Kategorie-Archiv: Allgemein

Liebe Gemeinde

Es war einmal ein Schafzüchter. Er liebte seine Tiere und verbrachte viel Zeit bei seinen vierbeinigen „Freunden“. Seine Schäfchen lebten ein ruhiges und zufriedenes leben, hatten genügend Grün und pflegten dabei des Gelände eines alten Klosters aus dem Jahre 1148. Im Schaf-Land konnten sie einfach nur Schaf sein und einmal im Jahr in Ruhe ihre Babys groß ziehen.

Die Schafe:
Einmal im Jahr fallen Zweibeiner in unser kleines Reich ein, hören laute Musik, trinken viel Bier und sind außer Rand und Band – am sogenannten „Vatertag“. An diesem Tag müssen wir uns immer verstecken, alle Weiden verlassen und unser Schäfer schlisst uns zur Sicherheit sogar im Stall ein.

Da sind wir alle immer sehr beunruhigt, denn niemand kann sagen, was passiert.

Dieses Jahr war es mal wieder soweit. Die Zweibeiner vielen ein und versetzten unsere ganze Herde in Aufruhr. Sie rissen diesmal sogar Zäune um, brachen nachts den Stall auf und scheuchten uns in die Dunkelheit. Das war für uns kein schönes Erlebnis, denn in der Dunkelheit konnten wir nicht auf unsere Lämmer achten.

Eine kleine Familie Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Eine kleine Familie Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Liebe Gemeinde, wir wollen nur in Ruhe den Rasen eures Klosters pflegen und unsere Babys versorgen. Bitte denkt an uns, wenn ihr nächstes Jahr zum „Vatertag“ wieder feiern solltet.

Mit lieben Grüßen
Eure Kloster-Schafherde

Sommerfest mit Freunden

Ja, ich habe auch richtige Freunde und nicht nur meine Hunde und die auf Facebook. Was kann es da Besseres geben, als an einem sonnigen Wochenende mit Freunden zu feiern? Natürlich auf einem Bauernhof, mit Weiden, eigenem Wald, vielen Tiere und großrahmigen, langhaarigen Damen.
(ich meine Schafe)
Dabei fing der Tag recht satirisch an. Noch unterwegs zur Party, musste ich bei den Wegelagerern und Raubrittern Halt machen, an einer Tankstelle. Das Allererste, was mir an diesem Tag entgegen sprang, war Donald Duck, von einigen auch Trump genannt.

Donald Duck Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Donald Duck Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Donald Duck soll die Welt zerstören? Mal ganz ehrlich, kann „DER“ echt sein? Ich für meinen Teil, bin der festen Überzeugung, dass Donald im Weißen Haus eine Marketing Idee von Coca Cola ist und wir bald die Wahrheit erfahren.

Wir hatten zwei Tage eingeplant, Samstag und Sonntag, doch als wir ankamen, war die „unendliche“ Feier schon lange in Gang. Einige reisten bereits Freitag an und blieben bis Montag. Wow- dachte ich und das macht diese Truppe nun schon seit 15 Jahren. Klasse!
Sara & Ralf laden jedes Jahr zu dieser Land-Party ein und sie hat tatsächlich was Besonderes.

Ohne Stress Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Ohne Stress Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Alles ganz ohne Stress, mit Freunden chillen.

Ob lachen, spiele, grillen oder eine Ausfahrt mit der Pferdekutsche, wenn jemand meint, er müsste sich ein paar Stunden auf das „berühmte“ Ohr legen und später wieder dazu kommen – wunderbar.

Haflinger Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger/Kutschfahrt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Haflinger/Kutschfahrt Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Klar wird am Abend auch ordentlich gefeiert. Laut Musik gehört und dem Alkohol „abgeschworen“, doch vorher musste er „vernichtet“ werden. Übernachtungsmöglichkeiten gab es viele. Sofa, Wohnwagen, Zelt, Strohballen oder wie wir im Pferdeanhänger. Unser Schlafplatz hört sich vielleicht komisch an, war aber echt toll. Eine wilde Truppe mit viel Spaß, Lebensfreude und vor allem ganz viel Herz.
Neben Kutschfahrten, Mini- Helikopter und einem beeindruckenden Sportbogen, standen auch diverse „eigenartige“ Spiele auf dem Programm. Ich darf euch sagen, Spaß in Reinkultur. Blödsinn, lustige Freunde und super Wetter – eine explosive Mischung.
Hier eine Auswahl:

Sommerspiele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Sommerspiele Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nicht die Olympischen Spiele, aber dafür hatten wir deutlich mehr Spaß. Die größte Herausforderung war hierbei das Kopf-Pingpong, das wahrscheinlich nur zu gewinnen war, wenn man eine Spezialausbildung bei einem Sondereinsatzkommando – SEK durchlaufen hat.

So ein ganz kleines Stück „Heile Welt“, die man irgendwie mit einem Schuss Wehmut verlässt, da nun wieder der ganz normale Wahnsinn wartet. Toll war`s und alle freuen sich jetzt schon auf das nächste Jahr, wenn es dann wieder heißt:

Sommerfest bei Sara & Ralf.
PS.: Ob es wohl nächstes Jahr noch „Donald Duck“ im Weißen Haus gibt?

…manchmal rede ich mit mir selbst

Nein, ich bin nicht „verrückt“ geworden (auch wenn einige vielleicht etwas anderes behaupten), aber manchmal tobt in meinem „Inneren“ eine „angeregte „Diskussion“.
Man, man, man, was habe ich mir bloß dabei gedacht, als ich vor Jahren mit den Schafen angefangen habe?! Ob das wohl alles so richtig war. Natürlich liebe ich meine Schotten, ich meine Schafe, aber sie halten mich ganz schön auf Trapp. Auf der anderen Seite bringen mir diese „Biester“ auch ganz viel Freude und wenn ich so darüber nachdenke, die viele Arbeit macht mir eigentlich auch gar nix aus. Im Gegenteil, irgendwie stellt sich ein seltsames Gefühl der Zufriedenheit ein und genau dafür machen wir das doch alles. Oder?

Denke ich zurück, so muss ich mich am Anfang ziemlich „dumm“ angestellt haben. Bei den ersten Lämmern bin ich gleich in Panik verfallen uns sofort den Tierarzt angerufen. Na ja, besser so als „andersherum“. Die erfahrenen Berufsschäfer bewundere ich nach wie vor, denn sie besitzen nicht nur unglaubliches Schaf-Wissen, sondern auch eine ganz besondere Berufsehre, gepaart mit Leidenschaft und Fleiß. Wenn ich die von mir sehr geschätzte Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein anschaue, bekomme ich fast ein „schlechtes Gewissen“, denn gegen ihren täglichen Arbeits-Wahnsinn habe ich bei meinen „Mädels“ Dauerurlaub. Es geht mir einfach nicht aus den Kopf, was hat Kerstin dazu getrieben, nach ihrem Biologie Studium den Beruf des Schäfers zu erlernen, ihn natürlich abzuschließen und weil sie ja sonst nix zu tun hat (außer ihren 1.000 Schafen) auch noch ihren Schäfermeister zu machen. Hierzu fällt mir nur „wow“ ein und meine vermeintlichen „stressigen Arbeiten“, an den „Damen“, werden auf einmal ganz klein. Hobby Schafhaltung nennt man das wohl. Ich glaube, ich nehme mich manchmal einfach zu „wichtig“. Mit zwei Border Collies 120 Schafe zu bewegen und die Mädels so artgerecht wie möglich zu züchten, ist ja nun auch kein „Hexenwerk“. Ach, manchmal gehen mir so viele Dinge durch den Kopf, dass er fast „explodiert“. Was macht man da, klar, hinsetzen und erst mal in Ruhe eine „Friedenspfeife“ rauchen – quatsch, höchsten ein Bier trinken.

