsschafe, die den letzten Winter nahe des BMW-Werks verbringen sollten, ein Witterungsschutz fehle. Die Behörden-Maschine setzte sich in Gang. Eine Kontrolle vor Ort ergab: Nichts zu bemängeln, alles in Ordnung. Dennoch wurde der Schäferin geraten, bei der nächsten Anzeige mit den Tieren besser in einen Stall zu wechseln. Kerstin wollte die Herde daher vorsichtshalber auf Weideflächen im Stöhnaer Becken umsetzen. Dort verlangte das zuständige Amt des Landkreises einen ganzjährigen Witterungsschutz. Dabei würde der Bau solcher Anlagen in dem Naturschutzgebiet, wo Kraniche brüten, vom Umweltamt niemals erlaubt. Und wäre nach ihrer Überzeugung auch für die Tiere nicht gut.

Soviel zum Thema Unterstützung und realitätsferner Auflagen.

Diese fast film-reifen Erlebnisse mit den Behörden brachten irgendwann selbst eine Kerstin Doppelstein an ihre Grenzen und macht mich so richtig sauer, denn wenn eine „hart gesottene „ Schäfermeisterin vor Hunderten Zuhörern in Tränen ausbricht, ist das nicht hinzunehmen.

Wenn ihr Kerstin Doppelstein unterstützen möchtet, so sendet bitte ein Mail an die Stadtverwaltung Leipzig und bekundet eure Unterstützung für die letzte Leipziger Schäfermeisterin, Kerstin Doppelstein.

 

Pegasus, dass Pferd auf dem Hochplateau

Von den meisten Tieren kennen wir den Körperbau wie eine Landkarte, was sie fressen oder ihr Umfeld, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn hinter jedem Lebewesen steckt viel mehr. Jedes Individuum lebt in seinem eigenen Kosmos und wir sind nicht mehr Teil davon. Wer weiß schon, das Schafe in ihrer Herde Streit schlichten und sogar unterscheiden, wer den Streit begonnen hat, Wölfe fantastisches Sozialverhalten haben, Schweine uns ähnlicher sind als die meisten glauben und die Milch nicht vom -Supermarkt stammt.

Es sind schon viele schlaue Bücher darüber geschrieben worden, wie besonders einige Tiere sind, was unsere Hunde im Stande sind zu leisten und wie weit die Kluft zwischen Tieren und Menschen aufgerissen ist, doch verstanden haben es die meisten bis heute nicht. Ich kann zu diesem Thema eine tatsächlich passierte Geschichte anbieten, die uns eben so traurig wie nachdenklich stimmt.

…und nachdenklich ist gut

Zugetragen hat sich das Ganze 1973 auf der Smilers Farm, am Rande der Rocky Mountains in den USA. Die Smilers Farm, ist nichts Besonderes. Viel Arbeit, die alltäglichen Sorgen wie alle anderen und eine große Anzahl von Tieren. Hühner, Schweine, Hunde, Pferde, aber vor allem Rinder.  Die Jobs auf der Smilers Farm waren hart und wie alle ihre Nachbarn, kämpfte auch diese Farm ums Überlebe. Eines Morgens war ein altes Pferd verschwunden, was sich niemand erklären konnte. Gestohlen konnte es nicht sein, denn es war bereits 27 Jahre und bekam sein Altenteil. Alle waren verwundert, da Bud noch nie Probleme gemacht hatte. Bud war ein Mustang und wurde von Vater Smiler vor 25 Jahren auf einer Auktion für wenig Geld ersteigert. Da Bud nach eine Suchaktion unauffindbar blieb, musste man das Verschwinden akzeptieren, denn wie jeden Tag wartete auf die Mannschaft bereits wieder eine Menge Arbeit.

4 Tage später fliegt ein Post-Flugzeug seine gewohnte Route. Kurz vor den letzten Stationen traut der Pilot seinen Augen nicht. Bin ich übermüdet, habe ich Fieber, bin ich krank oder ist das auf dem Hochplateau  tatsächlich ein Pferd? Nach dem ersten Schock, griff er hart in sein Lenkrad und umkreiste das Plateau. Es war Spätherbst und auch die Ausläufer der Mountains waren bereits mit Schnee bedeckt, also auch dieses kleine Hochplateau. Es war unglaublich, da stand mitten im Schnee ein Pferd, scharrte nach Gras und war weit und breit allein. Wie konnte es dahin gekommen sein? von einem Helikopter in die Berge gebracht? Aber warum sollte jemand so etwas tun? Da steht tatsächlich ein Pferd, dass wir mir niemand glauben. Der Pilot brach seine Tour ab, in den Rocky Mountains kommt es bei der Post ohnehin nicht auf einen Tag an, und flog zurück. Sofort lief er zu seinem Chef und erzählte von einem Pferd im Schnee in den Bergen. Dabei fuchtelte er wild mit den Armen und hatte aufgerissene Augen. Die kurze Antwort war: ich glaub du brauchst Urlaub.

