Kategorie-Archiv: Tiere

Tiere sind die Verbindung zu unseren Wurzeln und erinnern uns daran, wie wir zu 90% unseres bisherigen Daseins gelebt haben. Wir waren Teil eines Kreislaufs, den wir heute nicht mehr verstehen …oder nicht mehr verstehen wollen. Die meisten Arten bezeichnen wir heute „verächtlich“ als „niedere“ Lebewesen, doch ich darf euch verkünden, diese „niederen“ Lebewesen werden uns im Überlebenskampf einmal Haushoch besiegen. Zwar frühestens in 700.000 oder spätestens in 1,400.000 Jahren (so lange soll die Menschheit existieren), aber es wird passieren. Behandeln wir die Sieger der Evolution also mit Respekt und lernen von ihnen. Das glaubt ihr nicht? …auch deswegen können wir nicht gewinnen.

Zum Vergleich

Mensch 200.000 Jahre Bisherige Existenz
Mensch 1,400.000 Jahre Max. Existenz
Dinosaurier 120,000.000 Jahre Bis zur Naturkatastrophe
Hai 300,000.000 Jahre Bis heute /Ein Glanzstücke der Evolution

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Meine täglichen Erlebnisse rauschen wie ein Schnellzug in voller Fahrt an mir vorbei und ich komme gar nicht dazu, all das Erlebte festzuhalten. Das Erleben, das Machen und das Aktiv sein sind ja aber auch nur eine Seite meines Lebens, worum es mir noch geht, nämlich das Schreiben, ist eine ganz andere.

Eigentlich sollte mein Erstlingswerk „Tiergefährten“ bereits im Sommer auf dem Markt sein, aber bei der Abschlussbesprechung in Berlin flogen mir nicht nur die Kritikpunkte meines Lektors um die Ohren, sondern auch die von einer guten Freundin, die der schreibenden Kunst mächtig ist. Das Schreiben und Veröffentlichen eines Buches hatte ich mir bis dahin ganz anders vorgestellt.

Bucherscheinung 2017 - Tiergefährten -

Bucherscheinung 2017 – Tiergefährten –

Aber da jede Krise auch ein produktiver Prozess ist, sollte ich froh sein, dass ich so kompetente Freunde an meiner Seite habe. Deshalb ist des vermeintlich fertige Buch nun wieder für eine neue Überarbeitung freigegeben. Nein, ich bin nicht deprimiert, vielleicht ein bisschen enttäuscht. Mit meinem Erstlingswerk male ich mir natürlich keine Chancen auf den Pulitzer Preis aus, der mir sowieso egal ist, aber ich möchte unbedingt, dass der Schnellzug meines Lebens einen Moment anhält, Ihr eine Strecke mit mir reisen könnt und ich Euch dabei meine Geschichten über die Tiere und Mutter Natur lebendig und fesselnd erzählen kann.

Mutter Natur? Mit diesem Namen sollte ich mich auch mal näher beschäftigen..

Auch wenn ich dachte, wir hätten alle Arbeiten abgeschlossen, haben sich nun alle Beteiligten wieder in die Arbeit gestürzt und aus dem Sommer-Buch wird wohl eher ein Herbst-Buch 2017.

Ganz mit den Worten des genialen Oscar Wilde: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende“. Ihr dürft also weiter gespannt sein und ich informiere Euch über Neuigkeiten.

 

Herzliche Grüße aus dem schönen Nienburg
H.P.Schaarschmidt

 

Ich glaube, ich bin verrückt geworden oder einfach nur ein Tierfreund?

Auch wenn jetzt einige zustimmend nicken (zumindest zum 1.Teil meiner Überschrift), so möchte ich dem Rest kurz von meinen Gefühlen berichten. Alle Tierfreunde wissen, wie sehr einem diese kleinen Biester ans Herz wachsen können. Meine Tiere haben nicht nur einen festen Platz in meinem Leben, sondern gehören mit zur Familie. Aus beruflichen Gründen habe ich für meine Lieblinge im Moment relativ wenig Zeit und irgendwie fehlt das. Was aber machen, wenn man den 120 Schafen und den Hunden die Mäuler zu stopfen hat? Meine Hunde und ich gingen an einem späten Nachmittag zu den Schafen und kontrollierten alle drei Standorte. Als wir auf der letzten Weide, auf der eine meiner drei Photovoltaikanlagen steht, angekommen waren, tollten wir herum und verbrachten dort etwas freie Zeit, denn bei den Damen war alles in Ordnung. In diesem Moment war ich sehr glücklich und meine Hunde genossen es auch.

Abby & May /h.p.schaarschmidt

Abby & May /Foto  Jasemin B

Plötzlich schoss es mir wie ein Blitz durch den Kopf: Irgendwann werden sich unsere Wege schmerzlich trennen. Ich fühlte einen Schmerz, den ich mir niemals so überwältigend vorgestellt hatte. Bin ich jetzt verrückt geworden? Vermenschliche ich meine Tiere? Ich bin der Meinung, dass ich alles für meine vierbeinigen Gefährten tue, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Wieso kann mich ein Trennungsschmerz überwältigen, den es noch gar nicht geben kann?

Vielleicht bin ich ja verrückt geworden.

Das führte mich aber sofort zu der Frage: „Was bedeutet der unfachmännische Begriff  „verrückt“?“
Bedeutet es vielleicht auch, in seiner eigenen Welt zu leben und eine ganz eigene Sicht auf die Dinge da draußen zu haben? Eine interessante Frage. Wir Tierfreunde werden von manchen Zweibeinern hin und wieder sehr kritisch betrachtet und ich bin mir sicher, dass einige uns zumindest für seltsam halten. Ich hingegen halte es für mehr als nur eigenartig, wenn man, als extremes Gegenbeispiel, Tiere generell ablehnt oder die störende Katze des Nachbarn fangen will, um sie in der Regentonne zu ertränken.

Wer ist da nun wirklich verrückt?

Diejenigen, die sich mit Tieren und dem Kreislauf der Natur eng verbunden fühlen, oder die anderen, die Tiere als lästiges Beiwerk betrachten? Fragen über Fragen. Das sind Themen, die uns mehr prägen als wir im Allgemeinen annehmen und es sagt zudem auch eine ganze Menge über unsere Persönlichkeit aus. Natürlich ist es auch falsch, 20 Katzen in einer Wohnung zu halten und der Meinung zu sein, das sei Tierliebe. Oder seine 6 Hunde jede Nacht im Bett schlafen zu lassen.  Diese Beispiele zeigen eine extrem andere Einstellung zu Tieren, sind aber ebenso „verrückt“. Warum? Weil dies weder gut ist für Tiere, noch eine artgerechte Haltung unserer vierbeinigen Mitbewohner darstellt.

Ein von mir sehr geschätzter Border Collie-Züchter und Ausbilder verbrachte vor einigen Jahren seinen Urlaub in England und besuchte natürlich auch viele Veranstaltungen, Verkaufs-Events von Border Collies und Trials. Einer der vorgeführten Junghunde zeigte sich an diesem Tag nicht von seiner besten Seite. Der Ausbilder aber sah mehr in ihm. Er kontaktierte den Besitzer, verhandelte und nahm diesen Hund als neuen Kollegen mit nach Deutschland. In den kommenden Jahren schenkte er ihm Zuwendung, artgerechte Ausbildung und ein gutes Zuhause. Die zwei wuchsen zusammen und machten in der Ausbildung große Fortschritte. Das wurde nach einer langen Trainingszeit mit dem Titel „Deutscher Meister“ ausgezeichnet. Die beiden hatten es doch tatsächlich geschafft, das beste Team Deutschlands zu werden. Toll!