„Baumausreißtag“

„Baumausreißtag“

„Baumausreißtag“

An manchen Tagen könnte man ganze Bäume ausreißen (mit Wurzel) und an anderen, fallen einem ganz „normale Dinge“ schwer – mir zumindest. Ich weiß ja nicht, wie es euch da draußen allen so geht? Mir macht meine „Schinderei“ ziemlich viel Spaß und ich wollte auch nichts anderes tun.
Denke ich so an die guten und erfahrenen Hundetrainer, schießt es mir geradezu blitzartig in den Kopf: „ du musst dich viel mehr mit der Ausbildung beschäftigen, sonst wird das nie was Vernünftiges“. Ok, leichter gesagt als getan, denn was läuft denn sonst noch so „nebenher“? :
120 Schafe, Artikel für zwei Zeitschriften schreiben, den Blog aktuell halten, mein erstes Buch (na ja, die jetzige Arbeit machen eigentlich andere, denn ich bin mit meiner durch) und Hütevorführungen. …wenn ich also mal ein lockeres Wochenende erleben möchte, so melde ich mich, oder besser gesagt meine Hunde, zu einem Trial an. Aufgeregt bin ich schon, aber das ist doch irgendwie positiver „Stress“ und die frühere „Panik“ am Startpfosten, hat inzwischen auch das Weite gesucht. Meinen ersten Start werde ich nie vergessen, denn bereits am Start schossen mir wirre Gedanken durch den Kopf wie: bin ich eigentlich total verrückt geworden, oder die anderen sind alle viel besser als wir, hoffentlich verletzt mein Hund keines der Schafe. Wenn einem 10 Sekunden vor dem Start solche seltsamen „Blitze“ durch den Kopf schießen, kann die ganze Sache eigentlich gar nicht gut gehen. Vielleicht sollte ich mich bei den Starts nach den Sternen richten. Einige schwören ja darauf. Horoskope, Sternzeichen, Aszendent, vielleicht wissen die Bescheid und haben immer den „Durchblick“ – diese Variante weckt bei mir doch den einen oder anderen Zweifel.

Wobei mir schon mal jemand sagte: „Waage Menschen lieben das Schöne“ und ich bin „Waage“. Nicht die, die bei manchen im Bad auf dem Boden steht, sondern am Himmel prangt. Mich fragte tatsächlich mal jemand: „was bist du für ein Sternzeichen“? Ich sagte „Waage“ und die obligatorische Antwort war: „das habe ich mir gleich gedacht“. So so, man kann also sehen was ich für ein Sternzeichen bin…
Wenn ich also das nächste Mal zu meiner Bank gehe und sie mich noch immer ohne Anwendung von Gewalt einlässt, sollte ich vielleicht mit meinem Sternzeichen etwas schummeln und statt „Waage“ das Thema „Schütze“ ins Gespräch bringen. Ich ändere bei den Damen und Herren ganz einfach mein Geburtsdatum und werde fast automatisch zum hofierten Kunden. Beim Schütze Menschen wirkt angeblich der Jupiter als Geburtsplanet und der verheist Wohlstand. Mist, wegen der „Wage“ habe ich also mit meiner Bank immer diese „Meinungsverschiedenheit“. Meine Bank kennt diese „Probleme“ auch schon lange und ich sollte mal etwas unternehmen, um unsere „Beziehung“ zu verbessern. Eine Variante wäre, bei Vollmond Aktien zu kaufen und sie bei Neumond wieder „auf den Markt zu werfen“. Ein noch „besserer Plan“ ist Aktien eines Unternehmens zu erwerben, nach dem man das Horoskop der Firma erstellt hat. Wo bekomme ich aber ihr Horoskop her? Natürlich von einem „ernsthaften Profi“

„Sternengeld“

„Sternengeld“

Dann gibt es Geld von den Sternen – „Sternengeld“

Wann wurde das Unternehmen gegründet, das wäre das „Geburtsjahr“ und wenn ich nun auch noch die Zeit in Erfahrung bringen könnte, wann die Firmengründung unterschrieben wurde, kann doch garnichts mehr schief gehen.

…ich glaube, darüber denke ich nochmal nach

...besser nicht

…besser nicht

Diese Variante verwerfe ich lieber auch gleich wieder

Ach so, ehe ich es vergesse,
zu all dem habe ich auch noch einen sehr guten Freund verloren. Er hat mit mir Schluss gemacht. Wir hatten tolle Jahre, haben viel gemeinsam erlebt, waren in ganz Deutschland unterwegs und haben uns gegenseitig geholfen. Musste ich dringend irgendwo hin, hat er mich ohne zu fragen gebracht und hat er was benötigt, habe ich es ihm gekauft. Wir waren ein tolles Team und das alles soll nun vorbei sein? Na ja, alles hat seine Zeit und die „Welt bleibt bekanntlich nicht stehen“. Ich werde ihn vermissen, auch wenn er mich manchmal Nerven gekostet hat, oder mal wieder nicht in die Gänge kam. Egal, es war toll mit ihm und ich werde noch lange an ihn denken, schließlich hat er mich tausende von Kilometer durch Old Germany gebracht, mein alter Geländewagen – „Leb wohl“

…wie schon gesagt, manchmal rede ich mit mir selbst.

Guten Tag Vergangenheit

Was gibt es doch für tolle Erinnerungen, wenn ich an meine Schulzeit denke. Klar, einige Lehrer waren „Kriegsgegner“, aber einige schätze und kontaktiere ich noch heute. Da ist zum Beispiel meine Deutschlehrerin Frau Schwalbe. Nicht nur das sie einen „fröhlichen“ Namen hat, sondern auch sonst mir im Gedächtnis fest hängen geblieben ist, nicht so wie der Schuldirektor „Sklaventreiber“, ich meine Dr. Förster. Meine Lieblingslehrerin (ja das gibt es) habe ich sogar vor einigen Wochen besucht, so ganz privat. Wir waren herzlich im Umgang, haben uns sofort geduzt und auch sonst, war es ein tolles Aufeinandertreffen. Nur dass die „Schwalbe“ nun im Ruhestand und wie wir alle auch älter geworden ist. Sorry „reifer“

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nein, das ist nicht das „Weiße Haus“ in den USA, sondern meine Schule.

Manchmal kamen mir die Lehrer damals zwar so vor, als wollten sie die „Weltherrschaft“ übernehmen, was natürlich Quatsch war, aber als Kind erscheint einem die Welt eh in einem ganz anderen Licht. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Denn wir Erwachsenen haben den Schlüssel zu dieser wundervollen, kindlichen Zauberwelt verlegt und werden ihn vermutlich auch nie wieder finden.