Hochplateau in den Rocky Mountains

Hochplateau in den Rocky Mountains

Nach einer schlaflosen Nacht, flog er nächsten Morgen die gleiche Route, packte aber diesmal einen Fotoapparat ein. Das Pferd war noch da, hatte sich hingelegt und machte einen schwachen Eindruck. Er steuerte sein Flugzeug so dicht es an das Hochplateau heran nur ging, machte Fotos und drehte wieder ab. Wieder zu Hause angekommen, brachte er den Film sofort zum entwickeln, mit der Bemerkung: lass alles liegen, ich brauche diese Fotos. Noch am selben Tag bekam er seine Fotos und sie waren spektakulär. Ein Pferd im Schnee auf einen Hochplateau in den Rocky Mountains. Mit diesen Fotos fuhr er in Rekord verdächtiger Zeit zurück in seine Poststation und stand wieder vor seinem Chef. „Chef Chef, hier ist es  – das Pferd“. Wieder fuchtelte er mit den Armen und hatte weit aufgerissene Augen, doch diesmal mit Fotos. Auch er traute seinen Augen nicht, denn was er sah war tatsächlich ein Pferd, ganz allein auf einem zugeschneiten Hochplateau. „Mein Gott“, war das einzige was er herausbrachte und setzte sich an seinen Schreibtisch. Er war sprachlose und das hatte man in seinen über 30 Dienstjahren noch nie erlebt. „Ein Pferd“, murmelte er, „da oben steht tatsächlich ein Pferd“.

Von nun an flog jeden Tag einer der Piloten an dem verschneiten Hochplateau vorbei und sie haben dabei eine erstaunliche Fertigkeit entwickelt, Heu ab zu werfen. Der Leiter der Poststation hatte schon an den Einsatz eines Helikopters gedacht, um dieses „arme“ Tier herunter zu holen, aber allen ging immer wieder diese eine Frage durch den Kopf: „wie kommt das Pferd da hin“? von nun an war es mit dem Schlaf von allen Piloten vorbei, denn jeder wollte diesem eingeschneiten Pferd da oben helfen. Das ganze ging so einige Tage, bis – ja bis einer von ihnen die Presse verständigte. Nun nahmen die Ereignisse eine ganz andere Wendung und Heerscharen von Story Jägern machten sich auf den Weg. 1973 gab es keine Zeitung, die nicht von dem Pferd in den Rocky Mountains berichtete. Fotos von dem schwachen Tier im Schnee und die Frage: wie kommt es da hin? Die Medien gaben dem Pferd sogar einen Namen: „Pegasus“. Die Theorien reichten von: „das ist ein Scherz“, über „aus dem Flugzeug gefallen“ bis hin zu „das waren Außerirdische“.

Rocky Mountains

Rocky Mountains

Der Medienrummel war gigantisch und wie konnte es anders sein, irgendwann landeten die Bilder auch auf der Smilers Farm. Als Vater Smiler eines Tages in einer Zeitung das Foto von „Pegasus“ sah, verschlug es ihm die Sprache. „Ich werd verrückt, das ist But“. „Er lebt, aber wie zum Teufel kommt er in die Rocky´s“? die Smilers meldeten sich sofort bei der Zeitung, um zu erfahren wo sich das Drama abspielt und wo genau ihr Pferd steht. Die Zeitung witterte eine erneute Story und organisierte nach diesem Telefonanruf sofort eine Rettungsexpedition für 4 Personen. Die zwei Smilers Söhne, ein Journalist und ein Bergführer waren mit von der Partie. 2 Tage später sollte es losgehen und alle Beteiligten trafen sich am Fuße der Rocky Moutains. Beim Anblick der Berge kam immer wieder die Frage auf:  „Wie kommt Bud da hinauf? und wieso ist er überhaupt da oben?“, denn dieser ganzen „Medien-quatsch“ von Außerirdischen oder sonstigem Unsinn grenzt ja schon an „Massen-Verdummung“  – aber was soll’s, so läuft das eben und die Dummen sterben niemals aus. Bud stand auf einem Plateau, was zu Fuß noch erreichbar war, aber ein Tagesmarsch in mehr als nur unwegsames Gelände und einsetzende Schneefälle waren kein  „Kinderspiel“.  Auf halber Strecke kam den Smilers Söhnen schon mal der Gedanke, „was macht dieser blöde „Gaul“ nur da oben und warum zum Teufel müssen wir dieses verrückt gewordene Pferd wieder herunter holen“?