Kurz nach dieser erfolgreichen Zusammenarbeit nahm  das Leben dieses Traum-Teams eine überraschende Wendung. Der Vierbeiner erkrankte Krebs. Eine Tumorerkrankung von der Sorte, die schnell, effektiv und bösartig vorgeht …und meistens gewinnt. Da der Zweibeiner Tierarzt war, wusste er nach zahlreichen Untersuchungen, was auf seinen vierbeinigen Kollegen und auf ihn selbst zukommen würde. Er musste seinen Gefährten einschläfern.  Was mag in einen wirklichen Tierfreund vorgehen, wenn er seinen talentiertesten Begleiter selbst einschläfern muss? Diese Ereignisse müssen ihn schwer erschüttert haben. Unvorstellbar.

Können Nicht-Tierfreunde solch tiefe Erschütterungen verstehen? Ich glaube nicht. Deren Bemerkung wäre wahrscheinlich: „Es war doch nur ein Hund.“ Hunde und viele andere Tiere sind intelligente, sensible Wesen, die unseren Respekt verdienen und keine Verachtung als „niedrige Wesen“.

h.p.schaarschmidt

Der kleine Haus-Tiger / Foto Steffen Reute

Derjenige, der Nachbars Katzen ertränkt, brüstete sich noch, dass man sie, wenn sie zu zappeln aufgehört haben, noch weitere dreißig Sekunden unter Wasser halten muss, damit sie auch wirklich tot sind. Auch das sind unsere Mitmenschen: grausam, rücksichtslos und dumm.

Falls wir Tierfreunde also mal wieder einmal als seltsam oder gar verrückt bezeichnet werden, so können wir allen Kritikern entgegentreten und unsere Einstellung voller Stolz verkünden: Die Natur ist kein Streichelzoo, aber wir sind ein Teil des Kreislaufs und voller Respekt vor jeglichem Leben. Meine Freundin ist auch eine echte Tierfreundin, deshalb muss ich mit ihr auch noch mal über Spinnen reden…

Bin ich also verrückt, dass ich mehr als nur erschrocken bin, wenn ich an die bevorstehende Trennung von meinen vierbeinigen Freunden denke?

NEIN, denn sie sind ein Teil meines Lebens und das gut so.

 

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen (Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland)

Von Border Collies, Schafen und einem tollen Tag.

Als ich das Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen auf Kloster Schinna mit der Klosterchefin besprochen habe, war ihre erste Antwort: Reichen da unsere Parkflächen? Sie war wohl der Meinung: da fallen 70 Mitglieder mit 140 Hunden auf dem ehrwürdigen Klostergelände ein, sie gab aber dennoch sofort ihr ok. 70 Zweibeiner und 140 Vierbeiner sind es dann doch nicht geworden, aber der Tag war toll und zwar so richtig toll.

Als ich am Veranstaltungsmorgen aus dem Fenster schaute, traf mich fast der Schlag. Regen wie aus Eimern…  Mist, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Ein Blick auf die Wetter-App prophezeite uns aber einen schönen Tag, dann glaube ich ganz einfach mal der Technik. Die Einzigen die an diesem Morgen das Wetter super fanden, waren meine Laufenten. Sie putzten sich im Regen, liefen quietschvergnügt über die Wiese und dachten sich: Genau so kann es bleiben.

Die App sagte NEIN, aber das habe ich ihnen nicht verraten.

Warum treffen wir uns eigentlich, wobei einige sogar 1 ½ Stunden Fahrzeit auf sich nehmen?
Um den freien Tag mit anderen Border Collie- und Schaf-Leuten zu verbringen. Dieser Regio Treff hat mich auch wieder daran erinnert, warum ich in der ABCD bin. Eine tolle und entspannte Zeit mit Menschen, die von dem gleichen Virus befallen sind, dem „Border Collie Wahnsinn“.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Pünktlich beim Eintreffen der ersten Border Collies (mit ihren Zweibeinern), machte sich dieses gelbe Ding am Himmel  Platz und verschönerte uns den Tag. Brauchen wir eigentlich unbedingt Sonne für unsere Arbeit? Ich glaube die Frage hat sich erledigt. Denn im Mutterland dieser vierbeinigen Kollegen hat die Sonne nicht gerade eine Chefposition. Egal, wir sind hier. Die Sonne scheint und heute dreht sich alles um  unsere schwarz-weißen Mitarbeiter.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Einige kamen auch ohne Herrchen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Man beachte den Border Collie-Teller von Jasi. Ulrike kann ihre Freude nicht „verheimlichen“.

Nach Begrüßung und einem süßen Imbiss schlenderten wir erst mal über das Klostergelände. Als aber die Sonne unsere Regio noch mehr verschönern wollte, verlegten wir kurzerhand das Ganze ins Freie. Die Figur auf dem Teller lies Jasi nicht aus den Augen, denn dieser Glücksbringer sollte wieder mit nach Hause.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Ein schönes Plätzchen mit Blick auf die Schafe (Auf dem Kloster meine Lieblings-Ecke)

Bevor das lockere Training beginnen konnte, stand zunächst eine kurze Regio-Besprechung auf der Tagesordnung: Vorschläge, Anliegen, Anregungen und Vorschau auf anstehende Veranstaltungen bei uns in Niedersachsen. Eine der ersten Fragen war: wie lief das letzte Treffen bei Christine Fischer. Da die Anmeldezahl bescheiden ausfiel, wurde auch ein Gast aus NRW gerne gesehen. Wir waren alle der gleichen Meinung: sind noch Plätze frei, ist jedes ABCD Mitglied aus ganz Deutschland herzlich willkommen. Die Regio-Vorsitzende Ulrike machte aber auch nochmal deutlich, dass sie einen der Schwerpunkt darin sieht, Trial für die Klassen 1 und 2 zu fördern. Es ist fantastisch, dass wir international erfolgreiche Trialisten haben, aber die Basis müsse in Zukunft deutlich mehr unterstützt werden, denn die ABCD ist der Verein des Arbeitshundes Border Collie und erst an zweiter Stelle ein Veranstalter von Trials. Was nicht heißen soll, dass wir weniger machen sollten, ganz im Gegenteil, aber eben deutlich mehr für die Basis. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir uns in Niedersachsen aller 3 Monte Treffen, um sich auszutauschen und enger zusammen zu rücken, sagte Ulrike.

Das nächste Treffen findet voraussichtlich bei Svea Bruhn statt. Svea, wir freuen uns darauf!

Nun ging es an die Abteilung Spaß. Lockeres Training an meinen Blackys. Ich hatte drei Tore aufgebaut und jeder konnte das trainieren, was er seinem Hund zutraute. Bei ausgelassener Stimmung gingen viele Junghunde an den Start und  wertvolle Ratschläge gab es von einer gut gelaunten Ingrid Stottmann.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Training unter realistischen Bedingungen.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Zahlreiche Zaungäste gab es auch. Sie beobachteten uns bei der „schweren Arbeit“.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Der schönste Platz ist noch immer im Wasserkübel.

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Grill-Meister Jan

Das gemeinsame Trainieren machte riesen Spaß und konnte nur noch von dem „Tagesordnungspunkt“ Grillen getoppt werden. Profi-Griller Jan hatte das heiße Monster voll im Griff und zauberte uns Leckereien.  Jan, vielen DANK!