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schule Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Nach so vielen Jahren wieder durch diese Tür zu gehen…, ein eigenartiges Gefühl.

Dabei kommen einem 1000 Dinge in den Sinn. Selbst der Geruch in der Eingangshalle ist mir plötzlich vertraut, als ginge ich morgens zum Unterricht. Das ist wirklich überraschend und neben dem ganzen „Blödsinn“, den wir damals verzapft haben, erinnere ich mich an ganz viele tolle Bilder. Wow, so überwältigend hätte ich mir das nie vorgestellt. Es ist schon komisch, da läuft man durch seine eigene Vergangenheit und 1000 Erinnerungen, sogar Gefühle kommen zum Vorschein. Ich „sehe“ doch tatsächlich, wie „klein Peter“ durch die Eingangstür läuft und ich war sogar in meinem Klassenzimmer.

Mein Pausenhof Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Mein Pausenhof Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Hier auf dem Pausenhof, haben wir meist unsere „wichtigen“ Pläne für den Nachmittag geschmiedet.

Der „Feind“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Der „Feind“ Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die „Feindliche Leitstelle“

Aus heutiger Sicht würde ich eher sagen: sie haben einen ganz guten Job gemacht. Nicht dass nun jemand auf den Gedanken kommt, diese Einsicht sei „Weisheit“, ich würde eher sagen: es ist das Alter.

Meine Schwester Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schwester Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Meine Schwester Heike

Und zum Schluss meiner „Yesterday Tour“, der krönende Abschluss. Meine Schwester kommt mir auf dem Flur entgegen. Denn nun arbeitet sie auch in einer dieser ehrwürdigen Hallen und versucht ebenso wie „meine Lieblings Schwalbe“, jugendlichen „Rebellen“, Sinnvolles mit auf den Weg zu geben. Ich könnte sie ja mal fragen, ob es aktuell auch solche „abenteuerlustigen“ Freunde wie uns in diesen „Kathedralen des Wissens“ gibt?!

…ich vermute, JA

Wir waren wild… Teil 3

Erinnerung an eine wunderbare Zeit

Toll, heute ist Samstag! Den an diesem Samstagabend lassen wir es mal wieder so richtig krachen. In den letzten Wochen lang immer irgendwie was an. Ausbildung, Prüfungen, eigenen Disco-Veranstaltungen oder das völlig zerlegte Motorrad wieder zusammenschrauben. Aber am Wochenende lassen wir alles sausen und gehen einem „wilden“ Party-Vergnügungen nach. Quatsch, wir lassen es „krachen“, dass passt besser.
Angefangen hat dieser Samstagmorgen mit der Polizei. Ich wohnte noch bei meinen Eltern und „die Damen und Herren (in „schmucken“ Uniformen) wollen was fragen“, sagte meine überraschte Mutter. Natürlich fielen mir sofort einige kleine „Sünden“ ein, aber gleich die Polizei, das ist schon komisch.

So schlimm kam es dann doch nicht für mich.

So schlimm kam es dann doch nicht für mich.

So schlimm kam es dann doch nicht für mich.

In der Nachbarschaft wurde in zahlreichen Autos eingebrochen und nun gingen sie von Tür zu Tür um nach Hinweisen zu fragen. „Da kann ich leider nicht weiterhelfen“, lautete meine kurze Antwort, denn meine Augen waren „eigentlich“ noch im „Schlaf-Modus“. So zogen die Damen und Herren weiter. Na toll, jetzt bin ich wach. Beim schreiben dieser Erinnerungen fällt mir ein „Vorfall“ ein, der noch gar nicht so lange her ist. Ein befreundetes Ehepaar, lag schon seit längerer Zeit in Scheidung und wie es in einigen Fällen nun mal leider so ist, stritten sie heftig ums Geld. Sie wollte das Haus allein, aber ihn nicht auszahlen. Die Dame des Hauses war schon immer recht resolut aber was sich Sandra da geleistet hat – wow. Die beiden lebten bereits getrennt, er im Haus und sie im Haus ihrer Eltern.
Nach einigen Wochen hörten wir wieder von den Zweien, aber von einem Ereignis, auf dass sicher jeder von uns gern verzichtet hätte. Was war passiert: In den frühen Morgenstunden, donnerte die Tür auf, vermummte und bewaffnete Beamte stürmten das Haus und überraschten Andreas schlafend im Bett. Was für ein Schock! Sandra hatte ihn aus Wut über den Scheidungsverlauf, wegen angeblichem Waffen-Handel angezeigt, was natürlich nicht stimmte, aber auf Grund dieser Anzeige hat ein Sondereinsatzkommando nachts seine Behausung gestürmt und die sehen tatsächlich so aus, wie auf dem Foto. Die „sportlichen“ Beamten haben nur ihren Job gemacht. Welche Spezialeinheit tatsächlich vor Ort war, weiß ich nicht. In jedem Fall haben sie sein halbes Haus zerlegt und er erlebte einen Horrorfilm live. Soviel wie ich weiß, musste seine nun Ex-Frau ziemlich viel Geld für diesen Einsatz zahlen. Denn die Spezialeinheit rückte mit dem vollen „Programm“ an – so wie im Film. Wilde Geschichte, leider war.

Nun wieder zurück zu meinem Party-Samstag. Nach dem Frühstück habe ich mich erst mal meinen weißen Mäusen gewidmet. Nein ich bin nicht „verwirrt“ (glaube ich). In meinem Zimmer wohnten tatsächlich viele weiße Mäuse. Und was soll ich zu diesen niedlichen Nagern sagen? Sie vermehrten sich, zum Ärger meiner Mutter, prächtig. Diese kleinen pfiffigen Kletterkünstler, hatten sogar herausgefunden, wie sie unbemerkt ihre Behausung verlassen können, um die Umgebung zu erkunden – der Alptraum aller Eltern.

Eine wilde Party-Nacht

Eine wilde Party-Nacht

Eine wilde Party-Nacht

Dann ging es aber los, mit den Vorbereitungen für die „Nacht der Nächte“. Die coolste Jeans, das beste T-Shirt, Turnschuhe und natürlich meine alte Lederjacke. Meine Mäuse waren versorgt und es stand ein Abenteuer bevor – „Samstagnacht“.
Wo übernachtet man mit einer „lustigen Truppe“ nach einer Party-Nacht? Natürlich bei demjenigen, dessen Eltern gerade im Urlaub sind. Also ging es in den frühen Morgenstunden zu Andrea`s Elternhaus und im Schlepptau hatten wir etwa 14 mehr als nur gut gelaunte Freunde. Ich glaube es waren 14, aber so genau weiß ich das nicht mehr… Angekommen, wurde zunächst die Küche in Beschlag genommen. So eine Nacht macht hungrig. Anschließend fütterten wir Fische und den Hamster (Olaf die Fische mit zwei Äpfeln). Warum? Dass konnte er auch nicht genau sagen, aber wir hatten viel Spaß und um Spaß geht es ja schließlich. Ich bin der festen Überzeugung: hat man in der Jugend keinen Spaß oder gar eine bedauernswerte Jugend, ist der Start für das Leben eine „Fehlzündung“. Eine tolle Jugend ist halt nun mal ein solides Fundament, für das Abenteuer was wir Leben nennen.
Erinnerungen an eine wunderbare Zeit. Je mehr ich darüber schreibe, desto mehr wundersame Ereignisse öffnen kleine Türchen in meinem Kopf. Die Reise, in eine ereignisreiche Vergangenheit, hat wohl erst begonnen und somit werde ich wohl noch viele wunderbare Geschichten aus meiner Jugend aufschreiben…