Der Aufstieg war mühselig, aber nach 6 Stunden standen sie auf dem Plateau. In der Mitte lag ein abgemagertes, erschöpftes Pferd. Neben ihm etwas Heu. Da ist er also, unser Bud. An der Rückseite des Plateaus gab es einen schmalen Pfad, der aber bei Schneefall schon recht riskant war. Den musste Bud genommen haben. Da stellt sich aber noch immer die Frage: Warum? Die Smilers gingen sofort zu Bad und begrüßten ihn. Bud war erschöpft, antriebslos und hatte sich anscheinend seinem Schicksal ergeben. Während der Journalist sofort mit dem fotografieren begann, redeten die Smilers Brüder mit ihrem Pferd, denn sie hatten auf dem Rücken von Bud ihre Kindheit verbracht. Sie liebten ihn und wollten dem alten „Kameraden“ helfen. Sie kannten ihren vierbeinigen Freund genau und hatten nach einiger Zeit das mulmige Gefühl, Bud wollte gar nicht gerettet werden, sondern hier oben ganz allein liegen bleiben. Plötzlich lief einem der beiden Smilers die Tränen über die Wangen und sagte zu seinem Bruder: „Bud will nicht gerettet werden, er ist hier oben um allein und in Freiheit sterben zu wollen“. Bud war ein frei geborenes Wildpferd, das eingefangen und an die Smilers verkauft wurde. Nun hat er gespürt, dass es zu Ende geht und seine alte Heimat aufgesucht. Wir können Bud hier nicht wegholen. So geschah es dann auch. Nach großen Protesten des Journalisten, traten sie den Rückweg an und ließen ihren alten Freund wieder allein.

Denver am Rande der Rocky Mountains

Denver am Rande der Rocky Mountains

Was sie aber nicht ahnten, direkt nach der Rückkehr, organisierte eine Große Denver Zeitung die „Rückkehr von Pegasus“. In Denver, am Rande der Rocky Moutains wurde ein Mega Empfang vorbereitet und alle Medien des Landes hatten sich auf den Weg in die Stadt gemacht. Bud wurde mit einem Helikopter von seinem Plateau geholt und in einem Holzkarren in die Stadt gefahren. Der Einzug glich dem eines Popstars, doch Bud lag in seinem Karren, denn er war bereits zu schwach. Nach 8 Tagen klingelte auf der Smilers Farm das Telefon, die Zeitung rief an.

„Pegasus“ ist tot“

Bud gehörte zu ihrer Kindheit und nun ist er tot. Er war gutmütig und hatte nie Probleme bereitet. Nur einmal war er sehr krank, wurde aber mit viel Liebe wieder gesundgepflegt. Die Smiler`s sind harte Arbeit gewohnt und alles andere als weinerlich, aber Bud`s Tod ging ihnen doch sehr nahe. Vor allem die wirklich miesen Umstände, unter denen er gestorben ist.

Das Ende vor Augen, hatte sich Bud mit seinen letzten Kräften auf den Weg in seine alte Heimat gemacht, um dort zu sterben, doch es half nichts, wir haben ihn von seiner letzten Ruhestätte gezerrt und wie im Wander-Zirkus auf einem Karren durch die Straßen geschoben. Die Smiler`s schämten sich, obwohl sie dafür nicht verantwortlich waren. Bud gehörte einmal zur Familie und so ein Ende hatte dieses treue Pferd nicht verdient.

Die Medien hatten ihre Story, dass „Publikum“ wurde unterhalten, doch wer hat jemals nach Bud gefragt?