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Regio-Treffen der ABCD Niedersachsen

Ich denke, dass Foto spricht für sich.

In unserer ABCD geht es um Zusammenhalt und um Freude an gemeinsamen Interessen. Wir alle können nicht immer einer Meinung sein. Das ist auch gut so. Die Leidenschaft für Tiere vereint uns, denn in einer funktionierenden Gemeinschaft sind wir stärker als Einzelkämpfer. Gebt euch beim nächsten Regio Treffen einfach mal einen Ruck und kommt mit dazu. Wir freuen uns auf euch.

Ein entspannter Tag mit Freunden, die gemeinsam Zeit verbringen, sich austauschen und Spaß haben wollen, genau so war es. Einfach toll.

Schön das ihr alle dagewesen seid.

Laufenten hüten …und „wichtige Lebensweisheiten“

Wer hätte es gedacht, dass ich mich einmal mit dem hüten von Enten beschäftige. Prompt bekam ich auch einige Sprüche zu hören. Zum Beispiel:  ich dachte du kennst nur die Peking-Ente beim Chinesen,  Ente gut, alles gut oder das ist die falsche WC-Ente und andere wichtige Lebensweisheiten.

Das kleine Flatter-Vieh ist schon was Besonderes und sie haben auch noch Ansprüche. Was macht man aber nicht alles, damit es dem lieben Vieh gut geht. Es fängt schon mal damit an, dass die Laufenden bei zahlreichen vierbeinigen „Kollegen“ als Beute  willkommene ist und keine Lücke in der Behausung zu klein ist, um in der Nacht einen „Besuch“ abzustatten. Da waren sie auch schon wieder, die Sprüche und hilfreichen Lebensweisheiten: Der Fuchs hat drei Enten geholt?! Die Besten kommen halt zuerst in den Himmel. Heißt das jetzt wenn ich sehr alt werden sollte, wollte mich da oben keiner haben? Und überhaupt, wer soll das entscheiden und wo ist eigentlich da oben?

Fragen über Fragen…

Enten hüten ist so eine ganz spezielle Sache, denn die Fehlerquote unserer Hunde sollte bei null liegen. Warum?  …muss ich das wirklich erläutern? Meine Abby könnte zum Beispiel nicht diesen Job erledigen, weil sie des Öfteren nicht nur ein schwaches Nervenkostüm hat, sondern auch mal deutlich! nach-hilft. Die kleinen Biester sind ja nicht nur niedlich und die Schnecken-Vertilger schlecht hin, sondern auch ganz schön aufwendig  – wenn man sie lange behalten möchte.

Laufenten hüten …und „wichtige Lebensweisheiten“

Laufenten hüten …und „wichtige Lebensweisheiten“

Nix mit einfach über den Hof laufen lassen, oder Freies Land für Freie Gänse. Toller Spruch, aber leider nur für eine kurze Zeit, denn dann sind sie gern gesehene „Gäste“ bei Marder, Fuchs und Kollegen. Also Obacht und Sicherheitsstufe 1.

Laufenten hüten …und „wichtige Lebensweisheiten“

Laufenten hüten …und „wichtige Lebensweisheiten“

Meine Hündin Abby ist an den Enten nicht so gut aufgehoben, aber dafür meine May. Einen richtig guten Job macht Sky von Bianca Jacobi. Da wir des Öfteren gemeinsam unterwegs sind, habe ich Sky genau beobachten können  – sie ist bei der Enten-Arbeit einfach traumhaft.

Wenn ich ganz ehrlich bin, wollte ich „eigentlich“ nie zu meinen Hunden und Schafen auch noch Federvieh, aber nun sind einige dieser possierlichen Wesen bei mir eingezogen und ich bereue nichts. Die Laufis sind toll und lieb gewonnenen Mitbewohner.

 

Herzlich willkommen, schön dass ihr da seid.

Schafschur

Eigentlich waren wir dieses Jahr spät dran, aber beim ersten Versuch hat der Himmel unverhofft alle Schleusen geöffnet und meine Mädels ordentlich eingeweicht. Ich möchte einmal das Gesicht des „Frisörs“ sehen, wenn er  über 100 klatschnasse Damen scheren soll. Nun ging es aber endlich los und der Wettergott hatte glücklicherweise ein Einsehen mit uns.

Der Frisör und ich waren um 7.30 Uhr verabredet. Neugierige hatten sich auch angesagt, denn schottische Damen nackt zu machen ist ein Ereignis. Manche behaupten ja, Blackis haben immer einen Plan. Das vermute ich schon lange, aber bei dem Thema „Wolle ab“ sind wir einer Meinung  – meine Damen und ich.

Rainer, der Schaffrisör, war super pünktlich. Um 07.30 Uhr fuhr er auf den Hof. Gut gelaunt und voller Tatendrang begrüßte er mich und machte gleich seinen ersten Scherz:  „Du, eigentlich habe ich gar keine Lust.“

Da ich aber Rainer kenne, weiß ich, er macht seinen Job mehr als nur gerne  – er liebt ihn geradezu. In der Halle war alles vorbereitet. Strom für die Schermaschine, Scheinwerfer positioniert, Gatter aufgestellt und die angemeldeten Zaungäste wollten für Kaffee und Brötchen sorgen. Das Treffen von netten Menschen und vielen schottischen Damen war arrangiert. Naja, viele Damen ist relativ, denn ich habe ja noch immer eine Hobbyzucht, auch wenn ich die 100er Marke längst überschritten habe   – und dabei meine ich nicht mein Alter.

Rainer schaute sich die vorbereitete Arbeitsstelle an: „Sehr schön, aber hatte ich schon erwähnt, dass ich gar keine Lust habe?“ „Ist ja gut, Rainer, du musst nicht verheimlichen, dass du deinen Job sehr gerne machst“, war meine Antwort.

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Maschine aufbauen und dann geht es den Damen an die „Wäsche“,
Foto Hardi P. Schaarschmidt

Nur noch Messer aufstecken und schon konnte die Aktion „nackte Damen“ beginnen. Gleich bei der ersten Lady hatte Rainer ein Problem. Die Unterwolle löste sich schlecht, so dass der Tag mit richtiger Arbeit begann. Eigentlich hatte ich sechs Stunden mit Pause eingeplant, aber das stand nun auf der Kippe. Doch es lief besser als vermutet. „Der gleiche Herr – die nächste Dame“, nach diesem Motto lief es zügig bis zur ersten Pause.

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Die Chefin beobachtete Rainer ganz genau. Wer ist der Fremde? Was hat er vor?
Foto Hardi P.Schaarschmidt

Pünktlich zur Pause trafen unsere Zaungäste Karin, Tessa und Wilhelm F. ein. Bewaffnet mit Kaffee, Brötchen und guter Laune. Es waren sehr nette, kreative „Schreibtisch-Täter“, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine Schafschur live erleben wollten. Wir hatten alle viel Spaß, aber die Schäferromantik hatte ihren Platz mit Arbeit getauscht. Unsere Besucher machten reichlich Fotos und überraschten uns mit liebevoll belegten Brötchen. Zu unserer Verwunderung stand dann plötzlich auch noch ein ganzer Pulk von Menschen vor uns.