Wir waren wild.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer

Noch vor einigen Jahren sind hier Hundertschaften von Sondereinsatzkommandos eingerückt, Hubschrauber kreisten permanent über den Dörfern und TV-Moderatoren prügelten sich um die letzten Hotelzimmer. Ihr erinnert euch?! Kastor Transporte, Atom-Müll Endlager Gorleben und tägliche Berichterstattung in den Nachrichten  – genau, da war ich. Und es gibt sie noch, die Individualisten, Anti-Atom-„Krieger“ und Wendland Revoluzzer, nur machen sie gerade „Pause“. Einige erinnern sich vielleicht gar nicht mehr daran, aber noch vor wenigen Jahren war das Wendland wegen der Atom-Müll Castoren fast schon ein „Kampf-Gebiet“.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Während ihrer Pause, haben sie ausgestopfte Kameraden an die „Front“ geschickt. Auf solche ausgestopften Biker oder anderen stillen Revoluzzern trifft man an einigen Stellen im Wendland und sollen uns sagen: hey, wir sind noch da.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Das unscheinbare Gelände dahinter, ist in Wirklichkeit ein Hochsicherheitstrakt der Extraklasse.

Aber das Wendland hat ja nicht nur „Gorleben-Kämpfer“ und Atom-Müll zu bieten, sondern auch ganz viel Natur. Viele „Großstadt Abenteurer“ buchen sich oft für mehrere Tage in einem Ferienhof ein, um einfach mal abzuschalten, sowie die „brutale“ Ruhe zu genießen. In der Nachbarschaft kennt man sich und Frau Müller von nebenan, klingelt schon mal, wenn es wie aus Eimern regnet und man das Dachfenster vergessen hat zu schließen. Wenn ich mit meinen Hunden Gassi gegangen bin, konnte ich ohne Bedenken auch der „Hauptstraße“ entlang laufen, denn wir waren die einzigen. Wer das stille Landleben mag, ist hier an der perfekten Stelle.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Auf diesem Hof war ich zu Gast, bei einer sehr guten Freundin. Christel führt diesen Ferienhof und hat neben zwei Border Collies natürlich noch zahlreiches weiteres „Getier“, wie Hühner, Schafe und eine Katze. So toll wie dieser Landstrich auch ist, aber alle Nicht-Tierliebhaber und Ruhe-Verächter, sind hier nicht so ganz an der richtigen Stelle. Doch, sollte es mal wieder Castor-Transporte mit Atommüll geben, versichere ich euch hier, Abenteuer, Spannung und einen Platz in der ersten Reihe.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Ich würde sagen, das Border Collie-Schild ist eher Schmuck, denn die zwei vierbeinigen Kollegen, sind alles andere als beißfreudige Bestien. Objektbewachung durch Border Collies, die Wendländer haben also auch Humor.

Was macht man also in so einer Anti-Atom-Müll-Kampfregion, wenn es gerade mal keinen Kampf gibt? Man züchtet zum Beispiel Schafe. Nicht irgendwelche Schafe, sondern Quessantschafe. Christel hat eine der bekanntesten Zuchtlinien an Quessantschafen und das ist noch nicht genug. Nein – einer ihrer selbst gezogenen Böcke ist der Beste Deutschlands. Wow, dachte ich, das nimmt sie aber verdammt ernst, ihre Quessant Schafzucht. Zu diesem Zuchterfolg konnte sie nun aktuell noch ganz gewaltig eine große Schippe drauflegen, denn sie ist seit 2017 die Begründerin einer eigenen Zuchtlinie. Wie das geht? Gute Frage, aber das Leben geht manchmal so ganz eigene Wege und diese Wege bringen den Samen ihres Super Bocks in die USA. Ihr habt richtig gelesen, amerikanische Züchter kaufen das „Erbmaterial“ dieses Spitzen Bockes und erschaffen damit in den USA eine neue, eigenen Linie. All die künftigen weißen Quessantschafe, stammen dann in Zukunft von diesem kleinen Kerl ab. Ähnlich wie bei unseren Border Collies die „Sache“ mit Old Hamp gelaufen ist, so wird es hier mit Christels Bock ablaufen. Für alle die nix mit dem Namen „Old Hemp“ anfangen können: die meisten der heutigen Border Collies stammen von dem damaligen „Besten aller Besten“ Border Collies ab, Old Hemp. Nur daß Old Hemp ein perfekter Arbeitshund war, aber dieser stattliche kleine Bock manchmal Anflüge von „Größenwahn“ hat.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe /weiß

Diese wolligen Miniaturausgaben sind ganz schön mutig und haben oft keine Probleme sich einem größeren Border Collie entgegen zu stellen, um ihre Lämmer bis zum Äußersten zu verteidigen.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe /schwarz

Bleibt noch die Frage, die nicht nur alle Tierfreunde, sondern sogar erfahrene Schafzüchter beschäftigt: wie zum Teufel sprechen sich die Quessantschafe richtig aus. Viele kennen diese spezielle Rasse, aber ganz Deutschland rätselt über die richtige Aussprache. Ich für meinen Teil, habe es sogar vermieden, diese kleinen Damen als Rasse zu erwähnen, weil ich schlicht und einfach nicht wusste, was ich sagen sollte.

Bitte Christel, lass die Menschen nicht dumm sterben, löse eines der ganz großen Rätzel unserer Zeit auf. Wie spricht sich Quessant wirklich aus? Ihre Antwort war: Kiso(n) wobei die Betonung auf dem „O“ liegt und das (n) nicht ausgesprochen wird. Wow, darauf wäre ich nie gekommen.

Herr Müller /Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Herr Müller /Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Die Hof-Katze: „Herr Müller“ und das eierlegende bunte Fußvolk

Herr Müller ist der Krieger in der Nacht und jagt in der Dunkelheit nicht Castoren voller Atommüll, sondern Mäuse oder was sich sonst noch nachts unerlaubterweise auf den Hof wagt. Irgendwie ist das auch ein Wendland Revoluzzer.

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Quessantschafe, Border Collies und Wendland Revoluzzer Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Zum Abschied schaute mir nochmal einer der zwei Border Collies über die Schulter, um zu sehen ob ich auch wirklich abfahre, denn nun gehört ihnen der Hof wieder allein, bis auf den kleinen größenwahnsinnigen Bock, der meint, er sei der Herr der Welt, ach was  – des Universums.

War schön, bei Christel im Wendland.