-Niemand-

Eine wahre Geschichte, die noch heute in den Chroniken von Denvers Zeitungen nachzulesen ist. Sind wir wirklich so?   …mein Freundeskreis auf keinen Fall und ich sowieso nicht.

 

African Genesis – eine wilde Theorie


300.000.000 Jahre Hai gegen 100.000 Jahre „Neuzeit Mensch“.

Herbert Grönemeyer singt in seinem Lied „Ein Stück vom Himmel“: „Die Erde ist freundlich, warum wir eigentlich nicht? Sie ist freundlich, warum wir eigentlich nicht“. Herbert Grönemeyer hat vermutliche von der Natur ebenso wenig Ahnung wie Jack London von den Wölfen. Diese beiden Künstler müssen sich aber keine Gedanken machen, denn sie sind in bester Gesellschaft– in unserer!
Na- ja, bei Jack London hat sich das mit dem Zugewinn an Naturkenntnissen sowieso erledigt!

Ich kann eigentlich gar nicht oft genug drauf hinweisen, dass unsere Vorstellungen von den Wildtieren in eine ziemlich beängstigende Schieflage geraten sind! Zwei von zahlreichen Theorien haben unser Bild von den Wildtieren dramatisch geprägt und ihren Teil dazu beigetragen, dass unsere Schieflage an Neigung zugenommen hat. In dem Buch „African Genesis“ von Robert Ardrey, wird eine Theorie aufgestellt, die schwerwiegendere Folgen hat als man vermuten könnte.

„Mörderaffen“, was für ein Unsinn Ⓒ Reuter

„Mörderaffen“, was für ein Unsinn Ⓒ Reuter

Der Mensch sei als einziges Lebewesen so blutrünstig, da er von „Mörderaffen“ abstamme und nur deshalb zu Mord, Verstümmelung, Vergewaltigung und Krieg fähig sei. Um dem Missverstand die Krone auf zu setzen, behauptet Konrad Lorenz: die Tiere hätten rituelle Signale, die Aggressionen dämpfen oder es kommt erst gar nicht zu verletzendem Verhalten. Der Mensch besitze solche Signale nicht und ist als einziges Lebewesen deshalb zum Mord fähig. Diese These hat weite Verbreitung gefunden und ist bei einigen zum „Heiligen Gral“ geworden.

Nun die Überraschung: Natur funktioniert anders! Sie ist weder gut, böse, freundlich oder schlecht, sondern nur Natur! Das Gesetz des Dschungels ist ein Kreislauf: Fressen und gefressen werden. Die einzige, die hier das Sagen hat, ist die Evolution. Überlebenswille und Effizienz, das ist der Treibstoff allen Lebens! Dabei können Tiere auch sehr „nüchterne Entscheidungen“ treffen oder besser gesagt, ihren Instinkten folgen. Löwen lassen ihre Jungen in mageren Zeiten verhungern, denn nächstes Jahr bekommen sie ja Neue. Schafe lassen ihre kranken neugeborenen Lämmer sterben und kümmern sich um die Gesunden. Wölfe verteidigen ihr erklärtes Revier mit einer Urgewalt an Aggression, dass jeder Eindringling, gleich ob Hund oder fremder Wolf, sofort und ohne Vorwarnung angegriffen und meist getötet wird. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, z. B. über Löwen, Wölfe, Bären, Hyänen oder Möwen bis hin zu Ameisensoldaten, die tödliche Gewalt ausüben– ohne das Opfer zu fressen.
So funktioniert Natur.

African Genesis - eine wilde Theorie

African Genesis – eine wilde Theorie

Hätten wir die Kräfte einer Ameise, könnten wir ganze Baumstämme tragen.

Diese „Mitbewohner“ sind aber deshalb nicht weniger wert, im Gegenteil. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Welt! Falls nun jemand auf den dummen Gedanken kommt, dass wir die angebliche Krönung der Entwicklung sind, setzt euch wieder hin und hebt eure Rede für später auf! Selbst wenn ich die Zeit der Neandertaler schon mit zähle, gibt es den „Modernen Menschen“ erst seit 100.000 Jahren. OK, drücken wir beide Augen zu und sind „großzügig“, 200.000 Jahre. Die Dinosaurier gab es bis zur Katastrophe 120.000.000 Jahren. Doch der Hai- existierte bereits 100.000.000 Jahre vor den ersten Dinosauriern  – bis heute!