„Wow, wo kommt Ihr den aller her?“ „Guten Morgen, wir machen gerade eine Klosterführung und haben gehört, dass hier eine Schafschur stattfindet.“ „Ok, herzlich willkommen.“ Dann prasselten tausend Fragen auf mich ein. Rainer trank in Ruhe seinen Kaffee, unsere Besucher posierten zwischen den Schafen und ich stand Rede und Antwort. Viele schlaue Fragen, aber auch einige, über die man sich schon mal wundern darf.  „Was machen Sie, wenn jetzt plötzlich Wölfe kommen?“
„Ich hole meine Schrotflinte und erschieße alles, was sich meinen Schafen nähert.“ Wenn ich eine Flinte hätte. Eine schlaue Antwort auf eine schlaue Frage.

Nach diesen tiefsinnigen Weisheiten des Lebens war unsere Pause auch schon wieder vorbei und es wartete noch einen Menge Arbeit auf uns. Eine Dame nach der anderen ließ ihre Wolle und, oh Wunder oh Wunder, wir hatten mehr Platz im Stall. Angezogene Frauen nehmen doch schon eine ganze Menge Platz weg. Als ich nebenbei davon erzählte, dass ich nach der Schafschur viel mehr „ausgezogene“ Damen in den Anhänger bekomme, überraschte unsere Besucherin mit der Frage:
„Gilt das auch fürs Bett“?

Rainers Kommentar: „Die Frau überrascht mich positiv.“ und ich bekam einen Lachanfall.

Und wieder ging es zügig voran. Ich reichte die Schafe an, Rainer „zog sie aus“ und unsere Besucher hatten offensichtlich viel Spaß. Ganz besonders erstaunlich war die Wandlung ihrer Tochter Tessa. Als sie bei uns eintraf, hatte sie eine Riesenangst und traute sich nicht an meine Mädels heran. Nach einem Vormittag  – das Foto spricht für sich selbst

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Schafschur /H.P.Schaarschmidt

Tessa und Rosemarie, Foto privat

Das war sie also wieder, die Schafschur für dieses Jahr. 100 nackte Damen, ein witziger Schafscherer und die kleine Tessa, die ihre Liebe zu Schafen entdeckt und eine Schaf-Freundin gefunden hat. Die vierbeinige Freundin wurde Rosemarie getauft   – warum, um Himmelswillen, gerade Rosemarie?

Kann eine Schafschur noch besser laufen?
Wohl kaum, denn wir alle hatten eine GUTE Zeit.

Liebe Gemeinde

Es war einmal ein Schafzüchter. Er liebte seine Tiere und verbrachte viel Zeit bei seinen vierbeinigen „Freunden“. Seine Schäfchen lebten ein ruhiges und zufriedenes leben, hatten genügend Grün und pflegten dabei des Gelände eines alten Klosters aus dem Jahre 1148. Im Schaf-Land konnten sie einfach nur Schaf sein und einmal im Jahr in Ruhe ihre Babys groß ziehen.

Die Schafe:
Einmal im Jahr fallen Zweibeiner in unser kleines Reich ein, hören laute Musik, trinken viel Bier und sind außer Rand und Band – am sogenannten „Vatertag“. An diesem Tag müssen wir uns immer verstecken, alle Weiden verlassen und unser Schäfer schlisst uns zur Sicherheit sogar im Stall ein.

Da sind wir alle immer sehr beunruhigt, denn niemand kann sagen, was passiert.

Dieses Jahr war es mal wieder soweit. Die Zweibeiner vielen ein und versetzten unsere ganze Herde in Aufruhr. Sie rissen diesmal sogar Zäune um, brachen nachts den Stall auf und scheuchten uns in die Dunkelheit. Das war für uns kein schönes Erlebnis, denn in der Dunkelheit konnten wir nicht auf unsere Lämmer achten.

Eine kleine Familie Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eine kleine Familie Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Liebe Gemeinde, wir wollen nur in Ruhe den Rasen eures Klosters pflegen und unsere Babys versorgen. Bitte denkt an uns, wenn ihr nächstes Jahr zum „Vatertag“ wieder feiern solltet.

Mit lieben Grüßen
Eure Kloster-Schafherde

…was für ein Tag, Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere „Ereignisse“

Ich weiß nicht ob ihr das auch kennt, aber manchmal gibt es Tage, da könnte man immerzu den Kopf schütteln uns sagen: …was für ein Tag?! Hätte es was gebracht, wenn ich einfach im Bett geblieben wäre und dieses Datum am Kalender gestrichen hätte? Mist, mit Hunden und Schafen geht das leider nicht, also ran an den Tag. Dabei wusste ich noch nicht einmal was im Laufe der nächsten Stunden so alles auf mich zu-rollen sollte und das hätte mich bis Sonnenuntergang auch fast über-rollt. Eben der ganz normale Wahnsinn eines Schafhalters.
Immer wenn ich solche „ereignisreichen“ Zeiten habe, fallen mir die zwei befreundeten Berufsschäfer in Leipzig und Holland ein. Dann schäme ich mich fast, dass ich so „wehleidig“ bin. Was diese Zwei jeden Tag leisten, dafür müsste ich mich klonen. (H.P.Schaarschmidt doppelt, ob das einer will?)

Lamm Zeit und Gebärmuttervorfall Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Lamm Zeit und Gebärmuttervorfall Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere aufregende „Ereignisse“

Angefangen hat dieser Katastrophentag mit einer schlaflosen Nacht. Leider nicht, weil wir die ganze Nacht durchgefeiert hatten, nein, sondern weil der 6 Zylinder des sonst sehr netten Nachbarn mich geweckt hat. Nur dumm, dass mir sogleich ganz viele Themen durch den Kopf „schossen“

…und der Schlaf hatte sich verabschiedet.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich am Vortag gemeinsam mit meinem Tierarzt einem Schaf den Scheidenvorfall behoben und genäht hatte. Doch leider stand die Dame schon kurz vor der Geburt, was die „Angelegenheit“ alles andere als einfach machte. „Eigentlich“ wäre noch Zeit gewesen, aber der Eingriff hatte sie wohl so durcheinander gebracht, das die Geburt kurz bevor stand. Scheidenvorfall und kurz vor der Geburt?! Auch das kann einen schon mal um den Schlaf bringen.

Also stand ich auf, es war ja immerhin „schon“ 4 Uhr, mache mir einen Kaffee, lud meine Hunde ein und fuhr zu meinen Schafen. Was sollte man auch sonst 4 Uhr morgens machen? In der Regel bekommen meine Mädels in den Morgen- oder Vormittagsstunden ihre Lämmer, so dass die kleinen Neuankömmlinge bis zur Nacht schon recht stabil und munter sind. Im Stall angekommen, startete gleich das volle „Programm“. Der Nachtfrost hatte alles Wasser gefrieren lassen, so dass die komplette Truppe einen recht unzufriedenen Eindruck machte. Eine Mutter lag auf dem Rücken und hatte sich mit der Wolle so verfangen, dass sie nicht wieder hochkam. Diese „Käferstellung“ und das Kämpfen um das Freikommen hatte sie schon so geschwächt, dass Kreislauf und Kräfte fast am Ende waren. Ihr Lamm stand hilflos daneben. Das Schaf mit dem Scheidenvorfall hatte die Naht gesprengt und vorzeitig zwei Lämmer geboren. Eines war bereits tot und das Zweite extrem unterentwickelt und als ob dies Alles nicht schon schlimm genug war, hatte sie auch noch einen Gebärmuttervorfall. Neben ihr lagen nicht nur zwei Lämmer, sondern auch ihre gesamte Gebärmutter.