Machtgehabe und 520 PS

Der Mensch ist eigentlich ein „Kulturaffe“ und noch so sehr mit seinen Wurzeln verbunden, dass er sich im ständigen Wettstreit zwischen Vernunft und Instinkt befindet. Das streichen wir immer sehr elegant aus unserem Bewusstsein. Nimmt man 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte als Maßstab, erscheint die nicht überraschende Erkenntnis, dass wir über 90% unseres Mensch-seins als Jäger zugebracht haben.  Sorry, aber auch ohne Studium sollten jedem die Auswirkungen klar sein. Hierarchie, Jagderfolg und Beute spielen auch heute noch eine deutlich größere Rolle als  viele meinen. Statussymbole, Eigentum oder der vorzeigbare Partner, sind da nur Teile davon, aber auch sie wurzeln in unserer tierischen Vergangenheit. Wenn Ihr also demnächst einen Mann seht, der einen auf King macht, so wisst Ihr, da folgt jemand seinen Urinstinkten. Er ist mit seiner Rangordnung unzufrieden, sucht Anerkennung und eine Partnerin.

Politiker haben diese zur Schaustellung zur „Kunst“ erhoben. Angeblich befreundete Staatsoberhäupter begrüßen sich innig, mit Umarmung, Körperkontakt und Küsschen
– ich hab dich lieb, wir sind gleichrangige „Jagdgefährten“

Angeblich nicht befreundete Politprofis begrüßen sich nüchtern mit Händedruck und
meiden den Körperkontakt. Dies geschieht auch ganz demonstrativ.
– ich hab dich nicht lieb, ich stehe über dir

Natürlich ist das alles nur ein Schauspiel, aber diese Schauspiel-Kunst wird angewandt, weil es die Menschen verstehen –oder so verstehen sollen. Irgendwie ist das doch alles verlogen und aus den gewählten Volksvertreten ist eine eigene Kaste geworden, die in ihrem eigenen Universum leben. Auch bei Banken und Rechtsanwälten habe ich manchmal den Eindruck, sie reden in einer Sprache, die ich gar nicht verstehen soll und untermauern so ihr Überlegenheitsgefühl. Oder bin ich einfach nur zu dumm dieses unverständliche „Kauderwelsch“ zu dekodieren?
Jagderfolg, Hierarchie und Paarung haben heute noch immer eine dominierende Bedeutung, nur heißen sie heute Ehrgeiz, soziale Stellung und Sex, wie vor 100.000 Jahren. Diese Vergangenheit hat uns aber auch Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben, die uns dahin gebracht haben wo wir heute sind. Ohne jenen Jagdinstinkt hatte sich der Mensch nie Ziele stecken und Strategien erarbeiten können. Diese Instinkte und jener Eroberungsdrang, haben uns in neue Regionen vorstoßen lassen, um unsere Lebensumstände zu verbessern. Selbst das gemeinsame Essen in einer Großfamilie ist ein Ritual aus ganz alten Zeiten. Ihr werdet vielleicht staunen oder gar lachen, aber die gemeinsame Einnahme der Mahlzeit ist das Teilen der Beute und wird seit Urzeiten praktiziert. Sitzt ihr an einem elegant gedeckten Tisch, mit leckeren Speisen und gutem Rotwein, seid ihr auf der geschichtlich sicheren Seite  – Aufteilung der Beute. Nur dass ihr sie nicht selbst erlegt, sondern gegen kleine Papier-Scheine eingetauscht habt.

Ich erinnere mich nur wiederwillig und mit „Schmerzen“, an einen Zeitgenossen, der ein wirkliches Prachtexemplar zum Thema Machtgehabe darstellt. Aus beruflichen Gründen, hatte ich es mit einem Handwerksmeister zutun, der wiederum häufig für einen großen Autohersteller tätig war und vermutlich auch noch ist. Nicht das er nur ein Angeber, Wichtigtuer und „Großkotz“ darstellt, nein, er hatte auch positive Seiten, denn fachlich war er ein Spezialist, doch menschlich unerträglich. Seine Rhetorik war voll von eigenen Höchstleistungen und Eigenlob, so dass man als Gegenüber irgendwann auf „Durchzug“ schalteten musste, oder leichte Übelkeit verspürte.

Machtgehabe und 520 PS Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Machtgehabe und 520 PS Ⓒ Hardi P.Schaarschmidt

Mögliche Hilfe, auch bei 15 PS „Rückstand“

Unter anderem hatte er seinen Firmenwagen auf 505 PS umrüsten lassen, sich aber permanent darüber geärgert, dass auf dem Prüfstand, bei dem Auto seines Vaters 520 PS angezeigt wurden. Das war für ihn ein echt „harter Rückschlag“ und kaum zu verkraften. Bei einer gemeinsamen Fahrt durch das weitläufige Betriebsgelände des Autobauers, erlebte diesmal ich einen Albtraum. Sein Sportauspuff war schon im „Normalbetrieb“ grenzwertig, aber immer wenn wir an Personen vorbei fuhren (…und das waren ziemlich viele) gab er völlig sinn frei Vollgas. So heftig, dass ich das laute Dröhnen noch heute im Ohr habe. Dieser Auftritt war mir derart peinlich, dass ich im Beifahrersitz immer kleiner wurde und im Nachhinein diesen Geschäfts-Kontakt, mit den Worten: „ er ist ein Idiot, mit dem möchte ich nicht arbeiten“, an meinen Geschäftsführer abgegeben habe.

Wichtigtuer und Machtgehabe kommen immer wieder als lästiges Übel auf uns zu, aber seien wir Nachsichtig, denn sie folgen nur ihren Instinkten, wie Schlangen, Hasen oder Mäuse.

Mit diesem Vergleich sind sie zwar noch immer lästig, aber ein ganzes Stück kleiner.

 

Dr. Bach oder „Tante Bayer“?

Pflanzliche Heilmittel oder pharmazeutische Präparate?

Wer bekämpft was?
Für alle, die sich bisher noch nicht so intensiv mit diesen „Mittelchen“ beschäftigt haben, hier vorab etwas grundsätzliches. Egal was wir unseren Pferden, Hunden oder Spinnen verabreichen, sie wirken entweder toxisch oder tonisch. (Das mit den Spinnen überlegen wir uns nochmal) Allein schon die Bezeichnung hört sich irgendwie unangenehm an, aber sie sind bei richtigem Einsatz schon sehr hilfreiche „Mixtouren“. Toxische Medikamente töten Erreger und tonische Medikamente stärken die Widerstandskräfte. Beide haben ihre Berechtigung, denn die Kobolde der Krankheiten sind sehr erfinderisch. Die toxische Eingreiftruppe ist oft recht radikal und bekämpft den Gegner mit schwerem Geschütz. Haben wir nicht das Wissen, so bekämpfen wir sehr häufig eine „friedliche Demo“ mit der GSG9. (GSG9 ist eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von Terrorismus, echt harte Jungs) Aber natürlich haben auch diese toxischen, „harten“ Medikamente ihren Nutzen – wenn wir bei Erkrankungen den Gegner genau kennen.