African Genesis - eine wilde Theorie

African Genesis – eine wilde Theorie

Haie

Das nenne ich einen guten Versuch in der Evolution, denn über 300.000.000  (in Worten: über dreihundertmillionen) Jahre sind schon erstaunlich, die nach neusten Studien von uns Menschen noch nicht einmal annähernd erreicht werden können. Somit müssen wir davon ausgehen, dass sie auch noch lange nach uns auf der Erde leben werden. Bei all unserer angeblichen Intelligenz, müssen wir irgendwann doch eingestehen, dass wir in der Evolution einmal von Bakterien, Kakerlaken und Haien besiegt werden.

Dabei wollen wir aber nicht vergessen, dass der Meister aller Evolutionstheorien Charles Darwin, nicht nur das Gewalt-Prinzip gesehen hat. Eine seiner bahnbrechendsten Erkenntnisse finden wir in der Tatsache, dass beim Kampf ums Dasein ein weiterer Fakt eine große Rolle spielt: Die Ästhetische Zuchtauswahl. Diese Selektionstheorie besagt und das mit nicht ganz wissenschaftlichen Worten umschrieben „die attraktivsten paaren sich zuerst“. Die sogenannte geschlechtliche Auslese.
Da bekommt der Begriff „Schönheitswahn“ doch gleich eine ganz andere Bedeutung.

Der überfahrene Hund …oder Automaten kennen keinen Tierschutz

Für alle Tierfreunde ist dieser Satz schon allein sehr bedrückend, wenn dann aber noch menschliche Dummheit dahintersteckt, könnte man bei dieser Geschichte doch schon gewisse „Hass-Gefühle“ entwickeln. Falls ihr der Meinung seid, ich würde dies zu drastisch ausdrücken, dann lest selbst und wir werden sehen…

An meiner Weidefläche am Kloster führt eine Straße vorbei. Nicht stündlich verstopft, aber zur Feierabendzeit ist da schon etwas mehr los. Tagsüber hält sich der Verkehr in Grenzen und übersteigt nicht den ganz normalen Wahnsinn auf deutschen Straßen. Vor einigen Monaten war ich auf dem Weg zu meinen Damen, um einen Kontrollblick über die „Kloster-Truppe“ zu werfen. Es war vormittags und ich eigentlich auf dem Weg nach Minden. Auf dem Weg lag die Klosterfläche, ein kurzer Kontrollgang  – dass passt. Etwa 800m vor dem Abzweig sah ich schon von weitem einen Auflauf. Lkw, Pkw und Polizei, meist bedeutet das nichts Gutes. So war es dann leider auch. Im Straßengraben lag ein Hund und die Personen diskutierten ganz aufgeregt mit der Polizei. „Verdammt“, war mein erster Gedanke, da hat es diesen Hund aber schlimm erwischt. Bestimmt haben die Besitzer nicht aufgepasst und er ist in ein Auto gelaufen. Das war vor einigen Monaten.

Der überfahrene Hund Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Der überfahrene Hund Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Der Straßenabschnitt ist schnurgerade und sehr übersichtlich, umso entsetzlicher sind die Ereignisse.

Nun habe ich aber bei einem Bier mich mit dem Kloster-Hausmeister Frank unterhalten und wir kamen auf den Unfall mit dem Hund zu sprechen. Was ich da aber hörte, lies mich mehr als nur zusammenzucken, ich war geschockt. Er kannte einen der Polizisten (Polizeistation Stolzenau), der den Unfall mit aufgenommen hat und es war ganz anders, als ich gedacht hatte.  Der Hund, der überfahren wurde, war schon alt, aber sonst noch ganz fit. Er sah nur nichtmehr so gut und war inzwischen etwas langsamer in seinen Bewegungen  – was halt das Alter so mit sich bringt, aber er kam zurecht. (…nein, ich dachte nicht auch an mich) Doch dieser Senior hatte es nicht nur mit der Unwegsamkeit des Alters zu tun, sondern mit den Automaten des Erdölzeitalters  – mit uns Autofahrern. Jeder sitzt in seiner „fahrenden Burg“, starrt auf die weißen Linien der Straße und macht das, was er gelernt hat. Genau so wie es sich für einen „Automaten“ im Erdölzeitalter gehört. Sind wir denn alle wirklich schon Automaten geworden? Und wie steht es um unser Seelenleben, oder sind wir inzwischen alle schon „programmierbar“? Gibt es in unserem „Speicher“ noch Platz für Verantwortung, Mitgefühl und Nächstenliebe?