Bei diesem Anblick musste ich dann doch erst mal kurz durchatmen, denn liegt sie etwas länger draußen! schwillt sie an und das zurück, ja wie sagt man das am besten …legen („stopfen“ passt besser), wird extrem kompliziert.

Nein, nein, nein …was für ein Tag!

Als Erstes habe ich die geschwächte Mutter aus der „Käferstellung“ befreit. Sie wankte, konnte aber stehen. Das Wasser hatte Zeit, denn der Anblick der angeschwollenen Gebärmutter bereitete mir wirkliche Kopfschmerzen. Mit 4 Horden (Gittern) sperrte ich das Schaf ab und versucht keine Hektik aufkommen zu lassen. Die „angeschlagene“ Dame sollte keine schnellen Bewegungen machen. Sie war schwach und wollte eigentlich nur liegen – dass war ok. Nun holte ich meinen „Medizinkoffer“, große Mülltüten und einen Eimer kaltes Wasser. Die Lämmer legte ich an den Rand und auch da schoss mir der Gedanke durch den Kopf: das Zweite schafft es bestimmt auch nicht. Während ich die Mutter am Boden hielt, schob ich unter die Gebärmutter eine große Plastikfolie. Dann spülte ich das „Ganze“ vorsichtig mit reichlich kaltem Wasser ab, um den Dreck zu entfernen. Wichtig ist dabei, das Wasser muss unbedingt kalt sein, damit sich die Gebärmutter wieder zusammen zieht. Ich habe aber sofort gesehen, „bei dieser angeschwollenen Gebärmutter brauchst du Hilfe“. Also das Telefon ans Ohr, um meinen Tierarzt aus dem Bett zu werfen. Dieser fleißige Mensch war aber auch schon auf Arbeit, ein Notfall im Rinderstall.

„Wenn ich hier fertig bin, komme ich sofort. Es dauert nicht mehr lange“. – sagte er.

In der Zwischenzeit habe ich die zwei Lämmer untersucht, die Mutter beruhigt, die Gebärmutter kalt gespült und dann versucht das Wasser für die restliche Truppe, wieder in Gang zu setzen. Als es mit dem Tierarzt doch länger dauerte, warf ich einen Blick hinter den Stall, zu den anderen Ladys. Wie konnte es an diesem Tag anders sein – auch hier eine Überraschung: Zwei Geburten mit drei Lämmer. Die Zwillinge waren aber von einer Erstgebärenden, die einen leicht verwirrten Eindruck machte. Na toll, „dass passt ja gerade gut“…

Wenn ich sicherstellen will, dass sie ihre zwei Lämmer problemlos annimmt, muss ich sie sofort einfangen und gemeinsam mit ihren Babys in einer Box unterbringen, damit sie eine Bindung entwickeln. Das Wasser eingefroren, die „Käferstellung“ wankt noch immer durch den Stall, ein totes und unterentwickeltes Lamm sowie eine erschöpfte Mutter mit einer daneben liegenden Gebärmutter …und ich „flitzte“ nun über die Weide, um eine verstörte Mutter einzufangen. Zuerst habe ich es mit den Lämmern versucht, doch die Zwillingsmutter war noch so durcheinander, dass sie ihren Babys nicht folgte, also die schweißtreibende Variante.

Noch während ich das Trio in ihrem neuen zu Hause unterbrachte, traf der „Gesundmacher“ ein. Sein sorgenvoller Blick auf die Gebärmutter, trug nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. „Das wird schwierig, sie ist stark angeschwollen“, waren seine ersten Worte. (Soweit war ich auch schon)

Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere aufregende „Ereignisse“

Lamm Zeit, Gebärmuttervorfall und andere aufregende „Ereignisse“

Der „Gesundmacher“

Handschuhe, Gleitmittel, viel kaltes Wasser und sie muss unbedingt hinten hoch, sonst kriegen wir die Gebärmutter nicht wieder zurück… Also postierten wir das bedauernswerte Tier mit Strohballen und allem was wir zur Verfügung hatten, in eine ungewöhnliche und bestimmt belastende Position, aber die Alternative war der Tod. Ich finde, ein überzeugendes Argument. In dieser Position, den Hintern weit nach oben gestreckt, begannen wir mit dem „Unmöglichen“. Eine viel zu groß gewordene Gebärmutter wieder zurück zu schieben. Ich darf euch versichern, keine schöne „Mission“ und nichts für zartbeseidete Gemüter.

Im ersten Versuch gelang es nicht, also eine Pause, weiter kalt spülen und erneut ans „Werk“. So verging die Zeit und zwischendurch hatte ich schon mal die Befürchtung, dass der Kreislauf von unserem Sorgenkind zusammenbricht. Aber sie hielt durch. Nach gefühlten 10 Stunden hatten wir es geschafft. Nach einigen „Zaubermittelchen“, andere würden Aufbau Präparate sagen und einer nun gut hergerichteten Box, entließen wir die tapfere Dame in die verdiente Ruhe. Sie machte aber einen so geschwächten Eindruck, dass meine Sorgenfalten nicht kleiner wurden.

Als ich am frühen Nachmittag nach all meinen Patienten schaute, war die Mutter mit der „Käferstellung“ etwas stabiler, der Zustand der Mutter mit den zwei neu geborenen Lämmern unverändert verwirrt und die tapfere Dame mit der schwierigen OP war noch immer geschwächt. Ich hatte vorsichtshalber für ihr zweites unterentwickeltes Lamm eine Trinkflasche mitgebracht, doch leider war es nun tot. Die Natur ist ein Kreislauf, hat ihre ganz eigenen Regeln und verdient unseren Respekt, auch wenn uns ihre Wege manchmal nicht gefallen. Denken wir immer daran: wir sind nur kurz zu Gast.

…was für ein Tag!

Nachtrag: Bis auf die zwei unterentwickelten Lämmer, sind heute alle Sorgenkinder, von diesem Tag, wohl auf und freuen sich des Lebens. Doch wo war die Schäfer-Romantik? An diesem Tag hatte sie wohl gerade frei.

Der Geisterhund

Man sagt „er ist bösartig und tötet jeden“. Einige behaupten sogar „er habe übernatürliche Kräfte“. Niemand hat ihn so richtig aus der Nähe gesehen, nur ein Landwirt, zwei Kinder und drei Radwanderer, die sich verfahren hatten. Ein großer schwarzer Hund, der in den riesigen Sandabbaugebieten und Kiesgruben umherstreift. Am Tag kann man ihn nicht sehen, oder nur ganz selten, aber in der Dunkelheit gehören alle Kiesgruben ihm. Denn niemand traut sich zu später Stunde zwischen die Sandberge. In der Nachtschicht schallen quietschende Förderbänder weit über die Ebene und verbreiten eine fast schon mystische Atmosphäre.