Dr. Ewald Bach, Vater der Modernen Pflanzenheilkunde

Dr. Ewald Bach, Vater der Modernen Pflanzenheilkunde

Die „Geschenke“ von „Tante Bayer“ sind eine „Errungenschaft“ der Neuzeit und haben bei kompetentem Einsatz schon vielen Menschen als auch unseren Tieren geholfen, doch Heilkräuter werden bereits seit tausenden von Jahren eingesetzt und sind weitgehend zu Einsatz und Nebenwirkung erforscht. Dr. Bach war einer der Vorreiter und hat die Kraft der Natur nicht nur erkannt, sondern zusammengefasst und für alle Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht. Grundsätzlich ist der Einsatz von tonischen Mitteln besser als die große toxische „Keule“. Steht aber die Katastrophe bereits vor der Tür, bringen wir natürlich alles zum Einsatz was die „GSG9“ zu bieten hat. Doch Vorsorge ist besser als heilen und pflanzliche Präparate sind perfekt dafür. An dieser Stelle möchte ich aber deutlich drauf hinweisen, das pflanzliche Heilmittel und die Homöopathie zwei verschiedene „Dinge“ sind und nicht gemeinsam in einen Topf geworfen werden können.

Auch wenn diese zwei „Töpfe“ vielleicht nebenander stehen, so liegen sie tatsächlich in verschiedenen „Welten“.

Pflanzliche Heilmittel wirken mit ihren Säften und Extrakten direkt, doch bei der Homöopathie werden Wirkstoffe und Gifte in so geringen Mengen eingesetzt, dass sie eigentlich kaum noch nachweisbar sind und somit regelmäßig zu Diskusionen führen. Die pflanzlichen Heilmittel sind ohne Zweifel ein Segen, aber mit der Homöopathie war ich schon immer auf dem „Kriegspfad“. Bis, ja bis ich ein Erlebnis hatte, dass mich als Homöopathie Kritiker zum nachdenken brachte. Ich stand vor meiner aller ersten Hütevorführung und wollte das Geschehen mit „schlauen“ Kommentaren begleiten. Natürlich war ich aufgeregt, oder besser gesagt aufgedreht. Wir hatten 30 Grad, ein warmer Sommertag und was macht man an so einem Tagen? Trinken. (natürlich H²O) Ich trank also einiges an Wasser, was bei dieser Hitze auch nicht viel geholfen hat. Nach einiger Zeit überkam mich eine eigenartige Müdigkeit, was ich eigentlich so gar nicht verstehen konnte, denn ich hatte gut geschlafen, gefrühstückt und war voller Tatendrang. Als ich dann aber anfing zu gähnen, wurde ich stutzig. Was war die Rätsels Lösung? Ich hatte unwissentlich das Hundewasser getrunken, das mit homöopathischen „Mittelchen“ versehen war, um die Hunde zu beruhigen.

Säfte und Extrakte

Säfte und Extrakte

So vielfältig die Krankheiten und Verletzungen sein können, so vielfältig sind auch die möglichen Behandlungen, denn es gibt mehr als nur pflanzliche oder pharmazeutische Präparate. Ich denke da ganz besonders an: Akupunktur, Chiropraktik, Massagen, Homöopathie und die Umwelt. Die Umwelt hat einen viel größeren Einfluss als die meisten von uns ahnen. Schon im gesunden Zustand verändern wir mit dem Umfeld das Verhalten unserer Tiere. Wie dramatisch wirkt dann erst das Umfeld, wenn unsere vierbeinigen Mitstreiter krank sind. Ein vertrautes Umfeld gibt ihm Sicherheit und ich habe große Bauchschmerzen, wenn ich meinen kranken Hund beim Tierarzt abgeben soll, wo er zur gut gemeinten Beobachtung und Behandlung in einem fremden Käfig untergebracht werden soll. Geht es dem Hund nicht gut, halte ich allen Stress von ihm fern, belasse ihn auf seinem Lieblingsplatz, rede oft mit dem Patienten und sorge dafür, dass die Behandlung möglichst in seiner vertrauten Umgebung durchgeführt werden kann. Natürlich lässt sich der Arztbesuch nicht immer vermeiden, aber jeder gute Tierarzt kennt dieses Problem und geht mit seinen Patienten sehr fürsorglich um.

Es ist also hilfreich, wenn wir mit unseren vierbeinigen Kollegen bereits im gesunden Zustand dem Tierarzt schon mal einen Besuch abstatten.

Das gleiche gilt natürlich auch für andere „Gesundmacher“. Gerade bei Hunden, mit denen wir intensiv Sport betreiben oder an Schafen arbeiten, ist zum Beispiel der Chiropraktiker ebenfalls eine große Hilfe. Unsere Energiebündel geben immer 100% und das hat zuweilen unangenehme Folgen. Den Vierbeinern geht es da nicht anders als uns, ein harter Job ist eine große Belastung. Was passiert bei andauernder Belastung?  …genau, Verschleiß. Aber auch hier gilt: nicht die gesundheitlichen Schlaglöcher mit Schmerzmittel „bekämpfen“, sondern die Ursachen beheben. Also auch bei unseren Hunden: pflanzliche Präparate oder ab zum Chiropraktiker.

PS.: Fragt aber immer den „Gesundmacher“ eures Vertrauens, denn er ist ein Profi, so wie alle behandelnden Personen, ausgebildete Fachleute sein sollten. Pfusch und gefährliches „Halbwissen“ sind hier unangebracht.

Schäfermeisterin Kerstin Doppelstein unter Tränen

Das macht mich so richtig sauer und geht alle Schafhalter an. Ganz besonders geht es aber auch stellvertretend allen Berufsschäfern an den „Kragen“. Wenn schon solche hoch qualifizierten und umtriebigen Schäfereien sterben, ist es für die letzten verbliebenen Betriebe auch nur noch eine Frage der Zeit.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Gestern erhielt ich eine E-Mail, mit der ganzen Wahrheit über die Arbeit und dem Desaster der von mir so sehr geschätzten Schäfermeisterin und studiertem Biologin Kerstin Doppelstein: Vor drei Tagen sprach Kerstin vor Hunderten von Zuhörern an einem ganz besonderen Ort in Großenhain, wo sie selbst zur Schäfermeisterin ausgebildet wurde  – ihrem Traumberuf. Neben Kollegen saßen auch hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und der Staatssekretär im Publikum. Als sie am Rednerpult das Wort ergriff, war es beängstigend still und nachdem die gestandene Schäfermeisterin ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, begann ein tosender Beifall. Das war vor vier Tagen.

Begonnen hat Kerstin Doppelstein mit 28 Tieren und 1,5 Hektar. Sie baute ihren Betrieb in den vergangenen Jahren auf über 600 Muttertieren und  300 Hektar Landschaftspflege aus. Als ich das letzte mal mit ihr gearbeitet habe, hatten wir über 1.000 Tiere zu betreuen und die Arbeit schien kein Ende zu nehmen. Obwohl sie häufig nur vier Stunden schläft, ständig arbeitet, zehrten einige zusätzliche Probleme ganz besonders an ihrer Substanz. So ist ihr unverständlich, weshalb eine EU-Förderrichtlinie zu Weideland und Dauergrün so ausgelegt wird, dass sie die dazugehörige Betriebsprämie nur für einen Teil ihrer Flächen erhält. Obwohl sie alle auf die gleiche Art und Weise mit Schafen beweidet.