An jenem Tag war der „Speicher des Automaten“ mit anderen Dingen beschäftigt, nur nicht mit Sensibilität, Mitgefühl oder Tierliebe. Er handelte tatsächlich wie ein Automat. Was war passiert? Am späten Vormittag, die Straße war nur schwach befahren, steuerte ein Mann mittleren Alters seine fahrende Burg auf der Landstraße an meinem Kloster vorbei. Er machte alles so, wie er es gelernt hatte. Dieser „Automat“ fuhr nicht zu schnell, vorausschauend und behielt auch immer den Rückspiegel im Auge. Die Straße vor ihm war frei und in größerem Abstand folge ihm ein Lkw. Alles war perfekt, denn es passte in sein Schema, in seinen Plan, korrekt von A nach B zu gelangen. Bis dahin können wir diesem wunderlichen Mensch noch folgen, doch dann änderte das Leben die Umstände und er musste eine blitzschnelle Entscheidung treffen. Auf dieser unbefahrenen Straße tauchte weit vor ihm ein Hund auf. Er saß mitten auf der Fahrbahn und war offensichtlich orientierungslos. Der Hund war noch weit weg und man konnte sehen, dass ein weit vorrausfahrendes Fahrzeug, dem Hund langsam auswich. Nun liefen seine grauen Zellen auf Hochtouren, denn er musste neu planen, denn daran hatte er nicht gedacht.  Vor ihm ein Hund, hinter ihm ein Lkw und was würde die Versicherung sagen…  Er fuhr sein Auto nicht schnell und es dauert auch noch einige Zeit bis zu dem alten Hund (der noch immer mitten auf der Straße saß) und traf folgende Entscheidung:

Falls mich der Lkw übersieht, könnte er an meinem Auto eventuell einen Schaden verursachen und die Versicherung würde mir den Schaden nicht bezahlen  …somit fuhr er langsam aber zielstrebig direkt auf den Hund zu.

Er überfuhr den alten Hund in Schrittgeschwindigkeit. Unfassbar!

Der überfahrene Hund Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Der überfahrene Hund Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Alte Hunde haben besonderen Respekt verdient, denn sie waren ihr ganzes Leben treue Begleiter.

Der Lkw Fahrer hat später bei der Polizei ausgesagt: Schon als ich den Hund aus der Ferne gesehen habe, hielt ich meinen Lkw an und konnte es kaum fassen, dass der Pkw der weit vor fuhr, direkt auf den Hund zu rollte. Ich war entsetzt und stand schon lange, bevor er ihn überfuhr“. Nicht nur die Polizei schüttelte den Kopf, sondern jeder, der vom Treiben dieses „Automaten“ gehört hat.

Schaden am Pkw, 16,90 €

PS.: Nein ich will ihn nicht hassen, nein ich will ihn nicht hassen, …aber man ist ja auch nur ein schwacher Mensch.

Der Löwe: Mutig, edel und stolz

Er ist in unserer Welt seit Jahrhunderten zu dem Wappen-Tier „aufgestiegen“, wie kein anderes Tier. Als übergroße Eingangsfigur prangt er vor Schlosseinfahrten, öffentlichen Gebäuden und ist die Zierde im Wappen vieler Königshäuser. Mit seiner beeindruckenden Mähne liegt er majestätisch auf einer Anhöhe und beherrscht die Tierwelt. Der Löwe: mutig, edel und stolz.

Einen größeren Unsinn habe ich nie gehört.

Dies ist einfach nur eine dumme Erfindung von uns Menschen. Wenn es denn unbedingt ein erfolgreiches Tier im Wappen sein soll, so müssten alle einen Hai abbilden, denn dieser ist so perfekt, dass er zu den Glanzstücken der Evolution gehört.

Dieser Jäger ist mehr als nur effizient und so vollkommen, dass ihn die Natur seit Millionen Jahren nicht mehr verbessern konnte, und zwar seit über 400 Millionen Jahren – Haie gab es schon vor den Dinosauriern! Bei unserem allseits geliebten Wappentier-Löwen sieht die Sache schon ganz anders aus, wobei diese angeblichen majestätischen Tiere stellvertretend für vieles aus der Tierwelt stehen.