Der Geisterhund Ⓒ Steffen Reuter

Der Geisterhund Ⓒ Steffen Reuter

Der „Geisterhund“ – eine einsame „Bestie“

Soweit die „Legende oder besser gesagt der „Volksmund“. Nun ist dies aber keine Erzählung aus Grimms Märchen, tatsächlich vor drei Jahren, ca. 10 Kilometer von mir in den Stolzenauer Kiesgruben passiert. Arbeiter wollten ihn fangen, Jäger erschießen und besorgte Tierschützer adoptieren – doch keiner hatte „Glück“, denn er war einfach zu schlau. Dieser Pfiffikus kannte sich in dem großen Abraumgebiet aus und kam anscheinend gut zurecht. Er war so menschenscheu, dass man vermuten könnte, dieser „arme“ Hund hat wohl schlecht Erfahrungen gemacht.
Soviel zu dem „bösartigen“ Geisterhund.
War dieser Hund wirklich ein „Aussätziger“, den man nur bedauern konnte? Ich für meinen Teil, vermute, er hatte die schönste Zeit seines Lebens – von gelegentlichen Futterengpässen mal abgesehen. Nur eine Hündin hätte sein Leben noch bereichern können. Dieser „vogelfreie“ Vierbeiner war für kurze Zeit ein nicht fassbarer Teil der Natur und das machte uns Menschen Angst. Wir Zweibeiner konnten ihn noch nicht einmal sehen. Denn er mied unsere Nähe wie der Schneemann das Feuer. (…ich weiß, der Vergleich „hinkt“ etwas)
Genauso entstehen Geschichten und Märchen. Aus einem vermutlich entlaufenen Vierbeiner wird „Der Geisterhund“ und aus unerklärlichen Todesfällen ein “Geisterhaus“. So sind wir eben, Angst vor dem Unbekannten und bei eigenen „Erklärungen“ sehr erfindungsreich. Manche sehen sogar um Mitternacht 30 weiße Schafe, wow „gruselig“. Waren das auch „Geister Schafe“? Falls also auch ihr weiße „Geister Schafe“ seht, wendet euch vertrauensvoll an mich, denn es waren bestimmt meine Scottish Blackface auf Entdecker Tour.
Eine Freundin aus Dortmund, die sich im Tierschutz engagiert, hatte schon den wunderlichen Gedanken: „wir fahren in die Sandgruben, locken den Hund mit Futter an, fangen ihn ein und ich nehme ihn mit nach Hause“. Über diesen Vorschlag könnt ihr sehr gern nachdenken und ich bin auf eure Antworten gespannt.

Ist dieser Vorschlag nun GUT oder SCHLECHT?

Es gibt aber auch „Geisterhunde“ eines ganz anderen Schlages. Hunde die so ausgemergelt aussehen – fast „gruselig“. Vor zwei Wochen fuhr ich auf einer Bundesstraße in Landesbergen Richtung Nienburg und mitten im Ort stockte der Verkehr. Ein ziemlich großer Hund lief ziellos über die Straße. Blieb stehen, bewegte sich und machte einen leicht verwirrten Eindruck. Alle Autofahrer hielten Abstand, fuhren langsam vorbei oder hielten an, auch die 40 tonner Lkw`s. Ein Verkehrs Chaos. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bist dieser Vierbeiner unter die Räder kommt. „Eigentlich“ hatte ich in 10 Minuten einen Termin, aber kann man da einfach weiterfahren? ich in diesem Fall nicht. So fuhr ich also rechts raus, stellte mein Auto ab und machte mich ans Werk. Meine erste Aktion, die komplette Bundesstraße zum Stillstand zu bringen. Das ging ja leicht und das für mich als Zivilist, ohne Kelle und Uniform. Als nächstes nahm ich den Hund in Augenschein, ob er aggressiv ist und in welchen Zustand sich dieser verwirrte Kammrad befindet. Es stand eine ausgemergelte Hündin vor mir, die nicht nur einen leicht verwirrten Eindruck machte, sondern auch ein Gesäuge hatte, dass fast bis auf die Erde hing. Ein Paradebeispiel für Missbrauch als „Gebermaschine“.
Ein erschreckendes Bild, auch das war ein „Geisterhund“, denn er war nur noch ein „Schatten“.

Nachdem ich diese bedauernswerte Kreatur von der Straße gebracht hatte, rief ich die Polizei. Die netten uniformierten Polizisten schüttelten auch nur den Kopf, aber nun erhielt das Ganze was Offizielles. Sie stellen sich doch tatsächlich mit Blaulicht an den Straßenrand und fahndeten nach dem Halter. Zu meiner Überraschung kannten sie den „Züchter“, denn seine Hundehaltung (er hatte noch zwei weitere) war bereits mehrfach aufgefallen.

Das „zu Hause“ der Hunde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das „zu Hause“ der Hunde Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das „zu Hause“ der Hunde, ein „Müll-Haus“

Die Gesetzeshüter übernahmen die Verkehrsregelung, sicherten den Hund und warteten auf eine Antwort zum Halter aus ihrer Leitstelle. Bei der Verabschiedung fragte ich: „was wird aus diesem „Geisterhund“? er sieht ja gruselig aus“. „Wir schreiben einen Bericht, der Halter bekommt vielleicht eine Anzeige und es geht eine Meldung an die zuständige Behörde“. Das ist mir eindeutig zu wenig. Aber das ist nicht die Schuld der zwei freundlichen Beamten, sondern der entsetzlich laschen Gesetzeslage.

Doch bleibt die Frage: Was ist damals aus dem „Geisterhund“ in den Sandgruben geworden?
Niemand hat ihn jemals wieder gesehen.

Eines meiner Schafe trauert

Schafe habe ich nun schon einige Jahre und mit den „Damen“ auch so manches erlebt. Wenn aber Zwillinge zur Welt kommen und keines überlebt, ist das ein bitteres Erlebnis. Natürlich versuche ich immer alles, um meinen Mädels in Notsituationen zu helfen, von Extrafutter, ärztliche Betreuung vom ‚“Gesundmacher“ oder auch schon mal bis zur nächtlichen Geburtshilfe durch mich. Doch manchmal geht „Mutter Natur“ ihre eigenen Wege, die gelegentlich leider nicht mit meiner Route übereinstimmen.

Eines meiner Schafe trauert Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eines meiner Schafe trauert Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Ein Lamm war bereits bei der Geburt tot und das zweite starb in der Nacht.

Meine wolligen Kolleginnen sind ja im Allgemeinen „hart im Nehmen“ und spüren sehr schnell, wie es um ihren Nachwuchs bestellt ist. Haben sie zum Beispiel Zwillinge und eines der kleinen Racker ist extrem unterentwickelt und nur schwer bis gar nicht lebensfähig, lassen sie es achtlos liegen und kümmern sich um das gesunde Lamm. Aus unserer Sicht ziemlich hart, aber für ihr Überleben wichtig und logisch. Meine Scottish Blackface, als auch meine Mixe (wie hier), sind tolle Mütter und kümmern sich aufopferungsvoll um ihre Kleinen. Deshalb ist es in der Lammzeit für meine Hunde immer eine ganz besonders „Abenteuer“ sie zielsicher zu bewegen. Fühlt sich eines der Mütter mit ihrem Nachwuchs bedroht, heißt es Vorsicht für den Hund. In dieser Zeit ist nix mit „liebes Schaf“ und sie greifen im Notfall auch mehrere Hunde an – um ihre Babys zu verteidigen. Tolle Mütter.

Eines meiner Schafe trauert Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eines meiner Schafe trauert Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sie stand die ganze Zeit neben ihrem toten Nachwuchs und hielt Wache.