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Kerstin Doppelstein, die letzte Schäferin

Zu all dem nehmen die Behörden zu viel Rücksicht auf Beschwerden von Personen, die alles habe, nur leider kein Schaf-Wissen. Etliche irrwitzige Gespräche mit dem  verantwortlichen Amt haben deshalb schon Unmengen an Zeit verschlungen. Zum Beispiel klang das so: „Frau Doppelstein, ein aufmerksamer Bürger ist der Meinung, er kann spüren, dass es Ihren Schafen nicht gut geht. Er erkennt es daran, dass sie so traurig gucken. Ich halte davon auch nicht viel, aber wir müssen dem nachgehen. Könnten Sie bitte irgendetwas tun, damit Ihre Schafe fröhlicher gucken?“

Wortwörtlich und tatsächlich genau so passiert.

Was sich wie ein Witz anhört, behindere die Arbeit immer massiver. 2013 erhielt Kerstin den Umweltpreis für ihr Projekt „Hutewald am Cospudener See“. Durch den Einsatz ihrer Bio-„Rasenmäher“ – darunter 20 Yaks – entsteht auf früherem Tagebaugebiet eine Landschaft, in der bereits wieder der Kuckuck oder der sehr seltene Wendehals ihren Nachwuchs aufziehen.

Weitere „aufmerksamer Bürger“ haben beim Landwirtschaftsministerium angezeigt, dass für 300 Coburger Fuchsschafe, die den letzten Winter nahe des BMW-Werks verbringen sollten, ein Witterungsschutz fehle. Die Behörden-Maschine setzte sich in Gang. Eine Kontrolle vor Ort ergab: Nichts zu bemängeln, alles in Ordnung. Dennoch wurde der Schäferin geraten, bei der nächsten Anzeige mit den Tieren besser in einen Stall zu wechseln. Kerstin wollte die Herde daher vorsichtshalber auf Weideflächen im Stöhnaer Becken umsetzen. Dort verlangte das zuständige Amt des Landkreises einen ganzjährigen Witterungsschutz. Dabei würde der Bau solcher Anlagen in dem Naturschutzgebiet, wo Kraniche brüten, vom Umweltamt niemals erlaubt. Und wäre nach ihrer Überzeugung auch für die Tiere nicht gut.

Soviel zum Thema Unterstützung und realitätsferner Auflagen.

Diese fast film-reifen Erlebnisse mit den Behörden brachten irgendwann selbst eine Kerstin Doppelstein an ihre Grenzen und macht mich so richtig sauer, denn wenn eine „hart gesottene „ Schäfermeisterin vor Hunderten Zuhörern in Tränen ausbricht, ist das nicht hinzunehmen.

Wenn ihr Kerstin Doppelstein unterstützen möchtet, so sendet bitte ein Mail an die Stadtverwaltung Leipzig und bekundet eure Unterstützung für die letzte Leipziger Schäfermeisterin, Kerstin Doppelstein.

 

Pegasus, dass Pferd auf dem Hochplateau

Von den meisten Tieren kennen wir den Körperbau wie eine Landkarte, was sie fressen oder ihr Umfeld, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn hinter jedem Lebewesen steckt viel mehr. Jedes Individuum lebt in seinem eigenen Kosmos und wir sind nicht mehr Teil davon. Wer weiß schon, das Schafe in ihrer Herde Streit schlichten und sogar unterscheiden, wer den Streit begonnen hat, Wölfe fantastisches Sozialverhalten haben, Schweine uns ähnlicher sind als die meisten glauben und die Milch nicht vom -Supermarkt stammt.

Es sind schon viele schlaue Bücher darüber geschrieben worden, wie besonders einige Tiere sind, was unsere Hunde im Stande sind zu leisten und wie weit die Kluft zwischen Tieren und Menschen aufgerissen ist, doch verstanden haben es die meisten bis heute nicht. Ich kann zu diesem Thema eine tatsächlich passierte Geschichte anbieten, die uns eben so traurig wie nachdenklich stimmt.

…und nachdenklich ist gut

Zugetragen hat sich das Ganze 1973 auf der Smilers Farm, am Rande der Rocky Mountains in den USA. Die Smilers Farm, ist nichts Besonderes. Viel Arbeit, die alltäglichen Sorgen wie alle anderen und eine große Anzahl von Tieren. Hühner, Schweine, Hunde, Pferde, aber vor allem Rinder.  Die Jobs auf der Smilers Farm waren hart und wie alle ihre Nachbarn, kämpfte auch diese Farm ums Überlebe. Eines Morgens war ein altes Pferd verschwunden, was sich niemand erklären konnte. Gestohlen konnte es nicht sein, denn es war bereits 27 Jahre und bekam sein Altenteil. Alle waren verwundert, da Bud noch nie Probleme gemacht hatte. Bud war ein Mustang und wurde von Vater Smiler vor 25 Jahren auf einer Auktion für wenig Geld ersteigert. Da Bud nach eine Suchaktion unauffindbar blieb, musste man das Verschwinden akzeptieren, denn wie jeden Tag wartete auf die Mannschaft bereits wieder eine Menge Arbeit.

4 Tage später fliegt ein Post-Flugzeug seine gewohnte Route. Kurz vor den letzten Stationen traut der Pilot seinen Augen nicht. Bin ich übermüdet, habe ich Fieber, bin ich krank oder ist das auf dem Hochplateau  tatsächlich ein Pferd? Nach dem ersten Schock, griff er hart in sein Lenkrad und umkreiste das Plateau. Es war Spätherbst und auch die Ausläufer der Mountains waren bereits mit Schnee bedeckt, also auch dieses kleine Hochplateau. Es war unglaublich, da stand mitten im Schnee ein Pferd, scharrte nach Gras und war weit und breit allein. Wie konnte es dahin gekommen sein? von einem Helikopter in die Berge gebracht? Aber warum sollte jemand so etwas tun? Da steht tatsächlich ein Pferd, dass wir mir niemand glauben. Der Pilot brach seine Tour ab, in den Rocky Mountains kommt es bei der Post ohnehin nicht auf einen Tag an, und flog zurück. Sofort lief er zu seinem Chef und erzählte von einem Pferd im Schnee in den Bergen. Dabei fuchtelte er wild mit den Armen und hatte aufgerissene Augen. Die kurze Antwort war: ich glaub du brauchst Urlaub.

Hochplateau in den Rocky Mountains

Hochplateau in den Rocky Mountains

Nach einer schlaflosen Nacht, flog er nächsten Morgen die gleiche Route, packte aber diesmal einen Fotoapparat ein. Das Pferd war noch da, hatte sich hingelegt und machte einen schwachen Eindruck. Er steuerte sein Flugzeug so dicht es an das Hochplateau heran nur ging, machte Fotos und drehte wieder ab. Wieder zu Hause angekommen, brachte er den Film sofort zum entwickeln, mit der Bemerkung: lass alles liegen, ich brauche diese Fotos. Noch am selben Tag bekam er seine Fotos und sie waren spektakulär. Ein Pferd im Schnee auf einen Hochplateau in den Rocky Mountains. Mit diesen Fotos fuhr er in Rekord verdächtiger Zeit zurück in seine Poststation und stand wieder vor seinem Chef. „Chef Chef, hier ist es  – das Pferd“. Wieder fuchtelte er mit den Armen und hatte weit aufgerissene Augen, doch diesmal mit Fotos. Auch er traute seinen Augen nicht, denn was er sah war tatsächlich ein Pferd, ganz allein auf einem zugeschneiten Hochplateau. „Mein Gott“, war das einzige was er herausbrachte und setzte sich an seinen Schreibtisch. Er war sprachlose und das hatte man in seinen über 30 Dienstjahren noch nie erlebt. „Ein Pferd“, murmelte er, „da oben steht tatsächlich ein Pferd“.