Den größten Anteil an vielen tief verwurzelten dummen Vorstellungen, haben die Medien. Denken wir an Moby Dick, King Kong oder Bambi, um nur einige zu nennen. Man kann über diese Filme denken was man will, sie sind Kunst, mehr aber auch nicht. Dumm nur, dass viele Menschen diese „Kunst“ auf ihren Alltag übertragen.

Seit dem Film „Der Weiße Hai“, der 1975 von Steven Spielberg verfilmt wurde,  ist dieser perfekte Jäger einer der meistgehassten Meeresbewohner. Pro Jahr werden über 200.000 Haie getötet. Dabei ist die Chance, vom Blitz getötet zu werden ebenso „groß“, wie im Magen eines weißen Hais zu landen. Ausgenommen ist die Variante, man springt mit einer blutenden Verletzung in ein Haifischbecken, dass zählt nicht.

Bei den Löwen ist die Schieflage ähnlich, nur in die entgegengesetzte Richtung. Im Gegensatz zu vielen anderen Spezies, enden Hierarchie-Kämpfe bei den Löwen nicht nur mit schwersten Verletzungen, sondern oft mit dem Tod. Diese Machtstreitigkeiten zeigen die volle und ungeschönte Gewalt der Natur.

Imposant: aber nichts mit edel und stolz

Imposant: aber nichts mit edel und stolz

Er ist schnell, schlau und kann mit einem Prankenhieb seine Beute oder Nebenbuhler töten. Auch ein Märchen, denn entweder jagt er kleineren Tieren die bereits getötete Beute ab, frisst Aas oder über lässt die Jagd den Damen im Rudel. Ca. 90% der tatsächlich gemachten Beute werden nicht von den „stolzen“ Herren gerissen, sondern von den weiblichen Rudelmitgliedern. Sie sind die eigentlichen guten Jäger und sorgen für einen reichlich gedeckten Tisch. Um nun auch zu unserem letzten Beispiel für völlige Fehleinschätzung zu kommen, schauen wir auf die Aufzucht der Jungen. Der Rudelführer kümmert sich so gut wie gar nicht um den Nachwuchs, außer dass er sein Rudel vor fremden Löwen oder andern Jägern beschützt. Soweit ist in unserer Löwenverehrung noch alles in Ordnung, …bis auf ihr Verhalten in mageren Zeiten. Naturforscher haben in der Serengeti herausgefunden, dass in trockenen mageren Perioden erwachsenen Tiere die wenige Beute zunächst für ihr eigenes Überleben unter sich aufteilen und im Ernstfall ihre Jungen verhungern lassen. Für kritiklose Löwenfans sicher ein Schock, aber für die Natur logisch, denn nächstes Jahr könnte neuer Nachwuchs kommen.

Nur, wenn wir die Natur so sehen, wie sie tatsächlich ist, haben wir eine Chance Teile von ihr zu erhalten. Ein Löwe in Gefangenschaft ist ein lebender-toter Löwe, wie die Indianer im Reservat.
Sie waren auch im Recht und haben dennoch auf ganzer Linie verloren  – bis heute.

Löwen in Gefangenschaft, ein Trauerfall für den Tierschutz

Löwen in Gefangenschaft, ein Trauerfall für den Tierschutz

Sorry, dass diese Zeilen weder witzig, noch unterhaltsam sind, sie machen mich betroffen.

Können Tiere lügen?

Können Tiere traurig sein? wäre die nettere Überschrift gewesen, hätte aber den gleichen Inhalt.

Sind Tiere zu Emotionen fähig? Können sie durch bewusstes Verhalten täuschen? Das sind Fragen, die schon ganze Bücher gefüllt haben, in den verschiedensten Varianten. Nicht nur in den verschiedensten Varianten, sondern vor allem auch in den verschiedensten Ansichten –oder gar „Lagern“. Das ist ein unbekanntes Universum, denn wir Menschen benehmen uns zwar immer wie Dr. Allwissend (die Krone der Schöpfung), wissen aber noch nicht einmal, wieso Hunde Gras fressen oder sich in Unrat wälzen. Doch die wenigen, zaghaften Erkenntnisse lassen uns aufhorchen und staunen.