Stirbt ein Lamm, finden sie sich in der Regel binnen weniger Stunden damit ab und akzeptieren das Unvermeidliche. Noch schneller geht es, wenn sie sich um den zweiten Nachwuchs kümmern müssen. Bei der Haltung versuche ich die Tiere so artgerecht wie möglich zu behandeln und mache vielleicht einiges anders, als man vermuten würde. Zum Beispiel nehme ich die Lämmer nicht vorzeitig von den Müttern weg, um sie mit Kraftfutter zu „mästen“ oder bei dem Tod von Lämmern, entferne ich sie nicht gleich, sondern lasse sie noch einen Tag bei der Mutter liegen.
Mit meinen über hundert Muttertieren bin ich noch immer ein „Hobby-Schafhalter“, doch in einem Schäfereibetrieb sind 1.400 Mutterschafen eine ganz andere „Welt“, aber auch sie versuchen es den Damen so artgerecht wie möglich zu gestalten. Mit einigen habe ich gearbeitet und sie sollten endlich mal eine Auszeichnung bekommen: „Held der Arbeit“ …oder so

Eines meiner Schafe trauert Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eines meiner Schafe trauert Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eines meiner Schafe trauert, oder empfindet etwas Ähnliches.

Bei meinen Damen habe ich festgestellt, sie brauchen einige Zeit, dies zu akzeptieren und ganz besonders, wenn der komplette Nachwuchs stirbt. Noch bis vor wenigen Jahren wurde auf einigen Universitäten (besonders in den USA) gelehrt: Tiere haben generell keinerlei Emotionen und sind ausschließlich triebgesteuert – empfinden also absolut Garnichts. Schaue ich mir unser „Tierschutzgesetz“ an, glauben das auch Einige in unserem Land.
Wieder zurück zu meinem trauernden Schaf. Sterben wie in diesem Fall beide Lämmer, ist das eine Katastrophe. Der komplette Verlust löst anscheinend einiges bei dem Mutter-Schaf aus und nach unseren, menschlichen Maßstäben würden wir es als Trauer bezeichnen. Denke ich in diesem Zusammenhang an die zahlreichen Mastanlagen und Massentierhaltungen, wird mir ganz übel und ich schäme mich für die Betreiber.
Dieses Schaf hat es besonders schwer getroffen, denn zum einen ist sie eine tolle Mutter mit außergewöhnlich guten Muttereigenschaften und zum anderen ist der komplette Nachwuchs tot. Gerade diese brauchen dann einige Zeit, um zu akzeptieren, dass ihre Kleinen nicht mehr leben. Diese Möglichkeit gebe ich ihnen und lasse die Lämmer noch liegen. Die Mutter steht dann neben ihnen und passt auf sie auf. Ein wirklich herzzerreißender Anblick und wenn ich in ihre Augen schaue, sehe ich Trauer. Nun sind die zwei Lämmer nicht mehr im Stall, aber sie steht noch immer ganz apathisch herum und kommt nur langsam wieder in das Herden-Leben zurück. Auch bei meinem Schaf stellt sich nun wieder die Frage: wenn sie „nichts empfindet“, warum sollte sie sich so verhalten?
An alle, die Tiere nur als „Fleischlieferanten“ sehen, ihr seid auf dem „Holzweg“.

Ich für meinen Teil versuche das Gegenteil zu tun, von dem was ihr macht.

Und es gibt Viele von uns…

Graugänse, Löwen und der Zirkus Roncalli

Es ist kein großes Geheimnis, dass  ich beim Thema Zirkus „Magenschmerzen“ bekomme, denn die Tierhaltung, ganz besonders die der Wildtiere, ist in jedem Zirkus meilenweit von artgerechtem Leben entfernt (und das umschreibe ich noch sehr zurückhaltend). Heute stellt sich Roncalli anders dar, doch noch vor einigen Jahren, hatte dieser Wanderzirkus auch Wildtiere in seinem Gefolge. Gefolge ist vielleicht der falsche Ausdruck, denn die Löwen, Bären und Leoparden folgen ja schließlich nicht freiwillig. Wir zwingen diese wundervollen Kreaturen in unsere Welt und stülpen ihnen sogar noch unser Gefühls-Universum über. In unserer Entwicklungsgeschichte haben wir Menschen uns so auf die eigene Spezies fixiert, dass wir diese Sichtweise fast „automatisch“ auch auf andere Lebewesen übertragen. Wäre gar nicht so schlimm, wenn wir dabei nicht den realen Blick auf sie verloren hätten. Ein Beispiel aus dem Zirkus Roncalli verdeutlicht, welche Gedankengänge bei uns durch den Kopf schießen und die sind bei uns allen nahezu gleich oder zumindest ähnlich. Machen wir dazu am besten mal ein Selbstexperiment und beobachten nach den gelesenen Ereignissen genau unsere Gedanken.  …aber ganz ehrlich

Zirkus Roncalli

Zirkus Roncalli

Am 29. Juni 1982 gastierte dieser Zirkus in Hamburg, damals noch mit Raubtieren, was sich nach diesen folgeschweren Ereignissen erledigt hatte.  Der Dompteur Rene Strickler (er nannte sich lieber Tierlehrer) hatte auch wieder- wie fast jeden Tag- eine „spektakuläre“ Wild-Tier-Nummer zu präsentieren und die war nicht ganz ungefährlich. Er „arbeitete“ mit Löwen, Bären, Leoparden und Bernhardinerhunden. Diese Hunde sind in der Regel sehr „geduldig“ und „friedfertig“, doch fühlen sie sich bedroht, stürzen sie sich auch ohne jegliche Scheu auf Löwen oder Leoparden. Zu all dem, herrscht zwischen Löwen und Leoparden in der Manege eine gewisse „Feind- Seligkeit“. Was wirklich dahinter steckt, wissen wir nicht. Vielleicht wegen der Lebensumstände, denn in ihrem natürlichen Lebensraum gehen sie sich ganz einfach aus dem Weg. Diese explosive Mischung wurde von dem „Tierlehrer“ Rene Strickler „vorgeführt“ und alles lief wie immer, ohne größere Probleme

-bis zum Abschlusssprung eines Leoparden über einen der Bernhardinerhunde.

Rene Strickler mit einem „seiner“ Leoparden

Rene Strickler mit einem „seiner“ Leoparden

Beim Sprung fahren Katzen ihre Krallen aus, um beim Aufsetzen Halt zu finden, doch noch im Flug, streifte der Leopard mit seinen Krallen einen der Bernhardinerhunde und es kam wie es kommen musste, er fühlte sich angegriffen und bedroht. Ohne zu zögern, stürzte sich dieser Hund auf den Leoparden, was alle Andern im Ring zu ungeahnten Aggressionen animierte. Im Handumdrehen verwandelte sich die Manege in eine Kampf- Arena, in der es um Leben und Tod ging. Die ausgebrochenen Kämpfe waren nicht mehr zu stoppen und Rene Strickler stand mittendrin.

Der „Tierlehrer“ hatte zu einer seiner ältesten Löwinnen „Pat“ eine ganz besondere Verbindung und die Zeitungen schrieben am nächsten Tag: „Löwin rettet Dompteur das Leben“. Was war passiert? In all dem tödlichen Durcheinander, bei dem übrigens Viele nicht überlebten, stellte sich die Löwin vor den Dompteur und verteidigt ihn unter Einsatz ihres Lebens gegen zahlreiche Angriffe. Ohne diese Löwin hätte Rene Strickler in dieser Kampf Arena nicht überlebt.

An was habt ihr als erstes gedacht?

In der Regel:  „der Löwe hat seinen „Freund“ beschützt“ oder etwas Ähnliches.