Von nun an flog jeden Tag einer der Piloten an dem verschneiten Hochplateau vorbei und sie haben dabei eine erstaunliche Fertigkeit entwickelt, Heu ab zu werfen. Der Leiter der Poststation hatte schon an den Einsatz eines Helikopters gedacht, um dieses „arme“ Tier herunter zu holen, aber allen ging immer wieder diese eine Frage durch den Kopf: „wie kommt das Pferd da hin“? von nun an war es mit dem Schlaf von allen Piloten vorbei, denn jeder wollte diesem eingeschneiten Pferd da oben helfen. Das ganze ging so einige Tage, bis – ja bis einer von ihnen die Presse verständigte. Nun nahmen die Ereignisse eine ganz andere Wendung und Heerscharen von Story Jägern machten sich auf den Weg. 1973 gab es keine Zeitung, die nicht von dem Pferd in den Rocky Mountains berichtete. Fotos von dem schwachen Tier im Schnee und die Frage: wie kommt es da hin? Die Medien gaben dem Pferd sogar einen Namen: „Pegasus“. Die Theorien reichten von: „das ist ein Scherz“, über „aus dem Flugzeug gefallen“ bis hin zu „das waren Außerirdische“.

Rocky Mountains

Rocky Mountains

Der Medienrummel war gigantisch und wie konnte es anders sein, irgendwann landeten die Bilder auch auf der Smilers Farm. Als Vater Smiler eines Tages in einer Zeitung das Foto von „Pegasus“ sah, verschlug es ihm die Sprache. „Ich werd verrückt, das ist But“. „Er lebt, aber wie zum Teufel kommt er in die Rocky´s“? die Smilers meldeten sich sofort bei der Zeitung, um zu erfahren wo sich das Drama abspielt und wo genau ihr Pferd steht. Die Zeitung witterte eine erneute Story und organisierte nach diesem Telefonanruf sofort eine Rettungsexpedition für 4 Personen. Die zwei Smilers Söhne, ein Journalist und ein Bergführer waren mit von der Partie. 2 Tage später sollte es losgehen und alle Beteiligten trafen sich am Fuße der Rocky Moutains. Beim Anblick der Berge kam immer wieder die Frage auf:  „Wie kommt Bud da hinauf? und wieso ist er überhaupt da oben?“, denn dieser ganzen „Medien-quatsch“ von Außerirdischen oder sonstigem Unsinn grenzt ja schon an „Massen-Verdummung“  – aber was soll’s, so läuft das eben und die Dummen sterben niemals aus. Bud stand auf einem Plateau, was zu Fuß noch erreichbar war, aber ein Tagesmarsch in mehr als nur unwegsames Gelände und einsetzende Schneefälle waren kein  „Kinderspiel“.  Auf halber Strecke kam den Smilers Söhnen schon mal der Gedanke, „was macht dieser blöde „Gaul“ nur da oben und warum zum Teufel müssen wir dieses verrückt gewordene Pferd wieder herunter holen“?

Der Aufstieg war mühselig, aber nach 6 Stunden standen sie auf dem Plateau. In der Mitte lag ein abgemagertes, erschöpftes Pferd. Neben ihm etwas Heu. Da ist er also, unser Bud. An der Rückseite des Plateaus gab es einen schmalen Pfad, der aber bei Schneefall schon recht riskant war. Den musste Bud genommen haben. Da stellt sich aber noch immer die Frage: Warum? Die Smilers gingen sofort zu Bad und begrüßten ihn. Bud war erschöpft, antriebslos und hatte sich anscheinend seinem Schicksal ergeben. Während der Journalist sofort mit dem fotografieren begann, redeten die Smilers Brüder mit ihrem Pferd, denn sie hatten auf dem Rücken von Bud ihre Kindheit verbracht. Sie liebten ihn und wollten dem alten „Kameraden“ helfen. Sie kannten ihren vierbeinigen Freund genau und hatten nach einiger Zeit das mulmige Gefühl, Bud wollte gar nicht gerettet werden, sondern hier oben ganz allein liegen bleiben. Plötzlich lief einem der beiden Smilers die Tränen über die Wangen und sagte zu seinem Bruder: „Bud will nicht gerettet werden, er ist hier oben um allein und in Freiheit sterben zu wollen“. Bud war ein frei geborenes Wildpferd, das eingefangen und an die Smilers verkauft wurde. Nun hat er gespürt, dass es zu Ende geht und seine alte Heimat aufgesucht. Wir können Bud hier nicht wegholen. So geschah es dann auch. Nach großen Protesten des Journalisten, traten sie den Rückweg an und ließen ihren alten Freund wieder allein.

Denver am Rande der Rocky Mountains

Denver am Rande der Rocky Mountains

Was sie aber nicht ahnten, direkt nach der Rückkehr, organisierte eine Große Denver Zeitung die „Rückkehr von Pegasus“. In Denver, am Rande der Rocky Moutains wurde ein Mega Empfang vorbereitet und alle Medien des Landes hatten sich auf den Weg in die Stadt gemacht. Bud wurde mit einem Helikopter von seinem Plateau geholt und in einem Holzkarren in die Stadt gefahren. Der Einzug glich dem eines Popstars, doch Bud lag in seinem Karren, denn er war bereits zu schwach. Nach 8 Tagen klingelte auf der Smilers Farm das Telefon, die Zeitung rief an.

„Pegasus“ ist tot“

Bud gehörte zu ihrer Kindheit und nun ist er tot. Er war gutmütig und hatte nie Probleme bereitet. Nur einmal war er sehr krank, wurde aber mit viel Liebe wieder gesundgepflegt. Die Smiler`s sind harte Arbeit gewohnt und alles andere als weinerlich, aber Bud`s Tod ging ihnen doch sehr nahe. Vor allem die wirklich miesen Umstände, unter denen er gestorben ist.

Das Ende vor Augen, hatte sich Bud mit seinen letzten Kräften auf den Weg in seine alte Heimat gemacht, um dort zu sterben, doch es half nichts, wir haben ihn von seiner letzten Ruhestätte gezerrt und wie im Wander-Zirkus auf einem Karren durch die Straßen geschoben. Die Smiler`s schämten sich, obwohl sie dafür nicht verantwortlich waren. Bud gehörte einmal zur Familie und so ein Ende hatte dieses treue Pferd nicht verdient.

Die Medien hatten ihre Story, dass „Publikum“ wurde unterhalten, doch wer hat jemals nach Bud gefragt?

-Niemand-

Eine wahre Geschichte, die noch heute in den Chroniken von Denvers Zeitungen nachzulesen ist. Sind wir wirklich so?   …mein Freundeskreis auf keinen Fall und ich sowieso nicht.