Meine schottischen Schafe können in jedem Fall lügen. Zunächst versuchen sie den Anschein zu erwecken, als könnten sie kein Wässerchen trüben, doch im Hinterkopf haben sie bereits einen ausgetüftelten Plan, wie sie auf die Nachbarweide kommen. Nun aber ganz im Ernst, Wissenschaftler haben zum Beispiel das Verhalten von Affen untersucht und beobachtet, wie Einzeltiere lautes Allarmgeschrei von sich geben, um von ihrem gefundenen Futter abzulenken. So können sie es allein fressen und müssen es nicht mit anderen teilen. Ganz schön link, oder?

Bei diesem Verhalten darf ich doch schon mal fragen: „ist das noch tierisch, oder schon menschlich“? Das würde aber auch bedeuten, dass wir Menschen die Falschheit für uns gebucht hätten. Mit diesen Gedankengängen sind wir mal wieder auf dem Holzweg, denn eine von unseren vielen Schwächen ist, wir nehmen uns viel zu wichtig. Wir, die „Weltenlenker auf Probe“, haben zwar die Erde nach unseren Bedürfnissen umgestaltet, aber auch den Kontakt zu ihr verloren. So bereitet es uns „Genies“ größte Schwierigkeiten, mit all unseren heutigen Sinnen uns den Tieren zu nähern. Warum? Weil wir einige Fähigkeiten bereits wieder verloren haben. Wir jagen ja bekanntlich nicht mehr selbst, sondern „besorgen“ uns bedrucktes Papier und tauschen es gegen „Fleisch“. Wen wundert’s da, dass wir mit dem „Innenleben“ anderer Lebewesen auf unserem Planeten große Probleme haben.

Natürlich können Tiere lügen und natürlich können Tiere auch trauern.

So ganz werden wir das „Innenleben“ der Tiere nie klären, denn wir können weder mit ihnen ausführlich kommunizieren, noch uns ihnen mit unseren „Ur-Sinnen“ nähern. Ich habe weder an einer Studie teil genommen, noch gerade dieses Verhalten der „Mitbewohner“ erforscht, sondern spreche von meinem direkten Umfeld, von meinen eigenen Beobachtungen. Wenn auch auf einer ganz anderen Ebene, aber zwischen Tieren gibt es ebenso ganz besondere Freundschaften, wie Trauer bei „Verlust“ und sie sind auch zu einer Art emotionalen Bindung fähig – die wir natürlich auch nicht verstehen.

Hunde können bei leichten Verletzungen schon mal übertreiben und Schaf-Mütter trauern, wenn ihr 2 Monate altes Lamm stirbt. Zu diesem und ähnlichen Themen gibt es zwei Lager. Nein sie sind „stumpf“ und ausschließlich Instinkt gesteuert und meine Fraktion, die in den Tieren ein viel größeres „Universum“ sehen, als wir kennen. Das alles ähnelt der Frage: Beweise den Glauben. Wir haben keinen Schlüssel zu diesem Schloss und bewegen uns mal wieder auf dem Holzweg der Vermutungen.

Familie Ⓒ Steffen Reuter /Schlau, durchtrieben, aber auch gefühlsbetont und sozial

Familie Ⓒ Steffen Reuter /Schlau, durchtrieben, aber auch gefühlsbetont und sozial

 

Zumindest bei der geplanten Lüge gibt es fundierte Untersuchungen, die uns aufhorchen lassen. Hier einige Beispiele: Junge Schimpansen fangen fürchterlich an zu schreien, wenn  ältere ihr Futter wegnehmen wollen, sie schreien aber nur sehr laut und aggressiv, wenn der Clan Chef in der Nähe ist, um Aufmerksamkeit zu erregen. Allein trauen sie es sich nicht. Können sie einen Artgenossen nicht „leiden“ beginnt das gleiche Spiel (auch ohne ersichtlichen Grund) Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Grund für dieses Verhalten ist, der Chef soll andere Gruppenmitglied in die Schranken weist.  Das ist nach unseren Maßstäben schon fast Mobbing. Fühlen sich Krähen von Artgenossen beobachtet, legen sie Schein-Futterlager an, um die Kollegen bewusst in die Irre zu führen. Hähne locken ihre Damen mit einem Futterruf an, was es aber gibt ist „Sex“.

„Schaaatz, ich habe tolles Essen gefunden“.

Die Liste ist der „Wunder im Tierreich“ ist lang und überrascht uns immer wieder. Wieso überraschen uns eigentlich diese neuen Erkenntnisse? Der Grund ist immer der gleiche: Wir verstehen diese Welt nicht mehr und wir haben auch keinen Schlüssel zu ihr.