Schlimm genug, dass wir dem Tod zahlreicher Tiere keine große Bedeutung schenken, nur an den Dompteur denken und die Löwin fast „automatisch“ in einem ganz anderem, unserem „Licht“ sehen. Der „edle“ und „tapfere“ Löwe schützt seinen Dompteur. Dies ist nicht nur falsch, sondern schreit geradezu vor Dummheit, dass man Ohrenschützer braucht. Dies sind genau jene spektakulären Schlagzeilen, die unser Nicht- Wissen mit Paukenschlag unterstreichen. Nix mit Edelmut oder selbstloser „Heldin“. Die Zwei hatten anscheinend eine derartige Verbindung, dass die Löwin  ihren Dompteur mit in ihr Rudel aufgenommen hatte und das gilt es-  immer zu verteidigen. Was übrigens fast alle hochentwickelten Lebewesen tun. Als Paradebeispiel fallen mir spontan Wölfe ein, die in ihrem Rudel außergewöhnlich fürsorglich agieren, aber in der Verteidigung ihres Lebensraumes und ihres Clans absolut kompromisslos und sehr aggressiv zu Werke gehen. Sie schützen dabei nur ihre „Familie“ und ihr Überleben. An dieser Stelle möchte ich nicht Löwen mit Wölfen vergleichen, aber Wölfe haben ein deutlich ausgeprägteres Sozialverhalten als ihre „Wild- Kollegen“   – und das sage ich als Schafzüchter.

Aber wieder zurück zur Löwin „Pat“. Was sie tatsächlich dazu bewogen hat, unter Einsatz ihres Lebens, Rene Strickler zu verteidigen, wissen wir nicht und werden es auch nie mit Sicherheit ergründen, aber  …

Denn es gibt ein „Aber“, wenn da nicht noch ein meist gescheutes Thema existieren würde: „Freundschaften“! Ganz besonders auffällig ist dabei das Interesse für Babys, auch die der anderen und dies sogar artübergreifend. Der niederländische Verhaltensbiologe Frans de Waal sieht dies nicht als eine Laune der Natur, sondern behauptet als Professor für Psychologie in Atlante, dass Tiere eine moralische Instanz besitzen  – sehr umstritten. Im Gegenzug behaupten Verhaltens- und Primatenforscher, dies sei instinktive Anteilnahme. Welche „Mechanismen“ hier in Gang kommen, kann der Mensch nur vermuten und das bedeutet mal wieder, wir haben keine Ahnung.

Ganz nüchtern betrachtet, sind diese Rasse übergreifenden „Adoptionen“ eine Fehlprägung und doch eine Laune der Natur (hört sich nach Fachchinesisch an, trifft es aber ziemlich gut). Dass dieses Verhalten tatsächlich untypisch ist, zeigt uns das Bild vor Augen, wenn diese „Adoptionen“ Standard wären. ( z. B. Hunde kümmern sich um Lämmer, Pferde versorgen Kälber u.s.w.) Diese Rasse würde aussterben und die Evolution käme vermutlich zu dem Schluss:  „nicht brauchbar“. Dennoch gibt es sie, die „Tierfreundschaften“, oder sagen wir, die besonderen Verbindungen. Ob nun der Dompteur in die Herde der Löwin aufgenommen wurde oder „irgend“ eine andere Verbindung zwischen diesen beiden bestanden hat, niemand kann es sagen, in jedem Fall hat sie ihm das Leben gerettet.

Um uns diese „Mechanismen“, unter der Rubrik „WOW“ noch besser zu verdeutlichen, schauen wir einmal auf die Forschungen von Konrad Lorenz, die Erstaunliches über Gänse zum Vorschein gebracht haben, genauer gesagt von Graugänsen. Dieses schlaue Federvieh hat so einige Tricks auf Lager, doch wo kommen sie her und warum tun sie das?

Graugänse, sensibles Federvieh, mit erstaunlichen Fähigkeiten

Graugänse, sensibles Federvieh, mit erstaunlichen Fähigkeiten

Wo sie herkommen, ist gar nicht so schwer, denn die Evolution hat großen Erfindungsgeist. Doch warum unsere Tiere einige Dinge gerade zu diesem Zeitpunkt tun, ist schon etwas anspruchsvoller. Aber die Frage: „steckt da ein bewusstes handeln dahinter?“, fordert uns geradezu heraus. Das „Innenleben“ der Tiere ist für uns nach wie vor eine unbekannte Welt und sie verfügen über Fähigkeiten, die wir vielleicht sogar erahnen, aber irgendwie nicht wahr haben wollen. Doch es gibt auch Verhaltensweisen, die ganz und gar nicht aus ihrem Sozialverhalten stammen, sondern von der genialen Natur eingerichtet wurden und manchmal so erstaunlich sind, dass man sie kaum glauben mag.

Wie schon Konrad Lorenz herausgefunden hat, kann man Gänse nicht gerade als dumm bezeichnen, im Gegenteil- sie sind sensibel und lernfähig. Bei der Brut zum Beispiel, kümmern sie sich auch sehr aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs, schützen und verteidigen ihn. Die Graugänse bauen ihre Nester ebenerdig oder auf kleinen Hügeln und können ihre Umgebung bestens beobachten, denn ihr Sehvermögen ist sehr gut. Als Beobachter sollte man also erwarten, falls mal ein Ei aus dem Nest rollt, dass sie es sofort erkennen und wieder in das schützende Nest zurückholen  – es beschützen. Genauso war auch der Versuchsaufbau von Herrn Lorenz, selbstverständlich in ihrer natürlichen Umgebung und alles ohne irgendwelchen „Versuchs- Stress“. Die konkrete Frage war: „tun die Graugänse dies aus bewusstem Sozialverhalten heraus und wenn nicht, warum dann“? Das war der Plan. Mit ziemlich viel Aufwand, richteten sie einen Beobachtungsposten an einem natürlichen Brutplatz ein und brachten viel Zeit mit, sehr viel Zeit. Als es dann doch mal passierte, dass ein Ei aus dem Nest rollte, reagierte die Gans sofort. Sie machte einen langen Hals, begutachtete das rollende „Objekt“ und brachte es unter recht großen Anstrengungen und einer erstaunlichen Fertigkeit wieder zurück in das schützende, warme Nest. Alles war wieder GUT. Lorenz rollte einen Tennisball an das Nest und zur allgemeinen Verwunderung, lief ganz genau dasselbe ab, wie mit dem richtigen Ei. Ok, dachten sie, eine Verwechslung, kann schon mal passieren. Nachdem sie das Experiment immer mit demselben Ergebnis wiederholten, rollten sie eine kleine Plastik Trinkflasche an ihr Nest. Das war nun die eigentliche Überraschung, denn auch hier zeigte die „fürsorgliche“ Gans dasselbe Verhalten. Sie rollte die Trinkflasche mit größter Sorgfalt in Ihr Nest. Das hatten sie nun wirklich nicht erwartet. Die Ergebnisse dieser Forschungen brachten folgendes ans „Tageslicht“: Zu den vielen „Talenten“ und Fähigkeiten der Graugänse, gesellt sich 2 Wochen vor und 2-3 Wochen nach der Brutzeit ein erstaunlicher „Reflex“, alle rundlichen Gegenstände am Nest-  „wieder zurück“ zu bringen. Außerhalb der Brutzeit existiert dieses Verhalten nicht. Könnte bei dem Löwen ein ähnlicher Mechanismus in Gang gesetzt worden sein? Nur hier- „beschütze dein Rudel“?

Ich würde sagen:
zu bewundern ist in jedem Fall die Natur und ihre Zwillingsschwester Evolution.